INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 3
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN: VON DER SYSTEMTHEORIE BIS ZUR
PERSONALENTWICKLUNG 5
2.1 BEGRIFFSEXPLIKATION SYSTEMTHEORIE 5
2.2 GRUNDBEGRIFFE DER THEORIE NACH LUHMANN 6
2.3 BEGRIFFSEXPLIKATION PERSONALENTWICKLUNG (PE) 10
3.DIE SYSTEMTHEORIE ALS NEUE MÖGLICHKEIT DER PE 11
3.1. ORGANISATIONEN IN DER SYSTEMTHEORIE 12
3.2. SYSTEMISCHE PERSONALENTWICKLUNG 14
4. RESÜMEE: SYSTEMISCHE PERSONALENTWICKLUNG EIN ERFOLGSGARANT? 18
ANHANG 21
LITERATURVERZEICHNIS 21
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS 23
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1. EINLEITUNG
Unsere Gesellschaft ist geprägt von schnelllebigen Technologien, Globalisierung, und Individualität; einhergehend mit einer sich verändernden Altersstruktur innerhalb unserer Gesellschaft: dem Demografischem Wandel und dem daraus resultierenden Fachkräftemangel. Viele Einflüsse sind entscheidend, wenn es um zukünftige Entwicklungen geht. Neben genannten externen Einflüssen bestimmen aber auch interne Faktoren über den zukünftigen Erfolg eines Unternehmens. Personal wird im Verlauf der nächsten Dekade zu einer knappen Ressource. Somit wird einer dieser wesentlichen und einflussreichen internen Faktoren der Personalbereich und im Speziellen die Personalentwicklung. Derzeit steht diese in vielen Unternehmen im Fokus des Interesses. (Vgl. Weilbacher 2010, S. 3) Doch die einstigen Anforderungen an die Personalentwicklung, die Aus- und Weiterbildung, werden dem ständigen Wandel und steigenden Ansprüchen nicht mehr gerecht. Auch Arnold weist daraufhin, dass die Komplexität und Dynamik moderner Unternehmensorganisation es verbietet, sich in starren Regelungen und in sicheren professionellen Wissensbeständen häuslich einzurichten (vgl. Arnold 2009, S.3).
Es gibt immer weniger Standardsituationen, von daher sind auch Standardlösungen immer weniger praktikabel. Die neuen Formen erlebter Komplexität, mit denen moderne Unternehmungen in erhöhtem Maße konfrontiert werden, erfordern die Neugestaltung der Vorgehensweise hinsichtlich der Gestaltung und Führung soziotechnischer Systeme. Aus diesem Grund besteht die Notwendigkeit des Über-und womöglich auch Umdenkens. Niklas Luhmann, der deutsche Vertreter der Systemtheorie, war der Auffassung, dass es Systeme gibt und die Komplexität der Welt durch Systembildungen reduziert werden kann. Liegt hier der Schlüssel zum Erfolg? Kann die Systemtheorie einen Beitrag für die Personalentwicklung leisten? Sind hier bisher kaum beachtete Möglichkeiten zu finden, die in Zeiten des stetigen Wandels Wettbewerbsvorteile generieren können? Dieser Frage soll in der vorliegenden Hausarbeit nachgegangen werden.
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Die Hausarbeit ist in drei Teile gegliedert. Nach einer Einführung in die Thematik, ist die Explikation zentraler Begriffe inhaltlich dem zweiten Teil verpflichtet. Hier soll vor allem Hauptaugenmerk auf der Systemtheorie und seiner Begrifflichkeiten liegen. Der dritte Teil stellt den Hauptgegenstand der Arbeit dar: die Verknüpfung bzw. Vereinbarkeit Luhmanns Systemtheorie und der Personalentwicklung. Ziel der Arbeit ist es herauszufinden, ob die Systemtheorie möglicherweise einen Beitrag für die Personalentwicklung leisten kann und welche systemischen Personalentwicklungsmaßnahmen sich in Unternehmungen implementieren und umsetzen lassen können. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung und Schlussbetrachtung.
Die vorliegende Hausarbeit kann nur die Grundlagen der Systemtheorie vorstellen, die vor dem Hintergrund der Forschungsfrage von Relevanz sind. Eine intensive und konstruktivistische Auseinandersetzung der Thematik ist mit dieser Arbeit auf-grund der vorgegebenen Richtlinien weder möglich noch zielführend. Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass die im dritten Kapitel benannten Personalentwicklungsmaßnahmen als Beispiele für moderne systemische Personalentwicklung verstanden werden sollen, die als Erkenntnis auf Grundlage und Folgeschritt der vorangestellten Theorie fungieren.
Bezogen auf den geschlechtssensiblen Sprachgebrauch wird in der vorliegenden Arbeit ausschließlich das generische Maskulinum benutzt. Entsprechende geschlechterneutrale Formulierungen gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für beide Geschlechter.
