Die vorliegende Arbeit wird sich im Folgenden mit der Analyse des Verhältnisses zwischen Augustus und dem Senat beschäftigen. Der Schwerpunkt wird dabei auf der Beschreibung von Kontinuität und Wandel in Bezug auf die moralischen und traditionellen Werte der späten Republik und ihre Übernahme, bzw. ihre Einarbeitung in die neue staatliche Ordnung, dem sog. Prinzipat, liegen. Der zeitliche Schwer-punkt wird dabei auf die erste " lectio senatus " 27 v. Chr. liegen, Des weiteren werden wichtige Ereignisse aus dem Jahre 23 v. Chr. mit einbezogen. Die Arbeit analysiert wieso Augustus von sich behauptet die Republik 27 v. Chr. wiederhergestellt zu haben und wie beispiellos seine Machtbefugnisse waren, bezogen auf eine Einzelperson, im Vergleich zu der späten Republik. Sie wird sich ebenso näher der Verleihung der " tribunicia potestas " und dem " imperium proconsulare " an Augustus durch den Senat, im Zuge des sogenannten 1. und 2. Staatsaktes widmen. Auf Grund dieser Untersuchung wird hier auch auf die traditionellen spätrepublikanischen Begrenzungsmittel der Macht eingegangen, die da wären "Annuität" und "Kollegialität".
Die Arbeit wird auch der Vorgeschichte ihren berechtigten Platz einräumen. Es ist führ das Verständnis unabdingbar den Weg zur Macht, den Augustus ging kurz zu beschreiben. In den Nachfolgenden Kapiteln werde ich dann davon ausgehen, an Hand der Kompetenzen des Princeps, die Macht des Senats ins Verhältnis zu bringen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Die Vorgeschichte
II. 1 Octavians Aufstieg zur Macht
II. 2. Octavians Bruch mit Antonius
III. Tradition – Ausgangsbasis für d. neue pol. Ordnung
III. 1. Octavians gespaltenes Verhältnis zur Tradition
III. 2. Legitimationsfunktion der Tradition
III. 3. Der Senatorenstand u. seine pol. Gewichtung i. d. damal. Rep.
IV. Die Verschmelzung d. Rep. m. d. Anspruch auf Alleinherrs.
IV. 1. Wichtigste Faktoren für die Verschmelzung
IV. 1.1. Der Senat
IV. 1.2. Die Magistratur
IV. 1.3. Der Staatsakt des Jahres 27 v. Chr.
IV. 1.3.1. Die Ausgangsbasis
IV. 1.3.2. Die zensorische Gewalt
IV. 1.3.3. Das Konsulat
IV. 1.3.4. Der Auftakt zum Staatsakt
IV. 1.3.5. Der eigentliche Staatsakt
IV. 1.3.5.1. Die Senatssitzung am 13. Januar 27 v. Chr.
IV. 1.3.5.2. Die Ehrungen des Senats an Augustus
IV. 1.3.5.3. Die „tribunicia potestas“
IV. 1.3.6. Die Senatskommission
IV. 2. Politische und soziale Einflussfaktoren auf den Senatorenstand
V. Schluss
VI. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen Augustus und dem Senat zu Beginn des Prinzipats. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Augustus die traditionellen republikanischen Werte und Institutionen nutzte, um seinen Alleinherrschaftsanspruch in eine neue staatliche Ordnung zu integrieren und zu legitimieren.
- Analyse von Kontinuität und Wandel in der politischen Ordnung beim Übergang von der Republik zum Prinzipat.
- Untersuchung der Machtbefugnisse des Augustus, insbesondere der „tribunicia potestas“ und des „imperium proconsulare“.
- Evaluation des sogenannten Staatsaktes von 27 v. Chr. und der Rolle des Senats in der neuen Ordnung.
- Betrachtung der Rolle der Tradition und des Senatorenstandes bei der Legitimation der neuen Herrschaftsform.
Auszug aus dem Buch
IV. 1.3.5.1 Die Senatssitzung am 13. Januar 27 v. Chr.
Am 13. Jan. 27 v. Chr. vollzog Octavian den eigentlichen Staatsakt im Senat, womit er seine Verbundenheit maßgeblich und öffentlichkeitswirksam unter Beweis stellen wollte.
