Der Carvingturn als "Hohe Schule"
vorgelegt von: Johannes Wiesner
vorgelegt am: 21.03.2003 Studienfach: Sportwissenschaft (Mag./HF)
1
1 Einleitung 3
2 Fahrspezifische und boardtechnische Grundlagen
2.1 Besonderheiten und Unterschiede im technischen Aufbau 4
eines Snowboards
2.2 Schwungschule als Basis des Carvingturns 5
2.3 Einfluss und Abhängigkeit von Board- und Fahrtechnik 7
3 Der geschnittene Schwung als ultimatives Fahrerlebnis
3.1 Vom fortgeschrittenen Schwingen zum Carving 9
3.2 Carving am Grenzbereich von Mensch, Material und Physik 10
4 Resümee und Ausblick 12
Literaturverzeichnis
2
1 Einleitung
Wer die Geschwindigkeit und das Gleiten mit einem unvergleichlichem Naturerlebnis verbinden möchte kommt am Snowboarden heutzutage wohl zwangsläufig nicht mehr vorbei. In einer harmonischen Mischung aus Eleganz und Kraft zieht der Snowboarder im tiefem Schnee wie auch auf vereisten Pisten in weiten Schwüngen den Hang hinab. Wenn die von Ihm hinterlassene Fahrlinie sich schienenähnlich den Berg hinunterschlängelt und fast einer Schlittschuhspur ähnelt, spricht man vom Carven (engl. = schneiden). Dieses Gleiten auf der Stahlkante des Brettes ohne zu driften, ist jedoch auch erst in jüngerer Zeit möglich, wie zeitgleich auch populär geworden.
Aus dem 16. Jahrhundert stammen erstmals Berichte über Winterfahrgeräte die dem heutigen Snowboard entfernt ähneln. Goldgräber im Rauristal in Österreich benutzten lange Holzbretter, die mit Lenkstangen versehen waren, um von Gebirgsstollen ins Tal zu kommen. Sie gingen als die "Rauriser Knappenrösser" in die Geschichte des Winterfahrsports ein und sind noch heute im Museum in Mürzzuschlag / Österreich zu betrachten. Die Ursprünge des modernen Snowboards als Spass- und Sportgerät kamen jedoch aus bereits etablierten Sportarten. Das Element des Gleitens wurde vom Inlineskaten, bzw. dem Rollschuhfahren impliziert. Weitere Einflüsse hatten die Skateboarder, wie auch die Wellenreiter und Surfer. Viele Skateboardelemente sind in die Tricks der "Freestyler 1 " beim Snowboarden in der Halfpipe eingegangen.
Es war Shervin Poppen, ein Wellenreiter aus den USA / Michigan, der als erster versuchte die Surfbewegung auf den Schnee zu übertragen. Erst schraubte er ein Paar Ski zusammen, dann versuchte er es mit einem überbreiten Wasserski mit Finnen. Aus diesen anfäglichen Basteleien entstand 1965 der "Snurfer", den Poppen zu Tausenden verkaufte und auch erste Wettkämpfe organisierte.
In den späten sechziger und frühen siebziger Jahren entwickelten Jake Burton Carpenter und Tom Sims aus dem Snurfer die ersten Snowboards. Sie beeinflussen noch bis heute den
1 Freestyler fahren ein weiches Brett mit geringer Taillierung um bei mittlerem Tempo und Sprüngen maximale
Sicherheit zu haben. Oft sehr breit um mehr Landefläche und maximale Verdrängung im tiefen Schnee zu
erreichen. Mit Softboot und -Bindung gefahren um Bewegungsfreiheit zu erhöhen
3
Snowboardsport und deren Szene, auch wenn sie in den Siebzigern knapp an einer Pleite, aufgrund eines Snowboardverbots, vorbeischrammten.
