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Inhaltsverzeichnis
Einleitung. 2
Topographie. 2
Forschungsgeschichte. 2
Grabformen , Urnen und Beigaben. 4
Relative Chronologie von San Vitale und Benacci. 6
San Vitale 6
Benacci - Caprara. 8
Absolute Chronologie. 9
Fazit. 11
Literaturverzeichnis. 13
Abbildungen 14
Einleitung
Zu Beginn des letzten vorchristlichen Jahrtausends entwickelte sich die Urnenfelderkultur, die der genannten Villanovakultur. Benannt wurde sie nach dem Vorort Villanova in der Nähe von Bologna, in Italien. Die Villanovakultur ist durch die zahlreichen Gräberfelder mit tausenden von Gräbern und runden bzw. ovalen Hausgrundrissen unter dem mittelalterlichen Stadtkern belegt. Ebenso wichtig sind die bikonischen Urnen, durch die die Villanovakultur häufig definiert wird. Diese Vielzahl von Gräberfeldern deutet auf eine vermutlich reiche Siedlung, die über lange Zeit hinweg fortlebte. Trotzt einer großen Anzahl von archäologischen Funden sind die Publikationen über der Villanovakultur meist sehr spärlich und strittig. 1 Ziel dieser Seminararbeit ist die Durchführung einer so weit wie möglich vollständigen Untersuchung der „Villanoviano“ Urnenfelderkultur während der Spätbronzezeit beginnenden Eisenzeit. Allerdings werden im Rahmen der Arbeit nur die Gräberfelder in der Nähe von Bologna im näheren Betracht gezogen.
Topographie
Bologna befindet sich in Norditalien am Rand der fruchtbaren Po-Ebene und im Schnittpunkt wichtiger Verkehrswege (s. Abb.1). 2 Unter dem Stadtkern von Bologna wurden zahlreiche Gräberfelder entdeckt (s. Abb.2). Im westlichen Teil von Bologna liegen dicht zueinander die Gräberfelder Benacci, Benacci-Caprara, Stradello della Certosa und Aronaldi. Im östlichem Teil von Bologna dagegen befindet sich das Gräberfeld San Vitale.
Forschungsgeschichte
Der Forschungsstand der oben erwähnten Gräberfelder Bologna's wird oft von den heutigen Forschern als mangelhaft bezeichnet, sowohl wegen fehlender Publikationen, als auch wegen der unvollständigen Untersuchungen der Gräberfelder. Allerdings sind in den letzten zwanzig Jahren neue Publikationen erschienen, die sich stets nach modernen Gesichtspunkten richten 3 . In diesem Kapitel wird die Forschungsgeschichte der bolognesischen Gräberfelder systematisch dargestellt.
1 RGA, Band 3, 213-215 s.v. Bologna ( O./H. Frey)
2 RGA, Band 3, 213-215 s.v. Bologna ( O./H. Frey)
3 M.Trachsel, Untersuchungen zur relativen und absoluten Chronologie der Hallstattzeit Teil I. Universitätsforsch. Prähist. Arch. 104 (Bonn 2004) S. 220
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Als der Archäologe Giovanni Gozzadini in den Jahren 1853-1855 einen Teil vom Gräberfeld „Benacci“auf seinem Privatgrundstück in der Nähe von Bologna freigelegt hatte, kam zum ersten Mal der Begriff Villanovakultur zum Erscheinen. Im Jahr 1855 publizierte Gozzadini die Ergebnisse seiner Untersuchungen im Buch „Di un sepolcreto etrusco scoperto presso Bologna“. Wie man vom Namen der Publikation schon Schlussfolgerungen ziehen kann, ordnete Gozzadini die Villanovakultur den Etruskern zu. 4 Diese Zugehörigkeit der Villanovakultur zu den Etruskern löste große Diskussionen aus.
