I Inhaltsverzeichnis Seite I Inhaltsverzeichnis I 1. Einleitung 2
2. Beispiel Sardinien, Italien 3
3. Interkulturelle Kompetenz 4 3.1. Definitionen 4
3.2. Auswirkungen auf den (Sport-) Tourismus 6
4. Charaktere im interkulturellen Zusammentreffen 7
4.1. Einheimische und deutsche Kollegen 7
4.2. Einheimische und deutsche Gäste 8
4.3. Die eigene Person in der fremden Kultur 11
5. Ergebnisse und Empfehlung 13 6. Literaturverzeichnis 14
1. Einleitung
Seit den 1950er Jahren und dem damit verbundenen Phänomen des Massentourismus zählt das Reisen in ferne Länder zu den Statussymbolen des modernen Menschen. Die Tourismusbranche boomt und gehört zu den am schnellsten wachsenden Branchen innerhalb Deutschlands. Technische Entwicklungen der letzten Jahrzehnte ermöglichen es einer steigenden Anzahl von Menschen, sich innerhalb kürzester Zeit Zugang zu fremden Ländern und deren Kulturen zu verschaffen. Damit verbunden sind neben weiterer positiver sowie negativer Effekte das Aufeinandertreffen verschiedener daraus erwachsender Charaktere. Dies stellt für den Tourismus, und auch für spezielle Sportangebote innerhalb der Tourismusbranche, eine große Herausforderung dar, denn nur wenn die unterschiedlichen Interessen in höchstmöglichen Maß befriedigt werden, ist eine langfristige und effektive Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich. Dadurch kommt der Fähigkeit, im interkulturellen Umfeld positiv zu handeln, eine Schlüsselrolle zu. Diese soll im Rahmen dieser Hausarbeit vorgestellt werden. Die Problematik der interkulturellen Kompetenz im Tourismus wird verdeutlicht am Beispiel meiner beruflichen Tätigkeit auf Sardinien (Italien). Während dieser Zeit entstanden aus kulturspezifischen Verhaltens- und Denkweisen heraus Missverständnisse und Probleme. Durch deren Bewältigung lernt man bekanntlich am besten und so wurde Sardinien zu einer meiner bislang wichtigsten Erfahrungen. Unter Einbeziehung eigener Erlebnisse sowie der Zuhilfenahme verschiedener Literatur wird zunächst der Begriff der interkulturellen Kompetenz erläutert. Darauf aufbauend soll herausgestellt werden, welche Konflikte im internationalen Umfeld auftreten können und wie diesen bestmöglich vorgebeugt werden kann. Anschließend wird eine Handlungsempfehlung für den konstruktiven Umgang mit unterschiedlichen Kulturen im Bereich des Tourismus gegeben.
2. Beispiel Sardinien, Italien
Der Name der Insel Sardinien hat auf mich schon immer eine besondere Anziehungskraft ausgeübt. Südseefeeling, lange weiße Strände mit türkisfarbenem Meer, hohe Temperaturen und viel Temperament auf der einen, große Gelassenheit und Ruhe auf der anderen Seite. Das waren meine Vorstellungen vor meinem Aufenthalt auf der Insel. Von April bis Ende Juni 2010 habe ich die Möglichkeit genutzt, einen Blick in die Realität zu werfen. Innerhalb dieses Zeitraums arbeitete ich für einen deutschen Individualreiseveranstalter als Mountainbike Guide auf der Insel. Die Bestätigung zu meinem Einsatz kam nur wenige Wochen vor dem Saisonstart. So wurde ich in kurzer Zeit, zusammen mit über 30 anderen
Mountainbike- und Wander Guides sowie Reiseleiter/innen 1 , auf den weitestgehend vereinheitlichten Programmablauf des Unternehmens geschult. Wochenpläne erstellen, Partys und Motto Abende organisieren und natürlich eine Ausbildung zum Mountainbike Guide waren Bestandteile der Schulung. Interkulturelle Kompetenz wurde offensichtlich vorausgesetzt. Um für die bevorstehende Arbeit eine gute Basis zu schaffen, führte ich eigene landesspezifische Recherchen durch. Auf Sardinien bestand unser Team aus drei Personen: Reiseleiterin, Mountainbike Guide und Allrounder. Die Hotelanlage befand sich in der Nähe des Ortes Orosei. Sie war auch die Unterkunft unseres Teams. Die überwiegende Anzahl der einheimischen Angestellten waren ebenfalls im Hotel untergebracht und auch die Besitzer des Hotels lebten in einem Haus innerhalb der Anlage. Diese Familie bestand aus über zehn Personen aus drei Generationen. Bei Beobachtung von Interaktionen innerhalb dieser Familie wurde die kulturelle Andersheit der Bedeutung von Familie zwischen der sardischen und der deutschen Kultur sichtbar. Die letztendliche Entscheidungsmacht lag bei den Großeltern. Von der Familie wurde unser Team von Beginn an sehr freundlich aufgenommen, der Kontakt zu allen Angehörigen des Hotels war immer sehr gut.
