I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
Abk ürzungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
1 Einleitung. 1
2 Systemtheoretische Betrachtung des Bankensystems 2
2.1 Zentralbank und Geschäftsbanken - Systemelemente 2
2.2 Interbankenmarkt - Systemstrukturen und -beziehungen 2
2.2.1 Strukturierung des Interbankenmarktes - Geldmarkt,
Kapitalmarkt und ergänzende OTC-Geschäfte 2
2.2.2 Beziehungen im Geschäftsbankensystem - horizontaler
Liquidit ätstransfer 3
2.2.2.1 Zentrale Instrumente 3
2.2.2.2 Funktionen im Bankensystem 5
3 Analyse interbankenmarktbasierter Indikatoren für die Stabilität
des Bankensystems 6
4 Analyse der Bedeutung des Interbankenmarktes hinsichtlich der
Stabilit ät des Bankensystems 8
4.1 Bedeutung von Liquiditätsbeschaffung und Kreditausfallrisiko
als zentrale Faktoren des horizontalen Liquiditätstransfers für die
Stabilit ät des Bankensystems 8
4.2 Entwicklung der zentralen Faktoren für die Stabilität des
Bankensystems in Extremszenarien des Interbankenmarktes 10
4.2.1 Liquiditätsrisiko und Kreditausfallrisiko unter dem
Aspekt von Informationsasymmetrien am
Interbankenmarkt 10
4.2.2 Niedrige Zinsaufschläge und Liquiditätsbeschaffung
unter den Geschäftsbanken - geringe Risiken und
funktionierender Interbankenmarkt 12
Inhaltsverzeichnis II
4.2.3 Hohe Zinsaufschläge und Horten von Liquidität -
gestiegene Risiken und Zusammenbruch des
Interbankenmarktes 13
5 Fazit 15
Anhang 16
I Ergänzende Erläuterungen zum Zentralbanken- und
Gesch äftsbankensystem 16
II Beziehungen zwischen Zentralbankensystem und
Gesch äftsbankensystem - vertikaler Liquiditätstransfer 17
II.I Zentrale Instrumente 17
II.II Funktionen im Bankensystem 18
III Abbildungen im Anhang 20
IV Tabelle im Anhang 23
Gesetzesverzeichnis. 24
Literatur - und Quellenverzeichnis 25
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung A1 - EURIBOR-OIS-Spanne (Indikator für angespannte
Verhältnisse) und Überschussreserven
Abbildung A2 - Abstand EURIBOR-EUREPO (verschiedene Laufzeiten)
Abbildung A3 - Überschussreserve in Mindestreserveperiode
Abbildung A4 - Abstand EONIA-EUREPO (Laufzeit: 1 Tag)
Abbildung A5 - Kreditvolumen der EONIA-Transaktionen
Abbildung A6 - Inanspruchnahme der ständigen Fazilitäten der EZB
Abbildung A7 - Vertikaler Liquiditätsausgleich
Abkürzungsverzeichnis
bzgl. bezüglich CDS Credit Default Swaps Ebd. Ebenda EONIA Euro Overnight Index Average ESZB Europäische System der Zentralbanken EURIBOR Euro Interbank Offered Rate EZB Europäische Zentralbank FSI Financial Soundness Indicator i.d.R. in der Regel i.e.S. im engeren Sinne i.w.S. im weiteren Sinne IWF Internationaler Währungsfonds KWG Kreditwesengesetz LIBOR London Interbank Offered Rate LOLR Lender of Last Resort MPI Macro-prudential Indicator OIS Overnight Indexed Swap Rate OTC Over-the-counter Tab. Tabelle TBTF Too Big to Fail unpag. unpaginiert Vgl. Vergleiche
Tabellenverzeichnis
Tabelle A1 - Spanne zwischen höchstem und niedrigstem
Interbankensatz .................................................................. 23
1 Einleitung
Die jüngste globale Finanzkrise ist gezeichnet von Störungen am Interbankenmarkt. Ab August 2007 unterlag er großen Anspannungen und ist im September 2008 mit dem Fall von Lehman Brothers kollabiert. Anstatt sich untereinander Kredite zu gewähren, legten die Banken ihr Geld bei der Zentralbank an. Dies wurde u.a. als „Zeichen für mangelndes Vertrauen der Finanzinstitute untereinander“ 1 gedeutet. Dabei dient der Interbankenmarkt neben der Transmission der Zinspolitik der Zentralbank in die Wirtschaft den Banken als wichtige Quelle bei der Aufbringung der notwendigen Liquidität. 2 Mit seinem Zusammenbruch bleibt die Umverteilung der Liquidität im Bankensystem aus und die Finanzierung der Banken fraglich.
