Inhaltsverzeichnis
Vorwort…………………………………………………………………… 3
I. Theoretischer Teil
1 Der allgemeine Begriff des Übersetzens 5
2 Das literarische Übersetzen 8
3 Begriffsbestimmung: Roman 14
4 Biografie von Erich Maria Remarque 16
II. Analytischer Teil
5 Vergleichsanalyse von Fragmenten aus dem Roman
Die Nacht von Lissabon unter Berücksichtigung der
Gestalt der Frau
5.1 Zusammenfassung des Romans 18
5.2 Translatologische Analyse der Fragmente 20
6 Zusammenfassung des analytischen Teils 33
7 Streszczenie w języku polskim 36
8 Bibliographie
8.1 Primärliteratur 38
8.2 Sekundärliteratur 38
9 Anhang 40
2
Vorwort
In meiner Diplomarbeit beschäftige ich mich mit der Thematik des literarischen Übersetzens. An einem konkreten Beispiel, in meinem Fall dem Roman Die Nacht von Lissabon von Erich Maria Remarque, werde ich versuchen die Probleme des Übersetzungsprozesses zu verdeutlichen. Es geht dabei darum, Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen Original und Übersetzung ausfindig zu machen.
Meine Arbeit gliedert sich in zwei unmittelbar miteinander verknüpfte Teile. So werde ich im ersten eine kurze Einführung in die Theorie der Übersetzungswissenschaft geben. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werde ich dann im zweiten Teil praktisch anwenden.
In dem theoretischen Teil werde ich mich auf die anerkannten Theorien bekannter Sprachwissenschaftler stützen (K. Dedecius, W. Koller, F. Apel), die sich seit Jahren mit der Eigentümlichkeit des Übersetzungsprozesses auseinandersetzen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem „Literarischen Übersetzen“. Da es sich bei meiner Arbeit um eine Analyse der literarischen Gattung „Roman“ handelt, ist es ebenfalls von Bedeutung die charakteristischen Merkmale des Romans darzustellen. Aus diesem Grund werde ich ebenfalls eine Begriffsbestimmung dieser Gattung vornehmen. Diese gehört ebenso wie die Biographie des Autors zum theoretischen Teil.
Die genaue Kenntnisnahme des allgemeinen Begriffs des Übersetzens, der Technik des Übersetzens sowie weiterer Aspekte, die mit dem Übersetzen verbunden sind, bilden die Grundlage zur Durchführung der sprachlichen Analyse des erwähnten Romans, mit der ich mich im zweiten Teil der Arbeit beschäftige. In diesem analytischen Part wird der Schwerpunkt also auf die praktische Anwendung der Theorie gelegt. Dies geschieht wiederum unter einem vorgegebenen Thema, und zwar Die Gestalt der Frau im translatologischen Vergleich. Dieser Thematik entsprechend habe ich einige Fragmente ausgewählt, anhand derer die Analyse durchgeführt wird.
Besonderes Augenmerk wird dabei der „Transformation“ geschenkt. Diese umfasst verschiedene sprachliche Mittel wie Substitutionen, Ergänzungen, Inversionen und Weglassungen, von denen der Übersetzer zwangsläufig, teilweise aber auch
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eigenständig, Gebrauch macht. Insbesondere die Stellen, an denen der Übersetzer künstlerisch aktiv wird, sind für uns von besonderem Interesse. Gerade dort kann man viel über die Qualität der Übersetzung erfahren. Außerdem sind wir in der Lage anhand dieser Passagen zu bestimmen, ob es sich bei der Übersetzung um eine Adaptation oder einen Transfer handelt.
Auf diesem Wege lässt sich dann wiederum ziemlich präzise der Grad der Äquivalenz bestimmen. Die Auswirkungen der vom Übersetzer vorgenommenen Änderungen auf den Empfänger werden ebenfalls analysiert und bewertet.
