Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung 2
1 Eine technikzentrierte Medientheorie 2
2 Das Aufschreibesystem 1800 6
3 Das Aufschreibesystem 1900 8
3.1 Fallbeispiel „Schreibmaschine und Geschlecht 10
3.2 Grammophon Film Typewriter 11
4 Kritik an Friedrich A. Kittler 12
5 Ideen zum Aufschreibesystem 2000 und der Entwicklung neuer Medien durch militärische
Forschung 13
6 Zusammenfassung 16
7 Literaturverzeichnis 17
7 17
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0 Einleitung
Das Thema „Aufschreibesysteme 1800 1900“ und damit verbunden auch das Buch „Grammophon Film Typewriter“ wird bearbeitet, weil es verdeutlicht, wie sich die verschiedenen Medien wie die Sprache oder das Buch im Zusammenhang mit den verschiedenen Institutionen entwickelten. In „Aufschreibesystem 1800-1900“ werden im Wesentlichen die zwei genannten Aufschreibesysteme und die technikzentrierte Medientheorie behandelt. Auch werden die verwendeten Begrifflichkeiten durch Definitionen und Erklärungen abgehandelt. Die Schrittfolge der Bearbeitung des Themas Aufschreibesysteme erfolgt chronologisch, um einen nachvollziehbaren und logischen Aufbau der Abhandlung zu gewähren.
„Grammophon Film Typewriter“ behandelt die Entwicklung dieser drei Medien und ihren Wirkungsbereich. Es geht auch um die Verwendung der Techniken in den beiden Weltkriegen und welchen Einfluss diese auf das Kriegsgeschehen hatten.
Kritik an Friedrich A. Kittler und seinen Analyseansatz und die Auseinandersetzung bzw. Idee von einem Aufschreibesystem 2000 wird in den letzten zwei Kapiteln behandelt. Dabei wird auch die Frage geklärt, inwiefern die militärische Entwicklung heutzutage unseren Medieneinsatz beeinflusst.
1 Eine technikzentrierte Medientheorie
Friedrich A. Kittler wendet sich gegen die häufig praktizierte Hermeneutik und Literatursoziologie, da seiner Meinung nach beide die eigentlichen Produktionsbedingungen von Literatur nicht im Fokus haben (vgl. Kloock/Spahr 2007, S. 165). Die Hermeneutik bezieht sich nur auf den „Sinn“ der Texte und die Literatursoziologie hingegen betrachtet die literarischen Schriften nur als „Widerspiegelungen von Produktionsverhältnissen“. Dabei stehen aber nicht die Schreibmaschine im Blickpunkt des Geschehens, sondern Webstühle, Dampfmaschinen und Fließbänder.
Seiner Meinung nach verfehlen beide Methoden den Gegenstandskern und die Grundbegriffe „Sinn“ und „Arbeit“ lassen den Informationsbegriff gänzlich außen vor (Kittler 1995, S. 520). Nach Kittler wissen sowohl Produzenten als auch Interpreten ihre medialen Produktionsmittel nicht zu schätzen und er argumentiert „Blind sind Schreiber vor Medien, Philosophen vor Technik“ (Kittler 1986, S. 145).
Er beruft sich auf Nietzsches Diktum:“Unser Schreibzeug arbeitet mit unseren Gedanken“.
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Kittler fordert, dass auch die in Deutschland technikfreie Geisteswissenschaft sich dem Materialismus verschreiben muss, denn jeder, der schreibt und denkt benutzt mediale Techniken, egal ob er Feder oder Computer benutzt.
Er macht also nicht wie so viele andere Literaturwissenschaftler die Interpretation literarischer Texte, sondern die Analyse der technischen Bedingungen der Aufschreibesysteme zum Gegenstand seiner Untersuchungen
Friedrich Kittlers Medienbegriff beinhaltet nicht etwa das Fließband oder die Elektrizität, sondern er spricht von Bücher oder Computer.
Sein Medienbegriff definiert sich als Technik, die zum Speichern, Übertragen und Verarbeiten von Informationen dienen (vgl. Kittler 1995, S. 519) und dabei ist der Begriff Technik nicht immer maschinell zu sehen, mediale Techniken können auch Verse sein, die eine zentrale Speichertechnik oraler Kulturen darstellten.
Ebenso beinhaltet sein Medienbegriff, dass Informationen nur in Verbindung mit einem Medium gedacht werden können.
Das soll heißen, dass Informationen nur über Medien übermittelt werden können und daher ist das Denken auch medial bestimmt. Menschen denken zum Beispiel seit jeher schon immer in Bildern oder in Sprache.