Aufgrund welcher Faktoren des Liquiditätstransfers zwischen den Banken und unter welchen Umständen trägt der Interbankenmarkt zur Stabilität des Bankensystems bei bzw. schadet er der Stabilität? Die Annahme ist, dass der Interbankenmarkt durch den Handel unter den Banken diesen die Beschaffung von Liquidität und die Streuung des Liquiditätsrisikos im Bankensystem ermöglicht, sie aber zugleich dem Kreditausfallrisikos aussetzt. In der Arbeit sollen Zustände am Interbankenmarkt - vordergründig wegen der Liquiditätsbeschaffung und des Kreditausfallrisikos - als systemstabilisierend und -destabilisierend erwiesen werden. Insofern sind die Faktoren Netzwerkstruktur, Homogenität / Heterogenität des Interbankenmarktes und Wettbewerb nicht Betrachtungsgegenstand dieser Arbeit. 3 Die Arbeit gliedert sich wie folgt: Punkt 2 liefert eine systemtheoretische Betrachtung des Bankensystems und stellt die Grundlage. Punkt 3 analysiert zunächst interbankenmarktbasierte Indikatoren der Stabilität des Bankensystems. Punkt 4 analysiert die Bedeutung des Interbankenmarktes für die Stabilität des Bankensystems anhand von zentralen Faktoren und mithilfe der Indikatoren entlang extremer Marktszenarien. Die Arbeit schließt mit dem Fazit in Punkt 5.
1 Financial Times Deutschland 2010, unpag.
2 Vgl. Heider et al. 2009, S. 1.
3 Vgl. Ladley 2011 und Müller 2006, Iori et al. 2006, respektive Cihak et al. 2009.
Die Bedeutung eines Interbankenmarktes für die Stabilität eines Bankensystems 2
2 Systemtheoretische Betrachtung des Bankensystems
2.1 Zentralbank und Geschäftsbanken - Systemelemente
Das Bankensystem lässt sich klassisch in das Zentralbankensystem und das Geschäftsbankensystem aufteilen. 4 Das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) mit der Europäischen Zentralbank (EZB) als „Bank der Banken“ 5 an der Spitze und den nationalen Zentralbanken des Euro-Währungsraums stellt das Zentralbankensystem für Europa dar. 6
Geschäftsbanken sind die nach §1 des Kreditwesengesetzes definierten Kreditinstitute. 7 Danach betreiben sie ein Spektrum an bestimmten Bankgeschäften. Je nachdem welche Bankgeschäfte von den Instituten abgedeckt werden, handelt es sich um Commercial Banks (Kredit-, Diskont-, Garantie-, Einlagen-, Giro-, E-Geld-Geschäfte) bzw. Investment Banks (Finanzkommissions-, Depot-, Investment-, Emissionsgeschäft). 8 Versicherungsunternehmen und sonstige Finanzintermediäre laut KWG zählen hier nicht zum Bankensystem. 9 Im Analyseteil der Arbeit wird das Geschäftsbankensystem von wesentlicher Wichtigkeit sein. 10 Ergänzende Erläuterungen zu beiden Systemteilen sind in Punkt I im Anhang zu dieser Arbeit zu finden.
