Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 1
2. Friedrich Meineckes politisches Denken
im Wandel der Zeit 2
2.1 Politisches Denken bis 1918 2
2.2 Politisches Denken ab 1918 4
2.3 Beziehung zum Nationalsozialismus 8
3. Friedrich Meinecke zwischen Herzensmonarchie
und Vernunftrepublikanismus 9
3.1 Vernunftrepublikaner 9
3.2 Herzensmonarchist 10
4. Fazit 12
Literaturverzeichnis 14
1. Einleitung
Friedrich Meinecke war in der Zeit der Weimarer Republik einer der führenden Repräsentanten der deutschen Geschichtswissenschaft, zudem gilt er als Begründer der Ideengeschichte in der deutschen Geschichtswissenschaft. Meinecke wuchs im Kaiserreich auf und erlebte dessen Untergang im Zusammenhang mit der Niederlage im ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik, die Zeit des Nationalsozialismus mit dem 2. Weltkrieg und die Teilung Deutschlands nach 1945.
Die Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Friedrich Meinecke in dem Zeitraum vom Untergang der Monarchie 1918 bis zum Ende der Weimarer Republik 1933. Um Meineckes Entwicklung besser zu verstehen, wird auch auf sein politisches Denken vor 1918 im einen gesonderten Kapitel genauer eingegangen.
Meinecke hat im Laufe der Zeit seine politische Einstellung oft Verändert und den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Seine politischen Grundgedanken waren dabei stets: erstens der Staat muss frei und mächtig sein und zweitens die Nation muss einig und brüderlich unter sich gesinnt sein. 1 Gerade in den Ereignisreichen Jahren der Weimarer Republik ist die Frage nach seinem Verhältnis zur politischen Lage in Deutschland sehr spannend. Folgende Fragen dazu sollen in dieser Arbeit beantwortet werden: 1. War Friedrich Meinecke der Überzeugung, dass die Monarchie in Deutsch-land über den 09.11.1918 hinaus haltbar gewesen wäre? 2. Ist Meinecke der Ansicht, dass die Weimarer Republik das Beste war, was in Deutschland nach der Monarchie und dem verlorenen Weltkrieg möglich war? 3. Wollte Friedrich Meinecke die alte Habsburger Monarchie zurück haben und hielt er dieses Vorhaben überhaupt für möglich?
Wie kam es überhaupt zum Ende der Monarchie in Deutschland? Der Präsident der Vereinigten Staaten, Woodrow Wilson, setzte 1918 als Bedingung für Frie-densverhandlungen mit Deutschland eine vorherige Parlamentarisierung der
1 Vgl. Meinecke, Friedrich, Republik, Bürgertum und Jugend, in: Kotowski, Georg (Hrsg.), Friedrich Meinecke. Politische Schriften und Reden, 4. Aufl., Darmstadt 1979, S.369.
1
Regierung voraus. Die daraus resultierende Verfassungsänderung war ein wichtiger Schritt auf dem Weg von der Monarchie in die Demokratie. 2 Zur Erarbeitung dieser Hausarbeit diente in erster Linie der Aufsatz von Niko- laiWehrs „Demokratie durch Diktatur? Meinecke als Vernunftrepublikaner in der Weimarer Republik“ (in: Bock, Gisela/Schönpflug, Daniel (Hrsg.), Friedrich Meinecke in seiner Zeit. Studien zu Leben und Werk (= Pallas Athene, Bd. 19), Stuttgart 2006.). Durch dieses Werk entstand der rote Faden für diese Arbeit und durch das Schneeballprinzip konnten weitere nützliche Quelle gefunden werden.
