Inhalt Seite
1. Einleitung
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2. Georg Brandes
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3. Die Hauptströmungen der Literatur des 19. Jahrhunderts
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3.1 Heine als Weltbürger 4
3.2 Vergleich mit anderen Dichtern 5
3.3 Einflüsse auf das Schaffen Heines 6
3.4 Prosa 7
3.5 Frankreich und Napoleon 7
3.6 Die beiden Grenadiere 8
3.7 Heine als revolutionärer Dichter 9
3.8 Das Kind und der Jugendliche Heinrich Heine 10
3.9 Heine und die Frauen 11
4. Fazit
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5. Literatur Internetquelle
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1. Einleitung
Wenn man sich selbst oder einem Mitmenschen die Frage stellt, welche Inhalte eine Literaturgeschichte enthalten muss, ist auf den ersten Blick klar ersichtlich, wie diese strukturiert sein sollte und was in ihr enthalten sein müsste. Natürlich ist zunächst einmal zu klären, ob z.B. Literatur aus Europa oder ausschließlich deutsche Literatur behandelt werden soll. Unabhängig davon werden jedoch vermutlich die meisten Menschen eine klare Vorstellung davon haben, dass die Dichter, Lyriker etc. in chronologischer Abfolge zu behandeln sind. Auch sollte die Literaturgeschichte so gegliedert sein, dass die Protagonisten in der Epoche zu finden sind, der sie zugeordnet werden. Dabei erwartet man zunächst eine kurze biographische Einordnung und evtl. einen Hinweis oder eine Darstellung wichtiger Werke. Dies sollte alles recht neutral und sachlich formuliert sein, so wie „Geschichtsschreibung“ in der Regel ja auch ist - eine Darlegung von Fakten. Es lässt sich jedoch die Frage stellen, ob dies der einzige und vor allem, ob dies der einzig richtige Weg ist, um sich mit der Geschichte der Literatur auseinanderzusetzen. Die Herangehensweise von Georg Brandes in seinem Werk Hauptströmungen der Literatur des neunzehnten Jahrhunderts, welches zwischen 1871 und 1890 entstand und im Jahr 1924 in einer von Brandes selbst überarbeiteten Ausgabe nochmals verlegt wurde, ist eine andere. Am Beispiel Heinrich Heines soll im Folgenden auf die Darstellung Brandes eingegangen werden. An passender Stelle wird zum Vergleich bzw. zur Abgrenzung die Geschichte der deutschen Literatur von Helmuth Nürnberger (2006) herangezogen. Dabei sollen einzelne Aspekte der Geschichtsschreibung aus Brandes Werk dargestellt werden, um Unterschiede zu verdeutlichen.
2. Georg Brandes
Der dänische Literaturkritiker, Schriftsteller und Philosoph Georg Brandes wurde am 4. Februar 1842 unter dem Namen Morris Cohen in Kopenhagen geboren, wo er auch am 19. Februar 1927 starb. In seiner Geburtsstadt studierte Brandes Philosophie und Rechtwissenschaften. Sein Studium führte ihn später nach Paris, wo er neben John Stuart Mill auch andere Philosophen traf. So hatte er dort u.a. auch Kontakt mit Hippolyte Taine, über den er später seine Dissertation schrieb (vgl.
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Brandes-Gesellschaft, 2010). Wie auch andere Schriftsteller Skandinaviens, die zu der Zeit von Georg Brandes lebten, hat dieser sich ausführlich mit den Schriften und Gedanken des Philosophen Søren Kierkegaard auseinandergesetzt. Hierin lässt sich evtl. der Ursprung für die spätere Offenheit gegenüber Friedrich Nietsche finden (vgl. Heitmann, 2006). Brandes trat im Jahr 1887 mit Nietsche in Kontakt und korrespondierte in der Folgezeit regelmäßig mit ihm. Im darauf folgenden Jahr informierte Brandes Nietsche darüber, dass er seine Bekanntheit stark fördern wolle und begann kurz darauf mit einer Vorlesungsreihe in seiner Heimatstadt, die dazu führte, dass Nietsches Texte in anderen Ländern Europas und auch in Deutschland vermehrt rezipiert wurden (ebd.). Widerstände in Kopenhagen führten in der folgenden Zeit dazu, dass Brandes für einige Jahre nach Berlin ging. Im Jahr 1902 wurde er jedoch nach Kopenhagen zurück berufen, um dort als Professor für Philosophie tätig zu werden (vgl. Brandes-Gesellschaft, 2010). Brandes bereiste in der Folgezeit immer wieder das europäische Ausland um Vorträge zu halten (ebd.). Themen und Probleme, die Brandes durch die von ihm betrachtete Literatur an die Öffentlichkeit brachte, waren z.B. die Ehe, Religion, Sexualität und Eigentumsverhältnisse. Hier zeigt sich, dass er diese Themen als wichtige, zu behandelnde Themen seiner Zeit erkannte (vgl. Heitmann, 2006). Ebenso setzte er sich für die Freiheit der Wissenschaft und Forschung ein (vgl. Brandes-Gesellschaft, 2010). So kann die Rolle und Funktion die Georg Brandes ausführte als frei denkender und handelnder, zeitkritischer Intellektueller verstanden werden (vgl. Heitmann, 2006).
