Inhalt
1 Zusammenfassung der wichtigsten Punkte im Quelltext von
SCHOFER /BENDER/UTZ
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2 Der Kommentar von Günter BURKART zum Quelltext
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3 Die Replik zum Kommentar von Günter BURKART
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Literaturverzeichnis
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1 Zusammenfassung der wichtigsten Punkte im Quelltext von SCHOFER/BENDER/UTZ 1
Der Artikel untersucht die Frage, ob und inwieweit Singles als ein individualisiertes Bevölkerungssegment gelten können und wie diese Individualisierung mit einer individualistischen Lebensführung korrespondiert. Singles werden als Alleinlebende unter 60 Jahren definiert, wobei Alleinlebende als alle erwachsenen Personen gelten, die einen Ein-Personen-Haushalt führen.
Nachdem festgestellt wird, daß die Anzahl der Alleinlebenden in der Bundesrepublik Deutschland auf 9,8 Mio. (1989) gestiegen ist und 12,5% der erwachsenen Personen Gegenstand der Untersuchung sind, wird der Ausgangsrahmen für den Text gebildet, nämlich die These der Individualisierung von Ulrich BECK 2 . Diese These besagt, daß seit den 50er Jahren ein gesellschaftlicher Wandlungsprozeß stattfindet, der folgende drei Dimensionen betrifft 3 :
Freisetzungsdimension: Freisetzung der Individuen aus historisch vorgegebenen Sozialformen und -bindungen im Sinne traditionaler Herrschafts- und Versorgungszusammenhänge
Entzauberungsdimension: Verlust von traditionalen Sicherheiten im Hinblick auf Handlungswissen, Glauben und leitende Normen Kontroll- bzw. Reintegrationsdimension: eine neue Art der sozialen Einbindung
SCHOFER/BENDER/UTZ fügen diesen einzelnen Dimensionen vier aktuelle Momente hinzu, die als „Katalysatoren“ 4 eines heutigen Individualisierungsschubs fungieren.
1 Schofer/Bender/Utz: Sind Singles individualisiert?
2 Beck: Jenseits von Klasse und Stand; Beck: Risikogesellschaft. 3 nach Beck
4 Schofer/Bender/Utz: Sind Singles individualisiert? S. 462.
4
(a) die Einkommensentwicklung seit den 60er Jahren, die kollektive Versorgungszusammenhänge (wie z.B. die Ehe oder Familie) entbehrlich werden lassen
(b) die Universalisierung und rechtliche Fixierung von Bildungsansprüchen
(c) neue Verrechtlichungsschübe, die den Einzelnen in ein juristisch fixiertes und verläßliches Klientelverhältnis zum Staat bringen (d) die Integration der Frau in den Arbeitsmarkt
Als wesentliches Kennzeichen für eine gesellschaftliche Individualisierung sehen die Autoren die Freisetzung des Einzelnen aus traditionalen sozialen und familiären Solidaritätsstrukturen an: „Das Führen eines Ein-Personen-Haushalts, nicht verheiratet zu sein sowie eine erhöhte soziale und räumliche Mobilität können daher in einem ersten Schritt als Merkmale individualisierter Personen gelten.“ 5 Weiterhin fungiere der Arbeitsmarkt als wichtiger Motor der Individualisierung. Die Berufstätigkeit bzw. das Vorliegen institutionenabhängiger Individuallagen weisen auf den Individualisiertheitsgrad des Einzelnen hin: der individualisierte Arbeiter sieht seine materielle Versorgungslage nicht mehr abhängig von einer klassenspezifischen Eingebundenheit und traditionaler Solidarität, sondern von seiner persönlichen Kompetenz. Er ist auf sich alleine gestellt, wobei er bei Verlust seiner beruflichen Stellung nicht ins materielle Nichts fällt, sondern die traditionellen Versorgungsfunktionen weitgehend vom Staat übernommen werden.
Der Wegfall von traditionalen Sicherheiten bezüglich Handlungswissen, Glauben und leitende Normen wird durch ein spezifisch individualistisches Wertsystem ersetzt, in dem Unabhängigkeit, Originalität und
5 Ebd. S. 463.
5
Arbeit zitieren:
Magistra Artium Alice Männl, Steffen Bieker, 1997, Singles und Individualisierung, München, GRIN Verlag GmbH
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