2.2 Interbankenmarkt - Systemstrukturen und -beziehungen
2.2.1 Strukturierung des Interbankenmarktes - Geldmarkt, Kapitalmarkt und ergänzende OTC-Geschäfte
Als primärer Interbankenmarkt für den Handel zwischen Zentralbank und Geschäftsbanken als auch für den Handel unter den Geschäftsbanken gilt
4 Vgl. Hölscher / Schierenbeck 1998, S. 15; Büschgen 1998, S. 43.
5 Büschgen 1998, S. 43.
6 Vgl. Hartmann-Wendels et al. 2007, S. 40f.
7 Vgl. Hölscher / Schierenbeck 1998, S. 15; Hartmann-Wendels et al. 2007, S. 20f.
8 Vgl. Hartmann-Wendels et al. 2007, S. 20; Europäische Zentralbank 2011, S. 33.
9 Vgl. Hölscher / Schierenbeck 1998, S. 15f.; Hartmann-Wendels et al. 2007, S. 21f.
10 Je nach Eingrenzung des Interbankenmarktes beschränkt sich der Fokus teilweise auf die Mindestreserve-pflichtigen Geschäftspartner der Zentralbank, d.h. auf die Kreditinstitute, die das Kredit- und Einlagenge-
schäft betreiben, teilweise auf alle bekannten Banken. Eine statische Abgrenzung kann aufgrund der unter-
schiedlich weitgefassten Definitionen von Geldmarkt nicht getroffen werden (vgl. Büschgen 1998, S. 193;
Becker / Peppmeier 2008, S. 72f. / 78).
Die Bedeutung eines Interbankenmarktes für die Stabilität eines Bankensystems 3
der Geldmarkt. Der Geldmarkt im engsten Sinne ist Ansatzstelle für die geldpolitischen Instrumente und folglich für den Transfer von Zentralbankgeld zwischen Zentralbank und Geschäftsbanken (vertikaler Liquiditätstransfer; vgl. Punkt II). Er ist im engeren Sinne ebenso der eigentliche Interbankenmarkt für den Handel von Zentralbankgeld unter den Geschäftsbanken (horizontaler Liquiditätstransfer). 11 Der Handel auf dem Geldmarkt findet außerbörslich statt, verfügt über einen hohen Organisationsgrad und ist von kurzen Laufzeiten der Geschäfte (meist bis zu einem Jahr) gekennzeichnet. 12 Kommt es zu einer Liquiditätszuführung durch die Zentralbank, verändert sich die Menge an Zentralbankgeld. Sie bleibt gleich, solange kein vertikaler Liquiditätstransfer erfolgt. 13
Als erweiterter Interbankenmarkt für den horizontalen Liquiditätstransfer können in Teilen der nicht institutionalisierte Kapitalmarkt 14 sowie ergänzende Over-the-counter (OTC) -Geschäfte - mit z.B. Zinsderivaten und Derivaten für Fremdwährungen - angesehen werden. 15 Auf letztere wird nicht weiter eingegangen. Die Betrachtung des Interbankenmarktes vollzieht sich aus der Perspektive des Liquiditätstransfers - auch im Sinne des Liquiditätsausgleichs - und den damit verbundenen Risiken.
2.2.2 Beziehungen im Geschäftsbankensystem - horizontaler Liquiditätstransfer
2.2.2.1 Zentrale Instrumente
Der horizontale Liquiditätstransfer kommt durch kurzfristige Geschäfte auf dem (1) Geldmarkt, aber auch durch mittel- und langfristige Geschäfte auf dem (2) Kapitalmarkt zu Stande. 16 Den (3) Referenzzinssätzen, die als Be-
11 Vgl. Büschgen 1998, S. 188f.; Becker / Peppmeier 2008, S. 72f.
12 Vgl. Büschgen 1998, S. 193f.; Becker / Peppmeier 2008, S. 27f.
13 Vgl. Clemens et al. 2010, S. 41.
14 Vgl. Becker / Peppmeier 2008, S. 31ff.; Büschgen 1998, S. 196f.
15 Vgl. Rochet / Tirole 1996, S. 733.
16 Vgl. Becker / Peppmeier 2008, S. 31ff.; Büschgen 1998, S. 196f.; Ladley 2011, S. 5.
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Atilla Yücel, 2011, Die Bedeutung eines Interbankenmarktes für die Stabilität eines Bankensystems, München, GRIN Verlag GmbH
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