Inhalt
1 Einleitung 3
2 Parallelen zwischen Musik und Sprache 3
2.1 Ursprung 3
2.2 Aufbau 4
2.3 Lernmechanismen 5
2.4 Verarbeitungsprozesse im Gehirn. 5
3 Die Rolle der Musik beim Spracherwerb 7
3.1 Musik in der Sprache - Die Prosodie 7
3.2 Kinderlieder 8
3.3 Musik im Fremdsprachenunterricht 10
4 Transfereffekte - Auswirkungen musikalischer Betätigung auf sprachliche
Leistungen 10
5 Fazit 12
Literaturverzeichnis 14
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Zusammenhang und Interdisziplinarität von Musik und Sprache
1 Einleitung
Musik und Sprache. Zwei Phänomene, die auf den ersten Blick nicht unbedingt viel gemeinsam zu haben scheinen. Eine erste Verbindung lässt sich zunächst allenfalls im Singen, wo sich die Sprache im Liedtext und die Musik in der Melodie wiederfinden, ausmachen. Dass das Spektrum der Parallelen zwischen Musik und Sprache jedoch viel breiter gefächert ist und wofür diese nützlich sein können, soll diese Arbeit zeigen. Abgesehen davon steht die Beantwortung folgender Fragen im Mittelpunkt: Was für eine Rolle spielt Musik beim Spracherwerb und bei der Sprachentwicklung? Begünstigen musikalische Fähigkeiten und Fertigkeiten (fremd)sprachliche Lernprozesse - und umgekehrt?
2 Parallelen zwischen Musik und Sprache
2.1 Ursprung
Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das die Fähigkeit besitzt, zwei lautliche Kommunikationssysteme zu verarbeiten und zu gebrauchen. Schon im Ursprung dieser Phänomene sind Gemeinsamkeiten zu finden. Steven Brown geht davon aus, dass sich Sprache und Musik im Verlauf der Phylogenese aus einem gemeinsamen kommunikativen Vorgänger entwickelt haben, der zunächst eine
gemeinschaftsstiftende Funktion hatte und dadurch einen evolutionären Vorteil mit sich brachte. Nach Brown entstanden daraus allmählich tonale Sprachen, also Sprachen, in denen die Bedeutung der Wörter durch die Tonhöhe bestimmt ist. Erst zu einem späteren Zeitpunkt grenzten sich Musik und Sprache deutlich voneinander ab und entwickelte sich zu dem, was heute darunter zu verstehen ist (vgl. Brown 2000).
Ein Vorteil der Sprache für die Kommunikation gegenüber der Musik dürfte in deren Eindeutigkeit gelegen haben (vgl. Fitch 2005 zit. nach Sallat 2009, S. 87). Dem wäre der Aspekt der schnelleren und oft auch kompakteren Informationsübermittlung hinzuzufügen.
Dennoch ist die Frage nach der Entstehung von Musik und Sprache bis heute (noch) nicht gänzlich geklärt. Zudem existieren hierzu verschiedene Meinungen und Modelle. EckhartAltenmüller/Michael Grossbach stellten beispielweise mehrere
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Fakten zusammen, die für das Singen als Ursprache und damit in Verbindung mit evolutionären Vorteilen sprechen könnten. Im Mittelpunkt stehen hierbei Aspekte der Gruppenbindung, der Möglichkeit des emotionalen Ausdrucks und der Verarbeitung im Gehirn, welche im Fall des Singens weniger an eine Hirnhemisphäre gebunden ist. Dahinter stehen Annahmen, dass „später entwickelte evolutionäre Spezialisierungen stärker an nur eine Hemisphäre gebunden sind“ und „die schnelle Zeitverarbeitung - durch Notwendigkeit zur Unterscheidung feinster akustischer Merkmale - bei der Sprache erst später entstanden ist“ (Altenmüller/Grossbach 2003, S. 38 f.).
