Inhaltsverzeichnis
1. Diamanten Produktionsländer 3
2. Größen/Klassifizierung 4
2.1. Diamantenverwendung 4
2.2. Eigenschaften und Verwendung. 5
3. Entstehung von Diamanten. 6
3.1. Primäre und sekundäre Lagerstätten 7
3.2. Entstehung in der Natur. 8
3.2.1 Kimberlit. 8
3.2.2 Lamproit. 9
3.2.3. Meteorit. 9
3.2.4. Kontinent-Kontinent Kollision. 10
3.3. Künstliche Herstellung. 10
4. Diamantgewinnung in Namibia. 11
4.1. Historische Entwicklung. 11
4.2. Entstehung des Sperrgebietes. 12
4.3. Entwicklung nach der Kolonialzeit. 13
4.4. Geisterstadt Kolmanskuppe 14
5. Literaturverzeichnis 16
Die sandigen Straßen von Lüderitzbucht füllten sich mit einer verwirrenden Menge von hastigen
besessenen Menschen. Über Nacht wurde der ruhige Ort zu einer fieberhaften, summenden
Metropolis, in der alle Sprachen der Welt durcheinanderschwirrten und wo jeder dem Glück
1 nachjagte, das ihm der Besitz der Diamanten zu verheißen schien. 1. Diamanten-Produktionsländer
Die erste Erwähnung und Beschreibung von Kristallen und mit hoher Wahrscheinlichkeit von Diamanten soll in einem Sanskrit-Text aus Indien entstammen (vermutlich zwischen 320-296 v. Chr. verfasst). Die klassischen Länder, in denen Diamantvorkommen erstmals entdeckt wurden, waren also Indien und Indonesien (Borneo). In Indien wurden die Diamanten damals nicht bearbeitet, erst im 14. Jahrhundert begannen europäische Schleifwerkstätten, die Flächen der Diamanten zu polieren. Der Diamantenpolierer Van Berquem hat die Erzeugung symmetrisch geordneter Facetten mittels einer Mischung aus Öl und Diamanten im 15. Jahrhundert erfunden. Diese Verarbeitung verlieh dem Schmuckstein mehr Brillanz (Feuer). Die indischen alluvialen Lagerstätten deckten lange Zeit den Nachfragebedarf ab, bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts auch in Brasilien ergiebige Diamantvorkommen entdeckt wurden, welche für etwa 150 Jahre die vor allem auf dem europäischen Markt weiter steigende Nachfrage sicherten. Diese neuen und ertragreichen Diamantfelder wurden um 1721 in Brasilien entdeckt. Ende des 19. Jahrhunderts waren die brasilianischen und indischen Vorkommen erschöpft. Im selben Zeitraum kam in Afrika das Diamantfieber auf. In der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts entdeckte man dort zunächst sekundäre alluviale Diamantvorkommen in Südafrika. 1866 fand man durch Zufall erste Diamantsteine in der Nähe von Kimberley. Bereits 1870 waren schätzungsweise fünfzigtausend Arbeiter zugegen, um die wertvollen Steine auf den Diamantfeldern von Kimberley zu schürfen. Schließlich fand man bei weiteren geologischen Untersuchungen im Areal der Stadt Kimberley im sogenannten Blue Ground diamanthaltiges Muttergestein, also Primärlagerstätten, so dass dieser Art des Muttergestein 1897 der Namen Kimberlit verliehen wurde. Weitere alluviale Diamantvorkommen wurden 1908 in Namibia entdeckt. Den ersten Fund las Zacharias 2 3 Lewala, ein farbiger Bahnarbeiter, beim Schaufeln im Sand in der Nähe von Lüderitz auf. 4
1 Freyberg, Hermann (1943): Diamanten in der Namib. Roman aus der Zeit der ersten Diamantenfunde in Deutsch-
Südwestafrika. Kempen. S. 9.
2 Schwarz, Ulrich (2000): Diamant. Naturgewachsener Edelstein und maßgeschneidertes Material. In: Chemie in
unserer Zeit. 34. Jahrgang. Heft 4. Weinheim. S.212 f.
3 Klimm, Ernst et al. (1980): Das südliche Afrika. In: Wissenschaftliche Länderkunden. Band 17. Darmstadt. S. 122. 4 Levinson, Olga (2007): Diamanten im Sand. Das wechselvolle Leben von August Stauch. Windhoek. S. 40.
2. Klassifizierung, Eigenschaften und Verwendung von Diamanten 2.1. Klassifizierung
Das Wort Diamant leitet sich aus dem Griechischen αδάμας (adámas) und Διαφάνεια (diaphainein) ab und bedeutet: unbezwingbar und durchscheinen. Naturgewachsene Diamanten werden nach den vier „c“ klassifiziert: clarity, colour, carat und cut. Die Bestimmung der Reinheit des Diamanten, clarity, erfolgt bei zehnfacher Vergrößerung; hierbei werden die Kristalle in lupenreine Exemplare und solche mit Einschlüssen 5 unterschiedlicher Größe eingeteilt.
