Gliederung
1 Allgemeine Daten und Fakten der Landkreise
Nordvorpommern und Saalfeld- Rudolstadt 2
2 Aktuelle wirtschaftliche Situation der Bundesländer und
speziell der Kreise Nordvorpommern und Saalfeld- Rudolstadt 3
2.1 Der Primäre Sektor 6
2.1.1 Bodenfläche nach Art der Nutzung 6
2.1.2 Agrarstrukturen nach Betriebsgrößenklasse 7
2.1.3 Anbauverhältnisse 8
2.1.4 Vergleich der mittleren Ernteerträge (Kreis-Land) 9
2.1.5 Entwicklung der Viehbestände 10
2.1.6 Entwicklung der Milchproduktion 10
2.2 Der Sekundäre Sektor 12
2.2.1 Wirtschaftsstrukturen im Vergleich 12
2.2.2 Entwicklung der Bruttoinlandsprodukte 13
2.2.3 Entwicklung der Betriebs- und Beschäftigtenzahlen sowie der Umsätze im
Verarbeitenden Gewerbe 14
2.2.4 Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer 15
2.2.5 Entwicklung des verfügbaren Einkommens privater Haushalte 16
3 Wirtschaftsstandorte bzw. -projekte 17
3.1 Rudolstadt- Schwarza 17
3.2 Pommerndreieck 18
4 Tourismus in Nordvorpommern und Saalfeld- Rudolstadt 19
4.1 Touristische Schwerpunkte beider Landkreise 19
4.2 Touristische Hauptmärkte 22
4.3 Vergleich der Landkreise bezüglich der Stellung im jeweiligen Bundesland anhand
von statistischen Erhebungen 26
4.4 Entwicklung der Beherbergungsstätten sowie der Gästebetten, -ankünfte und
-übernachtungen 32
5 Internetpräsenz 35
5.1 Vergleich der Anzahl von Interneteinträgen bei
unterschiedlichen Suchmaschinen 35
5.2 Internetseiten der Landkreise Nordvorpommern und Saalfeld-Rudolstadt im
Vergleich 36
6 Quellenverzeichnis 39
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1 Allgemeine Daten und Fakten der Landkreise Nordvorpommern und Saalfeld-Rudolstadt
Der Landkreis Nordvorpommern liegt im Norden des Bundeslands Mecklenburg-Vorpommern. Im südöstlichen Teil Nordvorpommerns liegt am Fluss Trebel die Kreisstadt Grimmen, welche zudem der Verwaltungssitz Nordvorpommerns ist. Die Stadt Grimmen befindet sich circa 30 Kilometer südlich von der Hansestadt Stralsund und circa 25 Kilometer westlich von der Hanse- und Universitätsstadt Greifswald. Das Gebiet der Kreisstadt Grimmen wird im Westen vom Amt Franzburg- Richtenberg, im Norden vom Amt Miltzow und im Osten und Süden von der amtsfreien Gemeinde Süderholz begrenzt. Im Zuge der Kreisgebietsreform im Jahre 1994 wurden 31 Landkreise Mecklenburg-Vorpommerns auf zwölf reduziert. Die sechs kreisfreien Städte des Landes behielten jedoch ihren Status. Der Landkreis Nordvorpommern wurde aus den Kreisen Stralsund, Grimmen und Ribnitz- Dammgarten gebildet und besteht heute aus insgesamt 64 Gemeinden.
Die Stadt Grimmen besteht aktuell aus zwölf Ortsteilen, die sich auf einer Fläche von circa 50,29 km² mit etwa 10.821 Einwohnern erstreckt. Seit dem Jahre 2001 wird die amtsfreie Gemeinde Grimmen von der CDU, unter der Führung von Benno Rüster als Bürgermeister, regiert.
Insgesamt beträgt die Fläche des Landkreises Nordvorpommern 2.172km² und bietet etwa 107.963 Einwohnern eine Heimat. Die Bevölkerungsdichte des Landkreises beträgt 50 Einwohner pro km². Der aktuelle Ausländeranteil beziffert sich auf 1,1%. Die Arbeitslosenquote lag im September 2009 bei 13,5%. Das entspricht dem zweitniedrigsten Wert nach dem Landkreis Rügen und liegt dabei nur knapp über dem Landesdurchschnitt (13,4%). Die aktuelle Arbeitslosenquote Mecklenburg- Vorpommerns wurde von der Bundesagentur für Arbeit als niedrigste Quote seit der Wiedervereinigung bezeichnet. (vgl. Tab. 1)
Der Verwaltungssitz des Landkreises Saalfeld- Rudolstadt befindet sich in Saalfeld an der Saale und setzt sich derzeit aus neun Stadtteilen zusammen. Seit Juli 2006 ist der parteilose Matthias Graul Bürgermeister der Stadt.
Saalfeld/ Saale bildet mit Rudolstadt ein so genanntes Doppelzentrum mit der Funktion eines Mittelzentrums und liegt in einem 250 km² großem Verdichtungsgebiet mit circa 75.000 Einwohnern. Zu diesem Verdichtungsraum gehört neben Saalfeld/ Saale und Rudolstadt auch die Kleinstadt Bad Blankenburg, welche mit ca. 9.000 Einwohnern die kleinste Einheit in dem Städtebündnis „Städtedreieck Saalebogen“ darstellt. Im Jahre 1994 wurden die 1952 entstandenen Kreise Saalfeld und Rudolstadt zum Landkreis Saalfeld- Rudolstadt zusammengelegt. Dieser besitzt aktuell 40 Gemeinden.
