Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Definition Einzelhandel. 1
3 Betriebsformen des Einzelhandels 1
3.1 Betriebsformen 1
3.2 Gliederung der Bedarfsgruppen 2
3.3 Gliederung der Bedarfsstufen. 2
4 Standortfunktionen 3
4.1 Standortwahl der Betriebsformen im Lebensmittel- Einzelhandel 3
4.2 Standortwahl der Betriebsformen im Bekleidungseinzelhandel 4
4.3 Standortwahl der Betriebsformen im Möbeleinzelhandel. 5
4.4 Standortwahl von Mehrbetriebsunternehmen- Filialen. 5
5 Einzelhandelsentwicklung in Deutschland. 5
6 Einzelhandelsagglomeration und geplante Geschäftszentren. 7
6.1 Shopping Center 8
6.2 Urban Entertainment Center (UE)C 9
6.3 Factory Outlet Center (FCO) 9
7 Zukunftstrends im Einzelhandel. 10
8 Zusammenfassung 10
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1 Einleitung
Seit eh und je ist der Handel zur Bedarfsdeckung ein wichtiger Bestandteil der Menschheit und wird auf Grund der fortschreitenden Entwicklung der letzten Jahrhunderte durch einen lokalen, regionalen und internationalen Güteraustausch gekennzeichnet. Nicht nur in der Größe der Handelsbeziehungen werden Veränderungen deutlich, sondern auch durch strukturelle Merkmale des Handels. In der vorliegenden Arbeit wird sich speziell auf die in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg ablaufende Entwicklung im Einzelhandel bezogen. Zunächst werden verschiedene Formen von Betrieben definiert, welche je nach Bedarfsgruppen und Bedarfsstufen zu unterscheiden sind. Folgend werden Standorte aufgezeigt, welche die Betriebsformen wählen. Des Weiteren wird in Anbetracht der Einzelhandelsentwicklung dargestellt, inwiefern sich die Strukturen der Betriebe herausbildeten und welchen Einfluss das auf die Wahl des Standortes hatte. Es werden Vor-und Nachteile heutiger Einzelhandelsagglomerationen beschriebnen und verschiedene Geschäftszentren aufgezeigt. Letztlich sind zukünftige Trends in der Entwicklung im Einzelhandel zu nennen.
2 Definition Einzelhandel
„Unter Handel als Tätigkeit soll der Verkauf von beweglichen Sachgütern zwischen Unternehmen untereinander oder auch zwischen Unternehmen und privaten Haushalten verstanden werden, wobei die gehandelten Güter nicht wesentlich be- oder verarbeitet worden sind.“ (HEINRITZ; KLEIN; POPP 2003, S. 20) Diese Definition, welche den Handel als Tätigkeit darstellt, beschreibt den „Handel im funktionellen Sinn“. (HEINRITZ; KLEIN; POPP 2003, S. 20) Handel im institutionellen Sinn charakterisiert sich durch Einzelhandelsbetriebe. Insofern liegt der „Tätigkeitsschwerpunkt in der Beschaffung und dem Absatz von beweglichen Sachgütern, ohne sie wesentlich zu be- oder verarbeiten.“. (HEINRITZ; KLEIN; POPP 2003 S. 23)
3 Betriebsformen des Einzelhandels
Die Entwicklung des Einzelhandels ist vor allem durch die Entstehung von großen Betriebsformen gekennzeichnet, welche sich nach „Größe, Bedienungsform, Sortiment und Preisniveau“ unterscheiden. (KULKE 1998, S. 165-168) HEINEBERG grenzt hierbei primäre und sekundäre Merkmale (vgl. Abb. 1). Unter primären Merkmalen wird in erster Linie „die Raumverteilung der Einrichtungen (absolute und relative
