II
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
1. Einleitung 1
2. Aufbau und Funktion des menschlichen Gehirns 1
3. Geistige Leistungsfähigkeit und Lebensalter 4
4. Gehirn-Jogging 7
4.1 Grundlagen 7
4.2 Training einzelner Gehirngrundfunktionen und Lernstrategien 9
4.3 Gehirn-Jogging nach der Fischer- Lehrl- Methode 11
5. Entspannung und Wahrnehmung als Element des Gehirn-Joggings 13
6. Fazit 14
Abbildungsverzeichnis 16
Literaturverzeichnis 17
1
1. Einleitung
Ein Alltagsphänomen, was häufig bei älteren Menschen zu beobachten ist. Man kommt in die Rente und versucht den täglichen Berufszwang vor allem durch eine Strukturierung des Tages zu ersetzen: morgens - Hausarbeit und Garten, mittags -Schläfchen und abends - Spaziergänge, aber fast immer auf gleichen Routen. Doch schon bald ist alles anders: Man klagt über Schlafstörungen, Lustlosigkeit und leichte Depressionen. Schließlich lassen Gedächtnis und Konzentration nach, was zu Ereignissen führt, die beispielsweise im Verkehr zu Unfallen führen können. Ein Szenario, das Millionen von Menschen im Pensionsalter betrifft und das man lange Zeit für ein unausweichliches Phänomen des Alters gehalten hat. Dem wird aber heute mit Gehirn - Jogging entgegengewirkt. Es wird als eine gezielte Maßnahme angewandt, um die Lebensqualität lange zu erhalten, Lebensaktivität zu erhöhen und somit den Prozess des „Alterns“ zu stoppen. 1
In dieser Hausarbeit beschäftigen wir uns folglich mit dem Gehirn-Jogging und seinen Besonderheiten. Zuerst wird kurz auf das wichtigste Organ des Menschen - nämlich das Gehirn, seine Funktionen und den Aufbau eingegangen. Im Folgenden wird die geistige Leistungsfähigkeit in Abhängigkeit vom Lebensalter betrachtet, wobei der Hauptakzent auf die Entwicklung im hohen Alter gelegt wird. Im zentralen Teil unserer Hausarbeit beschäftigen wir uns mit der Frage, was Gehirn-Jogging ist und wie dessen konkrete Anwendung sowie Durchführung aussehen kann. Im folgenden Abschnitt wird auf Entspannung und Körperwahrnehmung mittels Gehirntrainings eingegangen.
2. Aufbau und Funktion des menschlichen Gehirns
Das menschliche Wesen hat durch einen komplezierten und dauerhaften Evolutionsprozess eine hohe geistige Leistungsfähigkeit erlangt, durch die es sich vor allem von allen anderen Lebewesen der Erde abhebt. 2 Das Gehirn, das dem Menschen diese hohe geistige Leistungsfähigkeit ermöglicht, ist die Steuerzentrale des gesamten
1 vgl. Lehrl, S.; Fischer, B.; Koch, G.; Loddenkemper, H.: Gehirn-Jogging, 1990, S. 45
2 vgl. Lehrl, S.; Fischer, B.; Lehrl, M.: GeJo- Leitfaden, 1995, S. 14
2
Körpers. Hier gehen Reize aus unserer Umwelt ein, die auch hier verarbeitet werden. Von hier gehen ebenfalls die Befehle für alle Handlungen aus. 3 Das Gehirn stellt eine gelblich-weiße Masse, bestehend aus der Nervensubstanz, dar. Beim Erwachsenen wiegt es zwischen 1.200 und 1.500 Gramm. 4 Zum Vergleich wiegt das schwerste Gehirn der Welt 2.049 Gramm, das einem 50jährigen Mann aus den USA gehörte. 5 An dieser Stelle soll jedoch darauf hingewiesen werden, dass zwischen der Größe des Gehirns und der Intelligenz eines Menschen kein Zusammenhang besteht. 6 Das Gehirn bildet mit dem Rückenmark sowie den Nerven das Zentralnervensystem und ist zum Schutz vollständig von Knochen, nämlich dem Schädel, umgeben. Es unterteilt sich in Hirnstamm sowie Groß- und Kleinhirn. 7 Der evaluationsgeschichtlich älteste Teil des Gehirns, der Hirnstamm, dient der vegetativen Regulation, also der unbewussten Regelung von Atmung, Blutdruck, usw. Die wichtigste Aufgabe des Kleinhirns ist die unbewusste bzw. voll automatisierte Koordination aller Bewegungen. Der jüngste Teil, das Großhirn, macht etwa 85 Prozent der Gehirnmasse des Menschen aus und verbraucht daher auch einen sehr großen Teil des gesamten Energieumfangs des Körpers. Beim Betrachten des Großhirns von oben merkt man, dass es in zwei Hälften geteilt ist. Die linke und rechte Hälfte sind miteinander durch eine breite Nervenfasernplatte verbunden, die einen Informationstausch ermöglicht. 8 Aufgrund der Aufgabenteilung zwischen den beiden Hälften ist die linke Hirnhälfte für die Steuerung der Glieder der rechten Körperseite zuständig und die rechte Hirnhälfte kontrolliert die linke Körperseite. Weiterhin ist die linke Hälfte für das logisch-analytische Denken, also für Sprache, Schrift sowie Rechnen verantwortlich und die rechte ist dagegen die musisch-kreative Seite. 9 (siehe Abb.1)
3 vgl. Jasper, B.: Brainfitness, 1998, S. 28
4 vgl. Lehrl, S.; Fischer, B.; Lehrl, M.: GeJo- Leitfaden, 1995, S. 14
5 vgl. Statcenko, A.: Handbuch, 1994, S. 184
6 vgl. Beck, E.-G.: Gehirn, 2008, o. A.
