Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Vorstellung des Verfahrens 3
2.1. Die gesetzliche Grundlage 4
2.2. Der sprachtheoretische Hintergrund 5
3. Ziel des Verfahrens 5
4. Aufbau des Verfahrens 6
4.1. „Besuch im Zoo“ 6
4.2. „Besuch im Pfiffikushaus“ 9
5. Durchführung S.10
6. Auswertung S.10
7. Bewertung des Verfahrens S.11
7.1. Nachteile S.11
7.2. Vorteile S.13
8. Fazit S.14
9. Reflektion S.15
10. Literaturverzeichnis S.16
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1. Einleitung
In dieser Ausarbeitung soll das Sprachstandsverfahren Delfin 4 (Diagnostik, Elternarbeit und Förderung der Sprachkompetenz Vierjähriger in NRW) vorgestellt und erläutert werden. Delfin 4 ist eines der zentralen Verfahren in Nordrhein-Westfalen und ein erster Schritt um die frühkindliche Bildung zu verbessern. Nach der Vorstellung des Verfahrens sollen Aufbau, Durchführung Auswertung beschrieben werden. Anschließend sollen die Vor- und Nachteilen von Delfin 4 und vor allem der ersten Stufe des Verfahrens „Besuch im Zoo“ analysiert und diskutiert werden um das Verfahren anschließend zu bewerten. Ein Schwerpunkt bei dieser Bewertung soll die öffentliche Resonanz sein, denn in den Medien wurde das Verfahren oft als sehr negativ bewertet. Die Gründe dafür sollen diskutiert werden.
Die verwendete Literatur besteht hauptsächlich aus den Informationen über das Verfahren von der Technischen Universität Dortmund und dem Schulministerium Nordhein-Westfalen, sowie dem Spiel „Besuch im Zoo“.
2. Vorstellung des Verfahrens
Das Verfahren Delfin 4 besteht aus einem zweistufigen Screening (Grobscreening und Feinscreening) sowie darauf abgestimmten Empfehlungen für die individuelle Förderung und die Arbeit mit den Eltern. Im Allgemeinen soll mit dem Verfahren überprüft werden, welchen Sprachstand Kinder zwei Jahre vor ihrer Einschulung haben. Es soll darüber hinaus ermittelt werden, welche Kinder einen zusätzlichen Sprachförderbedarf haben und bei welchen Kindern eine altersgemäße Entwicklung zu beobachten ist.
Das Verfahren wurde im Jahre 2007 von Prof. Dr. Lilian Fried und ihren Mitarbeitern am Institut für frühkindliche Pädagogik an der Technischen Universität Dortmund entwickelt. Das Projekt wird vom Land Nordrhein-Westfalen finanziell unterstützt, da noch kein vergleichbares Verfahren vorhanden ist, das den Sprachstand von Kindern vor Beginn der Grundschule zuverlässig und flächendeckend testet. Vor allem nach den schlechten Ergebnissen der PISA-Studie
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seit dem Jahre 2000 ist der Bedarf an innovativen Verfahren zur Sprachstandstestung gestiegen. Es ist von großer Wichtigkeit, dass die Kinder früher und gezielter gefördert werden können, wenn sie Schwächen in der Sprachentwicklung haben. Durch solch vorbeugende Maßnahmen kann das Bildungsniveau in Deutschland langfristig verbessert werden. Es ist davon auszugehen, dass 10-15% der Vorschulkinder mit Sprachentwicklungsproblemen zu kämpfen haben. Bei Kindern mit Migrationshintergrund sind es sogar 20-30%. Da die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund in Deutschland weiter ansteigt, ist es somit ratsam früh in den Bildungsverlauf dieser Kinder einzugreifen. Seit 2007 ist das Verfahren daher in Nordrhein- Westfalen gesetzlich vorgeschrieben und alle Kinder im Alter von vier Jahren sind verpflichtet daran teilzunehmen. Das Verfahren wird von Lehrkräften und ausgebildeten sozialpädagogischen Fachkräften durchgeführt. Dazu werden die Kinder in die Grundschulen eingeladen. Getestet wird jeweils im Frühjahr eines Jahres.