Häufigkeitsverteilungen, Standortverteilungen), betriebswirtschaftliche Merkmale (z.B. Betriebsgrößen, Sortimentsdimensionen, Branchendifferenzierung) und Einzugsbereiche (räumliche Reichweite, Einwohner etc.)“ (HEINEBERG 2003, S. 187) verstanden. Zu den sekundären Merkmalen gehören „Physiognomische Merkmale (z.B. „Aufmachung“ der Geschäftsfassaden, Art der Außenreklame), Grundstücks- und Mietpreise, Benutzer/Besucherverkehr.“ (HEINEBERG 2003, S. 187)
3.1 Betriebsformen
Je nach Verknüpfung der primären Merkmale begründen sich die unterschiedlichen funktionalen Betriebsformen. In Kombination von Sortimentdimensionen und Betriebsgröße (Verkaufsfläche) gliedern sich Einzelhandelsbetriebe nach Sortimentbreite und Sortimentstiefe. Die Breite beschreibt die Anzahl der Warengruppen, wie z.B. Textilien
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und Kosmetikartikel. Insofern kennzeichnet die Breite mehrere Branchenbereiche. Die Tiefe des Sortiments verweist auf die vielfältige Auswahl innerhalb einer Warengruppe, wie z.B. Größe und Farbe. (KULKE 1998, S. 164) Im Einzelhandel werden demzufolge folgende Betriebstypen unterschieden. Zum einen bestehen Geschäfte mit breiten und flachen Sortiment. Weiterhin werden diese durch Gemischtwarengeschäfte oder durch kleine und mittelgroße Warenhäuser beschrieben. Große Waren- und Versandhäuser charakterisieren sich durch ein breites und tiefes Sortiment. Eine weitere Betriebsform sind Spezialgeschäfte (z.B. für Hüte) mit engen und tiefen Sortiment. Demgemäß lassen sich große Fachgeschäfte, wie Möbelkaufhäuser in diese Betriebsform einordnen. Geschäfte mit engen und flachen Sortiment sind z.B. sehr kleine Läden oder der ambulante Handel, d.h. ohne festen Standort. (HEINEBERG 2003, S. 187)
3.2 Gliederung der Bedarfsgruppen
Eines der bedeutendsten betrieblichen Merkmale ist die Branchenzugehörigkeit des Betriebes im Einzelhandel. Spezialisierungen werden durch diese erkennbar. Die einzelnen Branchen werden zu Bedarfsgruppen zusammengefasst, um allgemein leichter Vergleiche zu ziehen. Diese werden auch als Branchen- oder Konsumgruppen bezeichnet. Bedarfsgruppen hängen generell funktional zusammen und lassen sich leicht abgrenzen. Nach HEINEBERG gehören demnach zu den Bedarfsgruppen die „Lebens- und Genußmittel, Bekleidung und Textilien, Hausratbedarf (...), Körperpflege- und Heilbedarf (...), Bildung und Kunst (...), Unterhaltungsbedarf (...), Arbeits- und Betriebsmittelbedarf(...), Wohnungseinrichtungsbedarf (...), Fahrzeuge (...), Schmuck und Zierbedarf (...)“ und „Warenhäuser/ Einzelhandelsgeschäfte mit Waren aller Art.“. (HEINEBERG 2003, S. 188) Angaben über die Abstufung der Nutzung innerhalb einer Stadt werden dadurch bestimmt, wie oft ein Betrieb bezüglich dieser Gruppen in einem speziellen Bereich der Stadt vorkommt. Dies wird am Beispiel der Stadt Münster verdeutlicht. Hier wird die Häufigkeit der Bedarfsgruppen insbesondere in der City veranschaulicht (vgl. Abb. 2). (HEINEBERG 2000, S. 171)
3.3 Gliederung der Bedarfsstufen
nKonsumwertigkeit und Konsumhäufigkeit bzw. -fristigkeit stellen wichtige Faktoren für die Gliederung der Bedarfsstufen dar. Die Konsumwertigkeit beschreibt das Niveau von Preis und Qualität des Warenangebots und Konsumhäufigkeit bzw. -fristigkeit die Nachfrage an ein bestimmtes Warenangebot. Werden Geschäfte allein nach der Konsumhäufigkeit bzw.
