Inhaltsverzeichnis
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 3
TABELLENVERZEICHNIS 3
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS 3
1. EINLEITUNG 4
2. E-PAYMENT IM SPORT 5
2.1 Definition 5
2.2 Bisherige E-Payment-Angebote in den Sportarenen 6
2.3 Der E-Payment Anbieter payment solution services 9
2.3.1 Das System und die Vorteile von Justpay 9
2.3.2 Der Mehrnutzen der Vereine durch die Einführung von Justpay 11
3. METHODIK 13
3.1 Mögliche Nachteile durch E-Payment für die Fans 13
3.2 Befragung der Fans 14
4. ERGEBNIS 16
5. DISKUSSION 21
6. ZUSAMMENFASSUNG 24
ANHANG 26
LITERATURVERZEICHNIS 29
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Beurteilung der Einführung von E-Payment im Stadion (Eigene Darstellung) .............................16 Abb. 2: Entwicklung des Kaufverhaltens seit der Einführung von Justpay (Eigene Darstellung) ..............17 Abb. 3: Ergebnis zur Aussage: „Ich bevorzuge die Zahlung mit Justpay ggü. der Bargeldzahlung im
Stadion.“ (Eigene Darstellung) .........................................................................................................18 Abb. 4: Ergebnis zur Aussage: „Der Zahlungsablauf ist schneller und reibungsloser.“ (Eigene
Darstellung) .......................................................................................................................................19
Tabellenverzeichnis
Tab. 1: Gebrauch der Online-Aufladefunktion der Fans der vier Vereine (Eigene Darstellung) ................17 Tab. 2: Ergebnis zur Aussage: „Die Wartezeiten an den Verzehrständen haben sich deutlich verkürzt.“
(Eigene Darstellung) .........................................................................................................................19 Tab. 3: Was gefällt den Fans besonders bzw. gar nicht an Justpay? (Eigene Darstellung) ........................20
Abkürzungsverzeichnis
BW-Bank: Baden-Württembergische Bank
E-Geld: Elektronisches Geld E-Payment: Electronic Payment evtl.: eventuell FC: Fußballclub ggü.: gegenüber RFID: Radio Frequency Identification sog.: so genannte TSG: Turn- und Sportgemeinschaft u.a.: unter anderem VfB: Verein für Bewegungsspiele WM: Weltmeisterschaft z.B.: zum Beispiel
1. Einleitung
In Zeiten, in denen die Fußballbundesliga boomt wie nie, da sie in der Saison 2008/09 erneut einen Zuschauerrekord aufstellen konnte 1 , wird es für die Vereine immer wichtiger, den Service an den Getränke- und Essensständen im Stadion zu optimieren, um möglichst alle Fans zu versorgen und so die Nebenumsätze 2 steigern zu können. Um dies zu erreichen, führten einige Bundesligisten ein E-Payment-System - also die bargeldlose Zahlung - im Stadion ein. 3 Hierdurch soll die Wartezeit pro Kunde an den Verzehrständen verbessert werden, und somit ein effektiverer und effizienterer Ablaufprozess ermöglicht werden.
Diese Arbeit betrachtet daher, inwiefern das E-Payment für die Vereine wirklich vorteilhaft ist. Dafür wird zunächst der Begriff E-Payment näher definiert und die bisherigen E-Payment-Angebote in den deutschen Sportarenen kurz dargestellt. In der Folge wird am Beispiel des E-Payment-Anbieters payment solution services, welcher als einziger Anbieter in mehreren Stadien der Fußballbundesliga - nämlich in Köln, Sinsheim, Frankfurt und Kaiserslautern - für das E-Payment-System verantwortlich ist, erörtert, wie sich der versprochene Nutzen zum tatsächlichen Nutzen des E-Payment-Systems verhält.