Octavian übergab die gesamte Macht, d. h. die Kommandos über die Heere und die Verfügung über die Finanzmittel an den Senat zurück. Sein Konsulat und die ihm zu Teil gewordenen Privilegien waren davon allerdings nicht betroffen. Mit dieser Rückgabe war die Republik formal wieder hergestellt, „ res publica restituta “. Die provinziale Befehlsgewalten gingen an den Senat zurück, dadurch wurde der Senat offenkundig als politischer Mittelpunkt in zivilen, wie auch in militärischen Fragen ausgewiesen. „Er war nun förmlich als einzige Quelle des öffentlichen Rechts deklariert“.
Natürlich hatte Octavian auch zu dieser Zeit keineswegs die Absicht dem Senat die wirkliche, alleinige Macht zu übertragen. Er war als Militärpotentat in diese Sitzung hineingegangen und wollte sicherlich nicht wieder ohne seine militärische Macht, die der Grundpfeiler für seine Stellung in Rom war, hinausgehen. Octavians militärischer Einfluss sollte in ein neues Verfassungsgefüge eingebunden werden. Das war mit Rücksicht auf Tradition und Freiheit das Wichtigste. Die Form, wie die neue Ordnung in die Tradition eingebunden wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Ziel der Arbeit vor, das Verhältnis zwischen Augustus und dem Senat unter Berücksichtigung von Kontinuität und Wandel zu analysieren.
II. Die Vorgeschichte: Hier wird der Aufstieg Octavians, seine Adoption durch Cäsar und der anschließende Machtkampf sowie der Bruch mit Antonius beleuchtet.
III. Tradition – Ausgangsbasis für d. neue pol. Ordnung: In diesem Kapitel wird dargelegt, wie Octavian versuchte, seinen Herrschaftsanspruch mit der republikanischen Tradition zu verknüpfen, um legitim zu erscheinen.
IV. Die Verschmelzung d. Rep. m. d. Anspruch auf Alleinherrs.: Dieser umfangreiche Teil untersucht die konkreten Mechanismen und Faktoren, durch die Augustus den Senat in seine neue Ordnung integrierte und entmachtete.
V. Schluss: Das Fazit fasst die Doppelmoral des Augustus zusammen, der den Senat äußerlich stärkte, ihn jedoch faktisch zu einer Marionette seiner Alleinherrschaft degradierte.
VI. Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Augustus, Senat, Prinzipat, Republik, res publica restituta, Macht, Legitimation, Tradition, tribunicia potestas, imperium proconsulare, Triumvirat, Staatsakt, Nobilität, Herrschaft, Politik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Spannungsverhältnis zwischen Augustus und dem römischen Senat während der Etablierung des Prinzipats.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die Transformation von der späten Republik zum Prinzipat, der Umgang mit Machtmitteln und die symbolische Rolle der Tradition.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Augustus seine faktische Alleinherrschaft durch die scheinbare Wiederherstellung der republikanischen Ordnung legitimierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich intensiv mit dem Staatsakt von 27 v. Chr., den spezifischen Kompetenzen des Princeps und der politischen Instrumentalisierung des Senats.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind die „res publica restituta“, die „tribunicia potestas“ und das „imperium proconsulare“ als Werkzeuge der Machtausübung.
Wie gelang es Augustus, den Senat in seine Ordnung einzubinden?
Augustus nutzte Methoden wie „amicitia“ (Freundschaft) und „clientela“ (Abhängigkeit) sowie die gezielte Umgestaltung des Senats durch Zensur und Ämtervergabe.
Was ist die Schlussfolgerung des Autors über das Verhältnis zum Senat?
Der Autor konstatiert eine Doppelmoral: Augustus förderte formal das Ansehen des Senats, während er ihn in Wirklichkeit als Legitimationsobjekt für seine eigene Macht missbrauchte.
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- Matthias Mißler (Author), 2001, Das Verhältnis zwischen Augustus und Senat zu Beginn des Prinzipats, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17138