2.2 Aufbau
Eine weitere Parallele der beiden kulturenübergreifenden Systeme, die deren gemeinsamen Ursprung untermauert, lässt sich in ihrem jeweiligen Aufbau finden. Beide Systeme bestehen aus einer bestimmten Anzahl an Bestandteilen, die zwar an sich begrenzt sind, deren Kombinationsmöglichkeiten aber uneingeschränkt sind. Was die Sprache betrifft, so bezeichnet man die kleinste Einheit diesen akustischen Phänomens als Phoneme, das Äquivalent in der Musik wären einzelne Töne. Kombiniert man diese Einheiten nun, gelangt man zu immer komplexeren Strukturen, die beispielweise folgendermaßen gegenüber gestellt werden können (s. Tab. 1):
Die Art der Kombinationsmöglichkeiten sowohl sprachlicher als auch musikalischer Elemente wird durch Regeln bestimmt, die je nach Kulturraum variieren können. In der Sprache sind dies phonologische (z. B. die Aussprache betreffende) und grammatikalische Regeln. Aber auch in der Musik kann man von Regelsystemen
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sprechen, betrachtet man beispielsweise die Zusammensetzung von Tonleitern, Akkorden etc. (vgl. Sallat 2009, S. 87).
2.3 Lernmechanismen
Vergleicht man Lernmechanismen in beiden Phänomenen zeigen sich auch hier Übereinstimmungen. Zum einen sind diese im statistischen, zum anderen im impliziten Lernen zu finden. Ersteres zeichnet sich dadurch aus, dass „häufig wiederkehrende Ereignisse zuerst beachtet und gelernt“ werden (Sallat 2009, S. 84). Implizites Lernen bedeutet die unbewusste Aneignung und Anwendung von Regeln, in diesem Fall grammatikalische und tonale Regeln. So lernen Kinder beispielsweise sprechen und singen, ohne zuvor etwas über solche Regeln gehört zu haben (vgl. ebd.).
2.4 Verarbeitungsprozesse im Gehirn
Laut Sebastian Jentschke und Stefan Koelsch existieren Überlegungen, „dass dem Erwerb von Wissen und dem Etablieren bestimmter Verarbeitungsprozesse bei der Wahrnehmung von Musik und Sprache ähnliche Mechanismen zu Grunde liegen“ (Jentschke/Koelsch 2010, S. 47). Ausgangspunkt hierfür ist erneut die Annahme, dass Sprache und Musik einen gemeinsamen Ursprung haben. Auch Sallat bemerkt hierzu, dass in den letzten Jahren „gemeinsame Verarbeitungszentren und vergleichbare Reaktionen für die Verarbeitung von Struktur (Grammatik) und Bedeutung (Semantik) in Musik und Sprache“ gefunden werden konnten (vgl. Sallat 2009, S. 87). Die Zahl diesbezüglicher Studien ist bisher jedoch gemäß Jentschke/Kolesch „vergleichbar gering“ (Jentschke/Koelsch 2010, S. 47). Aufgrund mangelnder Untersuchungen war man deshalb bislang auf Beschreibungen bestimmter Erkrankungen des Gehirns angewiesen, beispielsweise des Schlaganfalls, bei dem es zu Funktionsausfällen bestimmter Teile des Gehirns kommt. Geht die Fähigkeit Musik wahrzunehmen und/oder zu produzieren verloren, spricht man von Amusie (vgl. Spitzer 2002, S. 192 f.). Laut Altenmüller/Grossbach treten produktive Amusien „nahezu gleichhäufig nach links-und
rechtshemisphärischen Schlaganfällen“ auf (Altenmüller/Grossbach 2003, S. 37). Das bedeutet, dass zumindest die Musikproduktion, wie das Singen, nicht an eine Hirnhemisphäre gebunden zu sein scheint (vgl. ebd.). Ob dies auch für die Musikwahrnehmung gilt ist hiermit allerding noch nicht bestätigt. Einen Hinweis
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Arbeit zitieren:
Sandra Wackenhut, 2011, Zusammenhang und Interdisziplinarität von Musik und Sprache, München, GRIN Verlag GmbH
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