Die Farbe, colour, wird durch Feststoffeinschlüsse anderer Materialen erzeugt (bspw. Bor bei Blauen Diamanten, Wasserstoff in Lila Diamanten, Graphiteinschlüsse in Schwarze Diamanten) oder aber durch Unregelmäßigkeiten im Kristallwachstum (bspw. Rote und Braune Diamanten). Die häufigste vorhandene Farbgebung (Braune und Gelbe Diamanten) wird durch Stickstoffverunreinigungen hervorgerufen. Stickstoffreiche Kristalle (bis zu 2500ppm) werden meist gelblich verfärbt und werden mit der Bezeichnung Typ-I-Diamant versehen. Kristalle vom Typ-Ib (etwa 300ppm) sind durch die homogene Substitution einzelner Kohlenstoffpositionen durch Stickstoffatome bestimmt und führen zu transparenten, gelb gefärbten Kristallen. Diamanten dieser Art sind sehr selten und kommen in natürlichen Lagerstätten mit einer Häufigkeit von weniger als 0,1% vor. Die am häufigsten vorkommenden Diamanten sind jene vom Typ-Ia mit einer Häufigkeit von etwa 90% und sind durch diamagnetische, mehratomige Stickstoffeffekte hervorgerufen. Neben der erwähnten Typ-I Gruppe existiert die Typ-II Gruppe, welche sich dadurch auszeichnet weniger als 2ppm an Stickstoff zu besitzen. Diese finden vor allem Verwendung in der Halbleitertechnologie. Man unterscheidet hierbei in Typ-IIa, halbleitende
Kristalle(spezifischer Widerstand bei 10Ω/cm) und Typ-IIb, isolierende (spezifischer 6 7 Widerstand größer als 1016 Ω/cm).
Carat ist die Gewichtseinheit, die für das Wiegen von Diamanten verwendet wird. Vor dem Weiterverkauf werden die natürlich vorkommenden Steine in Industrie- und Schmuckdiamanten getrennt. Als Diamantsteine werden in der Regel nur jene etikettiert, die eine Stückgröße von über einem Karat (0,2 Gramm) vorweisen. Kleinere also leichtere
5 Schwarz, Ulrich (2000): Diamant. Naturgewachsener Edelstein und maßgeschneidertes Material. In: Chemie in
unserer Zeit. 34. Jahrgang. Heft 4. S. 214ff. 6 Ebd. S. 214ff..
7 Bender, Harald -Diamant Kontor-: http://www.diamanten-diamant.de/farbige.html
Steine werden in die Kategorie mêlée (Gemischtes) zugeordnet. Die Bezeichnung Karat stammt vom arabischen qirat ab. Qirat wird der Samen des Johannisbrotbaums, Ceratonia siliqua, genannt und wurde früher wegen seines konstanten Gewichts (im Schnitt 197mg) zum Wiegen von Edelsteinen und Gold verwendet. 1907 wurde vereinbart, dass ein Karat exakt 200mg entspricht.
Der Cut bezeichnet die 1971 von der American Gem Society bestimmten Schliffgüten nach RAL 560 A5E. Man unterscheidet zwischen hervorragende Brillanz (sehr gut), gute Brillanz (gut), Brillanz gemindert (mittel) und Brillanz erheblich gemindert (gering). Die Schliffgüte ist ausschlaggebend, ob der Diamant in bunten Lichtfarben Feuer sprüht oder lediglich 8 funkelt.
Abhängig von den vielfältigen Kristallformen, welche die jeweiligen Steine besitzen, werden die Rohdiamanten nach möglichen Fertigungsmustern geordnet. Aufgrund dieser Auswahl werden die meisten Diamanten für den Export nach Brillant-, Smaragd-, 9 10 11 12 Baguetten-, Marquisen- und Binnenschliff vorproduziert.
2.2. Eigenschaften und Verwendung
Diamant ist eine Modifikation des Kohlenstoffs. Die physikalischen Eigenschaften der Diamanten sind für viele Bereiche attraktiv. Das heute bekannte härteste Material wird durch Staub mechanisch nicht angegriffen und hat somit gerade als Schmuckstein eine hohe Lebensdauer. Die Härte des Diamants beruht auf seinen kubisch kristallisierten Bau, bei dem alle C-Atome tetraedrisch angeordnet sind. Diamant ist ein sehr schlechter elektrischer Leiter, aber so wie alle Kristalle ein guter Wärmeleiter. Die Dichte des Materials beträgt 3,52g/ccm (im Vergleich: Gold 19,32g/ccm). Darüber hinaus wird das Material wegen seiner hohen Fähigkeit zur Lichtbrechung (Dispersion), die Verwendung in der optischen Physik findet und abhängig vom Schliff ist, sowie aufgrund seiner hohen thermischen Leitfähigkeit, die in der Hochtemperaturelektronik sehr vorteilhaft ist, geschätzt. Dünne Schichten aus diamantartigem Kohlenstoff können in großtechnischer
8 Schumann, Walter (2001): Gemstones of the world. New York. S. 93 f.
9 Klimm, Ernst et al. (1980): Das südliche Afrika. In: Wissenschaftliche Länderkunden. Band 17. Darmstadt. S. 126. 10 Schwarz, Ulrich (2000): Diamant. Naturgewachsener Edelstein und maßgeschneidertes Material. In: Chemie in
unserer Zeit. 34. Jahrgang. Heft 4. S. 213f.
11Okrusch, Martin; Matthes, Siegfried (2005): Mineralogie. Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie
und Lagerstättenkunde. Heidelberg. S. 27.
12 Haas, Alois et al. (2004): Diamant. Zauber und Geschichte eines Wunders der Natur. Berlin. S.15.
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2010, Diamanten in Namibia: Herkunft - Entstehung - Gewinnung, München, GRIN Verlag GmbH
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