Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Definition 2
3 Klimatische Ursachen 3
3.1 Aridität und Dürre 3
3.2 Klima und Dürre im Sahel 3
3.3 Ursachen der Dürre 4
4 Anthropogene Ursachen 4
4.1 Degradierung der natürlichen Vegetation 4
4.2 Landwirtschaft 5
4.2.1 Degradierung durch unangemessene Anbauproduktion 5
4.2.2 Degradierung durch Abholzung 6
4.2.3 Degradierung durch Überweidung 6
4.3 Ausbau der Infrastruktur- Misswirtschaft in der Bewässerung 7
4.4 Andere Ursachen 8
5 Ursachenkomplex 8
6 Zusammenfassung 9
Anhang 11
Literaturverzeichnis 15
1
1 Einleitung
Die Desertifikation ist eine der meist gefährlichsten ökologischen und sozioökonomischen Probleme des 21 Jahrhunderts. In den ariden, semi-ariden und trocken- subhumiden Gebieten umfasst die Desertifikation 35% der weltweiten Landoberfläche, mit einem Anteil der Weltbevölkerung von 20 %. Allein in Afrika sind 80% der Trockengebiete von ihr betroffen. (MAINGUET 1994, S. 42) Von allen speziellen Ursachen der Desertifikation, werden ca. 87% auf das Missmanagement von Wasser, Land, Vegetation und mineralischen Ressourcen bezogen, nur 13 % der Ursachen beziehen sich auf natürliche Prozesse. (BABAEV; ZONN 1999) In der vorliegenden Arbeit werden die klimatischen und anthropogenen Ursachen der Desertifikation erörtert, welche sich je nach Gebiet oder Zone unterschiedlich auswirken. In einigen Gebieten können klimatische, in Anderen anthropogene Faktoren überwiegen. Relief und Wasserbestände zählen dabei als Einflussgrößen. Zunächst werden die klimatischen Ursachen betrachtet, wobei sich vor allem auf die Aridität, die Dürre und die Niederschlagsvariabilität der Regionen, in denen die Desertifikation stattfindet, bezogen wird. Folgend werden die anthropogenen Ursachen herangezogen. Insofern werden die größten Einflussfaktoren wie Ackerbau, Überweidung und Bewässerung aufgezeigt. Letztlich wird die Komplexität der Ursachen deutlich gemacht.
2 Definition
Das Wort „Desertifikation“ stammt aus dem Lateinischen „desertus facere“ ab und wird wörtlich als „Wüstenmachen“ oder „Verwüstung“ bezeichnet. Die Desertifikation bedeutet somit „ …die Ausbreitung wüstenähnlicher Verhältnisse in Gebiete hinein, in denen sie zonal- klimatisch eigentlich nicht existieren sollten.“. (MENSCHING 1990, S. 4) Desertifikation ist die Degradierung von Land in ariden, semiariden und trocken subhumiden Gebieten. (vgl. Abb.1) Sie wird in erster Linie durch menschliche Aktivitäten und klimatischen Schwankungen verursacht. Die Desertifikation bezieht sich nicht nur auf die Ausbreitung bereits existierender Wüsten. Die Ökosysteme der Trockengebiete, die über 1/3 der weltweiten Landesfläche bedecken, sind extrem anfällig gegenüber unangebrachter Landnutzung, sodass Vorraussetzungen für die Desertifikation geschaffen sind. Über 250 Mio. Menschen sind direkt von der Desertifikation betroffen. (The United Nations Convention to Combat Desertification) Desertifikation ist damit das Produkt von einem Komplex aus Interaktionen zwischen dem sozioökonomischen System (Krankheiten, Armut, Hunger, unstabiler Wirtschaft) und natürlichen Faktoren. (Dürre, Wassererosion, Bodenversalzung, Abtragung der Vegetation) (BABAEV; ZONN 1999 S.49-50) Oft wird Desertifikation mit der Dürre verglichen. Es muss jedoch beachtet werden, dass bei der Dürre grundsätzlich klimatische Aspekte als Auslöser in Frage kommen. Die Desertifikation, als positiver Rückkopplungsprozess, wird sowohl durch klimatische als auch durch anthropogene Faktoren hervorgerufen und baut somit auf normal bedingt klimatische Dürreperioden auf. Die als Degradierungsprozess bezeichnete Desertifikation trägt in den Tropen und Subtropen den größten Anteil an der Umweltzerstörung bei. (MENSCHING 1990, S. 1-4)
