Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Begriffsdifferenzierung 3
2.1 Wagnis 3
2.2 Risiko 5
3 Begriffsverbindung 6
4 Wagnisse und Risiken in der Erlebnispädagogik 7
5 Grenzen von Wagnissen und Risiken für die Erlebnispädagogik 9
6 Thesenbeleg anhand praktischer Beispiele 10
7 Fazit und Ausblick 13
8 Quellenverzeichnis 15
- - 1
1 Einleitung
Möchte man einen Einblick in die Erlebnispädagogik mit ihren Techniken und Verfahrensweisen bekommen, stößt man schnell auf die Begriffe Wagnis, Risiko und Unsicherheit. Die Liste der aufgeworfenen Begriffe wird immer länger und länger je intensiver man sich mit der Thematik des „Lernens mit Kopf, Herz und Hand“, wie es bereits Kurt Hahn (1886 - 1957), der „Gründungsvater der Erlebnispädagogik“ 1 , beschrieb. Einwanger legt dar, dass „ Alle sozialen Tugenden definieren sich durch das ihnen innewohnende Risiko. Vertrauen kann als einfaches Beispiel dafür gelten.“ 2 Mit dieser Aussage lässt sich der Bogen zu Kurt Hahn spannen, der bereits zum Beispiel den Mangel an Zuverlässigkeit und Interesse und den körperlichen Verfall insbesondere von Kindern und Jugendlichen, heute in selber Weise existente Phänomene, in seinen pädagogischen Fokus rückte. Dass die Bedeutung und mögliche Effekte von Wagnissen und Risiken einen nicht unerheblichen Stellenwert in der Sozialen Arbeit, hier spezielle auf das Arbeitsfeld der Erlebnispädagogik bezogen, einnehmen, verdeutlichen diverse Veröffentlichungen die beispielsweise einen pädagogischen Umgang mit Risiken beschreiben 3 oder die Gefahren erörtern, welche damit verbunden sind, nichts zu wagen. 4 Liegen die persönlichen Interessen, wie in meinem Fall, in genau diesem Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit, ist diese Hausarbeit eine gute Gelegenheit die begrifflichen Grenzen abzustecken (Wagnis und Risiko) und die literarischen Begriffsbeschreibung durch persönliche praktische Beispiele zu ergänzen und zu konkretisieren. Ebenfalls sollen aufgeworfene Fragen und Thesen im Anschluss kritisch beleuchtet und dementsprechend beantwortet, bestätigt oder gegebenenfalls widerlegt werden. Im Kapitel 2 wird mittels einer Begriffsdifferenzierung die Grundlage für die nachfolgenden Kapitel, welche sich mit Begriffsverbindungen (3) und Wagnissen und Risiken in der Erlebnispädagogik (4) beschäftigen gelegt. Kapitel 5 und 6 werden die Grenzen der Erlebnispädagogik in Bezug auf Wagnisse und Risiken
1 nach Kreft und Mielenz heißt es im Wörterbuch Soziale Arbeit unter dem Begriff
Erlebnispädagogik: „Theoretisch wird Bezug auf Kurt Hahn (Erlebnistherapie) und die
Reformpädagogen der pädagogischen Epoche von 1890-1933 (aus grauer Städte Mauern)
genommen, für die die Begriffe Erlebnis, Augenblick, Unmittelbarkeit, Gemeinschaft Natur,
Echtheit und Einfachheit von zentraler Bedeutung waren.“(2005, 243)
2 Einwanger 2007, 15
3 Koller 2007 In: Einwanger 2007, 99ff
4 Einwanger 2007, 13ff
- - 2
aufgreifen und anschließend werden die aufgeworfenen Thesen an Hand praktischer Beispiele belegt. Den abschließenden Teil soll Kapitel 7 bilden, welches ein Fazit und einen kurzen Ausblick zum Inhalt hat.
2 Begriffsdifferenzierung
Nähert man sich den Begriffen Wagnis und Risiko stellt man schnell fest, dass sich der Diskurs um diese Begriffe auf unterschiedlichen wissenschaftlichen Ebenen und in verschiedenen gesellschaftlichen Schichten abspielt. Begibt man sich in die Recherche mit dem Begriff Risiko werden die ersten Treffer 5 im Bereich der Soziologie beziehungsweise der Betriebswirtschaft anzusiedeln sein. Beim Begriff Wagnis hingegen landet man recht schnell im Bereich der Pädagogik und hier speziell in der Sportpädagogik. Es wird jedoch bei tiefer gehender Beschreibung der Notwendigkeit und der Effekte von Wagnissen eben so klar, dass der Begriff Risiko einen nicht zu vernachlässigenden Bereich in der Erlebnispädagogik einnimmt. Mit dieser, zur Begriffsdifferenzierung ambivalent erscheinenden Begriffsbeziehung, wird sich nachfolgendes Kapitel befassen.