2. Friedrich Meineckes politisches Denken im Wandel der Zeit
2.1 Politisches Denken bis 1918
Friedrich Meinecke wuchs in sehr einfachen und religiösen Verhältnissen in Salzwedel, später in Berlin auf. Auf Grund der strengen Religiosität (Evangelisch) herrschte in seinem Elternhaus eine politisch konservative Grundhaltung vor. Ein Ergebnis dieses Lebensumfeldes in der Kindheit Meineckes ist seine spätere Treue zur Monarchie. 3
Während seiner Studienzeit trat Meinecke zwar einer Burschenschaft in Berlin bei, doch weder er, noch die Korporation verfolgten irgendwelche politischen Ziele. Über seine Zeit in der Burschenschaft sagt Friedrich Meinecke später: „Ich habe nach der blauen Blume der Romantik gestrebt und war dabei in Auerbachs Keller geraten.“ 4
In seiner Studienzeit, und auch darüber hinaus, blieb Meinecke Anhänger der Konservativen Partei. Er war davon überzeugt, dass die Konservative Partei
2 Vgl. Böckenförde, Ernst-Wolfgang, Der Zusammenbruch der Monarchie und die Entstehung der Weimarer Republik, in: Bracher, Karl Dietrich/ Funke, Manfdred/ Jacobsen, Hans-Adolf (Hrsg.), Die Weimarer Republik 1918-1933. Politik Geschichte Gesellschaft, 2. Aufl., Bonn 1987, S.24f.
3 Vgl. Meineke, Stefan, Friedrich Meinecke. Persönlichkeit und politisches Denken bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Bd. 90), 1995 Berlin, S.60.
4 Kessler, Eberhard (Hrsg.), Friedrich Meinecke. Autobiographische Schriften, Stuttgart 1969, S.69.
2
„sich durch ihre Distanz zu klassenegoistischen Partikularinteressen besonders dazu qualifiziere, eine ausschließlich am Staats- und Volkswohl orientierte Politik zu betreiben“. 5
Anfang der neunziger Jahre kam Meinecke das erste Mal in Kontakt mit den politischen Schriften von Wilhelm von Humboldt, welche das Weltbild des Historikers für sein restliches Leben prägen sollten. Humanismus, Idealismus und klassischer (persönlichkeitsorientierter) Liberalismus wurden von nun an zur Grundlage für seine späteren Werke. 6
Schon vor 1890 nahm er die politischen Entwicklungen in Deutschland unter Wilhelm II. sehr skeptisch war. Bismarcks Kurs, soziale Konflikte mit staatlicher Gewalt lösen zu wollen, schien ihm Perspektivlos. Deshalb begrüßte er auch die Entlassung Bismarks im Jahre 1890. 7 Die darauffolgenden Jahre waren vor allem durch soziale Reformen geprägt. In diesem Zusammenhang veröffentlichte Meinecke 1894 in den Burschenschaftlichen Blättern einen Text zu den Sozialreformen: „Keiner weiß, wie die Zukunft die gewaltigen socialen und geistigen Probleme unserer Zeit lösen wird, aber vorbereiten können wir bereits die sittlichen Kräfte, die zu ihrer Lösung dereinst erforderlich sind“ 8 Die „sittlichen Kräfte“, von denen Meinecke schreibt, sind für ihn zum Einen ein staatsbürgerliches Verantwortungsbewusstsein, welches durch eine politische Erziehung herausgebildet wird, und zum Anderen die Zurückdrängung sozialer Gegensätze. 9
Bis ins Jahr 1895 blieb Meinecke der Konservativen Partei treu. Er half bei Wahlen mit, obwohl er sich im Herzen als mittelparteilich fühlte. Erst nach dem „Hammerstein-Skandal“ 10 im Sommer 1895 konnte sich Friedrich Meine- ckemit der Partei nicht mehr identifizieren und konstatierte ihr „moralische
5 Meineke, Persönlichkeit und politisches Denken, S.79.
6 Vgl. ebd., S.77.
7 Vgl. ebd., S.79.
8 Vgl. ebd., S.83.
9 Vgl. ebd..
10 Hammerstein war ein Politiker der Konservativen Partei, der eine große Summe Geld der „Kreuzzeitung“ unterschlagen und veruntreut hatte. Nach der Veröffentlichung dieser Vorgänge spielte Hammerstein erst auf Zeit und setzte sich dann ins Ausland ab. Der Hammerstein-Skandal belastete das Ansehen der Konservativen Partei in dieser Zeit sehr.
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Arbeit zitieren:
Richard Machnik, 2011, Friedrich Meinecke und das Ende der deutschen Monarchie, München, GRIN Verlag GmbH
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