Eine neue Woche brachte für uns mit den neuen Gästen, ihren unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen und Vorstellungen, neue Herausforderung an unsere interkulturelle Kompetenz.
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WW
3. Interkulturelle Kompetenz
Dass interkulturelle Kompetenz in vielen Situationen eine Notwendigkeit ist, ist nicht erst seit kurzer Zeit bekannt. Schon immer mussten Händler, Seefahrer und alle diejenigen mit denen sie in Berührung kamen herausfinden, wie man sich in anderen Kulturen verhält und Missverständnisse vermeidet (Bäcker,2003,11). Doch erst seit Beginn der 1960er Jahre wird sich mit unterschiedlichen Ansätzen und Schwerpunkten der interkulturellen Kompetenz auseinandergesetzt (Rathje,2006,1f.). So wurden beispielsweise Theorien entwickelt, die ihren Schwerpunkt auf bestimmte Persönlichkeitsmerkmale von Individuen legen und damit schon im Voraus suggerieren, dass es bestimmte Fähigkeiten sind, die es ermöglichen, interkulturell positiv zu handeln. Auch können verschiedene Bereiche des Interkulturellen betrachtet werden, z.B. Kultur als landesspezifische-, als generationenspezifische-, oder ökonomische Verhaltensweise. Der Begriff der interkulturellen Kompetenz umfasst also ein größeres Gebiet als lediglich das einiger spezieller Eigenschaften. Daher muss zunächst geklärt werden, was genau unter diesen Schlagworten zu verstehen ist. Unter dem folgenden Unterpunkt werden Definitionen getroffen, welche den Begriff der interkulturellen Kompetenz näher erläutern.
3.1. Definitionen
Im Rahmen dieser Hausarbeit soll der Begriff der Kultur als landesspezifische Regel und Verhaltensweise verstanden werden. Dies ist naheliegend, denn touristische Dienstleistungen werden in erster Linie unter den Gesichtspunkten ökonomischer Nachhaltigkeit geführt. Dazu ist es von besonderer Bedeutung, langfristig guten Kontakt zu den Menschen des bereisten Landes zu pflegen. Die Mitarbeiter des Veranstalters, speziell diejenigen die vor Ort mit einer fremden Kultur in Kontakt stehen, müssen also über besondere Fähigkeiten im Umgang mit fremden Kulturen verfügen. Nach Mertesacker (2010,28) kann interkulturelle Kompetenz als „…Fähigkeit mit Angehörigen einer anderen Kultur effektiv und angemessen zu interagieren, d.h. einerseits die eigenen Ziele zu erreichen (= Effektivität), andererseits aber auch die Ziele des anderen zu achten sowie Umgangsregeln zu befolgen, die in den Augen des Partners wichtig sind (=Angemessenheit), auf
Arbeit zitieren:
B.A. Joscha Brink, 2011, Interkulturelle Kompetenz im (Sport-)tourismus, verschiedene Charaktere und deren Zusammenspiel, München, GRIN Verlag GmbH
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