Delfin 4 ist ein Screening-Verfahren und gehört somit zu den standardisierten Verfahren. Durch spezielle Konstruktionstechniken sowie empirische Prüfmethoden wurde und wird die Objektivität, Reliabilität und Validität des Verfahrens gewährleistet. Delfin 4 ist standardisiert in der Durchführung, Protokollierung und Auswertung, das heißt jedes Kind muss die gleichen Aufgaben lösen, die Protokollierung erfolgt in einem vorgegeben Protokollheft und ausgewertet wird nach festgelegten Standards.
2.1. Die gesetzliche Grundlage
Im Schulgesetz § 36, Abs. 2 ist festgeschrieben, dass das Schulamt zwei Jahre vor der Einschulung feststellen muss, ob die Sprachentwicklung eines Kindes altersgemäß ist und ob es die deutsche Sprache angemessen beherrscht. Delfin 4 setzt genau an diesem Punkt an, indem alle Kinder im Alter von vier Jahren getestet werden. Im Kinderbildungsgesetz (KiBiz), das im Januar 2008 in Kraft getreten ist, ist in § 13, Abs. 6 der Auftrag zur kontinuierlichen Förderung der Sprachentwicklung eines Kindes gesetzlich verankert. Daher haben auch die Kindertagesstätten einen Bildungsauftrag und müssen die Sprachentwicklung der Kinder fördern.
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Für jedes Kind, das nach dem Verfahren einen Förderbedarf bescheinigt bekommt, stellt das Land Nordrhein- Westfalen pro Jahr 340 Euro für die weitere individuelle Förderung der Kinder zur Verfügung.
2.2. der sprachtheoretische Hintergrund
Das Verfahren baut auf der Grundlage auf, dass Kinder im Alter von vier Jahren eine wesentliche Phase der Sprachentwicklung erreicht haben. In dieser verändert sich die Sprachkompetenz nur noch minimal, da die größten Teile der Sprachentwicklung bereits abgeschlossen sind. Aus diesem Grund ist es gerade in diesem Alter möglich zu testen und ob die Kinder diese Stufe der Sprachentwicklung bereits erreicht haben oder ob Defizite erkennbar sind. Die Kinder durch das Verfahren in zwei Kategorien (mit und ohne Defizite) einzuteilen erscheint daher als sehr sinnvoll. Die Aufgaben in den Spielen „Besuch im Zoo“ und „Besuch im Pfiffikushaus“ wurden ausgewählt, weil bei diesen am frühesten erkennbar ist ob Kinder Defizite in der Sprachentwicklung haben oder nicht.
3. Ziel des Verfahrens
Um allen Kindern eine möglichst gerechte Chance auf späteren schulischen Erfolg und soziale Teilhabe zu ermöglichen, sollen mit Hilfe des Testverfahrens Sprachauffälligkeiten frühzeitig erkannt und anschließend entsprechend behandelt werden, denn das Beherrschen der deutschen Sprache ist ausschlaggebend für den weiteren Bildungsverlauf der Kinder.
Die Aufgabe der ersten Stufe des Verfahrens „Besuch im Zoo“ ist es, die Kinder herauszufiltern, deren Sprachentwicklung normal verläuft und die somit keine weitere Förderung benötigen. Die Kinder mit Defiziten in der ersten Stufe werden danach mit Stufe 2 des Verfahrens „Besuch im Pfiffikushaus“ genauer untersucht, um herauszufinden, ob ein zusätzlicher Sprachförderbedarf besteht.
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Arbeit zitieren:
Pia Galonska, 2010, Diagnostik, Elternarbeit und Förderung der Sprachkompetenz Vierjähriger in NRW, München, GRIN Verlag GmbH
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