3. Die Hauptströmungen der Literatur des 19. Jahrhunderts
Wie bereits in den einleitenden Worten erwähnt wurde, soll der Schwerpunkt dieser Arbeit in dem Werk Die Hauptströmungen der Literatur des neunzehnten Jahrhunderts liegen. Schon vor der eigentlichen Lektüre des Kapitels, welches Georg Brandes in seiner Betrachtung der Literatur dem Schriftsteller Heinrich Heine gewidmet hat, fällt auf, dass der Umfang ein deutlich größerer ist als in anderen Literaturgeschichten. So erstreckt sich das Kapitel seines dritten Bandes, in welchem er sich im Wesentlichen mit Heine auseinandersetzt, über einen Abschnitt von mehr als 70 Seiten. Dabei enthält jede dieser Seiten einen eigenen
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Schwerpunkt, der durch eine eigene Überschrift dieser Seiten dargestellt wird. Der erste Abschnitt beginnt mit der schlichten Überschrift „Heinrich Heine“, gefolgt von „Heines Einfluss in Europa“. Als weitere Beispiele lassen sich die Überschriften „Heine als revolutionärer Dichter“, „Heines Knabenjahre“ und „Die Liebe zu zwei Schwestern“ nennen. Andere Literaturgeschichten, so z.B. die „Geschichte der deutschen Literatur“ von Helmuth Nürnberger (2006), Die deutsche Literatur in Text und Darstellung. Vormärz (2005) oder auch Illustrierte Geschichte der deutschen Literatur (1999) weisen eine wesentlich geringere Seitenzahl auf, auf denen Heinrich Heine im Mittelpunkt der Betrachtung steht. In Brandes´ Werk sehe ich als Anfang des Kapitels über Heine den Beginn der Seite 370. Zuvor wurde Heinrich Heine zwar schon einige Male erwähnt, allerdings im Zusammenhang mit anderen Autoren. So geschah dies z.B. als Brandes sich thematisch mit Ludwig Börne auseinandersetzte. Anders als Nürnberger in seinem Werk Geschichte der deutschen Literatur (2006), ebenso wie Vaßen (2005), die beide zu Beginn einen kurzen Überblick über das Leben Heinrich Heines geben, indem sie u.a. Geburts-und Sterbedaten und wichtige Stationen seines Lebens erwähnen, beginnt Brandes damit, dass er sich mit dem Namen Heinrich Heine befasst. Dieser eher ungewöhnliche Einstieg ist m.E. schon ein Hinweis darauf, dass Brandes weitaus subjektiver und selektiver vorgeht als dies vielfach in anderen Literaturgeschichten der Fall ist. In dem Diphthong „ei“, der sowohl im Vor- als auch im Nachnamen an gleicher Position zu finden ist, hört Brandes einen Flötenton, der in Form eines helles und scharfen Klanges zu hören ist. In der folgenden Allegorie bezeichnet er Heine als lockeren Flötenspieler, der sowohl in Europa viele Menschen dazu brachte seinem Flötenspiel zuzuhören als auch in anderen Teilen der Erde (vgl. Brandes, 1924, S. 370). Das Bild eines lockeren Flötenspielers entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn in einem späteren Abschnitt zu lesen ist, dass Heinrich Heine jeglichem Geräusch, auch der schönen Stimme seiner Schwester oder dem Klang eines Klavieres, mit Abneigung gegenüber stand (ebd., S.387). Der gesamte Aufbau der Literaturgeschichtsschreibung bei Georg Brandes ist deutlich abzugrenzen von der Helmuth Nürnbergers. Nürnberger beginnt, wie bereits erwähnt, mit einer kurzen biographischen Darstellung Heines. Im Folgenden beschreibt er dann recht objektiv, in welche literarische Zeit Heine einzuordnen sei. Er geht auf seine Werke ein und stellt dar, mit welchen bedeutsamen Menschen Heine im Verlauf seines Lebens in Kontakt trat und wo er wirkte. Im Gegensatz
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Arbeit zitieren:
Andreas Hansen, 2010, Georg Brandes: Literaturgeschichtsschreibung bei Brandes am Beispiel des Lyrikers Heinrich Heine, München, GRIN Verlag GmbH
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