Christian Ortig, Motive und Einflussfaktoren im Portfolio Entrepreneurship
Abstract:
Die folgende Arbeit zur Thematik des Portfolio Entrepreneurship befasst sich nebst allfälliger Definitionen und Abgrenzungen, mit den Motiven, welche zu Gründungen im Sinne des Portfolio Entrepreneurship führen. Hierzu wurden die Faktoren gegliedert in Faktoren des persönlichen Umfeldes sowie der unternehmerischen Umwelt. Im Zuge der Bearbeitung des Themas konnte auch hierbei die unternehmerische Gelegenheit, im Sinne der Kombination von verfügbaren Ressourcen und vorhandenen Marktbedürfnissen, als Triebfeder der Handlungen identifiziert werden. Im zweiten Abschnitt wurde versucht durch eine Fallstudie, deren Untersuchungsobjekte zwei Unternehmen, ein Innovator und ein Imitator, darstellen, die zuvor erarbeiteten Erkenntnisse auf deren Validität in der Praxis zu überprüfen.
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Christian Ortig, Motive und Einflussfaktoren im Portfolio Entrepreneurship
Inhalt
1. Einleitung 5
2. Definitionen. 6
3. Motive des Portfolio Entrepreneurship 7
3.1 Einflussfaktoren auf die Motivation aus der persönlichen Umwelt 7
3.1.1 Einflussfaktor Familie. 7
3.1.2 Einflussfaktor Unternehmerpersönlichkeit 8
3.2 Einflussfaktoren auf die Motivation aus der Unternehmensumwelt 9
3.2.1 Einflussfaktor Ressourcenzugang. 9
3.2.2 Einflussfaktor Marktbedürfnisse. 12
3.2.3 Opportunity treibende Kraft und erreichbare Benefits 14
4. Portfolio Entrepreneurship in der Praxis. 15
4.1 Konzept und Fragestellung der Fallstudie 15
4.1.1 Wahl der Erhebungsmethode 16
4.1.2 Wahl der Untersuchungsobjekte 16
4.1.2 Kontaktaufnahme und Datenerfassung 16
4.2 Die Untersuchungsobjekte. 17
4.2.1 Der Imitator. 17
4.2.2 Der Innovator 18
4.3 Ergebnisse zu Motiven und Einflussfaktoren. 19
4.3.1 Einflussfaktoren auf die Motivation aus der persönlichen Umwelt. 19
4.3.2 Einflussfaktoren auf die Motivation aus der Unternehmensumwelt. 20
4.3.3 Opportunity treibende Kraft und erreichbare Benefits 21
5. Kritische Diskussion des Themas 22
5.1 Relevanz für die Entrepreneurship Forschung 22
5.2 Relevanz für die Praxis. 23
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5.3 Persönliche Stellungnahme. 23
6. Quellen 24
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Christian Ortig, Motive und Einflussfaktoren im Portfolio Entrepreneurship
1. Einleitung
In folgender Arbeit sollen die Motive bzw. Einflussfaktoren eines Unternehmers zur Aufnahme einer weiteren unternehmerischen Tätigkeit, im Sinne des Portfolio Entrepreneurship betrachtet werden. Dies scheint insofern relevant, da seit den 1960er Jahren auch die volkswirtschaftliche Bedeutung, bzw. der daraus resultierende Beitrag, betreffend Wettbewerbsfähigkeit und Fortschritt von Nationen, des Entrepreneurship zunehmend in den Fokus der Volkswirte und der Politik rückte. 1
Um die Motive zur Etablierung einer „Parallel-Unternehmung“, im Sinne des Portfolio Entrepreneurship, zu identifizieren, wird im ersten, theoretischen Abschnitt dieser Arbeit der Fokus auf die Unterschiede in Bezug auf den Ressourcenzugang zwischen Novice bzw. Portfolio Entrepreneuren gelegt. Die in diesem Abschnitt erarbeiteten Erkenntnisse werden anschließend im Zuge einer Fallstudie, für welche zwei Unternehmer, ein Imitator und ein Innovator, interviewt wurden, überprüft. Des Weiteren sollen eventuelle Unterschiede betreffend der Ausprägung der Einflussfaktoren auf die Motivation zwischen den beiden Typen aufgedeckt werden.
Zur praktischen Relevanz der Arbeit ist zu sagen, dass Unternehmer, welche bereits ein Unternehmen gegründet haben und erfolgreich führen, über entsprechendes Unternehmerwissen, sowohl Implizites als auch Explizites, sowie einen erweiterten Ressourcenzugang verfügen dürften. Somit kann erwartet werden, dass die Wiederholung eines unternehmerischen Erfolgs bei Neugründung einer weiteren Unternehmung
wahrscheinlicher ist als bei Novice Entrepreneuren. Im Rückschluss bedeutet dies, dass oben genannte Unternehmer in Bezug auf ihr Wissen und ihre Erfahrungen eine bedeutende volkswirtschaftliche Ressource darstellen.
Um diese Ressource im Prozess der Gründungsförderung nutzbar zu machen bzw. zu aktivieren ist es notwendig die Beweggründe bestehender Portfolio Entrepreneur zu kennen. Nur so ist es möglich eine nutzenstiftende und dementsprechend akzeptierte Förderinfrastruktur aufzubauen.