-fristigkeit betrachtet, so lassen sich Geschäfte für den kurzfristigen oder täglichen, für den mittelfristigen oder periodischen und für den langfristigen oder episodischen Bedarf unterscheiden. (HEINEBERG 2000, S. 173) Bei einer Kombination von Konsumhäufigkeit und Konsumwertigkeit werden Branchen innerhalb einer Bedarfsgruppe in 3 Bedarfstufen gegliedert. Die erste Bedarfsstufe beinhaltet „Geschäfte mit ausschließlich oder größtenteils langlebigen, hochwertigen und selten verlangten Warenangeboten.“. (HEINEBERG 2003, S.188) In diesem Zusammenhang sind die teuren und speziellen Modeartikel oder Möbelwaren zu nennen. Die zweite Bedarfsstufe wird durch „Geschäfte mit mittelwertigen und/oder mittelfristig nachgefragten Warenangeboten.“ bestimmt. (HEINEBERG 2003, S.188) Im Vordergrund stehen dabei z.B. Damenmoden, Bücher oder Modeschmuck. Die „Geschäfte mit geringwertigen, kurzfristig oder täglich verlangten Warenangeboten“ (HEINEBERG 2003, S.188) kennzeichnen die dritte Bedarfsstufe. Dazu
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gehören z.B. grundlegende Nahrungsmittel oder Zeitungen. Die Differenzierung der unterschiedlichen Bedarfsstufen ist in Verbindung mit der Form des Einzelhandelsbetriebes eine wichtige Vorraussetzung für die Wahl des Standortes. Welche Rolle sie zusammen mit anderen Faktoren spielen, wird im Folgenden dargelegt. (HEINEBERG 2003, S.188)
4 Standortfunktionen
Im Einzelhandel wird zwischen stationären Einzelhandel, ambulanten Handel, Versandhandel und dem E- Commerce unterschieden. Am bedeutendsten ist der stationäre Ladeneinzelhandel, welcher ein betrieblich eingerichtetes Geschäft nachweisen und für den Kunden erkennbar und zugänglich sein muss. Im Gegensatz dazu steht der E- Commerce, welcher den Internethandel wie Ebay beschreibt. (HEINRITZ; KLEIN; POPP 2003, S. 23) „Unter Standort wird die erdräumliche Lokalisation mit bestimmten sachlichen und funktionalen Attributen verstanden.“ (HEINRITZ; KLEIN; POPP 2003, S. 67) Die in Abb. 3 beschriebenen Standortfaktoren sind Faktoren, welche für ein Unternehmen zur Standortwahl anziehend wirken. Je nach Art des Unternehmens sind die einzelnen Standortfaktoren von unterschiedlicher Bedeutung. Nach BEHRENS (1965) und DE LANGE (1989) sind Standortfaktoren die Größe des betrieblichen Absatzgebietes, Absatzpotenzials, Beschaffungsgebietes und des Beschaffungspotenzials. Das Absatz- und Beschaffungsgebiet beschreibt, wie verkehrsorientiert der Standort ist und welche Parkmöglichkeiten Kunden und Lieferanten haben. Das Absatzpotenzial wird in mehrere Unterformen gegliedert. Erstens spielt der Bedarf eine besondere Rolle. Hierbei ist in erster Linie die Anzahl der Konsumenten von Bedeutung und mit welcher Häufigkeit sie diesen Bedarf benötigen. Zweitens tritt die Kaufkraft der Kunden in den Vordergrund. Insofern muss die Sozialstruktur des jeweiligen Standorts beachtet werden. Drittens sind Absatzkonkurrenzen und -agglomerationen sowie das Ansehen eines Standorts relevant. Des Weiteren gehören als Beschaffungspotential der Betriebsraum, demnach das Vorhandensein und die Beschaffenheit der Betriebsfläche, und die Leistungen der öffentlichen Behörden, welche den Standort beeinflussen, zu den Standortbedingungen. (HEINRITZ; KLEIN; POPP 2003, S. 67) Im Einzelhandel stehen Anbieter und Nachfrager im direkten Kontakt, wodurch sich die Betriebe bei ihrer Standortwahl nach dem Einkommen und der Menge der Nachfrager, sowie nach der Erreichbarkeit und dem Anreiz des Standorts richten. Die Relevanz von Agglomerations- und Konkurrenzfaktoren ist gebunden an den Typ eines Betriebes. (KULKE 1998, S. 162)
4.1 Standortwahl der Betriebsformen im Lebensmittel- Einzelhandel
Der Lebensmittel-Einzelhandel wird der Bedarfsstufe 3 zugeordnet. Im Allgemeinen sind zum Bestehen dieser Stufe „hohe Umsatzfrequenzen und Umsatzanteile“ (HEINEBERG 2000, S. 176) nötig. Aus diesem Grund wählen die Betriebe ihren Standort in dichten Wohnvierteln oder in Nebengeschäftszentren, aber auch in den Hauptgeschäftsstraßen der Zentren einer Mittel- oder Großstadt. Einige Formen existieren ebenfalls im suburbanen Raum. (HEINEBERG 2000, S. 176) Im Lebensmittel- Einzelhandel lassen sich die verschiedenen Betriebsformen mit ihren unterschiedlichen Einflussfaktoren auf die Standortwahl einordnen. Unterschieden werden LM- Generalisten und LM- Spezialisten. Zwischen beiden Formen wird der LM- Kiosk eingeordnet. Flächenkleine LM- Betriebe und SB- Märkte wählen ihren Standort in wohnnaher und dezentraler Lage. LM- Betriebe haben als kleinste Betriebseinheit der Generalisten ein begrenztes Sortiment. Um dessen Standortattraktivität zu steigern sind sie auf Agglomerationen angewiesen. Der Standort der
