Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Alexander bei Plutarch 4
2.1. Plutarch 4
2.2. Jugendjahre 5
2.3. Alexander als Feldherr und im Heerlager 6
2.4. Aberglaube, Legenden und Mythen 7
2.5. Alexander und sein Verhältnis zu Frauen 8
2.6. Alexanders Verhalten gegenüber seinen Weggefährten 8
2.7. Alexanders Verhalten gegenüber Dareios und dessen Familie 9
2.8. Makedonen, Griechen, Perser und Alexanders Verschmelzungspolitik 10
3. Alexander bei Iustin 11
3.1. Iustin 11
3.2. Direkte Beschreibung von Alexanders Charakter 12
3.3. Alexanders Machtübernahme 12
3.4. Alexander als Feldherr und im Heerlager 12
3.5. Freunde und Weggefährten 13
3.6. Alexander und die Perser 14
3.7. Aberglaube, Legenden und Mythen 14
4. Vergleich 15
4.1. Charakterisierung und Darstellung Alexanders 15
5. Zusammenfassung 17
6. Quellen- und Literaturverzeichnis 18
6.1. Quellen 18
6.2. Darstellungen. 18
1
1. Einleitung
Alexander der Große ist eine der berühmtesten Personen der Antike und durch seine Kriege, seine Herrschaft über ein Weltreich und vor allem durch die vielen Geschichten, Mythen und Legenden die seine Person und sein Leben umgeben berühmt und berüchtigt. Was auch dadurch bestätigt wird, dass er in allen Teilen der Welt literarisch verarbeitet wurde und in allen Religionen Spuren hinterließ. 1
In dieser Hausarbeit beschäftige ich mich mit der Biografie Alexanders des Großen in den Werken von Plutarch und Iustin. Anhand meiner Fragestellung: "Wie beschreiben die beiden Autoren Alexander und seinen Charakter und wie wandelt er sich im Laufe ihrer Darstellungen?" liegt mein besonderes Augenmerk auf dem Vergleich der Darstellung Alexanders und seiner Charakterisierung durch Iustin und Plutarch. Alle geschichtlichen Ereignisse, Strukturen und Fakten, welche beschrieben werden, aber nichts mit der Analyse oder Beschreibung von Alexanders Charakter zu tun haben, habe ich daher in dieser Hausarbeit allenfalls am Rande berücksichtigt
Der Vergleich der Alexanderdarstellungen erfolgt auf der Grundlage der beiden Quellen, darüber hinaus wird die einschlägige Forschungsliteratur diskutiert. Die Quellenlage zu Alexander allgemein ist schwierig und beruht auf zwei Strömungen der Alexanderhistoriker: Die Teilnehmer des Alexanderzuges als Geschichtsschreiber zum einen und zum anderen die auf Kleitarch beruhende Vulgata. Alexander selber lud seinen Lehrer Anaximenes sowie seinen Mitschüler Kallisthenes ein, ihn zu begleiten, um von seinen Taten zu berichten. 2 Diese Werke sind verloren, ebenso wie die frühen Prosaschriften und die beiden großen zeitgenössischen Werke des Ptolemaios und des Aristobulos, welche Arrian für sein Geschichtswerk benutzte 3 und die über sein Werk in Teilen erhalten geblieben sind. Auch der verlorene Bericht Nearchos, Alexanders Flottenkommandantens, ist in Teilen bei Arrian erhalten geblieben genau wie Chares Werk, Protokollchef, der die Abläufe des Hofes beschrieb, sowie die Ephemeriden, Hoftagebücher, deren Echtheit teilweise umstritten ist, 4 sind nicht erhalten. Dementsprechend fußt alles Wissen über Alexander auf späteren Quellen, in welchen teilweise Fragmente antiker Historiker, aber auch die Einschätzungen und Meinungen der jeweiligen Autoren, erhalten sind.
1 Pfister, F., Alexander der Große in den Offenbarungen der Griechen, Juden, Mohammedaner und Christen, Berlin 1956, S. 5.
