1. Definition von Lernschwierigkeiten und deren Klassifikation 2. Ursachen von Lernschwierigkeiten 2.1. Bezugsnormen 2.2. psychologische Ansätze 2.3. multikausale Faktorentheorie 3. verschiedene Reaktionen auf Lernschwierigkeiten 4. Folgen für die betroffenen Schüler 5. Interventionsmaßnahmen 6. Lernschwierigkeiten am Beispiel von Legasthenie 6.1. Was ist Legasthenie?
6.2. Voraussetzungen zum Lesen- und Schreiben lernen 6.3. Ursachen 6.4. Symptome 6.5. Förderungsmöglichkeiten 6.6. Rechte legasthener Schüler in Sachsen-Anhalt 7. Bibliographie
2
1. Definition von Lernschwierigkeiten und deren Klassifikation Lernschwierigkeiten werden verschieden definiert. A. Sander beschreibt sie ganz einfach „als ein Versagen bei der Bewältigung von Leistungsanforderungen.“ Bei Weinert und Zielinski spricht man jedoch von Lernschwierigkeiten im Allgemeinen, „wenn die Leistungen eines Schülers unterhalb der tolerierbaren Abweichung von verbindlichen institutionellen, sozialen und individuellen Bezugsnormen (Standards, Anforderungen, Erwartungen) liegen oder das Erreichen (bzw. Verfehlen) von Standards mit Belastungen verbunden ist, die zu unerwünschten Nebenwirkungen im Verhalten oder in der Persönlichkeitsentwicklung des Lernenden führen.
Treten bei einem Schüler Lernschwierigkeiten auf, unterscheidet man zum einen nach den Bereichen, in denen Probleme auftreten (z.B. Lesen, Mathematik), also nach der Spezifität der Lerninhalte.
Des weiteren gibt es Unterschiede im Grad der Normabweichung (leichte/ schwere Lernschwierigkeiten), in Dauer der Lernstörung und im Grad der Beeinflussbarkeit (behandelbare, mittelfristig behebbare, langfristig zu beeinflussende Lernstörungen). Einordnung von Lernschwierigkeiten
Nach der Klassifikation der ICD 10 (Internationale Klassifikation von Krankheiten, 10. Revision) grenzt man Lernschwierigkeiten klar von anderen Störungsformen des Lernens ab.
3
Übersicht über die Störungsbilder des Lernens
1
1 http://learn.bbwonline.de/download/ml01 02.pdf
4
2. Ursachen von Lernschwierigkeiten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Ursachen von Lernschwierigkeiten zu benennen. Dies kann zum einen durch die Art der Bezugsnorm geschehen, zum anderen durch diverse psychologische Ansätze oder auch durch so genannte multikausale Faktoren. 2.1. Bezugsnormen
Leistungsschwierigkeiten in der Schule sind als eine Diskrepanz zwischen den gestellten Anforderungen und den erreichten Leistungen zu betrachten. Unter den Anforderungen versteht man, dass sich jeder Lehrer bestimmte Orientierungspunkte zur Bewertung eines Schülers setzen muss. Somit hat ein Schüler Schulschwierigkeiten, wenn er entweder unter dem Klassendurchschnitt liegt oder sich nicht von einem einmal erreichten Niveau weiter bewegt oder die absolut gesetzten Lernziele nicht erreicht. Die Diskrepanz hängt also von dem Vergleichsmaßstab ab, der vom Lehrer als gültig angesehen wird. Daraus ergeben sich die dem zugrunde liegenden Bezugsnormen; die soziale, die individuelle und die sachliche Bezugsnorm. Bei der sozialen Bezugsnorm wird ein Schüler, der unter dem Durchschnitt seiner Bezugsgruppe (zum Beispiel seiner Klasse) liegt, als leistungsschwach bezeichnet. Hierbei muss beachtet werden, dass die Beurteilung des Betroffenen nur aufgrund der Bezugsgruppe erfolgt, was bedeutet, dass seine Mitschüler indirekt entscheiden, ob dieser Schüler als leistungsschwach eingestuft wird oder nicht. Dementsprechend ist eine vernünftige Diagnose nur begrenzt möglich.
Die individuelle Bezugsnorm stellt den Leistungsprozess des Schülers in den Mittelpunkt, demnach ist die Beurteilung unabhängig von der Leistung der Mitschüler. Entscheidend ist nur die Entwicklung des Schülers bezüglich seiner persönlichen Leistung über einen bestimmten Zeitraum. Bei der sachlichen Bezugsnorm ist lediglich der Vergleich mit einem vom Lehrer gesetzten Lernziel bzw. Leistungsstandard von Bedeutung. Ein Schüler hat dann entweder ein bestimmtes Kriterium erreicht oder nicht und wird so als leistungsstark/leistungsschwach eingestuft.
Schulische Schwierigkeiten können also schon allein aufgrund der Anwendung einer unangemessenen Bezugsnorm auftreten. 2.2. psychologische Ansätze
In der Psychologie lassen sich auch eine Vielzahl von Ansätzen finden um Lernschwierigkeiten zu erklären. Ich werde mich auf drei verschiedene Ansätze beschränken und diese kurz erklären. Beim individuumszentrierten Ansatz werden die Ursachen für
5
Lernschwierigkeiten bei dem betroffenen Schüler gesucht. Der Grad der Intelligenz oder der Begabung und auch die Einstellung zur Schule können dabei als Indikatoren dienen. Der lerntheoretische Ansatz definiert Lernschwierigkeiten als Folgen von unangemessenem oder falschem Lernen. Durch eine Anwendung bestimmter Lerntechniken (angefangen beim Einhalten von Pausen bis hin zur Gestaltung der Räumlichkeiten) würde sich die Leistung verbessern.
Der interaktionistische Ansatz besagt, dass ‚Lernstörungen aufgrund von Wechselwirkungen psychischer Dispositionen der Person mit den Bedingungen der jeweiligen Lernsituation 2 entstehen. Lernschwierigkeiten sind demnach auf eine Störung in der Interaktion von der Person mit ihrer Umwelt zurückzuführen. 2.3. multikausale Faktorentheorie
Die multikausale Faktorentheorie besagt, dass es keine in sich geschlossene Theorie des Schulversagens geben kann, sondern dass es sowohl von individuellen, als auch von schulischen und außerschulischen Faktoren abhängig ist. Mithilfe der nachfolgenden Grafik werde ich die verschiedenen Bedingungen für Lernschwierigkeiten etwas näher erläutern.
2 Vgl: https://www.tu-chemnitz.de/phil/psych/professuren/entwpsy/lehre/lernstoerungWS06072.ppt
3 Schwarzer, C.: Gestörte Lernprozesse. München (u.a.): Urban & Schwarzenberger, 1980, S.35.
6
Arbeit zitieren:
Alida Ziehm, 2008, Lernschwierigkeiten und deren Systematik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung: Lernschwierigkeiten und deren Systematik ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung: neuer Titel erschienen: Lernschwierigkeiten und deren Systematik
Alida Ziehm hat einen neuen Text hochgeladen
Verhaltensstörungen und Lernschwierigkeiten in der Schule
Möglichkeiten der Prävention u...
Wolfgang Schneider, Nicole Berger
Geschichte und Systematik der Psychologie
Ein Lehrbuch für das Grundstud...
Wolfgang Schönpflug
Die integrale Systematik der Sprache in 5 Bänden. Gesamtausgabe
Band 1: Die Zeichendimension, ...
Johannes Heinrichs
0 Kommentare