Nach der Entdeckung neuer Gräberfelder wie Aronaldi und Certosa wurde die These Gozzadinis im Jahr 1870 während des Kongresses für Archäologie und Prähistorische Antrophologie in Bologna durch die Forscher Zanoni und Brizio stark bestritten. Ihre Begründung dafür lag darin, dass die Gräberfelder der Villanovakultur und der Etrusker stets benachbart zueinander standen, jedoch blieben sie immer separat voneinander. Dies wiederum führte zur Überlegung, ob die beiden Kulturen wirklich eine und die selbe sein können. Zanoni und Brizio waren der Meinung, dass es nicht möglich ist, die Villanovakultur als Koloniestadt der Etrusker zu betrachten, da die Villanovakultur schon vor dem 6 Jh. v. Chr. zu datieren ist, wohingegen die Etrusker erst Ende des 6 Jhs. v. Chr. ihre erste Koloniestädte gründeten. 5
Zur dieser Zeit wurde eine relative Chronologie erarbeitet, die die Gräberfelder in die Stufen Benacci I und II und Aronaldi unterteilt wurde. 6
Im Jahr 1913 wurde das Gräberfeld San Vitale mit vielen Urnenbestattungen freigelegt. Die dort vorkommenden Beigabentypen waren älter als der von Benacci und Aronaldi Gräberfelder. Aufgrund der Entdeckung von San Vitale musste die relative Chronologie erweitert werden, wobei San Vitale die erste Stufe entsprechen sollte. Um das Verfeinern dieser neuen Chronologie haben sich viele Forscher bemüht. Åberg erarbeitete im Jahr 1924 eine Aufteilung in die Phasen Benacci I-III und Aronaldi, indem Benacci I der Stufe San Vitale gleich kam. Kurz darauf ist von italienischen Forschern eine neue in vier Teilen gegliederte Chronologie, nämlich Villanoviano I bis IV, vorgestellt worden. In den sechziger Jahren des 20 Jhs. bemühten sich die beiden Forscher Müller-Karpe und Kossack sowohl um eine Verbesserung als auch um eine Verankerung dieser Chronologie innerhalb eines großräumigen Chronologiegerüstes. Während Kossack die Vierteilung beibehielt, schlug Müller- Karpe dagegen eine Dreiteilung der Villanovastufe vor. 7 Leider traten immer wieder gewisse umstrittene Punkte wegen der Berücksichtigung von
4 D. Randall- MacIVER, Villanovans and early etruscans. A study of the eary iron age in Italy.(Oxford 1924) S.1
5 D. Randall- MacIVER, Villanovans and early etruscans. A study of the eary iron age in Italy.(Oxford 1924) S.2
6 RGA, Band 3, 213-215 s.v. Bologna ( O./H. Frey)
7 RGA, Band 3, 213-215 s.v. Bologna ( O./H. Frey)
anscheinend nicht geschlossenen Funden in ihren chronologischen Arbeiten auf, so dass zahlreiche andere Forscher wie z.B Frey, Carancini und Kilian weiter versucht haben, die chronologischen Aufsätze der Beiden weiter zu verdeutlichen. Bedauerlicherweise leiden diese Versuche unter einem schlechten Publikationsstand. Von allen Gräberfeldern wurden vollständige Publikationen über die Gräberfelder San Vitale durch Pincelli und Govi und Benacci- Caprara durch Tovoli veröffentlicht. 8
Während der letzten zwanzig Jahren beschäftigten sich Pare und Trachsel mit dem Chronologiesystem von Norditalien, wobei die Untersuchungen Pares sich nur auf den Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit beziehen. Obwohl die beiden Forscher die Cross-Dating Methode anwenden, treten Diskrepanzen zwischen deren Chronologien auf. Pare stellt eine Dreiteilung der Chronologie vor, nämlich Bologna I-III ( s. Abb.5), jedoch berücksichtigt er nicht die Phase Certosa 9 . Trachsel dagegen teilt seine Chronologie in vier Stufen Bologna I-III und Certosa ein 10 .
Im weiteren Verlauf dieser Seminararbeit wird das von Pare vorgeschlagene Chronologiesystem verwendet.
