BÖRSEN UND AKTIEN: TEUFELSZEUG ODER SINNVOLLE EINRICHTUNGEN?
Doch ob mit Kopf, Bauch oder Computer: Alle wissen, dass das Spiel nur funktioniert, weil sich Menschen zusammentun, um es zu spielen.
Es ist ein zutiefst menschliches Spiel, auch wenn es hin und wieder fast unmenschliche Züge zeigt. Und weil es letztlich aus nichts anderem entsteht als dem Aufeinandertreffen vieler unterschiedlicher menschlicher Psychen mit unendlich
JOSEPH NÖRLING
B ÖRSEN UND AKTIEN: TEUFELSZEUG ODER SINNVOLLE EINRICHTUNGEN?
INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG 1
2 DIE BÖRSE 2
2.1 NAMENSHERKUNFT, GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG UND BÖRSENPLÄTZE IN DEUTSCHLAND 2
2.2 GLIEDERUNG DER BÖRSEN 3
2.2.1 EINTEILUNG NACH DEM HANDELSORT 3
2.2.2 EINTEILUNG NACH DER ART DER GEHANDELTEN GÜTER 4
2.2.3 EINTEILUNG NACH DER ERFÜLLUNGSFRIST 5
2.3 WESENTLICHE FUNKTIONEN DER BÖRSE. 5
2.4 BÖRSENAUFSICHT UND OTC-HANDEL 6
3 AKTIEN 8
3.1 AKTIONÄRSRECHTE UND AKTIENARTEN. 8
3.1.1 EINTEILUNG NACH DEM UMFANG DER VERBRIEFTEN RECHTE. 9
3.1.2 EINTEILUNG NACH DER ART DER ÜBERTRAGUNG 9
3.1.3 EINTEILUNG NACH DER ART DER BETEILIGUNG AM GRUNDKAPITAL 9
3.2 FUNKTIONEN VON AKTIEN 10
4 BÖRSEN UND FINANZINSTRUMENTE IM ZUSAMMENHANG MIT DER FINANZMARKTKRISE 11
4.1 AUSGANGSPUNKT DER KRISE: DAS EIGENHEIM FÜR JEDERMANN IN DEN USA. 11
4.2 DIE ROLLE DER FINANZINSTRUMENTE 12
4.3 WEITERE URSACHEN DER KRISE 14
5 FAZIT. 16
LITERATURVERZEICHNIS
JOSEPH NÖRLING
BÖRSEN UND AKTIEN: TEUFELSZEUG ODER SINNVOLLE EINRICHTUNGEN?
1 EINLEITUNG
Die Begriffe „Börse“ und „Aktie“ sind uns im heutigen kapitalistischen Wirtschaftssystem so gebräuchlich wie nie zu vor. Ihre Existenz erscheint uns fast ebenso selbstverständlich wie die des Geldes. Tatsächlich erfüllen Börsen und Aktien wichtige Funktionen und sind aus der Marktwirtschaft nicht mehr wegzudenken.
Jedoch wird über beide Einrichtungen auch sehr kontrovers diskutiert. Für viele Kritiker sind sie das Symbol beispielloser Spekulationen und moralfreier Profitgier, und damit der Gipfel des ausufernden „Raubtierkapitalismus“. Die vorliegende Arbeit setzt sich deshalb zum Ziel, sowohl den Nutzen und die Vorteile, als auch die negativen Aspekte und Nachteile dieser Einrichtungen zu beleuchten, um damit eine möglichst differenzierte Haltung gegenüber der Thematik zu entwickeln.
Dabei erfolgt zunächst eine Beschreibung des Börsenwesens, seines Ursprungs und seiner wesentlichen Funktionen. Das anschließende Kapitel widmet sich der Erläuterung von Aktien und erklärt deren Aufgaben als Finanzierungs- und Anlageinstrument. Schließlich soll diskutiert werden, inwiefern Börsen und gewisse Finanzinstrumente zum Ausbruch der Finanzmarktkrise beigetragen haben, und warum sie deshalb unter bestimmten Umständen zur Instabilität des Finanzsystems beitragen können.
JOSEPH NÖRLING S EITE 1 VON 16
BÖRSEN UND AKTIEN: TEUFELSZEUG ODER SINNVOLLE EINRICHTUNGEN?
2 DIE BÖRSE
Allgemein gesprochen ist die Börse „eine organisierte Marktveranstaltung, auf der Anbieter und Anleger (Verkäufer und Käufer) zusammentreffen um Handelsabschlüsse zu tätigen“ 1 . Gehandelt werden dabei ausschließlich vertretbare Güter. Ein Gut gilt dann als vertretbar, wenn es von gleicher Art, Beschaffenheit und Qualität ist wie ein anderes Gut der gleichen Gattung. Beide Güter können deshalb problemlos gegeneinander ausgetauscht werden. Diese Austauschbarkeit nennt man Fungibilität - man sagt die Güter seien „fungibel“ (lat. fungi: verwalten, vollbringen). Beispiele für solche vertretbaren Güter sind Effekten (Aktien, Pfandbriefe, Schuldverschreibungen und sonstige Anleihen), bestimmte Gegenstände (Waren, Metalle und andere Rohstoffe, Devisen) und davon abgeleitete Rechte (Derivate). 2
Aufgrund ihrer Fungibilität befinden sich die gehandelten Güter selbst nicht vor Ort, also etwa im Börsengebäude. Der Geschäftsabschluss kommt vielmehr als vertragliches Verpflichtungsgeschäft über die Art, die Menge und den Preis des Guts sowie über den Termin der Erfüllung zustande. Die Übertragung des Eigentums - das sogenannte Verfügungsgeschäftfindet im Anschluss und außerhalb der Börse statt.
