Der hier referierte Text stellt einen Brief des Paulinus von Nola, welcher um 354 in Bordeaux geboren wurde und am 22. Juni 431 in Nola bei Neapel starb, an seinen Freund Sulpicius Severus, einen Mönch und Schriftsteller aus Aquitanien, dar. Der Brief findet sich in dem zweiten Teilband des 25. Band der Fontes Christiani. Es ist der 23. Brief des Paulinus von Nola. Er gliedert sich in 47 Abschnitte und ist mit keinem übergeordneten Titel versehen.
Der Brief soll zunächst zusammengefasst und anschließend auf die von Paulinus von Nola vertretene christliche Meinung und Theologie, mit besonderem Bezug auf seine Vorstellungen von Jesus Christus, untersucht werden.
In ihm beginnt Paulinus mit einer langen Lobeshymne auf seinen Brieffreund Severus sowie auf den von diesem auserwählten Briefboten für die Briefe der beiden, namens Victor. Dabei vergleicht er Severus beispielsweise mit einem Propheten und Heiligen und hebt die anderweitigen Dienste des Victors an seiner Person hervor, die z.B. in der Waschung seiner Füße, im kochen von simplen, asketischen Speisen oder im Schneiden seiner Haare bestanden und denen er dann jeweils tiefer gehende christlich-religiöse Bedeutungen in Form von Metaphern und Allegorien zukommen lässt, wobei die Allegorie des Haares, in verschiedenster Ausprägung, ihm als Grundlage für seine weiteren Ausführungen dient. Daran anschließend fährt Paulinus mit der Erwähnung von Simson und Jesus fort. Paulinus vertritt die Meinung, dass Christus sowohl eine menschliche als auch eine göttliche Natur gleichzeitig besaß. Er lebt als das Wort Gottes bei eben diesem und war, als er auf Erden wandelte, das personifizierte Wort Gottes. Er kam, um Sünde zu bekämpfen, die bis dahin von Gesetzen zwar erfasst aber
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nicht ausgerottet werden konnte. Des Weiteren verbietet Paulinus die Gleichstellung der Menschen mit Jesus, auch in dessen menschlicher Inkarnation. Dies begründet er auf der einen Seite mit dessen ungeschlechtlicher Zeugung (heiliger Geist schwängert Maria) und auf der anderen Seite mit dessen Auftrag, welcher in der Befreiung der Menschen von der Sünde lag, derer er sich selbst nicht schuldig gemacht hat, was ihn auf eine höhere Stufe hebt von der er sich nur herabgelassen hat, um den Menschen zu helfen. Außerdem stellt Paulinus zwei Interpretationen der Geschichte der Tötung eines Löwen durch Simson dar. Hierbei muss erwähnt werden, dass diese Geschichte dem Alten Testament, genauer gesagt dem Buch der Richter und den Kapiteln 13 - 16, entnommen ist. Samson war der drittletzte Richter des Alten Israel vor Beginn der Königszeit und vor allem für seinen üppigen Haarwuchs bekannt, welcher ihm eine unmenschliche Stärke verlieh. Hierbei wird exemplarisch die zuvor erwähnte Nutzung von Allegorien des Haares, die sich durch den gesamten Brief ziehen, hervorgehoben. Zum einen stellt Paulinus also die Interpretation da, dass der tote Löwe Christus darstellt und dessen Mörder Simson das Judentum, welches diesen umgebracht, aber damit gleichzeitig die Gründung der Kirche auf dem Fundament Jesus überhaupt erst ermöglicht hat. Zum anderen die, dass der Honig im Maul des getöteten Löwen - sprich Jesus - die Menschen sind, die er von ihrer Sünde befreit und zu Rechtschaffenden und aufrichtigen Menschen gemacht hat.
Im weiteren Verlauf des Briefes mahnt Paulinus dann dem Vorbild Christi, und derer die seine Taten imitieren und seine Lehren verbreiten, zu folgen und den Sünden der Welt zu widerstehen, da dies die Seele stärkt und zu einem glücklicheren Leben und dem Lohn des Eintritts in das
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Arbeit zitieren:
Philipp-Michael Hebel, 2010, Paulinus von Nola (Fontes Christiani 25, Teilband 2, S. 479 – 577) , München, GRIN Verlag GmbH
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