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3 Klimatische Ursachen
Tropische und subtropische Trockengebiete hängen von der planetarischen Luftzirkulation und der geographischen Breite ab. Um die Relevanz des Klimas für die Ausweitung der Desertifikation genauer betrachten zu können, werden zunächst die Eigenschaften des vorherrschenden Klimas in den Tropen und Subtropen erörtert. Effekte, die aus den Klimaänderungen bzw. -schwankungen resultieren, geben dem Desertifikationsprozess die nötigen Vorraussetzungen. (MENSCHING 1990, S. 28)
3.1 Aridität und Dürre
Die ariden (100- 200mm Niederschlag (N)), semiariden (zwischen 250- 300 und 600mm N) und trocken- subhumiden (600-1200mm N) Regionen gehören zu den Gebieten, in denen die Desertifikation stattfindet. Es sind Bereiche, in denen die Verdunstung für die meiste Zeit höher ist als der Niederschlag. (vgl. Abb. 2) (MAINGUET 1994, S. 18, 154) Die steigende Aridität ist ein großer Einflussfaktor für den Desertifikationsprozess der Tropen und Subtropen. Die Variabilität des Klimas und die damit verbundene Aridität stellen ein erhebliches Anbaurisiko für Kulturpflanzen dar, beeinflussen die Vegetationsoberfläche und verstärken somit die Ausbreitung wüstenähnlicher Bedingungen in den Steppen- und Savannengebieten. (GEIST 2005, S. 51) Dieser Vorgang wird von UNEP als „desert enroachment“ (das Vorrücken der Wüste) bezeichnet. Dürre und Aridität sind in enger Verbindung stehende Phänomene. Aridität ist das Ergebnis eines andauernden Niederschlagsdefizits. Dürre ist eine lang anhaltende Abweichung des normalen Niederschlags. Um zu verstehen inwiefern die Desertifikation mit der Dürre in Bezug steht, muss zunächst die Dürre analysiert werden. (MAINGUET 1994, S. 23) Die durch die Dürre verursachte Degradierung von Vegetation, Boden und Wasserhaushalt sind ausschlaggebende Faktoren für die Desertifikation. Begründend das Dürre zu den klimatologischen Ursachen der Desertifikation gehört, wird erörtert, wie Dürren hervorgerufen werden können.
3.2 Klima und Dürre im Sahel
Der Sahel kann als Beispiel für einen Ort der Dürre herangezogen werden. Sahel ist die „Übergangszone zwischen Sahara und den äquatornahen Feuchtgebieten...den Bereich, in dem die jährlichen Niederschlagssummen mehr als 100mm, aber weniger als 750 mm betragen.“ Die große Dürre (1968- 1973) im Sahel trat zeitgleich mit Anomalien von Temperaturen und Niederschlägen in anderen Regionen der Welt auf. (KLAUS 1981, S. 1-2) Normalerweise wandert der tropische Niederschlagsgürtel in den Monaten März und August in nördliche Richtung Westafrikas und in der Zeit von September bis November in südliche Richtung. In der Sahelzone fallen die Niederschläge auf die Sommermonate Juni-Oktober. Die Niederschläge in den trockenen Regionen sind an die Änderung des Zenitsstands der Sonne und darauf folgenden Lage der Innertropischen Konvergenzzone (ITC mit 1-2 Monaten Rückstand) gebunden. (vgl. Abb. 3) Erreicht die ITC in den Sommermonaten die nördlichen Breiten, so kann durch einen zunehmenden Feuchtegehalt mit Regen gerechnet werden. Dies hängt mit der Erwärmung des Bodens und der darüber liegenden Luftmassen zusammen, wodurch die Luft aufsteigt und es zur Konvektion kommt. Durch räumliche und zeitliche Schwankungen der Sommerniederschläge im Sahel, treten jedoch immer wieder häufige Dürreperioden auf. (KLAUS 1981, S. 10-17) Die Abnahme der Niederschläge zum Norden hin ist im westlichen Sahel alle 10km mit einer