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I. Theoretischer Teil
1. Der allgemeine Begriff des Übersetzens
Die Entstehung verschiedener Sprachen hat zwangsläufig den Prozess der Dolmet-schung und der Übersetzung zur Folge. Um die Sprachbarriere in den verschiedensten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu überwinden, muss man übersetzen. Dieser Vorgang ist sehr komplex und von jeher stellten sich den Übersetzern verschiedene Probleme. Generell unterscheidet man zwischen zwei Bereichen, dem literarischen Übersetzen und dem Fachübersetzen. Obwohl das Übersetzen so alt ist wie die Schrift, ist es schwierig eine allgemein gültige Definition des Begriffs aufzustellen. Im Brockhaus von 1957 heißt es dazu: „Die Übertragung von Gesprochenem oder Geschriebenem aus einer Sprache in eine andere.“ 1 Dieser Erklärungsversuch ist relativ alt und im Laufe der Zeit haben sich die Ansichten über dem Vorgang des Übersetzens gewandelt. So heißt es bereits 1979 in Meyers Enzyklopädischem Lexikon: „Die Übersetzung ist eine Wiedergabe eines Textes in einer anderen Sprache. Sie ist Form der schriftlichen Kommunikation über Sprachgrenzen hinweg im Gegensatz zur aktuellen, mündlichen Vermittlung des Dolmetschers.“ 2 Es wird also bereits eine deutliche Abgrenzung zwischen Dolmetscher und Übersetzer vorgenommen.
Im Laufe der Jahre haben sich viele bekannte Sprachwissenschaftler mit der Problematik des Übersetzens auseinandergesetzt. Das Hauptproblem besteht darin, dass beim Übersetzen oft so viele unterschiedliche Bedingungen erfüllt werden müssen, dass diese sich manchmal sogar gegenseitig ausschließen, eine wirklich zufriedenstellende Übersetzung also quasi ausgeschlossen ist. Wolfram Wills formuliert dieses Problem folgendermaßen: „Die Übersetzungswissenschaft ist und bleibt letztlich eine Grenzwissenschaft, die durch das oft problematische, gleichzeitig
1 Der Große Brockhaus, 16. Auflage, Wiesbaden 1957, Bd. XI, S. 714 in Radegundis Stolze:
Übersetzungstheorien. Eine Einführung, Tübingen 1994, S. 13.
2 Meyers Enzyklopädisches Lexikon, Mannheim / Wien / Zürich 1979, Bd. 24, S. 76 in Radegundis
Stolze: Übersetzungstheorien. Eine Einführung, Tübingen 1994, S. 13.
5
zentripetal und zentrifugal wirkende Kräftespiel zwischen objektiven und subjektiven Faktoren charakterisiert ist.“ 3
Werner Koller definiert den Prozess des Übersetzens wie folgt: „Übersetzen besteht darin, für eine Zeichen-Einheit der Ausgangssprache (AS) eine zielsprachliche Einheit zu finden, die in dem gegebenen Kontext dieselbe Bedeutung besitzt.“ 4 Viele Sprachwissenschaftler haben eigene Definitionen des Begriffs der Übersetzung aufgestellt, jeder hat dabei andere Schwerpunkte gesetzt und trotz verschiedener Prioritäten kann man nicht behaupten, dass die eine Definition schlechter als die andere wäre. Das Thema ist einfach zu komplex, um eine, für alle Teilaspekte der Übersetzung zutreffende Definition aufzustellen. Ein weiterer Beitrag von Wolfram Wills bringt eine weitere Komponente der Übersetzung ins Spiel: „Übersetzen ist ein Textverarbeitungs- und Textverbalisierungsprozess, der von einem ausgangssprachlichen Text zu einem möglichst äquivalenten zielsprachlichen Text hinüberführt und das inhaltliche und stilistische Verständnis der Vorlage voraussetzt. Übersetzen ist demnach ein in sich gegliederter Vorgang, der zwei Hauptphasen umfasst, eine Verstehensphase, in der der Übersetzer den ausgangssprachlichen Text auf seine Sinn- und Stilintention hin analysiert und eine sprachliche Rekonstruktionsphase, in der der Übersetzer den inhaltlich und stilistisch analysierten ausgangssprachlichen Text unter optimaler Berücksichtigung kommunikativer Äquavialenzgesichtspunkte reproduziert.“ 5 Für Wills beinhaltet der Übersetzungsvorgang also ebenfalls eine Phase des Verstehens. Die Anforderungen an den Übersetzer sind also ungleich höher. Er muss nun nicht nur die Sprache beherrschen, sondern ebenfalls den sachlichen und emotionalen Gehalt einer Vorlage erfassen und diesen bei der Übersetzung berücksichtigen. H. Vernay schreibt dazu: „Wir definieren zunächst Übersetzen als den Akt, der eine in einer Sprache A gegebene Information so in eine Sprache B überträgt, dass die in Sprache B erhaltene relevante Informationsmenge mit jener in Sprache A identisch ist. Wir betrachten also den Übersetzungsvorgang als ein zweisprachiges Kommunikationsereignis, dass sich zwar der Sprache der Kommunikationsmittel
3 Wills, Wolfram: Kognition und Übersetzen. Zu Theorie und Praxis der menschlichen und der
maschinellen Übersetzung, Tübingen 1988. Auf http://www.fask.uni-mainz.de, 04.05.2007.