Im Gegensatz zur geistigen Freiheit heißt dies, dass es eine geistige Freiheit entsprechend gar nicht gibt - sie ist durch die medialen Vorgaben bereits eingeschränkt. Also können Menschen nur solches Erkennen was in einem ihn bekannten medialen Rahmen passt. Somit ist jedes Wissen bezogen auf seine medialen Voraussetzungen.
Diese Voraussetzungen sind weder unmittelbar als „solche zu identifizieren, noch liegen ihre Wirkungen auf der Hand“ (Kloock/Spahr 2007, S. 167). Vergleichbar ist dies mit den Unterscheidungen beim Beobachten, die Menschen wenden die Unterscheidung beim Beobachten eines Sachverhalts an, erkennen diese aber selbst nicht. Kittler vermutet, dass eine Gesellschaft nicht merkt, dass sie durch mediale Bedingungen vorgegebene Weise wahrnimmt und sie bemerkt auch nicht die Wirkung dieser Wahrnehmung. Kittler betont die Unmöglichkeit Medien zu verstehen, "weil gerade umgekehrt die jeweils herrschenden Nachrichtentechniken alles Verstehen fernsteuern." (1986, S. 5). Allerdings führt Kittler das Wissen und die Kultur nicht ausschließlich und allein auf Medientechnik zurück, damit unterscheidet er sich von anderen Medientheoretikern wie McLuhan, Postman oder Flusser (vgl. Kloock/Spahr 2007).
Es lassen sich bei Kittler eher Parallelen zum Poststrukturalismus finden. Poststrukturalisten sehen bestehende Strukturen und Diskurse weniger als statische und stabile Gebilde, sondern
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richten den Blick stärker auf die historischen Diskontinuitäten, Brüche und vor allem auf die Konstruktionsbedingungen von Strukturen. Er selbst verfährt nach dem Prinzip der Diskursanalyse, d.h. wichtig sind nicht die inhaltlichen Aussagen, wie das Weltbild oder die Philosophie, sondern die geheimen Mechanismen, die die inhaltlichen Aussagen begründen. Literarische Texte werden bei Kittler als reine Datenansammlung wahrgenommen und als solche auch analysiert. Seit der Auflösung des Schriftmonopols durch die technischen Fortschritte von Speicher- und Übertragungsmedien ist die Einschränkung auf die Diskursanalyse allein für Kittler nicht mehr angebracht. Er sagt dazu, dass „Archäologien der Gegenwart“ technische Medien berücksichtigen müssen, denn ohne sie ist es nicht möglich „Macht- und Wissensformen“ zu erfassen (Kittler 1995, S. 519).
Friedrich Kittlers zentrale Einsicht liegt also darin, dass Texte vor allem durch ihre "Machart" - d.h. durch die Art und Weise wie sie technisch hergestellt werden - bestimmt sind. Genauer gesagt geht es Kittler um die Frage, wie Diskurse, wobei er diese als geregelte Formationen von Aussagen definiert, durch sich wandelnde technische Medien gestaltet werden. Die zu einem bestimmten Zeitpunkt nachweisbaren Formationen des Diskurses nennt er Aufschreibesysteme, die er wie folgt definiert: „Das Wort Aufschreibesystem […] kann auch das Netzwerk von Techniken und Institutionen bezeichnen, die einer gegebenen Kultur die Adressierung, Speicherung und Verarbeitung relevanter Daten erlauben.“ (Kittler 1995, S. 519).
Die medialen Techniken sind mit Institutionen wie Familie, Universität oder Wissenschaft verknüpft und ergeben so ein System.
Durch dieses System laufen alle relevanten Daten und erst durch diesen Prozess erhalten sie ihre Wichtigkeit.
Die Aufgabe des Netzwerks ist die Ausbildung von Regeln der Verteilung, Rezeption und Überlieferung von Informationen, es gibt also vor welche Daten in welcher Form die Menschen erreichen und damit für sie erst zu Informationen werden. Das Netzwerk formiert, reguliert und produziert also das Wissen einer Kultur (vgl. Kloock/Spahr 2007). Wenn das Aufschreibesystem einer Epoche erkennbar ist, dann sind auch die Umstände ihres Denkens sichtbar. Kittler sagt, dass ein Aufschreibesystem eine Art Technologie ist, die erst den Begriff „Des Menschen“ möglich macht.
Die Knotenpunkte des Netzwerkes skizziert Kittler ähnlich denen bei der mathematischen Informationstheorie von Claude Elwood Shannon.
Dieses mathematische Modell besteht aus fünf miteinander verknüpften Instanzen:
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Arbeit zitieren:
Anna-Sophie Buhler, 2009, Die Aufschreibesysteme 1800, 1900 und Ideen zum Aufschreibesystem 2000 sowie Überlegungen zur Entstehung von Medien durch militärische Forschung, München, GRIN Verlag GmbH
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