2.1 Wagnis
Der Begriff Wagnis kommt nach Warwitz von „wagan“ und bedeutet soviel wie sich trauen beziehungsweise den Mut haben etwas zu tun. Um seinen Wagnisbegriff vom Risikobegriff abzugrenzen schreibt er: „[Der Wagnisbegriff] legt seinen Bedeutungsschwerpunkt auf die Vorgänge innerhalb der sich gefährdenden Personen.“ 6 Dies verdeutlicht, dass der Prozess des Wagens immer sehr individuelle Ausprägungen und intrapersonelle Auswirkungen besitzt. Diese Individualität, welche sich als eines der Hauptunterscheidungsmerkmale zum Begriff des Risikos charakterisieren lässt, wird in einem weiteren Differenzierungsversuch deutlich. „Mit den Begriffen Wagnis werden im Gegensatz zum Risiko keine gesellschaftlichen Unsicherheiten bezeichnet.“ 7 Der eigentliche Prozess des Wagnisses, das Wagen an sich “… bedeutet ein Abwägen, ein Erwägen, ob von den gewogenen Schalen „Risikoeinsatz“ und „Sinnschöpfung“
5 z.B. eines OPAC-Kataloges oder einer beliebigen Bücher-Suchmaschine
6 Warwitz 2001, 16
7 Hebbel-Seeger; Liedtke In: Gissel; Schwier (Hrsg.) 2003, 111 - - 3
die Sinnseite auch ein deutliches Übergewicht erhält.“ 8 Auch in dieser Beschreibung wird deutlich, dass eine strickt voneinander getrennte Betrachtung der Begriffe aus der Perspektive der Erlebnispädagogik wenig effektiv zu sein scheint. Aus einer weniger metaphorischen Beschreibung des Wagens geht hervor, dass etwas zu wagen in dem Sinne verstanden wird, als dass es eine selbst bestimmte Suche nach spannenden und bereichernden Situation, als Möglichkeit der Probe zur Fähigkeit der Selbsteinschätzung dient und eine Lerngelegenheit für den Umgang mit Angst oder Möglichkeiten zur Persönlichkeit-und Wertentwicklung darstellt. 9 Auch betrachtet man hier, dass das Wagnis durch eine „selbstbestimmte Suche“ beschrieben wird. Es stellt sich die Frage, ob ein Jugendlicher, welcher sich selbst bestimmt und aus freiem Willen an eine fahrende S-Bahn hängt, „nur“ ein Wagnis eingeht oder bewusst beziehungsweise unbewusst ein Risiko eingeht.
Es lassen sich jedoch weitere wesentliche Unterscheidungsmerkmale finden, auf die bereits die Existenzphilosophen Jasper und Heidegger, der Pädagoge Bollnow und der Philanthrop Schweitzer hingewiesen haben. Nach Warwitz zusammengefasst erscheint der Wagnisbegriff vor allem in Zusammenhang mit sinn- und wertgerichteten Fragen und besitzt einen hohen Personaaspekt, was meint, dass die Persönlichkeit als unteilbares Ganzes zu verstehen ist. Das Wagen hat mehr die ideelle Seite des Problemfeldes im Blick. Hiernach lässt sich also unterscheiden, ob ein Mensch zum Beispiel sein Leben riskiert in dem er als Soldat in den Krieg zieht 10 oder ob er sein Leben wagt um beispielsweise in Kambodscha Landminen zu beseitigen. Das auch der Begriff des Wagnis bereits in der Wissenschaft aufgegriffen ist, verdeutlichen Fachtermini wie Wagnisskala, Wagnisformel und das Strukturgesetz des Wagens. Die Wagnisskala trifft eine Unterteilung in sechs Kategorien, wobei hierfür der Grad der Wagnisbereitschaft herangezogen wird. Den mittleren Bereich, also der durch die jeweilige Gesellschaft definierte Normbereich, dieser Skala belegt der Charakterzug des
8 Warwitz 2001, 16)
9 Hebbel-Seeger; Liedtke In: Gissel; Schwier (Hrsg.) 2003, 109
10 Es sei dahingestellt ob die aktive Beteiligung an Kriegshandlungen jeglicher Art auf Freiwilligkeit
beruht, wobei der ideelle Aspekt einer solchen Beteiligung wohl außer Frage steht.
- - 4
Arbeit zitieren:
Diplom Sozialpädagoge/Sozialarbeiter (FH) Michael Frank, 2009, Wagnis und Risiko - eine Darstellung aus erlebnispädagogischer Perspektive, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Pädagogik - Allgemein: Wagnis und Risiko - eine Darstellung aus erlebnispädagogischer Perspektive ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Pädagogik - Allgemein: neuer Titel erschienen: Wagnis und Risiko - eine Darstellung aus erlebnispädagogischer Perspektive
Michael Frank hat einen neuen Text hochgeladen
Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung
Allgemeiner Teil. Band 2: Gese...
Ulrich Sieber, Karin Cornils
Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung.
Allgemeiner Teil. Band 3: Obje...
Ulrich Sieber, Karin Cornils
Finanzinvestoren aus ökonomischer und juristischer Perspektive
Eine Betrachtung der Risiken, ...
Reinhard H. Schmidt, Gerald Spindler
0 Kommentare