2.1 NAMENSHERKUNFT, GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG UND BÖRSENPLÄTZE IN DEUTSCHLAND
Die Herkunft des Wortes „Börse“ ist umstritten. Sehr wahrscheinlich leitet sich der Name von der Patrizierfamilie „van der Beurse“ aus Brügge ab, vor deren Haus sich im 16. Jahrhundert regelmäßig Geschäftsleute versammelten, um Handel mit Geld und Wechseln zu betreiben. Die Zusammenkünfte der Geschäftsleute sind demnach auch der Ursprung für die Börsen in der Form, wie wir sie heute kennen. Die weltweit erste Gründung einer Börse erfolgte 1531 in Antwerpen; in Deutschland entstand die erste Börse im Jahr 1540 in Augsburg. Zunächst wurde vor allem mit Waren, Edelmetallen und Wechselbriefen gehandelt. Im Laufe der Zeit kamen dann Kommunal- und Staatsanleihen dazu, sowie mit dem Beginn der Industrialisierung auch der Handel mit Aktien. Gesetzliche Grundlage für den gegenwärtigen Börsenhandel in Deutschland ist das Börsengesetz von 1896. Darin werden wesentliche Fragen des Börsengeschäftes, z.B. über den Aufbau einer Börse, den Ablauf des Börsenhandels, die Aufgaben der Börsenaufsicht etc., geregelt. 3
1 Adrian, R. / Heidorn, T., Bankbetrieb, 2000, S. 278.
2 Vgl. Adrian, R. / Heidorn, T., Bankbetrieb, 2000, S. 278.
3 Vgl. Glebe, D., Börsenhandel, 2008, S. 14 f.; vgl. auch Adrian, R. / Heidorn, T., Bankbetrieb, 2000, S. 275;
vgl. auch Beike, R. / Schlütz, J., Finanznachrichten, 2010, S. 26. JOSEPH NÖRLING S EITE 2 VON 16
BÖRSEN UND AKTIEN: TEUFELSZEUG ODER SINNVOLLE EINRICHTUNGEN?
Momentan gibt es acht deutsche Börsenplätze: Berlin, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg/Hannover, München und Stuttgart. Die wichtigste Wertpapierbörse befindet sich in Frankfurt am Main. Mehr als vier Fünftel der Umsätze aus dem Aktienhandel in Deutschland entfallen auf diesen Standort, weltweit ist die Frankfurter Wertpapierbörse der drittgrößte Umschlagplatz für Wertpapiere. Die anderen Börsenplätze konzentrieren ihren Handel deshalb vor allem auf regionale Werte (also beispielsweise Aktien von Unternehmen aus der Region rund um den Börsenstandort), und spezialisieren sich auf bestimmte Wertpapierformen (die Stuttgarter Börse handelt z.B. vor allem mit Optionsscheinen, in Berlin konzentriert man sich auf den Handel mit ausländischen Aktien), um sich so in einer Marktnische etablieren zu können. 4
2.2 GLIEDERUNG DER BÖRSEN
Wie das obige Beispiel der regionalen Börsen in Deutschland schon zeigte wird nicht an jeder Börse mit den gleichen Gütern gehandelt. Auch hinsichtlich der Geschäftsabwicklung und der Durchführung des Handels bestehen teilweise erheblich Unterschiede. Zur Gliederung der Börsen kann eine Einteilung nach dem Ort des Handels, nach der Art der gehandelten Güter und nach der Erfüllungsfrist der Geschäfte erfolgen. 5
2.2.1 EINTEILUNG NACH DEM HANDELSORT
Bezüglich des Handelsortes kann man zwischen dem klassischen Präsenzhandel und dem elektronischen Computerhandel differenzieren. Der Präsenz- oder auch Parketthandel ist die ursprüngliche Form der Geschäftsabwicklung an einer Börse. Dabei versammeln sich speziell ausgebildete Händler (Floor-Trader) und Makler (Floor-Broker) in einem Börsensaal. Möchte man als Privatkunde nun z.B. eine Aktie kaufen, kann man sich aber nicht direkt an diese Börsenhändler und -makler wenden. Vielmehr muss man einen „Umweg“ über speziell registrierte Börsenmitglieder nehmen, denn nur diese sind für den Abschluss von Geschäften an der Börse autorisiert. In Deutschland sind das üblicherweise Geschäftsbanken und Wertpa-pierhandelshäuser. Die Händler vertreten diese registrierten Mitglieder auf dem Börsenparkett, nehmen Kauf- und Verkauforders entgegen und versuchen diese bestmöglich auszuführen. Unterstützt werden sie dabei von den Maklern. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, zwischen die Händler der verschiedenen Banken zu treten, und „in kurzer Zeit möglichst viele Geschäfte zwischen diesen zu vermitteln“ 6 . Sie sind meist nur für ein bestimmtes Wertpapier
4 Vgl. Beck, H. / Roth, M., Börse, 2002, S. 22 f.
5 Vgl. Adrian, R. / Heidorn, T., Bankbetrieb, 2000, S. 278 f.
6 Beike, R. / Schlütz, J., Finanznachrichten, 2010, S. 29. JOSEPH NÖRLING S EITE 3 VON 16
Arbeit zitieren:
Joseph Nörling, 2011, Börsen und Aktien: Teufelszeug oder sinnvolle Einrichtungen?, München, GRIN Verlag GmbH
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