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2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN:
VON DER SYSTEMTHEORIE BIS ZUR PERSONALENTWICKLUNG Bevor systemtheoretische Grundlagen behandelt werden und in Beziehung bzw. Zusammenhang zur Personalentwicklung gesetzt werden können, ist es im Folgenden notwendig zentrale Begriffe der Systemtheorie Niklas Luhmanns vorzustellen und eine Begriffsexploration der Personalentwicklung zu vollziehen. Der Zugriff auf die Systemtheorie ist durch die gewählte Perspektive der Personalentwicklung und der eingangs formulierten Forschungsfrage eingeschränkt.
2.1 Begriffsexplikation Systemtheorie
Die systemtheoretische Deutung des Systembegriffs und die damit einhergehende moderne Systemtheorie etabliert sich im 20. Jahrhundert. 1 Sie entwickelte sich aus internen Faktoren einhergehend mit Veränderungen und stetigem Wissenszuwachs, aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen: der Soziologie (Parsons, Luhmann), der Kybernetik (Wiener), der Informationstheorie (Shannon und Weaver), der Biologie (Bertalanffy) und außerdem aus externen Faktoren. Diese sind im Ausbruch der zwei Weltkriege und den daraus resultierenden logistischen, militärischen und ökonomischen Problemen im Wettbewerb der Systeme, in der Zeitspanne zwischen den Kriegen und in der Nachkriegszeit mit ihren Auswirkungen auf die riesigen Budgets für Militär- und Weltraumforschung zu finden. Seit ihrer Entwicklung hat die Systemtheorie viele Modifikationen durch äußere Einflüsse und/oder Anforderungen und durch Kumulation zahlreicher innerwissenschaftlicher Faktoren erfahren. Es kann grundsätzlich gesagt werden, dass die Systemtheorie weit über eine einzelne Wissenschaft hinausgeht, dass aber jede Einzelwissenschaft eigene systemtheoretische Versionen entwickelt hat. Eine allgemeine Systemtheorie, die alle physikalischen, biologischen, chemischen und kognitiven Phänomene erklärt, gibt es bis heute nicht. (Vgl. Jensen 1999, S. 357ff.)
1 Die Geschichte der Systemtheorie beginnt/ entwickelte sich bereits vor dem 20.Jahrhundert bei
den Griechen als Begriffsgeschichte und führte über eine Reihe von geistesgeschichtlichen Etap-
pen zur modernen systemtheoretischen Fassung. Ausführliche Nachweise zur Begriffsgeschichte
finden sich bspw. bei Luhmann 1984.
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2.2 Grundbegriffe der Theorie nach Luhmann
Der folgende Abschnitt legt die Grundlagen der Systemtheorie Luhmanns dar, wobei Luhmann selbst daraufhin weist, dass seine Theorie nicht linear dargestellt werden kann, da die Luhmannsche Denkweise eher zirkulär angelegt ist: „alle Begriffe verweisen aufeinander, jeder Begriff setzt im Prinzip schon die Kenntnis der anderen Begriffe voraus.“ (Becker 2001, S.12) Der Anspruch in den folgenden Ausführungen liegt daher nicht in der vollständigen Expertise der Begrifflichkeiten, sondern im Verständnis der allgemeinen Theorie und im Speziellen zur Zusammenhangsfindung zur Personalentwicklung.
Niklas Luhmann (1927-1998) gilt als einer der Begründer der soziologischen Sys-temtheorie und war als deutscher Soziologe an vielen Forschungsfeldern der Ge-sellschaftstheorie tätig. Seit dem Ende der sechziger Jahre arbeitete er, in Anlehnung an Parsons soziologischer Systemtheorie, an einer Theorie der modernen Gesellschaft. Mit seinem Werk „soziale Systeme“ gelang ihm 1984 ein Durchbruch, der in der Forschung als „Autopoietische Wende“ beschrieben wird. Er führte den von Maturana und Varela adaptierten Begriff des autopoietischen und des selbstreferntiellen Systems als Neuerung in seine Theorie ein und behauptet, dass nicht nur biologische Systeme in der Lage sind ihre Organisation nach eigener Dynamik und mit eigenen Mitteln zu steuern, sondern auch soziale Systeme autopoietisch organisiert sind. (Vgl. Abels 2004, S. 252f.) Somit hatte er einen orginären Ansatz entwickelt, der einen Ausgangspunkt für eine neue Analyse der Gesellschaft und ihrer verschiedenen Funktionssysteme bilden konnte (vgl. Becker 2001, S.17). Anknüpfend an die Theorien von Maturana, ist für Luhmann ein soziales System ein autopoietisches respektive selbstreferenzielles - und somit operativ geschlossenes - soziales Gefüge, das sich sinnkonstituierend in Differenz zu seiner Umwelt aufbaut (vgl. Luhmann 1984, S.152). Der Ausgangspunkt der systemtheoretischen Begriffsbildung ist nach Luhmann die Differenz von System und Umwelt. In seiner Theorie sozialer Systeme ersetzt er das traditionelle Systemverständnis als Betrachtung von Ganzen und ihren Teilen durch die Differenz von System und Umwelt.
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Arbeit zitieren:
Nadine Buchmann, 2011, Kann die Systemtheorie Niklas Luhmanns einen Beitrag für die Personalentwicklung leisten?, München, GRIN Verlag GmbH
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