Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Begriffsbestimmungen von Nähe und Distanz 4
3 Nähe und Distanz im Alltag 5
3.1 Distanzierung vom Alltag 6
4 Nähe und Distanz in der Sozialen Arbeit 8
4.1 Pädagogische Nähe und Distanz 8
4.2 Nähe und Distanz in der
Lebensweltorientieren Sozialen Arbeit 10
4.2.1 Das Konzept der Strukturierten Offenheit 11
5 Resümee 13
Literaturverzeichnis 14
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1. Einleitung
In der sozialen Arbeit spielen Nähe und Distanz eine sehr große Rolle da sie grundlegender Bestandteil von zwischenmenschlichem Kontakt sind. Jeder Sozialarbeiter ist tagtäglich mit Nähe und Distanz konfrontiert. Die Fragen nach Nähe und Distanz ist in der Praxis der Sozialen Arbeit allgegenwärtig im Alltag des Umgangs mit dem Klientel; sowie mit den Kollegen. Sie zielt auf eine der zentralen Dimensionen in der Frage nach dem Selbstverständnis der Sozialen Arbeit und wird meist sehr unterschiedlich verstanden und gelebt. Die einen bestehen auf Nähe, sie bestehen darauf, das sozialpädagogisches Handeln durch die Qualität der Beziehungsarbeit, dem Sich Einlassen und dem Aufbauen von Vertrauen, bestimmt ist. Die Anderen hingegen sehen die professionelle Fähigkeit zu Distanz als das eigentliche Charakteristikum sozialpädagogischen Handelns. Im Folgenden möchte ich auf verschiedene Punkte eingehen, welche dieses Thema betreffen. Zu Beginn muss erst einmal geklärt werden, was unter den Begriffen Nähe und Distanz im Bezug zur Sozialen Arbeit zu verstehen ist. Danach wird genauer beschrieben welche Rolle Nähe und Distanz im alltäglichen Miteinander spielt. Im nächsten Teil wird Pädagogische Nähe und Distanz anhand der Arbeit mit Heranwachsenden näher beleuchtet. Desweiteren wird Nähe und Distanz am Beispiel die Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit näher beschrieben. Im letzten Teil wird das Konzept der Strukturierten Offenheit kurz vorgestellt.
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2. Begriffsbestimmungen von Nähe und Distanz
Das Begriffspaar „Nähe“ und „Distanz“ steht metaphorisch gesehen für die Bewegung im Raum und in der Zeit. Prozesse der Annäherung an oder der Distanzierung von anderen Menschen sind bildhafte Vorstellungen, die sich auf gelingende oder misslingende Interaktionsprozesse beziehen. Es geht nicht um Nähe und Distanz an sich, sondern um ein jeweils als richtig empfundenes Maß von Nähe und Distanz. (vgl. Dörr/ Müller 2007: 7)
Im sozialen Kontext verweisen die Begriffe Nähe und Distanz auf den Leib, da für uns Menschen der eigene Körper und dessen habituelles Funktionieren der erste gegebene Erfahrungskomplex ist. Unsere Körper gibt über den gefühlten Abstand dem Individuum Auskunft, über die wahrgenommen und gelebten vielschichtigen Räume der Lebenswelten. (vgl. Dörr/ Müller 2007: 7)
„Der Leib destilliert geradezu das Wissen um räumliche An- und Abgrenzung, Ver-
setzungen, Vernetzung und ist somit für den Menschen die wesentliche Instanz, die
zwischen Innen und Außen, Nahem und Fernem, hier und dort entscheidet.“ (Dörr/
Müller 2007: 7)
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3. Nähe und Distanz im Alltag
Der Begriff Alltag umfasst die Wirklichkeit des Selbstverständlichen, des Vertrauten, der Nähe in der sich Menschen herausgefordert und zugehörig wissen. Im alltäglichen Leben verlassen sich die Menschen aufeinander, sind verbunden in gegenseitiger Erwartung, in Bestätigung und Enttäuschung, sowie in positiven und negativen Gefühlen. Man agiert in der Wirklichkeit der geteilten, gemeinsamen Erfahrung, in pragmatischen Beziehungsmustern und Arbeitsbündnissen. Die sich im Alltag stellenden Bewältigungsaufgaben sind bestimmt durch Nähe und Distanzdurch das alltägliche gewohnte Miteinander. (vgl. Thiersch 2007: 30) Unser Alltag besteht aus einem Geflecht sehr unterschiedlicher Konstellationen von Nähe und Distanz. Nähe und Distanz charakterisieren vor allem die unterschiedlichen Beziehungsmuster im Alltag. Unterschiedliche Gemengelagen von Nähe und Distanz bestimmen das Profil unterschiedlicher Rollen, sowie das Gefüge einer Rolle in sich. Vater Mutter, Freund/in, Großeltern, Arbeitskollege, jeder hat eine andere Rolle und repräsentiert unterschiedliche Bereiche. Bereiche in denen man vertraut, gegeneinander offen und aufeinander angewiesen ist und Bereiche, die in der Beziehung unwichtig sind und ausgespart werden. (vgl. Thiersch 2007: 30f) Die Gemengelagen von Nähe und Distanz zwischen den Rollen und in den Rollen sind nicht für immer gegeben. Sie müssen in der Entwicklung von Beziehungen und in der Abfolge der Lebensphase immer wieder neu bestimmt werden. Durch diese Veränderungen entstehen häufig Differenzen bei der Deutung und Handlungsintention von Nähe und Distanz. Da dies immer subjektiv empfunden und gedeutet wird. Jeder hat ein anderes Empfinden von Nähe und Distanz. Die Nähe, die der eine empfindet ist dem anderen möglicherweise peinlich und zu zudringlich. Ein sehr bekanntest Problem in zwischenmenschlichen Liebesbeziehung ist der Streitpunkt „ Du liebst mich nicht so sehr wie ich dich liebe“. Aus solchen Differenzen können sehr leicht Konflikte werden. (vgl. Thiersch 2007: 31) Die Veränderungen der Gemengelagen sind zwischen Eltern und Kind und Eltern und Heranwachsende besonders drastisch. (vgl. Thiersch 2007: 31) Als Kleinkind sind wir auf die Nähe unserer Bezugspersonen angewiesen, ohne diesen körperlichen und emotionalen Kontakt könnten wir nicht oder nur mit schweren psychischen Schädigungen überleben. Im Jugendalter hingegen benötigen wir eine gewisse
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Arbeit zitieren:
Clarissa Seban, 2010, Nähe und Distanz in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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