4 Koller, Werner: Anmerkungen zu Definitionen des Übersetzungsvorgangs und zur
Übersetzungskritik, 1970. In Wolfram Wilss (Hrsg.): Übersetzungswissenschaft, Darmstadt 1981,
S.263.
5 Wills, Wolfram: Übersetzungswissenschaft. Probleme und Methoden, Stuttgart 1977. In Friedman
Apel: Literarische Übersetzung, Stuttgart 1983, S. 5.
6
bedient, bei dem aber auch nichtsprachliche kommunikationsrelevante Faktoren mit in Betracht gezogen werden müssen.“ 6 Ähnlich wie Wills betont auch Vernay die „nichtsprachlichen kommunikationsrelevanten Faktoren“. Dieser Faktor ist wohl die Hauptursache für die kontroversen Diskussionen der Sprachwissenschaftler. Die Debatten kreisen dabei immer wieder um denselben Streitpunkt: Wie frei oder treu soll der Übersetzer übersetzen?
6 Vernay, H.: Möglichkeiten und Grenzen einer sprachwissenschaftlichen Beschreibung des
Übersetzungsvorgangs. in Radegundis Stolze: Übersetzungstheorien. Eine Einführung, Tübingen
1994, S. 47.
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2. Das literarische Übersetzen
„Die literarische Übersetzung ist die wahrscheinlich bekannteste bzw. in der Öffentlichkeit meistdiskutierte Erscheinungsform des Übersetzens, macht jedoch nur einen geringen Anteil des Übersetzungsmarktes aus. Im Vergleich zu Übersetzern von Gebrauchstexten erzielen literarische Übersetzer in der Regel ein deutlich geringeres Einkommen, weshalb die Entscheidung für diesen Beruf wohl in den meisten Fällen in der persönlichen Begeisterung für Literatur bzw. für eine bestimmte Sprache und Kultur begründet liegt. Literarische Übersetzungen spielten und spielen eine bedeutende Rolle für den interkulturellen Austausch, das Bild anderer Kulturen in einer bestimmten Sprachgemeinschaft und die Entwicklung nationaler Kultur und Identität.” 7
Das literarische Übersetzen kann sicherlich als die Königsdisziplin der Übersetzung angesehen werden. Bei keiner anderen Form der Übersetzung werden so hohe Ansprüche an den Übersetzer gestellt. Der Prozess einer literarischen Übersetzung ist eine der komplexesten menschlichen Geistestätigkeiten überhaupt.
„Es gibt kaum eine Frage in der jahrhundertealten Auseinandersetzung mit dem Übersetzen, die intensiver und kontroverser diskutiert worden ist, als die der theoretischen und praktischen Möglichkeit oder Unmöglichkeit des Übersetzens. Das Spektrum der Antworten reicht von der These der absoluten Übersetzbarkeit, über die Bejahung der Übersetzbarkeit im Teilbereich der denotativen Bedeutung bzw. der rationalen Komponenten des Informationsgehalts bis zur Verneinung der Übersetzbarkeit für eine ganze Textgattung und bis zur Charakterisierung des Übersetzens als einer prinzipiell unmöglichen Aufgabe.“ 8
7 Übersetzung (Sprache), http://de.wikipedia.org, 04.05.2007.
8 Die literarische Übersetzung als sprachlicher und kultureller Transfer, http://www.e-scoala.ro,
28.12.2006.
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Arbeit zitieren:
Magister Dominika Karina Szot, 2007, Die Gestalt der Frau im translatologischen Vergleich anhand des Romans "Die Nacht von Lissabon" von Erich Maria Remarque, München, GRIN Verlag GmbH
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