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1. Einleitung
In der folgenden Arbeit beschäftige ich mich mit Olav Haraldssons Leben von Geburt an bis zu seinem Tode. Des Weiteren gilt mein Hauptaugenmerk seinem Kultstatus in Skandinavien. Wie und wann ist Olav zu einem Heiligen geworden? Und warum? Dabei werden vermutlich mehrere Unstimmigkeiten innerhalb der Geschichte auftauchen. Hierbei gilt es, die plausibelste aller Geschichten als wahre Geschichte in Betracht zu ziehen. Wer war also diese Gestalt Olav, der als König Norwegens so viele Feinde auf sich zog und am Ende als Toter heiliggesprochen wurde? All diese Fragen versuche ich im Rahmen dieser Hausarbeit zu beantworten und die Kultfigur Olav den Heiligen näher zu beleuchten.
2. Olav Haraldssons Werdegang
2.1. Olav Haraldssons erste Gehversuche
Olav der Heilige war ein König und Apostel des norwegischen Volkes. Er war nicht der erste, der dem heidnischen Volk das Christentum näher bringen wollte. Vor ihm taten dies schon der edle Hakon sowie Olaf Tryggvason. Doch nach dem Tod derer beiden gerieten auch deren Einflüsse mit in Vergessenheit. So aber nicht bei Olav dem Heiligen. Allein durch ihn sollte das Christentum einen steten Platz in Norwegen finden. 1
In der Landschaft Gudbrandsdalen um 995 geboren, wurde Olav Haraldsson im Alter von drei Jahren von Olaf Tryggvason getauft. So übernahm dieser auch die Patenschaft für den kleinen Olav und erzog diesen im christlichen Sinne, was Tryggvason von großer Bedeutung war. Der dänische Unterkönig im Oslofjord Harald Grenske war sein Vater, seine Mutter hieß Åsta. Doch als Olav Haraldsson das Licht der Welt erblickte, war sein Vater Harald Grenske bereits verstorben. Daraufhin heiratete Åsta den Kleinkönig Sigurd Syr aus Ringerike. Als Olaf mit der Zeit heranwuchs, hatte er genug vom ländlichen Leben auf dem Königshof seines
1 Tómasson, Sverrir: Olaf der Heilige. In: RGA. Bd. 22 (2003), S.54-60.
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Stiefvater Sigurd Syr. Sein Wunsch war es, zur See zu fahren, so wie es schon viele andere Norweger vor ihm taten. Es ist anzunehmen, dass der erste von Olav angetretene Wikingerzug um 1007/1008 stattfand. Zu diesem Zeitpunkt war Olav Haraldsson vermutlich älter als 12 Jahre.
Als Wikinger in der Ostsee kämpfte er in Schweden und Finnland. Später schloss er sich einem großen Wikingerheer im Kampf gegen England an, welches drei Jahre lang von Torkjel Høye geführt worden war. Da in keiner Quelle explizit über Olav in den Kämpfen berichtet wird, ist anzunehmen, dass dieser keine führende Position im Heer eingenommen hat. Nach der Auflösung des Heeres zog Olav nach Süden und war in Frankreich sowie in Spanien Teil eines Heeres. Als Olav von seinem Heereszug aus dem Süden zurückkehrte, begegnete er in der Normandie dem englischen König Æthelred, der mit seiner Frau nach Frankreich fliehen musste, nachdem der dänische König Svend Tveskæg einen Truppenzug nach England führte. Olav schloss sich Æthelred an. Nach dem Tod 1014 von Svend Tveskæg, war es Æthelred wieder möglich heimzukehren, doch der Sohn Tveskægs, Knut, plante schon einen neuen Angriff auf England. Nach Snorri habe Olav nun zusammen mit Æthelred die englische Stadt London angegriffen. Doch scheint es, als beziehen sich die dafür zitierten Skaldenstrophen wohl eher auf den misslungenen Kampf der Dänen 1009, als Olav noch dem dänischen Heer angehörte. Doch Zweifel an dem Dienst von Olav für Æthelred gibt es dennoch keine. Eine Bemerkung in den Skalden bringt allerdings die Skalden-Chronologie durcheinander. So habe Olaf nicht nur Landstriche für Æthelred zurückerobert, sondern ganz England in den Besitz Æthelred gebracht. Dadurch lassen die Sagas Tveskæg sechs Jahre zu früh im Jahre 1008 sterben. Des Weiteren ist Olav zu früh und zu lange für Æthelred im Kampf gegen die Dänen. In der Zeit war Olav nämlich noch in den Diensten des dänischen Heers. 2
2 Krag, Claus: Norges Historie fram til 1319. Oslo 2000, S. 86-105.
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2.2. Olav Haraldssons Erfolgsjahre
Im Herbst 1015 soll Olav nach Norwegen gesegelt sein und dort Håkon Jarl Eriksson, dem norwegischen König begegnet sein. Nicht ungefährlich scheint dies für Olav gewesen zu sein, da Håkons Mutter Gyda war, welche die Tochter Svend Tveskægs war und gleichzeitig somit die Schwester Knuts des Großen. Zwar kam es zu keinem Kampf zwischen Olav und den Norwegern, doch nahm Olaf wohl Håkon und dessen Männer in Gefangenschaft. Jedoch ließ Olav Håkon wieder frei, nachdem dieser im versprach, keine weiteren Kämpfe gegen Olav zu auszurichten. Die Gefangennahme sowie die Freilassung Håkons begann Olav nicht uneigennützig. Zum einen wollte er so seine Oberherrschaft anerkannt bekommen und zum anderen wollte er durch die Freilassung großmütig erscheinen. Laut den Sagas hat sich Håkon nach der Gefangenschaft in England niedergelassen und ist bis zu seinem Tod dort geblieben. 3 Die Schlacht von Nesjar ist der erste Kampf Olavs, von dem erzählt wird. Diese fand gegen den Jarl Sven statt, der wiederum der Onkel Håkons war. Datiert wird die Schlacht zum ersten Frühling nach Olavs Rückkehr, sodass davon ausgegangen wird, dass sich diese am 25. März 1016 abspielte. Im Gegensatz zu Olav besaß Sven nur eine kleine Truppe von Bauern, die ihn im Kampf unterstützten. 4 Grund dafür soll Svens Geiz gewesen sein, wo hingegen Olav mit größeren Geldmitteln aus England gekommen sein soll und sich so großmütig zeigte. Dieser Kampf erfolgte noch vor der Krönung Olavs zum König Norwegens. Eigentlich scheint eine Verfeindung zwischen Olav und dem dänischen König Knut, wie es Snorri schildert, nun unwahrscheinlich, da sich die Schlacht von Nesjar auf dänischem Boden ereignete und Olav früher im dänischen Heer in England diente. Jedoch soll eine genaue Betrachtung der Quellen ergeben haben, dass ein ausgesprochen gutes Verhältnis zwischen Knut und Olav geherrscht haben muss. So hat Olav nach Vereinbarung mit Håkon und Knut Norwegen erhalten und Håkon selbst wurde Jarl in England, was auch seinen Weggang erklären würde.
Des Weiteren scheint diese friedliche Lösung auch eine Erklärung dafür zu sein, warum Sven in der Schlacht von Nesjar so wenig Rückhalt fand.
3 Krag, Claus: Norges Historie fram til 1319. Oslo 2000, S. 86-105.
Arbeit zitieren:
Franka Röder, 2011, Olaf der Heilige - Beleuchtung einer Kultfigur, München, GRIN Verlag GmbH
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