Hausarbeit
Thema : Giorgio Bassanis „Hinter der Tür“
1. Einleitung 3
2. Biographie von Giorgio Bassani 3-4
3. Das italienische Schulsystem 5-8
4. Der italienische Faschismus 9-10
5. Inhaltsangabe des Buches 11-12
6. Analyse der Darstellung von Schule/ Lehrern/
Sch ülern im Buch 12-19
7. Bibliographie 20
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1. Einleitung
In der folgenden Hausarbeit habe ich mich mit dem Buch „Hinter der Tür“ von Giorgio Bassani beschäftigt.
Zunächst gehe ich auf allgemeine, für das Verständnis wichtige Punkte ein. Ich gebe einen kurzen Überblick über den Lebenslauf und Werdegang des Autors, erläutere das italienische Schulsystem zur betreffenden Zeit in Italien und fasse die Merkmale des italienischen Faschismus, in deren Zeit der Roman verfasst wurde, zusammen. Weiterhin gebe ich in Kurzform den Inhalt des Romans wider und konzentriere mich anschließend auf die Untersuchung von pädagogischen Aspekten innerhalb der Erzählung und zwar in der Darstellung von Schule allgemein, sowie von Lehrern und Schülern und auch Schülern untereinander.
2. Biographie Giorgio Bassanis
Giorgio Bassani wurde am 4. März 1916 in Bologna, Italien geboren. Er war der Sohn eines Arztes, welcher den islamischen Glauben angenommen hatte. Seine Kindheit verbrachte er, zusammen mit seinen beiden Geschwistern, in dem kleinen Ort Ferrara, machte dort am Liceo Classico sein Abitur und ging anschließend nach Bologna um dort Literatur und Kunstgeschichte zu studieren. Dem italienischen Faschismus und den damit verbundenen Rassegesetzen zum Trotz schrieb Giorgio Bassani seine Abschlussarbeit über Niccolò Tommaseo, einen katholischen italienischen Schriftsteller des 17. Jahrhunderts, der sich ebenfalls politisch engagierte, aber auf Grund seiner Religion unterdrückt wurde.
Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als Lehrer in Neapel und schrieb währenddessen seine ersten Werke. Diese veröffentlichte er unter dem Pseudonym Giacomo Marchi, um den Rassegesetzten Mussolinis zu entgehen. Denn seine Werke bezogen sich auf die politische Situation im Lande, die er aus seiner Sicht schilderte und oft auch kritisierte. Im Jahre 1943 wurde allerdings kurzzeitig, als Antifaschist verhaftet.
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Nach Kriegsende zog es Bassani nach Rom. Er arbeitete dort u.a. als Verlagsmitarbeiter, als Journalist beim Rundfunk, als Herausgeber mehrerer Zeitschriften und als Professor an der Schauspielakademie in Rom. Er war Vizepräsident des Fernseh- und Radiosenders RAI und Präsident der Zeitschrift Italia Nostra.
Zu seinen Werken gehören u.a. Il Giardino die Finzi - Contini (Die Gärten der Finzi -Contini), ein Roman, in dem Bassani seine politischen Erfahrungen und Erinnerungen zur Zeit des Faschismus und im Bezug auf die Juden verarbeitet; Il romanzo di Ferrara (Ferrareser Geschichten), ein Gedichtband über seine Heimatstadt; Gli occhiali d´oro (Die Brille mit dem Goldrand), ein Roman, in dem er die Homosexualität als Folge der Veränderung der Gesellschaft beschreibt und neben vielen anderen Werken noch Dietro la porta (Hinter der Tür), ein Roman über die Erlebnisse eines Jungen zur Zeit des Faschismus. Für seine Werke bekam Bassani mehrere Preise z.B. 1969 den Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund.
Am 12. April 2000 starb Giorgio Bassani nach langer Krankheit in Rom. Er wurde auf dem jüdischen - hebräischen Friedhof in Ferrara begraben. 1
1 Vgl.: http://baruffi.ceva.infosys.it/5b/bassani/bassani.htm
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Das Kontrollwesen des faschistischen Regimes breitete sich unter anderem auch auf die Institution Schule aus, mit dem Ziel die Jugendlichen gemäß dem Faschismus zu erziehen und zu formen.So setzte der damalige Erziehungsminister Giovanni Gentile am 27. April 1923 seine Reform (auch „riforma Gentile“ genannt) zur Sanierung des Schulwesens durch, die nicht unbedingt faschistisch, dem aber sehr nahe war. Die Schule erhielt einen antidemokratischen Charakter und wurde unter staatliche Kontrolle gestellt. Nach der Reform wurde das Schulwesen sehr streng und selektiv. Das zeigte sich zum einen in den staatlichen Prüfungen, die die Schüler in regelmäßigen Abständen zu absolvieren hatten und zum anderen in dem von den Eltern zu entrichtenden Schulgeld.
Die ersten fünf Jahre besuchten die Schüler die Scuola Elementare, diese war obligatorisch und kostenfrei. Unterteilt war sie in zwei Stufen, nämlich die sogenannte Scuola Elementare Inferiore (von der 1. bis zur 3. Klasse) und Superiore (4. bis 5. Klasse). Die erste Prüfung musste am Ende der dritten Klasse geschrieben werden, um die nächst höhere Stufe zu erreichen. Nach der fünften Klasse eine weitere Prüfung, das „certificato di compimento“.
Nun mussten sich die Kinder entscheiden welche schulische Laufbahn sie einschlagen wollten. Sie hatten die Wahl entweder für drei Jahre auf die Scuola Complementare zu gehen, die sie auf das Berufsleben vorbereitete oder auf die Scuola Media. Diese war unterteilt in drei Bereiche, aus denen die Schüler wiederum einen wählen mussten; sie konnten das Istituto Tecnico besuchen, das Ginnasio oder das Istituto Magistrale. Wer seine schulische Karriere bis hin zum Abitur weiterführen wollte, musste um in das Ginnasio aufgenommen zu werden eine weitere Prüfung schreiben. Das Ginnasio, auch unterteilt in Inferiore (von Klasse 6-8) und Superiore (von Klasse 9-10), hatte eine Dauer von insgesamt fünf Jahren mit anschließender Prüfung für die Aufnahme in das Liceo. Prüfungsrelevante Fächer waren hierbei: Italienisch, Latein, Griechisch, Geschichte, Geographie, Mathematik, eine Fremdsprache, Religion und Sport. Die Schüler hatten im weiteren Verlauf das Liceo Classico, also das humanistische Gymnasium (auch „Schule der oberen Gesellschaft“ genannt), oder das Liceo Scientifico, das naturwissenschaftliche Gymnasium zur Auswahl; wobei ersteres drei Jahre dauerte, letzteres dagegen ein Jahr mehr.
Beide schlossen mit dem „diploma di maturità“, dem Abitur, ab und ermöglichten den Zugang zur Universität. Hatte man das Liceo Scientifico besucht, so gab es nicht die Möglichkeit Jura, Literatur oder Philosophie zu belegen.
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Arbeit zitieren:
Alida Ziehm, 2007, Giorgio Bassanis "Hinter der Tür" - eine Analyse, München, GRIN Verlag GmbH
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