Inhaltsverzeichnis
1. Vorgeschichte
1.1 Kindheit/Studium 3
1.2 Sturm und Drang 3
2. Weimarer Klassik/Goethes erstes Weimarer Jahrzehnt
2.1 Beziehung zu Lili Schöneman 3
2.2 Weimar und Herzog Karl August 4
2.3 Charlotte von Stein 4
2.4 Politische Tätigkeit in Weimar 4
3. Iphigenie auf Tauris
3.1 Mögliche Beweggründe 5
3.2 Probleme 6
3.3 Umarbeitungen des Dramas 6
4. Literaturverzeichnis 8
2
1. Vorgeschichte:
1.1 Kindheit/Studium
Johann Wolfgang von Goethe wird am 28.August 1749 in Frankfurt am Main in eine vermögende Bürgerfamilie hineingeboren und beendet 1771 sein Jura-Studium in Straßburg. Allerdings interessiert er sich viel mehr für alte Sprachen und Geschichte sowie literarische Tätigkeit. 1 1.2 Sturm und Drang:
Im Winter 1771 verfasst er sein erstes bedeutendes Theaterstück, den „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“. 1774 erscheint sein Roman „Die Leiden des jungen Werthers“, der ein großer Erfolg wird. Beide Werke sind geprägt von der literarischen Strömung der Zeit, dem Sturm und Drang, sowie von Shakespeares Dramen. Die Künstler des Sturm und Drangs folgen einer antisystematischen Poetik und die vorgeschriebenen Gestaltungsregeln werden ignoriert, sodass die Forderung nach uneingeschränkter Freiheit im Vordergrund steht. 2 Goethe lässt jedoch schon mit dem Werther seine wesentliche Sturm und Drang Phase hinter sich und distanziert sich mehr und mehr von dem Genie- und Originalitätskult. Diese Umorientierung hängt mit Goethes weiterem Lebensweg zusammen. 3
2. Weimarer Klassik, Goethes erstes Weimarer Jahrzehnt:
2.1 Beziehung zu Lili Schöneman
Kurz vor Ostern 1775 verlobt Goethe sich mit der Frankfurter Bankierstochter Lili Schöneman. Die Beziehung ist jedoch schwierig, denn es lassen sich die unterschiedlichen Familienverhältnisse und der damit zusammenhängende Lebensstil nicht gut vereinen. Zudem fürchtet Goethe, dass eine Beziehung oder eine Ehe seinen weiteren Lebensplänen im Weg steht. Um Abstand zu gewinnen, folgt er einer Einladung der Brüder Christian und Friedrich Leopold zu Stolberg zu einer mehrmonatigen Reise durch die Schweiz. Im Oktober wird die Verlobung aufgelöst. Zudem beginnt er mit der Arbeit an dem Trauerspiel „Egmont“. Goethe, der unter der Trennung sehr leidet, wird von dem 18-jährigen Erbprinz und späterem Herzog Karl August (1757-1828) in seine Residenzstadt Weimar eingeladen. 4
1 vgl. Taubenberger, S.20-‐25.
2 vgl. Leis, S.55.
3 vgl. Taubenberger, S.33.
4 vgl. Bernhardt, S.30-‐38.
3
2.2 Weimar und Herzog Karl August
Er nimmt also dieses Angebot an und trifft am 7.November 1775 in der Provinzstadt ein, wo er bis zu seinem Lebensende wohnen bleiben wird. Goethe entscheidet sich gegen eine gesicherte und bürgerliche Existenz in der freien Reichsstadt Frankfurt am Main und wagt einen Schritt ins Ungewisse. Obwohl die Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach nur rund 6.000 Einwohner zählt, gibt es verschiedene Punkte, die seinen Entschluss nahe legen. Dies sind beispielsweise die hohe Stellung dicht neben dem Herzog, soziale Verhältnisse, die nach Reform verlangen, und das bürgerliche, intellektuelle Niveau, das Goethe so gefällt. Zwischen ihm und dem jungen Herzog entwickelt sich bald eine tiefe Freundschaft, wobei der um acht Jahre ältere Dichter als „Erzieher“ versucht den Herzog zu leiten und so dem Land einen aufgeklärten, vernünftigen Fürsten zu bescheren. Allerdings muss er später dieses Ziel, mit Hinblick auf das Allgemeinwohl des Landes, als gescheitert ansehen. Zudem „schreibt er als Leiter des Liebhabertheaters kleinere Dramen und Singspiele zur Unterhaltung der Hofgesellschaft.“ 5
2.3 Charlotte von Stein
Außerdem verliebt sich der stürmische junge Mann in die verheiratete Hofdame Charlotte von Stein(1742-1827). Keine Frau vor und nach ihr übt so lange Zeit, immerhin zehn Jahre, auf sein Denken und fühlen einen ähnlich großen Einfluss aus. Über die Jahre hinweg verbindet die beiden eine sehr innige Freundschaft. Der Hofdame gelingt es, und das ist für Goethes weitere Entwicklung nicht zu unterschätzen, den jungen Künstler gleichsam zu erziehen. Sie gewöhnt ihm die genialsten Launen der letzen Jahre ab und lehrt ihn menschliche Rücksicht und Gesittung. Dies ist auch nötig gewesen, denn als der Herzog Goethe bereits 1776 vorschlägt, bei der Leitung des Staates mitzuwirken, nimmt Goethe nach einigem Zögern an. 6
2.4 Politische Tätigkeit in Weimar
Somit wird er im Sommer desselben Jahres, trotz anfänglichen Widerstandes aus adeligen Kreisen in das „Consilium“ aufgenommen. Nach und nach wird er mit bedeutenden Führungsaufgaben, wie zum Beispiel der „Leitung der neugegründeten
Bergwerkskommission“ 7 (1777) sowie der „Kriegs- und Wegbaukommission“ 8 (1779), beauftragt. Im Jahr 1782 wird ihm darüber hinaus die Führung des Finanzministeriums zugesprochen. Das oberste Ziel Goethes, der sich durch seinen großen Ehrgeiz die Hochachtung anderer Consiliums-Mitglieder erworben hat, war es, den Staatshaushalt durch Einsparungen zu sanieren, ohne jedoch wirtschaftliche Fördermittel zu vernachlässigen. Er erreicht seine Ziele jedoch nur teilweise, da zwar die Reduzierung des Militärs auf die Hälfte ihrer ursprünglichen Größe deutliche Einsparungen mit sich bringt, die Widerinbetriebnahme von Kupfer- und Silberbergbauten jedoch mangels Erfolg nach kurzer Zeit bereits wieder eingestellt werden muss.
Die allgemeine „Humanisierung der Lebensbedingungen“ muss als weiteres, wichtiges soziales Ziel Goethes, während seiner Consiliums-Tätigkeit hervorgehoben werden.
5 Diekhans, S.78.
6 vgl. Taubenberger, S. 20-‐23.
7 Wikipedia: Johann Wolfgang von Goethe (Leben), S.4.
8 Wikipedia: Johann Wolfgang von Goethe (Leben), S.4.
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Arbeit zitieren:
Bernd C. Schmidt-Nagel, 2011, Die Biographie Goethes in den Jahren 1775 bis 1786 im Zusammenhang mit der Entstehungsgeschichte des Dramas „Iphigenie auf Tauris“, München, GRIN Verlag GmbH
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