2 Demandt, A., Alexander der Große, München 2009, S. 2.
3 Demandt, 2009, S. 4.
4 Mossé, C., Alexander der Große, Düsseldorf 2004, S. 208.
2
Dazu gehören Pompeius Trogus bzw. Iustin, Diodor, Curtius Rufus, Plutarch und Arrian. Die ersten vier Autoren beruhen weitgehend auf Kleitarch, bei dem nicht ganz klar ist, ob er am Alexanderzug teilnahm oder nicht und gehören damit zur Vulgata. Plutarchs Biografie beruht auf Quellensammlungen und Briefen. Arrians Anabasis auf den antiken Autoren Nearchos, Aristobulos und Ptolemaios und bildet damit den Gegenstrom zur Vulgataliteratur. Ein weiteres Problem der Quellen ist, dass die antiken Autoren Alexander aus der Sicht des Eroberers, für den griechischen und römischen Kulturkreis darstellen, die auch eigene Darstellungen und Deutungen enthalten. Auch bei den erhaltenen gebliebenen Darstellungen schrieben die jeweiligen Autoren über Ereignisse, die Jahrhunderte vor ihrer eigenen Lebenszeit stattfanden. 5 Die noch vorliegenden antiken Quellen stammen aus der römischen Kaiserzeit. 6
Aufgrund dieser Schwierigkeiten ist eine Deutung des Lebens und der Biografie Alexanders getrübt und es muss immer auch die Deutung bzw. Meinung der benutzten Autoren berücksichtigt werden, welche sowohl in die vorliegenden Quellen wie auch in die Sekundärliteratur mit einfließen. 7 Gerade bei modernen Biografen muss selbstverständlich auch der zeitliche Abstand, sowie die andere Lebensart der jeweiligen Zeit berücksichtigt werden. 8
5 Wiemer, H. U., Alexander der Große, München 2005, S. 16.
6 Schachermeyr, F., Alexander der Große, Graz 1949, S. 134.
7 Pfister, Alexander, S. 5f..
8 Hampl, F., Alexander der Große, Göttingen 1958, S. 7; Gehrke, H.-J., Alexander der Große, München 1996, S. 9f..
3
2. Alexander bei Plutarch
Plutarch schrieb seine Biografie vermutlich Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. Zu dieser Zeit waren die heute verlorenen antiken Quellen noch vorhanden und ermöglichten ihm ein umfassenderes Bild. Seine Quellen waren vermutlich eine Brief- und Quellensammlung, welche verschiedene Antike Historiker berücksichtigte. Plutarch las nicht alle vorhandenen Bücher der Historiker selber. Die von ihm zitierten Briefe sind vermutlich nicht echt, inhaltlich können sie allerdings trotzdem zuverlässig gewesen sein. 9 Er gehört weder der Vulgataliteratur noch einer anderen Strömung an, sondern bildet eine eigene Sparte. 10 Plutarch schrieb die Alexanderdarstellung im Rahmen seiner Parallelbiografien, Alexander wird der Lebensweg Caesars gegenübergestellt. Vorrangig erzählt werden Geschichten und Episoden des Alexanderzuges, Mythisches und Legenden. Weniger Wert legt Plutarch auf Militärisches und genaue Daten, da er diese bei seinen Lesern voraussetzt und sie ihm für eine Charakterdarstellung auch nicht wichtig erscheinen. Bei den Anekdoten legt Plutarch Wert darauf, seine Quellen zu nennen, da sie wichtig für seine Charakterbeschreibung sind, bei militärischem nicht. 11 Plutarchs Biografie ist die einzig erhalten gebliebene antike Biografie Alexanders, der Vergleich mit Caesar ist leider verloren. 12
2.1. Plutarch
Plutarch war ein griechischer Schriftsteller und Philosoph aus Chaironeia der ca. zwischen 45 n. Chr. bis ca. 125 n. Chr. gelebt hat und eine Privatschule in Chaironeia gründete. Er studierte in Athen und bekleidete kommunale Ämter in seiner Heimat und eine Priesterwürde in Delphi. Er erhielt das römische Bürgerrecht. 13 Plutarchs Gesamtwerk besteht aus philosophischen, religiösen und pädagogischen Schriften sowie seinen griechisch-römischen Parallelbiografien und ist in zwei Klassen eingeteilt: die philosophischen Schriften als "Moralia" und die Biografien. 14 Er bezeichnet sich selber als Biograf und nicht als Geschichtsschreiber, worauf auch seine Neigung zu Exkursen basiert, rechtfertigt diese aber auch innerhalb seines Werkes. 15 Deshalb berichtet er nicht nur von den als heldenhaft dargestellten Taten seiner Figuren, sondern auch Anekdoten oder Aussprüche, welche den Charakter der behandelten