1 Vgl. Kirchhoff (1994), S. 32
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2. Definitionen
Hisrich und Peters (2002) definieren Entrepreneurship, als einen Prozess in welchem etwas Neues geschaffen wird - unter Übernahme der dazugehörenden finanziellen, persönlichen und sozialen Risiken, sowie der aus dem Prozess resultierenden monetären Vergütung, persönlichen Befriedigung und Unabhängigkeit. 2
So umfangreich diese Definition bereits scheinen mag ermangelt es ihr dennoch an einem der wichtigsten Identitätsmerkmale des Entrepreneurship, der „Opportunity-Recognition“. Respektive erfolgt die Entscheidung ein neues Unternehmen zu gründen, aufgrund der Annahme eine unternehmerische Gelegenheit entdeckt zu haben. Wobei sich die unterschiedliche Neigung von Personen betreffend der Unternehmensgründung in unterschiedlicher unternehmerischer Wachsamkeit bzw. Wahrnehmung unternehmerischer Gelegenheiten manifestiert. 3
Westhead unterscheidet weiters in verschiedene Typen von Entrepreneuren, wobei der Novice Entrepreneur einen Unternehmer ohne Erfahrung im Bereich der Gründung einer Unternehmung vor der Gründung seiner aktiven Unternehmung darstellt. Jedoch bedeutet Entrepreneurship nicht gezwungenermaßen, dass ein Unternehmer in seiner Karriere nur ein Unternehmen gründet bzw. besitzt. So ist zwischen den zwei verschiedenen Typen von Unternehmern, den „Serial bzw. Portfolio Entrepreneuren“ zu differenzieren. Die Differenz der beiden Typen besteht in der zeitlichen Reihenfolge der unternehmerischen Tätigkeit, so besitzt erstgenannter Typus seine Firmen nacheinander, während Zweiter sie zeitgleich besitzt. 4 Eine weitere Definition der beiden eben genannten „Entrepreneur typen“ bieten Westhead und Wright (1998) an, wobei sie darlegen, dass der „Portfolio Entrepreneur“ neben seinem bestehendem Unternehmen eine neue Firma gründet, erbt oder kauft, wohingegen der „Serial Entrepreneur“ selbige Aktion durchführt, nachdem er das bestehende Unternehmen verkauft bzw. aufgibt. 5
2 Vgl. Hisrich & Peters (2002), S. 13
3 Vgl. Gaglio und Katz (2001), S. 96
4 Vgl. Hall (1995), S. 218
5 Vgl. Westhead & Wright (1998), S. 111
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Christian Ortig, Motive und Einflussfaktoren im Portfolio Entrepreneurship
3. Motive des Portfolio Entrepreneurship
Im folgenden Abschnitt sollen die Beweggründe, sowie die Einflussfaktoren auf selbige, zum Start bzw. zur Etablierung von Portfolio-Unternehmertum behandelt werden. Hierzu werden diese in die persönliche Umwelt und die Unternehmensumwelt gegliedert. Wobei bei Ersterer die Unternehmerperson bzw. die intrinsische Motivation im Vordergrund stehen, während bei Zweiter die unternehmerische Gelegenheit als treibende Kraft untersucht wird.
3.1 Einflussfaktoren auf die Motivation aus der persönlichen Umwelt
Sicherlich beinhaltet die Entscheidung eine parallele Unternehmung zu gründen den Gedanken beispielsweise die Marktchancen des/der bestehenden Unternehmen zu stärken bzw. zusätzliche Einnahmequellen zu lukrieren, jedoch können auch die Familie und das „Lebensgefühl“ des Unternehmers, wie Zufriedenheit und Herausforderung, als beinflussende Faktoren eine Rolle spielen. Vor allem der Faktor Herausforderung könnte bei etablierten Unternehmern durchaus ein Motiv darstellen, sich diese in Form des Portfolio Unternehmertums zu verschaffen. Solche Verhaltensweise entspringt der intrinsischen Motivation und kann als interessenbestimmte Handlung angesehen werden, deren Aufnahme bzw. Aufrechterhaltung keine vom Handlungsgeschehen trennbaren Anreizfaktoren erfordert. Hierbei beinhaltet die intrinsische Motivation Neugier, Exploration, Spontanität und Interesse an der unmittelbaren Umwelt. 6
3.1.1 Einflussfaktor Familie
Einer der prägenden Einflüsse, welchem der Mensch in seiner Persönlichkeitsentwicklung von Kindesbeinen an ausgesetzt ist, stellt die Familie dar. Wobei im Zuge des Sozialisationsprozesses, Verhaltensmaßstäbe und Ideale der Familie vom Individuum aufgenommen werden und die Bereitschaft zur Erfüllung eines spezifischen Rollentyps innerhalb dieser Struktur der Gesellschaft entwickelt wird. 7 Bezieht man diese Aussage auf die Neigung von Individuen ein Unternehmen zu gründen, so kann davon ausgegangen werden, dass im Rahmen dieses Prozesses eine vorhandene unternehmerische „Tradition“ in einer Familie diese zugunsten einer selbständigen Tätigkeit beeinflusst.
6 Vgl. Deci (1975), S. 26f
7 Vgl. Nestvogel (2004), S. 155
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Christian Ortig, 2011, Motive und Einflussfaktoren im Portfolio Entrepreneurship, München, GRIN Verlag GmbH
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