Inhaltsverzeichnis
1 Zusammenfassung (Abstract) 1
2 Einleitung. 1
3 Über die Umfrage. 5
3.1 Ziel und Projektrahmen. 5
3.2 Technik. 5
3.3 Entwicklung. 6
3.4 Aufbau. 6
3.5 Durchführung. 8
4 Methodik der Auswertung. 9
4.1 Durchführung der Auswertung. 9
4.2 Statistische Grundlage. 9
4.3 Qualität der Stichprobe (N) 9
5 Ergebnisse. 12
5.1 Aktuelle Entwicklungen und Zielkonflikte. 12
5.2 Nachhaltigkeit und Arbeit. 16
5.3 Unternehmen, die Ingenieure beschäftigen. 19
6 Fazit. 22
Literaturverzeichnis 24
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Größe der Unternehmen.
Abb. 2: Unternehmen nach Branche.
Abb. 3: Position im Unternehmen (nach Unternehmensgröße)
Abb. 4: Begriffe, deren Bedeutung in den letzten 10 Jahren gestiegen ist.
Abb. 5: Zielkonflikte zwischen Rendite und Aspekten der sozialen Nachhaltigkeit.
Abb. 6: Zielkonflikte zwischen Rendite und ökologischer Nachhaltigkeit.
Abb. 7: Nachhaltigkeitsbestrebungen.
Abb. 8: Nachhaltiges Handeln in den verschiedenen Unternehmensbereichen.
Abb. 9: Überprüfung der Nachhaltigkeit.
Abb. 10: Nachhaltigkeit im Marketing.
Abb. 11: Nachhaltigkeitsberichte und Richtlinien.
Abb. 12: Arbeitszeit für Nachhaltigkeit.
Abb 13: Fortbildungen in Sachen Nachhaltigkeit
1 Zusammenfassung (Abstract)
Die Gruppe „Wirtschaftliche Rahmenbedingungen“ hat eine Umfrage unter verschiedenen Unternehmen durchgeführt. Mit 23 von etwa 160 kontaktierten Unternehmen war die Resonanz eher gering. Die erhaltenen Antworten haben wir in folgendem Bericht analysiert, wissend, dass die Umfrageergebnisse statistisch nicht repräsentativ sind. Dazu ergaben sich aus einigen Firmenkontakten einige interessante Anregungen. Wir kommen zu dem Schluss, dass das Thema Nachhaltigkeit bei nahezu allen Unternehmen angekommen ist. Insbesondere Emissionsreduktion und Klima- und Umweltschutz sind demnach wichtige und präsente Themen. Die Analyse zeigt aber auch deutlich, wie diversifiziert der Markt im Bezug auf Nachhaltigkeit ist. Die meisten Unternehmen stehen noch ganz am Anfang einer konkreten und transparenten Umsetzung von Nachhaltigkeit. Die Perspektiven für Ansätze und Gedanken der Nachhaltigkeit sind gut und werden sich in absehbarer Zeit deutlich verbreiten. Eine kleiner Kreis an Unternehmen gehen bereits jetzt als Wegbereiter voran.
2 Einleitung
Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Kunden fordern nachhaltige Produkte und die Unternehmen ziehen nach. Seien es Textilfirmen, die nachhaltig produzieren, oder Computerfirmen, die ihre Rohstoffe recyceln: Beispiele für nachhaltiges Wirtschaften sind längst keine Ausnahmen mehr. Immer mehr Menschen sehen ein, dass unsere Ressourcen endlich sind und wir eine soziale Verantwortung tragen. Nachhaltig denken fordert jedoch vor allem Eines: Interdisziplinarität. Daher haben sich Studierende verschiedener Fachgebiete der TU Berlin zu den „Blue Engineers“ zusammengeschlossen und überlegen wie man Nachhaltigkeit in die Lehre integrieren und eine interdiszplinäre Lehrveranstaltung gestalten kann.
Die Wirtschaft ist ein enormer Faktor der Nachhaltigkeit. Einerseits ist sie späterer Arbeitgeber von Ingenieuren, andererseits ist sie Produzent von potentiell nachhaltig produzierten Waren. Jedoch können Unternehmen teilweise nur in begrenztem Rahmen nachhaltig handeln, da nachhaltigem wirtschaften häufig nachgesagt wird, es wäre teuer. In den meisten Fällen ergibt sich meistens zwar für die Kunden eine Verteuerung des Produkts (1). Beispiele hierfür sind „Ökostrom“, „Bio-
1
Nahrungs- und Putzmittel “ oder ökologisch und sozial nachhaltig produzierte Kleidung. Für die Unternehmen, birgt die Nachhaltigkeit jedoch nicht nur Teuerungspotential, sondern auch einen nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor. Durch Praktiken wie zum Beispiel die Wertstoffverwertung oder Energieeinsparungen im IT-Sektor lässt sich Geld sparen und das Unternehmen wirtschaftlicher führen. 1
Bereits 1987 wurde die Notwendigkeit erkannt, nicht nur ökonomisch und ökologisch, sondern auch sozial nachhaltig zu Handeln wurde bereits 1987 erkannt.