Dazu werde ich zum einen versuchen, Informationen von den genannten Vereinen zu erhalten, und zum andern über eine Online-Befragung der Fans deren Meinung über das E-Payment-System von payment solution services zu ermitteln. Zusammenfassend ergibt sich folgende Forschungsfrage: Deckt sich der versprochene Nutzen des E-Payment-Systems des Anbieters payment solution services zu dem tatsächlichen Nutzen des 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt, TSG 1899 Hoffenheim und dem 1. FC Kaiserslautern, und kann er von den Fans bestätigt werden?
1 vgl. Oediger, 2009c, S. 25; Primke/Jakobsmeyer, 2009
2 Gemeint sind die Umsätze für den Getränke- und Essensverzehr
3 vgl. Oediger, 2009a, S. 42-43
2. E-Payment im Sport
Im Folgenden wird der Begriff E-Payment näher definiert und die bisherigen E-Payment-Systeme in den Stadien der Fußballbundesliga kurz dargestellt. Ausführlicher betrachtet wird der Anbieter payment solution services, welcher als einziger Anbieter in mehreren Stadien vertreten ist.
2.1 Definition
4 Unter E-Payment versteht man allgemein die bargeldlose Zahlung mittels elektronischen Geldes (E-Geld). Das E-Geld ist eine relativ neue Erscheinungsform des Geldes und bezeichnet laut Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft „einen monetären Wert in Form einer Forderung gegen die ausgebende Stelle, der - auf einem Datenträger gespeichert ist,
- gegen Entgegennahme eines Geldbetrags ausgegeben wird, dessen Wert nicht geringer ist als der ausgegebene monetäre Wert, - von anderen Unternehmen als der ausgebenden Stelle als Zahlungsmittel akzeptiert wird.“ 5
Das E-Geld gibt es in zwei verschiedenen Erscheinungsformen:
Die erste Form ist das softwarebasierte E-Geld, welches heutzutage von vielen Internethändlern neben den klassischen Zahlungsmethoden 6 angeboten wird. Eines der bekanntesten Beispiele für softwarebasiertes E-Geld ist PayPal. Bei PayPal übernimmt die Software die Zahlung des Kunden an den Verkäufer und verrechnet den fälligen Betrag mit dem Guthaben des Käufers. Sollte der Kunde kein Guthaben besitzen, zieht Paypal den fälligen Betrag von dem Bankkonto des Kunden ein. 7
Die zweite Form des E-Geldes ist das kartengestützte E-Geld. Bei dieser Form handelt es sich um eine Karte mit einem integrierten Chip, auf dem bestimmte Geldbeträge gespeichert werden können. Daher eignet sich diese Form sehr gut für
4 vgl. im Folgenden Teichmann/Nonnenmacher/Henkel, 2001, S. 83 ff.; Lammer et al., 2006, S. 7 ff.
5 Europäische Gemeinschaft, 2000, Art. 1 Abs. 3b
6 gemeint sind Nachnahme, Rechnung, Kreditkarte und Lastschrift
7 vgl. Lammer, 2006, S. 237 ff.
Kleinbetragszahlungen, weshalb sie auch in den Stadien als E-Payment-Zahlungssystem eingesetzt wird.
In der Folge beziehen sich deshalb die Begriffe E-Payment und E-Geld auf das kartengestützte E-Geld, da das softwaregestützte E-Geld in den Stadien und somit auch in dieser Arbeit keine Rolle spielt.
2.2 Bisherige E-Payment-Angebote in den Sportarenen
8 Mit dem Bau der neuen Fußballstadien für die WM 2006 haben viele Vereine bzw. Sportstättenbetreiber beschlossen, auch das neue E-Payment-System in den neuen Stadien einzusetzen.