9 Demandt, Alexander, S. 7.
10 Tarn, W. W., Alexander der Große, Darmstadt 1968, S. 594.
11 Mossé, Alexander, S. 100.
12 Wiemer, Alexander, S. 21.
13 Demandt, Alexander, S. 6.
14 Wiemer, Alexander, S. 21.
15 Bucher-Isler, B., Norm und Individualität in den Biografien Plutarchs, Bern 1972, S. 84.
4
Personen manchmal besser beschreiben als alle Heldentaten und großen Schlachten. 16 Seine Feststellung im Prolog zur Alexanderbiografie, er sei kein Geschichtsschreiber 17 , darf aber nicht für alle seine Werke gelten. 18
2.2. Jugendjahre
Alexanders Jugendjahren widmet Plutarch die Kapitel 2-9 seiner Biografie und führt den Leser durch die Beschreibung von Alexanders Eltern, Herkunft und ersten Lebensjahren in die Biografie ein. Damit legt er den Grundstein für seine Charakterdarstellung. Plutarch beschreibt Alexander als leidenschaftliches und ungestümes Kind, er soll aber auch große Selbstbeherrschung und Zurückhaltung besessen haben, was leibliche Genüsse angeht (4). Diese Eigenschaft führt Plutarch auf seinen strengen Hofmeister Leonidas zurück, der auf Enthaltsamkeit achtete und Genüsse verachtete, damit wollte Plutarch Alexanders Charakterstärke und Strenge gegenüber sich selbst verdeutlichen.
Alexander soll schon früh mit fester und edler Gesinnung nach Ruhm und Ehre gestrebt haben. 19 Dies allerdings nicht um jeden Preis, was Plutarch mit der Anekdote beschreibt, dass Alexander, der ein guter Läufer war, nicht an den Olympischen Wettläufen teilnehmen wollte, da er dort keine Könige zum Gegner hat und ein Sieg dementsprechend unwürdig und des Ruhmes nicht wert sei 20 , was auch im späteren Alexanderoman Einzug findet. 21 Plutarch beschreibt weiterhin, dass die Nachrichten von Siegen seines Vaters in Alexander keine Freude geweckt haben sollen, da sie ihm seiner Meinung nach der Möglichkeit, zu eigenem Ruhm zu kommen, schmälerten (5), was seinen frühen Ehrgeiz und Machtanspruch zeigen soll. Dies soll auch Alexanders Tatkraft sowie seine Zuversicht gegenüber seinen eigenen Fähigkeiten zeigen. Was Plutarch auch durch die Begebenheit mit Bukephalos zeigt (6). Während der Abwesenheit seines Vaters soll Alexander schon in jungen Jahren in Berührung mit persischen Gesandten gekommen sein, welche laut Plutarchs Darstellung sehr erstaunt gewesen waren, von seiner Freundlichkeit, Energie und Neugier, die seine Fragen ihnen offenbarten, da sie nicht dem jungen Alter Alexanders angemessen waren (5), was Alexanders starken Charakter und seinen Wissensdurst verdeutlicht.
Sein Vater soll in Alexander ein starkes, nicht leicht zu beeinflussendes Wesen erkannt haben, welches sich wenn, dann nur vernünftigen Argumenten beugt (7). Dies führte laut Plutarch
16 Plut. Alex. 1.
17 Plut. Alex. 1
18 Duff, T., Plutarch`s Lives, Oxford 1999, S. 14.
19 Plut. Alex. 4.
20 Plut. Alex. 4
21 Bohmhammel, H., Valerius' Übertragung der Alexandergeschichte und ihre gesellschaftlichen Tendenzen, Berlin 2008, S. 126.
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Arbeit zitieren:
Natascha Thery, 2010, Das Charakterbild Alexanders des Großen, München, GRIN Verlag GmbH
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