Grabformen, Urnen und Beigaben
Auf den Gräberfeldern der Villanovakultur sind unterschiedliche Grabformen(s. Abb.3) zu beobachten. Die einfachste Grabform war eine zylindrische Grube, in die eine Urne hineingestellt worden ist. Ein weiterer Schutz des Grabs wurde nicht vorgenommen. Man konnte diese Art der Beisetzung auf den Gräberfeldern San Vitale und Benacci beobachten. Ferner bestätigt sich die Vermutung, dass diese die älteste und verbreitetste Grabform war. Gozzadini berichtete, dass 123 Gräber von den insgesamt 193 entdeckten Gräbern auf dem Benaccigrundstück dieser Form entsprachen. 11
Eine weiter uns bekannte Grabform ist die Einschließung und Abdeckung der Urne durch Steinplatten mit einer Größe von bis zu 1,5 m. Die Bedeckung der Urne ähnelte einem kleinen
8 RGA, Band 3, 213-215 s.v. Bologna ( O./H. Frey)
9 C. Pare, Beitrage zum Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit in Mitteleuropa. Teil I Gründzüge der Chronologie im östlichen Mitteleuropa(11-8. Jahrhundert v. Chr.)., In:Jahrbuch des RGZM 45 (Mainz 1999) S. 293-313
10 M. Trachsel, Untersuchungen zur relativen und absoluten Chronologie der Hallstattzeit Teil I. Universitätsforsch. Prähist. Arch. 104 (Bonn 2004) S.227
11 D. Randall- MacIVER, Villanovans and early etruscans. A study of the eary iron age in Italy.(Oxford 1924) S.1-38
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Hügelgrab. Solche Typen von Gräbern sind auf den San Vitale und Benacci Gräberfeldern zu sehen. 12
Die dritte und aufwendigste Form bestand aus einer rechteckigen Kiste, die mit Steinen um mauert wurde. Die Urne selbst stand in dieser Kiste und um sie herum wurden die größeren Beigaben, wie z.B Messer, Waffen und Gefäße wie Vasen, beigelegt. 13
Wie bereits erwähnt, wird die Villanovakultur durch die sogenannten bikonischen Urnen definiert, die zum ersten Mal in Bologna entdeckt wurden. Sie hatten von Beginn an zwei Henkel, wobei der zweite Henkel jedoch während des Begrabnisrituals absichtlich abgebrochen wurde. Die Vielfalt der Urnen auf den Gräberfeldern bereitet Schwierigkeiten bei der Erstellung einer relativen Chronologie. Diese Schwierigkeiten bestehen darin, dass in früheren Perioden Wassergefäße als Urnen benutzt wurden. 14
Die ältesten Urnen, wie z.B die von San Vitale, bestehen nur aus Ton und haben keinen Fuß. Der Henkel ist oft strickartigt gedreht. Dazu gehört stets eine einhenklige Deckelschale, oft mit verziertem Boden. Typische Ornamente sind der Wolfszahn, vielfach variierte Mäandermuster und Fenstermotive(s. Abb.4). 15
Die in Benacci bzw. Benacci-Caprara auftretenden Urnen haben meist einen hohen konischen Fuß und sind aus Ton oder Bronze gefertigt. Die üblichen Ornamente sind eine große kreisförmige Delle, die von kleineren Dellen konzentrisch umgeben ist. Weiterhin sind Mäander zu finden, die teils tief und breit eingedrückt, teils aufgemalt wurden. Ein neues Muster ist das sogenannte Entenmuster. 16
Die Urnen der Aronaldi- und Certosagräberfelder sind entweder sehr breit und fußlos, oder sehr schlank und mit hohem Fuß. Die Konturen des Oberteils sind gradlinig. Sie treten in Varianten aus Bronze oder Ton auf. Es wird dabei eine neue Entwicklung der Technik beobachtet, nämlich die mit cinge rottonig gestempelte Ornamente, wie z.B konzentrische Kreise, gestrichelte Bänder und Bogen, gefüllte Dreiecke, Kreuze, Mäander und Hakenkreuze. Das Entenmuster ist in verschiedene Variationen zu sehen. Als neue Ornamente sind figürliche Darstellungen zu beobachten. 17 Neben den Urnen wurden der Bestattung auch unterschiedliche Gegenstände beigelegt. Einige von ihnen, wie z.B. Fibeln, Nadeln, Armreife und Perlen, lagen in den Urnen mit den Gebeinen der bestatteten Person. Andere dagegen, nämlich etwas größere Gegenstände wie z.B Messer und
12 D. Randall- MacIVER, Villanovans and early etruscans. A study of the eary iron age in Italy.(Oxford 1924), S. 1-38
13 D. Randall- MacIVER, Villanovans and early etruscans. A study of the eary iron age in Italy.(Oxford 1924), S. 1-38
14 D.Randall- MacIVER, Villanovans and early etruscans. A study of the eary iron age in Italy.(Oxford 1924), S. 1-38
15 F. Behn, Italische Altertümer vorhellenistischer Zeit. In: Obrosch. Katalog des RGZM IV (Mainz 1920). S.117
16 F. Behn, Italische Altertümer vorhellenistischer Zeit. In: Obrosch. Katalog des RGZM IV (Mainz 1920) S.117
17 F. Behn, Italische Altertümer vorhellenistischer Zeit. In: Obrosch. Katalog des RGZM IV (Mainz 1920) S.119
Arbeit zitieren:
Teodora Spasova, 2010, Bologna - Urnenfelderkultur während der Spätbronzezeit und dem Übergang zur Früheisenzeit, München, GRIN Verlag GmbH
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