Der Brunsfeldt-Report (Report of the World Commission on Environment and Development: Our Common Future) forderte schon damals eine sozial und okölogisch verträgliche Wirtschaft ein und betont die Rolle der Gesetzgeber darin, Unternehmen - gegebenenfalls gesetzlich - aufzufordern sich nachhaltig zu verhalten. 2 Dies wurde auch nochmal in der Agenda 21 von 1992 bestätigt. Auch im bundesdeutschen Kontext wurde die zentrale Rolle der Nachhaltigkeit erkannt. In den Gründernews April 09 ruft das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gezielt zur nachhaltigen Unternehmensgründung auf und propagiert die positive Wirkung, die nachhaltige Siegel und EMAS-Audits auf die Kundschaft haben. 3 Des Weiteren stellt sie Motivierbarkeit in Sachen Umweltschutz, vor allem jüngerer Mitarbeiter, in den Vordergrund und erwähnt das oben bereits genannte hohe Kosteneinsparpotential. Im Vorwort eines Reports zur neuen Dynamik im Mittelstand, betont der damalige Bundesminister für Wirtschaft, Werner Müller, die Rolle des Mittelstands in einem bevorstehen „Strukturwandel“, der die Nachhaltigkeit in die Unternehmensführung einbeziehen soll. 4 Nachhaltigkeit ist jedoch auch bereits auf kommunaler Ebene angelangt. Mit Nachhaltigkeitspakten verschreiben sich Kommunen und ansässige Unternehmen dazu, nachhaltig zu wirtschaften. Ein gutes Beispiel hierfür, ist der Nachhaltigkeitspakt der Stadt Nürnberg aus dem die Initiative Coup21 hervorging, ein Zusammenschluß von Unternehmen, die sich der Verwirklichung der Ziele der Agenda 21 verschrieben haben. 5
Wie misst man jedoch Nachhaltigkeit? Es gibt mehrere Ansätze einen solch komplexen Begriff wie Nachhaltigkeit in Unternehmen zu messen, wobei wir hier auf zwei eingehen möchten. Zunächst einmal wären da die Nachhaltigkeits-Indikatoren (NI). Im Gegensatz zu traditionellen Indikatoren, wie dem Durchschnittseinkommen welches eindimensional ist, sind NI
1 Vgl. Carper (2010) und Graf (2010)
2 Vgl. Brunsfeldt (1987)
3 Vgl. BMWi (2009)
4 Vgl. BMWF (2009)
5 Vgl. Thyroff (2002)
2
mehrdimensional. Ein Beispiel für einen NI der dem Durchschnittseinkommen entspricht, wäre z.B. die Stundenzahl die ein Arbeiter mit durchschnittlichem Einkommen arbeiten muss, um seine Grundbedürfnisse zu befriedigen. Der nachhaltige Indikator berücksichtigt nicht nur, das Durchschnittseinkommen, sondern definiert gleichzeitig, was man sich vom Lohn leisten kann. 6 Auf diese Weise sind die Löhne weltweit viel besser zu vergleichen und die Verflechtung eines Indikators mit anderen (Durchschnittseinkommen mit Preisniveau und durchschnittlicher Arbeitszeit) wird betont. 7 Im Allgemeinen lässt sich sagen: Ein NI betont die Verbindungen zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Dieses Konzept lässt sich auch auf andere Indikatoren übertragen. Jedoch gibt es viele und es kommt darauf an, sich die geeigneten herauszusuchen.
Dann wären da noch die Aktienindices, wobei der Dow Jones Sustainability Index (DJSI) der bekannteste ist. Hier wird der Versuch gemacht, Unternehmen nach ihrer Nachhaltigkeit zu bewerten. Dabei werden die Unternehmen, die es bereits in den Dow Jones Global Index geschafft haben nach Kriterien gerankt und die besten 10% erhalten einen Platz im Sustainability Index (vgl. Tabelle 1). Das Ranking beruht hochgradig auf Eigenauskünften, so müssen die Unternehmen einen Fragebogen ausfüllen und weitere Reports an Dow Jones schicken. Des Weiteren beruht die Bewertung auf dem persönlichen Kontakt mit dem Bewerter und öffentlich zugänglichen Informationen. 8 Der DJSI ist aus genau diesem Grund in Kritik geraten, als das Manager Magazin am 30.08.2010 bemerkte, dass BP, der Verursacher einer der großten Ölkatastrophen der Menschheitgeschichte, bis vor kurzem auf dem Index zu finden war. Weiter heißt es: „Relevante Informationen zur Nachhaltigkeit gehören in den regulären Geschäftsbericht, versehen mit dem Siegel eines Wirtschaftsprüfers. Was nicht in den Geschäftsbericht passt, interessiert auch sonst niemanden.“ Nachhaltigkeitsberichte sind also nichts als Augenwischerei, solange sie nicht geprüfte Informationen enthalten, eine Tatsache die als „Green Washing“ bezeichnet wird. 9 Großunternehmen nutzen diese Praktik um ihr Außenbild möglichst kosteneffizient aufzupolieren, ohne wirklich hinter nachhaltigen Grundsätzen zu stehen.
6 Vgl. Sustainable Measure (2010a)
7 Vgl. Sustainable Measure (2010b)
8 Vgl. DJSI (2010)
9 Vgl. manager magazin (2010)
3
Sternchen versehenen Kriterien stammen größtenteils aus Firmeninformationen, die gegebenenfalls durch Berichte in Zeitschriften o.ä. ergänzt werden. Dies ist ein Hauptkritikpunkt am DJSI. 10
Es ist zu sehen, dass das Feld, in dem sich Nachhaltigkeit im Wirtschaftssektor bewegt, weit ist und vielfältige Ansätze bietet. Unsere Gruppe entschloss sich jedoch schon früh, eine Umfrage durchzuführen und möchte hiermit nun die Enstehungsgeschichte und Auswertung , sowie die Ergebnisse kritisch diskutieren.
10 http://www.sustainabilityindex.com/07_htmle/assessment/criteria.html (aufgerufen am 20.09.2010)
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Arbeit zitieren:
André Glodde, 2011, Wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Nachhaltigkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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