Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Gegenstand der Arbeit 3
3. Die Rolle von Modalität in der Sprache allgemein 4
4. Die Syntax des Japanischen 5
5. Modalverben im Deutschen 7
6. Modalität im Japanischen 9
6.1. Semantik 9
6.2. Modalität im Vergleich 9
6.3. Entsprechung deutscher Modalverben im Japanischen 9
6.2.1. dürfen 10
6.2.2. können 11
6.2.3. mögen 11
6.2.4. müssen 12
6.2.5. sollen 13
6.2.6. wollen 14
7. Diskussion 14
8. Literaturverzeichnis 16
9. Anhang: Abkürzungsverzeichnis 16
1. Einleitung
Modalverben machen im Grunde genommen eine Aussage darüber, ob eine Handlung gewollt, erlaubt, erwünscht oder möglich ist. Die sechs Verben dürfen, sollen, wollen, können, müssen und mögen gelten im Deutschen als Modalverben. Sie sind vielfältig kombinierbar und stellen für Viele beim Erlernen der deutschen Sprache eine Herausforderung dar, auch deswegen, da im umgangssprachlichen Gebrauch auch andere Verben ihre Funktion einnehmen. Sie können sowohl epistemisch als auch deontisch verwendet werden, und alle sechs Modalverben zeigen ein ähnliches syntaktisches Verhalten.
Das Japanische hingegen kennt keine Modalverben wie im Deutschen. Diese Sprache ist eine agglutinierende Sprache, die ein komplexes System an höflichen Formulierungen besitzt, wofür sie in westlichen Ländern besonders bekannt ist. Das finite Prädikat steht am Ende des Satzes. Durch das Anhängen von Suffixen werden Tempus, Negation etc. zum Ausdruck gebracht. Sätze, die dem Inhalt deutscher Modalverben wie dürfen, können, mögen, müssen, wollen oder sollen entsprechen werden anders formuliert. In dieser Arbeit sollen die unterschiedlichen Satzkonstruktionen im Japanischen, die beispielsweise eine Erlaubnis, eine Aufforderung oder einen Willen ausdrücken, vorgestellt werden. Des Weiteren werden Zusammenhänge und Ähnlichkeiten mit der deutschen Modalität gezeigt.
2. Gegenstand der Arbeit
Im normalen Alltag kommen Modalverben im Deutschen sehr häufig vor. Sie geben Aufschluss darüber, in welcher Weise eine Person handelt, handeln sollte, handeln möchte, handeln darf oder handeln will. Sie modifizieren diese Handlung. Im modernen Japanischen finden sich solche Modalverben nicht, dennoch wird auch hier nicht auf die Modalität verzichtet. Doch wie kann man diese Modalität erfassen? Ausdrücke, die eine Fähigkeit, eine Pflicht oder einen Wunsch beschreiben bzw. eine Vermutung über einen Sachverhalt anstellen, finden sich auch in dieser Sprache. Das Japanische verwendet oft lexikalische und morphosyntaktische Mittel. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht deshalb die deutsche Modalverbkonstruktion und was derselben im heutigen Japanischen entspricht. Wie sehen die funktionalen Entsprechungen im Japanischen aus? Gibt es überhaupt eine Ähnlichkeit mit dem Deutschen, oder muss bei
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der Bildung der Modalität komplett umgedacht werden? Anhand von Beispielen soll dies erläutert werden.
Zunächst erfolgt eine Betrachtung der deutschen Modalverben und ihrer jeweiligen Abgrenzungsmöglichkeiten. Hier soll aber nicht das ganze Spektrum der Modalverben betrachtet werden, sondern nur diejenigen, die sich auch möglicherweise ins Japanische übertragen lassen. Davor soll die japanische Sprache kurz erläutert werden. Die folgenden Beispielsätze wurden unter Zuhilfenahme des digitalen japanisch-deutsch Wörterbuches auf der Internetseite www.wadoku.de erstellt. Dieses Wörterbuch ist gut geeignet, da sich hier sowohl die japanische Schreibweise mit Kanjis als auch die für Japanisch-Anfänger leichtere Schreibweise mit Katakana und Hiragana finden lässt. Dennoch muss festgestellt werden, dass man nicht allzu viele Informationen zu unserem speziellen Themenbereich erwarten kann, auch wenn sich auf dieser gut ausgearbeiteten Seite einige Foren und Wikis für Fragen finden lassen. Um logische Entsprechungen der sechs Modalverben zu finden, wurde jedes Modalverb einzeln betrachtet. Unter zu Hilfenahme unterschiedlicher Literatur, aber auch aufgrund von Vorkenntnissen über die japanische Sprache zeigt die vorliegende Arbeit Befunde zur Modalität bzw. zu den Modalverbkonstruktionen der beiden Sprachen auf. Für die Glossierung der Beispielsätze wurde sich der Leipziger Glossing Rules (vgl. www.eva.mpg.de) bedient. Eine Auflistung aller verwendeten Abkürzungen für grammatikalische Morpheme findet man im Anhang.