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SB- Märkte ist durch eine größere Sortimentsbreite wohnorientierter. Beide Betriebsformen werden zunehmend vom Supermarkt mit seiner relativ großen Verkaufsfläche verdrängt. Der Supermarkt wiederum ist wegen seines hohen Kundenaufkommens attraktiv für andere Betriebe und stellt den Hauptbetrieb eines kleineren Zentrums dar. Die flächengroßen Verbrauchermärkte und SB- Warenhäuser können wegen ihres Sortiments ein kleineres Zentrum bilden, was nicht bedeutet, dass sich keine weiteren Betriebe dort niederlassen können. Die Standortwahl der beiden Betriebsformen ist nicht von üblichen Standorten im Zentrum abhängig, unterliegt jedoch meist den Ansichten der Raumplanung. Allgemein gilt für die Lokalisation der LM- Generalisten „Je vollständiger das Sortiment, desto größer der Raumanspruch, die Verkaufsflächen und der Mindesteinzugsbereich und umso notwendiger die Lage im sekundären Netz.“. (HEINRITZ; KLEIN; POPP 2003, S. 73) Bei den LM- Spezialisten ist das Sortiment beschränkt vorhanden. Das hat zur Folge, dass der gewählte Standort in gewisser Weise bekannt und vor allem für den Kunden leicht zugänglich sein sollte. Demnach orientieren sich LM- Spezialisten an Zentren oder Wohnstandorten, unter Berücksichtigung Leistungen maximal bzw. Kosten minimal zu halten. Geschäfte mit einer kleinen Verkaufsfläche (z.B. Süßwaren- oder Tee- Geschäfte) bevorzugen in der Innenstadt den Standort der Hauptgeschäftsstraße. Betriebe, welche auf eine bestimmte Art von Kunden ausgerichtet sind (z.B. Reformhäuser) wählen hingegen ihren Standort in den Nebenstraßen oder in weniger populären Teilen der Hauptgeschäftsstraßen. LM- Discounter müssen wiederum einen verkehrsorientierten Standort wählen, da die Kunden größere Vorteile erhalten, wenn eine große Anzahl von Waren konsumiert wird und somit der Aufwand an Transport steigt. (HEINRITZ; KLEIN; POPP 2003, S. 71-75)
4.2 Standortwahl der Betriebsformen im Bekleidungseinzelhandel
Betriebsformen im Bekleidungseinzelhandel gliedern sich in der zweiten Bedarfsstufe ein und werden ebenfalls in Generalisten und Spezialisten unterteilt. Zu den Generalisten zählen Fachgeschäfte und -kaufhäuser, zu den Spezialisten die Spezialgeschäfte und Discounter. Fachkaufhäuser besitzen ein breites und tiefes Sortiment, infolgedessen befürworten sie eine zentrale Lage in der Innenstadt. Auf Grund einer hohen Kundendichte können sie eine Maximierung bezüglich Gewinn und Umsatz erwarten. Das betrifft primär Bekleidungs- und Schuhkaufhäuser. Fachgeschäfte sind abhängig vom „shared business“, da ihr Sortiment begrenzt vorhanden ist. Insofern wird eine branchengleiche Agglomeration vorgezogen. Weiterhin wählen die Betriebe ihren Standort in Stadtteilzentren mit höherem Rang. (HEINRITZ; KLEIN; POPP 2003, S. 75) Dies ist z.B. der Fall, wenn die Konsumhäufigkeit einer Ware und die Kaufkraft der Konsumenten relativ hoch sind. Spezialgeschäfte, deren Sortiment zielgruppengerichtet ist, bevorzugen Standorte in Geschäftsstraßen mittleren Ranges oder eine Lage mit guter Verkehrsanbindung. Discounter sind gebunden an eine bestmögliche Standortwahl. Die Fläche, auf dem das zielgruppengerichtete Sortiment präsentiert und verkauft wird, übersteigt die der Spezial-und Fachgeschäfte. Discounter wählen ihren Standort sowohl in der Innenstadt als auch außerhalb, sofern die Lage verkehrsgünstig erreichbar ist. Zum suburbanen Raum neigen großflächige Betriebe wie Fachmärkte, eine Mischung von Generalisten und den Spezialisten. Sie wählen einen dezentralen Standort, welcher mit Verkehrsmitteln gut zu erreichen ist. Des Weitern treten Fachmärkte mit branchenfremden Frequenzzubringern wie SB- Warenhäuser auf. Beide Betriebsformen sind auf ein annähernd gleiches Niveau von Preis und Qualität angewiesen. (HEINEBERG 2000, S. 176)
Arbeit zitieren:
Sylvia Lorenz, 2008, Handelsentwicklung - Betriebsformen, Standorte, Betriebsstrukturen und Zukunftstrends, München, GRIN Verlag GmbH
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