Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
1.1. Die vorelisabethanische Zeit 2
2. Die elisabethanische Zeit 3
2.1. Weg zur Integration des Sprichworts 3
3. Das elisabethanische Sprichwort 4
3.1. Die Wesensbestimmung des elisabethanischen Sprichworts 4
3.2. Shakespeare und das elisabethanische Sprichwort 5
3.3. Shakespeares Versepen 6
3.4. Situationsgewahrtheit und Selbstbetrachtung 8
3.5. Äußere Form der Spruchgebilde bei Shakespeare 8
4. Ende 9
5. Literaturverzeichnis 11
5.1. Literatur 11
1
1. Einleitung
1.1. Die vorelisabethanische Zeit
Die Wurzeln des elisabethanischen Sprichworts gründen tief in den geistigen Beständen des europäischen Mittelalters. 1
Der Geist des Mittelalters war von Aberglauben, Unaufgeklärtheit und schlechten wissenschaftlichen Kenntnissen überschattet, hinzu kam, dass Fortschritte und neue Erkenntnisse sich nur schleppend in der Gesellschaft verbreiteten. Jedoch überbietet der Geist des Mittelalters bei weitem die Neuzeit, was Erfahrungen und Bewältigungen angeht. So kam es, dass der Geist die Erfahrungen an Gesetzmäßigen fest machte und faßte das Erfahrene in bündige, formelhafte Sprichwörter. Diese spruch- und merkversartigen Erfahrungsweisheiten des Mittelalters entfließen zwei verschiedenen Quellen: der literarischschriftlichen und der volksläufig-mündlichen Überlieferung. 2
Den antiken Autoren als den Urhebern, Schöpfern und Schriftstellern verdanken das Mittelalter und auch die Nachwelt zahlreiche Verse, die eine psychologische Erfahrung oder eine Lebensregel auf knappe Form brachten. 3
Die damalige Anonymität der Volkssprichwörter verstärkte den Einfluß der Sprichwörter und stempelte sie zu Allgemeingut, zur Weisheit auf der Gasse. Dies entwickelte sich u.a. auch daher, da man im Mittelalter von geistigem Eigentum noch keinen Begriff hatte und so sprach man von freiem Gemeingut. 4
Die eindringliche und bildhafte Lehrkraft solcher heimischen Volkssprichwörter übte während des gesamten Mittelalters eine besondere Wirkung auf den Mann aus dem Volke aus und auf einmal paßten diese Sprichwörter vorzüglich zu den Bestrebungen einzelner europäischer Staaten, ihre Muttersprache um des nationalen Ansehens willen auf einen dem Humanistenlatein ebenbürtigen Rang zu erheben und den heimischen Sprach- bzw. Ausdrucksreichtum zu vermehren. 5
1 Vgl. Horst Weinstock, Die Funktion elisabethanischer Sprichwörter und Pseudosprichwörter bei
Shakespeare, Heidelberg 1966, 12 [im Folgenden zitiert als: Weinstock, Sprichwörter].
2 Vgl. Weinstock, Sprichwörter, 12.
3 Vgl. Ernst Robert Curtius, Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen 1933, 68 [im
Folgenden zitiert als: Curtius, Mittelalter].
4 Vgl. Weinstock, Sprichwörter, 15.
5 Vgl. Weinstock, Sprichwörter, 16.
2
Insbesondere in England verschafften sich nach langen Jahren der lateinischen Sprachenpflege der herrschenden Schichten heimische Sprichwörter Eingang.
So kam es, dass die Spruchfiguren in ihrer vorbildhaften Art eine einflußreiche pädagogische Aufgabe innerhalb der Gemeinschaft übernahm.
2. Die elisabethanische Zeit
2.1. Weg zur Integration des Sprichworts
Das Mittelalter ebnete den Weg zur Integration des Sprichworts und führte im Zeitalter Königin Elisabeths I. (1558 - 1603) zu einem beträchtlichen Wachstum dieses im Insel- und Festlandbereich.
Wie viele unter den Elisabethanern verschrieb sich auch Shakespeare der zeitüblichen Vorliebe für „Jest-Books“ und „Commonplace-Books“.
Die kurzen Scherze, Schwänke und Geschichten in Shakespeares Büchern wie „A Hundred Merry Tales“ (1526) und „Merry Tales and Quick Answers“ (1535) enden jeweils mit der „Moral von der Geschicht“.
Seine letzten Abschnitte mahnen immer mit den stereotypen Formeln, wie: „By reading of this tale, they that understand no Latin may learn to know...“, „By which tale one may learn...“ oder „By this tale a man may well learn that...“. 6
Genau wie beim Predigtschluß nahm das Sprichwort der „Jest-Books“ dem einfachen Manne die Mühe ab, in eigenen Gedanken und Worten das Fazit zu ziehen.
„Die elisabethanischen „proverbs“ und „sentences“ entwickelten sich zu einer Art volkstümliche, überall einsatzfähige Gesellschaftsspiele. Sie wurden zum „Wechselgeld“ der sprachlichen Begegnung, zum „small change of conversation“.“ 7
Sprichwortgeflechte drangen in immer weitere Schichten des Volkes vor, man gefiel sich in diesem Sprichwortgeplänkel oder „skirmish of wit“. 8
6 Weinstock, Sprichwörter, 20.
7 Morris Palmer Tilley, A dictionary of the proverbs in England in the sixteenth and seventeenth centuries.
A collection of the proverbs found in english literature and the dictionaries of the period, Ann Arbor 1966,
p VII A. [im Folgenden zitiert als: Tilley, Dictionary].
8 Shakespeare, Much ado about nothing 1.1.53. (Ado).
3
Arbeit zitieren:
Alexandra Orth, 2005, Sprichwörter zur Shakespeare Zeit, München, GRIN Verlag GmbH
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