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Abweichung von 10 mm N gekennzeichnet. Jährlich kann man mit 10-50 Tagen Niederschlag rechnen, wobei auch hier Abweichungen von 4 Tagen weniger Regen pro 100 km auftreten. Es muss jedoch beachtet werden, dass die Niederschläge vom Mittelwert langjähriger Messungen eine Schwankung von 20-50% aufweisen können. (vgl. Abb. 4) (KLAUS 1981, S. 6-7)
3.3 Ursachen der Dürre
Zirkulationsdynamisch gesehen tragen die Antizyklonen zu den Niederschlagsdefiziten im Sahel bei. Das regenbringende St.- Helena Hochdruckgebiet des Südatlantiks wandert dabei weniger in Richtung Nord, sodass der SW-Monsum die ariden Gebiete nicht erreichen kann. Weiterhin ist das Azorenhoch und Libyen-Hochdruckgebiet in Abhängigkeit der Trogpositionen so intensiv, dass die nördliche Verlagerung der ITC verhindert wird. Dies ereignet sich wenn NW- Winde die Luftmassen der Sahara in die Zone der tropischen Ostwinde bringen (KLAUS 1981, S. 66). So ist auch die Zunahme der meridional gerichteten Großwetterlagen, im Zusammenhang mit der Dauerhaftigkeit der Trogpositionen, welche die Wanderung der ITC in nördliche Richtung verhindert, ein Grund für das Vorhandensein der Dürre im Sahel. (KLAUS 1981, S. 77)
4 Anthropogene Ursachen
Nicht nur Defizite im Niederschlag oder der Klimawandel verursachen Dürren und damit die Desertifikation. Es sind vor allem die sozioökonomischen Aspekte, die Veränderungen im Ökosystem und dadurch Desertifikationsprozesse hervorrufen. (MAINGUET 1994, S. 23-24)
In den semiariden und subhumiden Gebieten gehören Dürren zum gewöhnlichen Klimageschehen dazu. Die natürliche Vegetation ist eigentlich den klimatischen Bedingungen angepasst. Dürren allein erniedrigen zwar die Produktivität der Nutzpflanzen, jedoch wird die Vegetation durch anthropogene Einflüsse fast völlig vernichtet. In Abhängigkeit von der Niederschlagsvariabilität fehlt die Kraft zur Regeneration, wodurch Vorraussetzungen für die Desertifikation geschaffen werden. (MENSCHING 1990, S. 32-34) So erlebte man diese Situation in der bereits erwähnten Dürre zwischen 1968 und 1973 im südlichen Sahel. Anbaugebiete sind durch anthropogene Eingriffe dermaßen zerstört worden, dass sich die natürliche Vegetation und auch die Kulturpflanzen nicht schnell genug regenerieren konnten. Trotz folgender Niederschläge dauerte es sehr lang bis die Erntebeträge einen relativ normalen Stand erreichten. (KLAUS 1981, S. 1) Auf Grund des Bevölkerungswachstums in den semi-ariden und sub- humiden Gebieten wird mehr Nahrung und Energie benötigt. Dieser Aspekt verursacht eine enorme Ausbeutung der natürlichen Ressourcen. (BABAEV; ZONN 1999, S. 52) Die dadurch entstehende Beanspruchung der Vegetation und des Bodens übersteigen die Tragfähigkeit der Land-und Wasserverfügbarkeit. Auch der Rückgang traditioneller Wirtschaftspraktiken (Nomadismus) führte zu Änderungen im Ökosystem. Durch die Entstehung kultivierter Gebiete ist „Shifting Cultivation“ als Form des Lebensunterhalts nur noch selten vertreten. (MAINGUET 1994, S. 23-24)
4.1 Degradierung der natürlichen Vegetation
Im Vordergrund steht, dass der Mensch mit seinen Eingriffen das Gleichgewicht des ohnehin klimatisch labilen Ökosystems außer Kontrolle bringt. Diese Tatsache wird im
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Arbeit zitieren:
Sylvia Lorenz, 2008, Desertifikation - klimatische und anthropogene Ursachen, München, GRIN Verlag GmbH
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