Durch die immer steigendere Begeisterung für diesen Sport und dem allmählichen Verblassen des einst implizierten anrüchigen Charakters, ist das "Boarden" spätestens mit der olympischen Anerkennung 1998 gesellschaftsfähig geworden, als Wintersportart endgültig etabliert und die zunehmende Zahl von Anhängern von den schneebedeckten Hängen kaum noch wegzudenken.
"Es macht immer noch süchtig, dieses kleine Brett!" 2 (Petra Müssig, dreimalige Weltmeisterin)
2 Fahrspezifische und boardtechnische Grundlagen
2.1 Besonderheiten und Unterschiede im technischen Aufbau eines Snowboards
Bereits in der Einleitung fiel das Wort Freestyler was darauf hindeutet, dass verschiedene Typen von Snowboardern wie auch dazugehörigen Brettern existieren. Es gibt mittlerweile pro Wintersaison in den Fachgeschäften um die 1500 verschiedene Boards, die sich alle durch spezifische Kenngrößen und Verarbeitungsformen voneinander abheben. Je länger das Board um so schneller und ruhiger sind die Fahreigenschaften, mit jedem Zentimeter weniger wird es instabiler und fängt leichter an zu schwingen (flattern) 3 , dafür ist ein kleines Brett drehfreudiger und verlangt dem Faherer nicht so viel Können ab um es auch bei hohen Geschwindigkeiten und Sprüngen zu beherrschen.
Demzufolge sind bei höheren Geschwindigkeiten Bretter mit einer langen effektiven Kantenlänge 4 günstig, wiederum auf Kosten des Handlings. Dünne Bretter sind leicht umzukanten 5 , allerdings nicht so laufruhig und geeignet bei Powder 6 da das Körpergewicht
2 Petra Müssig, Snowboard basics, Stuttgart 1999, S.13
3 zunehmehndes Aufschwingen des Brettes bei hohem Tempo und Buckeln auf der Piste bis hin zum totalen
Verlust des Kantengriffs
4 Der Teil der Kante der im Schnee tatsächlich greift
5 Der Wechsel von Front- (Kante zu der die Zehen zeigen) auf Backside (Hackenseite) und umgekehrt
6 engl. (umgangssprachlich) = Tiefschnee
4
Arbeit zitieren:
Johannes Wiesner, 2003, Der Carvingturn als "Hohe Schule" des alpinen Snowboardens, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das Ende der Ära Adenauer 1959-1963 - Der lange Abschied
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Seminararbeit, 22 Seiten
Zur Prävention von Haltungsschwächen im Sportunterricht der Realschule
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Examensarbeit, 133 Seiten
What is Postmodernity / Postmodernism?
Anglistik - Kultur und Landeskunde
Referat (Ausarbeitung), 7 Seiten
Der Fußfall von Chiavenna in den Quellen und der wissenschaftlichen Li...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Die Methoden vom guten Unterri...
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Hausarbeit, 80 Seiten
Jugendliteratur im Englischunterricht am Beispiel von Mark Haddons &qu...
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 24 Seiten
Wir rollen - Eine handlungsorientierte Unterrichtsreihe zum experimen...
Sport - Bewegungs- und Trainingslehre
Unterrichtsentwurf, 22 Seiten
Unterrichtsklima - Definition, Strukturen und Einflüsse auf das Unterr...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Studienarbeit, 41 Seiten
A pleading for Literature in the foreign language learner’s classroom
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 11 Seiten
Teaching Intercultural Competence in Secondary Schools
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Der Sturz von Heinrich dem Löwen
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Sport unterrichten – Konzepte und Methoden: Bewegte Schule
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Seminararbeit, 13 Seiten
Die Entmachtung von Herzog Heinrich dem Löwen
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 16 Seiten
Der Sturz Heinrichs des Löwen im Blick zeitgenössischer Geschichtsschr...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 20 Seiten
Sport - Sportarten: Theorie und Praxis: Der Carvingturn als "Hohe Schule" des alpinen Snowboardens ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Johannes Wiesner hat den Text Der Carvingturn als "Hohe Schule" des alpinen Snowboardens veröffentlicht
Johannes Wiesner hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare