Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S.1
2. Definition formeller und informeller Institutionen nach North S.2
3. Einflussmöglichkeiten von formellen Reglungen auf informelle
Regelungen S.3
4. Einflussmöglichkeiten von informellen Regelungen auf formelle
Regelungen S.8
5. Schluss S 12
1. Einleitung
In der mikroökonomischen Theorie geht man von einem Menschen aus, der in allen Situationen seines Handelns als homo oeconomicus dargestellt wird 1 . Bei dieser Annahme des homo oeconomicus wird von perfekter Rationalität der handelnden Akteure auf Basis von vollkommenen Informationen ausgegangen. Entscheidungen werden nach fest geordneten Präferenzen im Rahmen der Restriktion ihrer Ressourcen getroffen und nutzenmaximierend umgesetzt.
Für Wissenschaftler der „Neuen Institutionen Ökonomie“ ist eine solche Verhaltensannahme ausgeschlossen. Sie vertreten vielmehr die These, dass „Institutionen den Austausch unter Akteuren strukturieren“. Fraglich ist jedoch, wie Institutionen zu definieren sind und vor allem was sie für eine Bedeutung für unsere Gesellschaftsstruktur haben. Ziel dieser Hausarbeit soll es sein, zunächst zu erläutern, in wie fern Institutionen in der Gesellschaft überhaupt existieren. Dabei soll auf die Differenzierung des Begriffs „Institution“ von North zwischen formellen und informellen Institutionen theoretisch und mit Praxisbeispielen eingegangen werden.
Im darauffolgenden Abschnitt wird die Existenz von formellen und informellen Institutionen vorausgesetzt und es wird diskutiert, in wieweit Institutionen neben der Gesellschaft herlaufen oder sogar die Gesellschaft prägen können. Differenziert man wie North zwischen formellen und informellen Institutionen, gilt es zu betrachten, wie diese beiden Formen von Institutionen miteinander zusammenhängen und ob sie sich schließlich sogar wechselseitig beeinflussen können. Im Zuge dieser Hausarbeit wird versucht, genau eine solche Wechselbeziehung zwischen formellen und informellen Institutionen zu untersuchen. Ziel soll es sein, sowohl den Einfluss von formellen auf informelle Institutionen, als auch den Einfluss von informellen auf formelle Institutionen zu beleuchten. Im Zuge dessen sollen positive als auch negative gegenseitige Einflussmöglichkeiten der Institutionen dargestellt werden und
1 http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=RKFU7Q
1
ein Wechselzusammenhang zwischen den formellen und informellen Institutionen herausgearbeitet werden. Hierbei sollen aktuelle und historische Beispiele versuchen, das Wechselspiel zwischen den Institutionen genauer zu betrachten.
2. Definition formeller und informeller Institutionen nach North
North beschreibt Institutionen als Spielregeln der Gesellschaft, die den Zweck verfolgen, menschliche Interaktionen zu beschränken. Für den Wissenschaftler ist eine Selbstorganisation von Wirtschaftssubjekten ausgeschlossen 2 .
North differenziert bei der Einführung von Institutionen zwischen formellen und informellen Institutionen.
Formelle Institutionen sind hierbei explizite Regeln mit einem System. Sie sind kodifiziert und rechtlich durchsetzbar. Als Beispiel kann hierbei das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland angeführt werden. Formelle Institutionen sind in den meisten Fällen durch ihre hohen Einführungskosten langfristig gefestigt 3 .
Informelle Institutionen sind hingegen nicht formalisierte Regeln und Normen. Sie sind im Denken und Handeln der Akteure verankert. Bei informellen Institutionen lässt sich zwischen Konventionen, moralischen Regeln und Normen unterscheiden, die im Zusammenspiel die individuellen informellen Institutionen bilden 4 . Jedes Individuum hat nach North also eine eigene mental map. Doch eine informelle Institution hat keine Auswirkung auf die Gesellschaft, wenn sie von jedem Individuum einzeln gedacht wird. Um ein funktionierendes Zusammenleben zu garantieren, muss sich also eine sogenannte shared mental model etablieren.
Die Frage ist jedoch, wie sich überhaupt mental models und shared mental models 5 etablieren können. Zur Entwicklung von individuellen mental models zu shared mental models kommt es dann, wenn „ allgemein bekannt ist, dass
2 North 1990
3 Transnationale Direktinvestitionen und kulturelle Unterschiede, Heiner Depner S.44
4 Individuen, Institutionen, Märkte ; Mantzavinos S. 106
5 Denzau und North 1994
2
eine bestimmte Konvention in einer bestimmten Situation befolgt wird. Erst dann erlangt diese Konvention Prominenz für andere, analoge Situationen“. 6 Nach Ostrom trägt die Gesellschaftsform maßgeblich dazu bei, wie sich Wirtschaftssubjekte verhalten. Zu informellem Institutionen kommt es durch Erfahrungen, Kultur, Religion etc.. Informelle Institutionen existieren nicht einfach, sondern sind das Ergebnis von langwierigen Lernprozessen. Genauso kompliziert, wie sich die Etablierung einer informellen Institution gestaltet, gestaltet sich auch deren Abschaffung. Änderungen informeller Institutionen müssen aus sich selbst entstehen 7 . Solange eine informelle Institution besteht, werden diejenigen, die aus dieser auszubrechen versuchen, durch die Gesellschaft sanktioniert; zum Beispiel sind Höflichkeitsregeln eine informelle Regelung die bei Nichtbeachtung durch die Gesellschaft durch gesellschaftlichen Ausschluss sanktioniert werden. Die Frage die sich stellt ist, in was für einem Verhältnis formelle und informelle Institutionen zueinander stehen. Festzuhalten ist, dass sobald es zu einer Änderung von formellen oder informellen Institutionen kommt, ein Ungleichgewicht zwischen den Institutionen entsteht. Fraglich ist jedoch, wie dieses Ungleichgewicht wieder ausgeglichen werden kann? Können informelle Institutionen durch formelle Institutionen konzipiert werden oder vielleicht sogar umgekehrt? In den nächsten Kapiteln soll genau auf diese Frage eingegangen werden. Die Ansicht der Wissenschaft der Neuen Institutionen Ökonomie, dass sowohl formelle als auch informelle Institutionen existieren wird in den nächsten Kapiteln vorausgesetzt und nur deren Wechselbeziehung betrachtet.
3. Einflussmöglichkeiten formeller Regelungen auf informelle Regelungen
Nachdem formelle und informelle Institutionen als eigenständige Einheiten gegenübergestellt wurden, stellt sie die Frage, in weit formelle und informelle Institutionen aufeinander Einfluss nehmen können. In diesem Kapital geht es
6 Sugden 1989, S.93
7 Vgl. Williamson
3
Arbeit zitieren:
Theresa Matlage, 2010, Wechselbeziehung formeller und informeller Institutionen, München, GRIN Verlag GmbH
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