So führte Schalke 04 als erster Bundesligaverein im Jahr 2001 mit der Eröffnung der Arena „AufSchalke“ 9 die sog. „Knappenkarte“ ein. Dies zog zunächst den Unmut der Fans nach sich, da sie nun gezwungen waren bargeldlos Essen und Getränke im Stadion zu verzehren. Heute aber - 8 Jahre nach der Einführung - ist die Knappenkarte als Zahlungsmittel akzeptiert und der Verein konnte die Ausgaben pro Zuschauer im Stadion - imVergleich zum alten Parkstadion - mehr als verdoppeln. Neben der besseren Infrastruktur in der neuen Veltins-Arena liegt dies laut Volker Fürderer, Geschäftsführer der FC Schalke 04-Stadion-Betriebsgesellschaft, vor allem an den beschleunigten Bedien-vorgängen, was auch zur Akzeptanz der Knappenkarte bei den Fans beigetragen habe. Branchenexperten schätzen, dass dies für Schalke 04 eine Umsatzsteigerung von 1 Mio. € im Cateringsektor pro Saison bedeute.
Zudem sind die Zahlkarten - angereichert mit Motiven des Vereins - mittlerweile zu einem Sammlerobjekt bei den Fans geworden, weshalb viele der Zahlkarten gar nicht zurückgegeben werden. Somit verbleibt ein Restbetrag auf dem Konto des Vereins, wodurch zusätzliche Einnahmen entstehen. Zwar kann dieser Restbetrag jederzeit zurückverlangt werden, die Erfahrungen zeigen aber, dass sich mit einem Teil des Geldes gut arbeiten lässt. Der Verein erhält somit durch jede nicht zurückgegebene Karte einen kostenlosen Kredit.
Auch in München wurde wegen diesen vermeidlichen Vorteilen mit der Eröffnung der Allianz Arena im Jahr 2005 das E-Payment eingeführt. Hier wurden ähnliche Erfahrun-
8 vgl.im Folgenden Oediger, 2009a, S. 41ff; Weilguny, 2007
9 seit 2005 Veltins-Arena
gen mit der Zahlkarte gemacht: „Die Dauer des Bezahlvorgangs hat sich im Vergleich zum Bargeld sogar halbiert. Jeder Fan tätigt pro Stadionbesuch durchschnittlich 2 Transaktionen, das sind bei ausverkauftem Haus bis zu 150.000 Buchungsvorgänge innerhalb weniger Stunden. Mit Bargeld kann man diese lange nicht so effektiv abwi- ckeln“ 10 ,wird Peter Kerspe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Allianz Arena, in der „Sponsors“-Ausgabe vom April 2009 zitiert. Anders als in Gelsenkirchen kann die Zahlkarte in München auch online aufgeladen werden, weshalb der Fan ein zusätzliches Anstehen an den Ladestationen im Stadion vermeiden kann.
Allerdings ging die Verbreitung des E-Payments in der Bundesliga zunächst nur zögerlich voran. Bis zur WM 2006 wurden nur in Hannover (AWD-Arena) und Frankfurt (Commerzbank Arena) E-Payment-Systeme eingeführt.
In Gladbach z.B. sprachen sich die Fans gegen das E-Payment aus: „Wir haben vor der Einweihung unseres neuen Stadions eine Fan-Umfrage mit dem Ergebnis durchgeführt, dass Kartenzahlung nicht erwünscht ist. Daran orientieren wir uns“ 11 , berichtete Stephan Schippers, Geschäftsführer bei Borussia Mönchengladbach, auf Nachfrage von „Spon-sors“.
Besonders aber erwarten die Vereine bei der Umstellung auf E-Payment erhebliche Investitionskosten:
Laut der Modellkostenrechnung von „Sponsors“ in der April-Ausgabe 2009 liegen allein die Anfangsinvestitionen einer 30.000 Zuschauer erfassenden Arena bei 550.000 €. Hinzu kommen jährliche Betriebskosten von 370.000 €. 12 Diese hohen Investitionskosten schrecken wohl vor allem die kleineren Vereine ab.