7 vgl. Gudemann, W.-E.: Allgemeinbildung, 2003, S. 188
8 vgl. Beck, E.-G.: Gehirn, 2008, o. A.
9 vgl. Jasper, B.: Brainfitness, 1998, S. 30
Die Nervenzellen sind die kleinsten geschlossenen Einheiten des Gehirns und sind für Informationstausch sowie das Lernen verantwortlich. Über zahlreiche Verästelungen (Dendriten) werden Informationen aufgenommen. Für die Weitergabe sind Nervenbahnen (Axon) zuständig, die sich am Ende verzweigen und dadurch Verbindungen (Synapsen) zu den anderen Nervenzellen entstehen. (siehe Abb.2) Die Anzahl dieser Synapsen ist ausschlaggebend dafür, wie schnell Informationen weitergeleitet werden können. Sind bei einem Menschen nur wenige Synapsen vorhanden, so wird er mehr Zeit dafür benötigen, um Informationen zu übermitteln. 10
10 vgl. Jasper, B.: Brainfitness, 1998, S. 29
4
Für eine einwandfreie geistige Leistungsfähigkeit wird ein ungestörter Hirnstoffwechsel vorausgesetzt, durch welchen erforderliche Energie für unser Gehirn hergestellt wird. Obwohl das Gehirn nur ungefähr 2% des Gesamtkörpergewichts ausmacht, fließen hier 20 % des gesamten Blutvolumes. Man hat auch herausgefunden, dass die Denktätigkeit einen direkten Einfluss auf die Hirndurchblutung sowie den Hirnstoffwechsel hat. Beim Planen, Vorstellen, Rechnen usw. wird somit eine stärkere Durchblutung ausgelöst und der Stoffwechel im Hirn vergrößert sich. Durch diese Prozesse wird das Hirn mit notwendigen Nährstoffen bzw. Energieträgern versorgt (Glucose, Sauerstoff), die dann durch das Blut an die Nervenzellen transportiert werden. 11
3. Geistige Leistungsfähigkeit und Lebensalter
Aufgrund der tief greifenden Veränderung der Alterstruktur steigt der prozentuale Anteil der älteren Bevölkerung Deutschlands an. 12 Momentan sind 21 % der Gesamtbevölkerung Deutschlands über 60 Jahre. Entsprechend hoch ist auch die Anzahl der Älteren, deren geistige Leistungsfähigkeit nachlässt. So klagt heute jeder Fünfte über 60 jährige über ein schlechtes Gedächtnis, nachlassende Konzentrationsfähigkeit und Schwierigkeiten bei der Informationsverarbeitung. 13
Trotz dieser traurigen Statistik ist von den Wissenschaftlern heraus gefunden worden, dass nicht das Alter ausschlaggebend für die nachlassenden gestigen Fähigkeiten ist, sondern eine Vielzahl von Faktoren, die sich in psychologischen, biologischen, sozialen sowie geistigen Größen widerspiegeln. 14
Man unterscheidet zwei Formen geistiger Leistung: kristallisierte und flüssige Intelligenz. Als „kristallisierte Intelligenz“ bezeichnet man alle geistigen Fähigkeiten wie Wissen und Erfahrung, die wir über die Jahre erworben, abgespeichert, immer wieder benutzt haben und die wir ohne viel Nachdenken abrufen können. 15 Die kristallisierte Intelligenz ist wenig störungsanfällig, auch nicht im hohen Lebensalter.
11 vgl. Lehrl, S.; Fischer, B.; Koch, G.; Loddenkemper, H.: Gehirn-Jogging, 1990, S. 51
12 vgl. Denk, H.; Pache, D.; Schaller, H.-J.: Altersport, 2003, S. 24
13 vgl. Lehrl, S.; Fischer, B.; Koch, G.; Loddenkemper, H.: Gehirn-Jogging, 1990, S. 45
14 vgl. Lehrl, S.; Fischer, B.; Lehrl, M.: GeJo- Leitfaden, 1995, S. 16
15 vgl. Jasper, B.: Brainfitness, 1998, S. 33
Arbeit zitieren:
Lev Esipovich, 2008, Grundlagen zum Gehirn-Jogging nach der Fischer-Lehrl-Methode, München, GRIN Verlag GmbH
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