3. Die Rolle von Modalität in der Sprache allgemein
Es gibt eine ganze Reihe sprachlicher Mittel um die Modalität auszudrücken. Die zwei Wortklassen der Modalverben und Modalpartikeln drücken die Modalität im Deutschen aus. Die deutschen Modalverben weisen des Weiteren das Phänomen der Polyfunktionalität auf. Darunter wird die Möglichkeit verstanden, sie deontisch oder epistemisch zu gebrauchen, wobei alle sechs Modalverben polyfunktional sind. So kann das deutsche MV müssen als (1) Vermutung (epistemisch) oder aber auch als (2) Befehl (deontisch) gesehen werden, wie in diesem Beispiel:
(1) Er muss der Täter gewesen sein. (2) Er muss gehen!
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Wichtig ist oftmals der Kontext und die jeweilige Kommunikationssituation bei der Anwendung von Modalität. „Wenn epistemische Bedeutungen der Modalverben in einer Äußerung in der Regel auch ohne weiteren Kontext ersichtlich sind, können manche deontische Lesarten nur aus einem Kontext hergeleitet werden.“ (Droessinger 2005: 87, auf www.ceeol.com).
Modalität, die im Deutschen mit Modalverben oder Modalpartikeln beschrieben wird, wird in anderen Sprachen oft mit ganz anderen Mitteln, etwa der Intonation, ausgedrückt. Der Gedanke bleibt dennoch der Gleiche: Es handelt sich um eine modifizierende Aussage im Hinblick auf eine bestimmte Situation. Oft wird in Sprachen, in denen kein Modalverb existiert, dessen Fehlen durch lexikalische Elemente umgangen. Auf Befunde zur Syntax und Semantik des modernen Japanischen soll im folgenden Überblicksweise eingegangen werden, wobei sich hier nur auf die gängige neutralhöfliche Stufe des Japanischen bezogen wird (- desu / - masu - Form). Das Japanische kennt verschiedene Höflichkeitsstufen, die häufig auch am Verb auszumachen sind. Im Japanischen werden Erscheinungen der Höflichkeitssprache meist als respektvolle Sprache = Keego () bezeichnet.
Die folgenden Ergebnisse beziehen sich somit auf das heute gängige moderne Japanisch. Um das Lesen der japanischen Sprache zu erleichtern, wird das Subjekt, Objekt und Verb des Satzes mit Großbuchstaben gekennzeichnet. Soweit es möglich war, wurden die Beispielsätze mit Kanji formuliert, ansonsten mit Hiragana und Katakana (z.B. für Ortsnamen).
4. Die Syntax des Japanischen
Japanische Subjektive kennen kein Numerus, kein Genus und auch keinen Artikel. Ein japanischer Satz enthält meist ein durch eine nachfolgende Partikel markiertes Substantiv und ein Verb, das sich am Ende des Satzes befindet und dessen Tempus veränderbar ist:
(3)
gengogaku=o benkyoo=o sh-imas-u. Educational_science=ACC study-FRM-NPS „Ich studiere Pädagogik.“
(4) Kono kudamono=o tbe-ta=ka . this fruit=ACC eat-PST=QUE „Hast du das Obst gegessen?”
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Arbeit zitieren:
M.A. Sandra Niedermeier, 2009, Modalität - Deutsche Modalverben und ihre Entsprechungen im Japanischen, München, GRIN Verlag GmbH
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