Ein E-Payment-Anbieter allerdings greift genau diesen Punkt auf und bietet ein Geschäftsmodell an, durch das die hohen Anfangsinvestitionen verhindert werden: Der Anbieter Goalgetter, welcher im folgenden Gliederungspunkt noch näher betrachtet wird und mittlerweile in payment solution services umbenannt wurde 13 , kümmert sich bei voller Übernahme der Kosten um die Implementierung des E-Payment-Systems im Stadion, weshalb das finanzielle Risiko für die Vereine deutlich gesenkt wird. So konnte payment solution services in der Zeit von 2007-2009 fünf Bundesligavereine für das
10 Oediger, 2009a, S. 41
11 Weilguny, 2007
12 Oediger, 2009a, S. 47
13 Payment solution, 2009
Modell begeistern und mit dem TBV Lemgo den ersten und bisher einzigen Handballverein. Daher bietet dieses Unternehmen das bisher einzige System, welches nicht auf ein Stadion begrenzt ist, und ist so zu einem in mehreren Spielstätten zu nutzendes Zahlungsmittel geworden. 14
Der Schweizer Anbieter VisionOne konnte ebenfalls bisher drei Zweitligisten für sein E-Payment-System begeistern. Jedoch ist bei Greuther Fürth und St. Pauli das E-Payment bisher auf das Ticketing- und Zutrittssystem beschränkt. Einzig der neue Aachener Tivoli wird zur Saison 09/10 auch mit einem Zahlsystem innerhalb des Stadions von VisionOne ausgestattet. 15
Seit der Rückrunde 2008/09 bzw. zur Saison 2009/10 stellen mit dem VfB Stuttgart und Bayer 04 Leverkusen zwei weitere Vereine auf E-Payment im Stadion um. Allerdings bieten diese ihr eigenes System an. Der VfB konzipierte zusammen mit der Stadt Stuttgart, der BW-Bank und dem Unternehmen Mastercard ein offenes Karten-Bezahlsystem - einer Kreditkarte ähnlich -, welches außer im Stadion an weltweit 27 Mio. Akzeptanzstellen einsetzbar ist. Dafür zahlt der VfB-Fan eine jährliche Nutzungsgebühr von 5-28 €. Für den Fan ergibt sich durch diese Variante des E-Payments der Vorteil, dass kein Guthaben verfallen kann und für den Verein, dass er an jedem Einkauf des Fans, welcher mit der VfB-Card weltweit bezahlt wird, mitverdient.
Für ein offenes E-Payment-System entschied sich auch Bayer Leverkusen. Clubmitglie- derund Dauerkartenbesitzer erhalten ab dieser Saison die „BayArena-Card“ mit inte- griertemGeldkarten-Chip, welche zudem als elektronisches Ticket verwendet wird. Nichtmitgliedern und Fans anderer Vereine soll es möglich sein mit ihrer privaten Geldkarte bzw. EC-Karte dort im Stadion zu zahlen. Laut Wolfgang Holzhäuser, Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, habe der Fan in der Regel ein solche Geldkarte bereits im Geldbeutel. Er verspricht sich von der Umstellung auf E-Payment eine Vereinfachung der Einlasskontrolle, einen schnelleren Bezahlvorgang und eine deutliche Senkung der Verwaltungskosten für das Bargeldhandling. 16
Ein grundsätzlicher Vorteil, der durch die genannten E-Payment-Systeme entsteht, sind die zusätzlichen Informationen, die man mit Hilfe der Zahlkarte über die Fans gewinnt.
14 Einzig das System in Augsburg ist nicht auch in den anderen Arenen, die von payment solution services ausgestattet wurden, anwendbar
15 vgl. Stadionwelt, 2009a
16 vgl. Stadionwelt, 2009b; Oediger, 2009a, S. 46
Arbeit zitieren:
Christian Stephani, 2009, E-Payment in Stadien und Arenen, München, GRIN Verlag GmbH
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