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Insgesamt erstreckt sich der Landkreis Saalfeld- Rudolstadt über 1.034.58 km² mit einer Einwohnerzahl von circa 119.817 Menschen, sowie einer Einwohnerdichte von 116 Köpfe pro km². Der aktuelle Ausländeranteil beträgt 1,8%. Dieser Wert liegt etwas unter dem Landesdurchschnitt von 1,6%, jedoch über dem durchschnittlichem Wert innerhalb der Landkreise Thüringens.
Die Arbeitslosenquote bezogen auf abhängige zivile Erwerbspersonen lag im September 2009 in Saalfeld- Rudolstadt bei 10,9%. Dieser Wert befindet sich leicht unter dem Thüringer Mittel, welches auf 11,1% beziffert wurde und zeigt eine deutliche Verbesserung zum Vorjahr (um -2,8 Prozentpunkte). Insgesamt weist ganz Thüringen seit der Wende die geringste Arbeitslosenquote innerhalb der neuen Bundesländer auf. In Ostdeutschland lag diese im Mai 2009 bei 13,4%, das entspricht 5,6 Prozentpunkten mehr als in Westdeutschland zu diesem Zeitpunkt. (vgl. Tab.1)
Tab. 1 Daten und Fakten der Landkreise im Jahre 2008 (Faktortabelle)
2 Allgemeine wirtschaftliche Situation der Bundesländer und speziell der Kreise
Nordvorpommern und Saalfeld- Rudolstadt
Die Kernbereiche der Mecklenburg- Vorpommerschen Wirtschaft liegen in der Ernährungsindustrie, der maritimen Industrie (Schiffbau), der Holzindustrie, d.h. der Be-und Verarbeitung von Holz, der Metall- und Elektroindustrie, in den Biotechnologien und der Medizintechnik (Life Science) und der Informations- und Kommunikationstechnik. Den wichtigsten Industriezweig des Landes stellt die Ernährungsindustrie dar, welche im Jahr 2007 eine fast 17- prozentige Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr erzielte.
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Die Branche bot 2007 13.550 Beschäftigte in 91 Betrieben der Fleisch-, Fisch-, Milchverarbeitung sowie in der Herstellung von Backwaren, Süßwaren und Getränken. Zwei essentielle Bedeutungen werden der Ernährungsindustrie zugesagt. Erstens wird der Absatz der landwirtschaftlichen Primärproduktion des Landes gesichert, da eine Weiterverarbeitung und Veredlung eine höhere Wertschöpfung innerhalb des Landes erzielt und zweitens werden die überwiegend in ländlichen Räumen gelegenen Produktionsstandorte unterstützt und gestärkt.
Aktuelle Konjunkturdaten dämpfen allerdings die Aufschwungstimmung des Landes. Im ersten Halbjahr 2009 (Januar- Juli) ging der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe um -16,9% zurück. Inbegriffen ist auch der Auslandsumsatz, der sich um ganze 5,3% berief. Trotz rückgängiger Zahlen stieg die Beschäftigtenzahl im Verarbeitenden Gewerbe um 3,7% auf 45.851 Beschäftigte. Auch das Bauhauptgewerbe hatte enorme Einbußen zu verzeichnen. Der baugewerbliche Umsatz sank um 20,2% und auch die Beschäftigtenzahl im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum sank (um 4,9 Prozentpunkte). Das Gastgewerbe hatte hingegen nur geringe Verluste zu datieren, während die Gästeübernachtungen in Mecklenburg-Vorpommern sogar um 3,1% stiegen.
Im zu untersuchenden Landkreis Nordvorpommern waren im ersten Halbjahr diesen Jahres insgesamt 23.166 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Der Großteil (über 7.000 Beschäftigte) war in der öffentlichen Verwaltung tätig. 6.939 Personen arbeiteten im Handel, Verkehr und Gastgewerbe und mit weitem Abstand gab es 2.589 Arbeitnehmer im Baugewerbe.
Der Umsatz im Produzierenden Gewerbe in Nordvorpommern belief sich auf gut 98 Mio. Euro. Nur die Landkreise Parchim, Uecker- Randow und Rügen meldeten einen geringeren industriellen Umsatz.
In der für Nordvorpommern weitaus bedeutenderen Wirtschaftsbranche, dem Tourismus, wurden über 1 Mio. Übernachtungen gezählt. Damit liegt der Landkreis an vierter Stelle nach dem bei Touristen so beliebten Rügen, Ostvorpommern (besonders Insel Usedom) und Bad Doberan. Durchschnittlich verweilte ein Gast 4,4 Tage in Nordvorpommern. Dieser Wert liegt über dem Landesdurchschnitt von 3,8 Tagen.
Der Wirtschaftsstandort Thüringen ist einer der traditionsreichsten in Deutschland. Große Konzerne wie die Carl Zeiss AG oder auch die Schott AG agieren seit über 100 Jahren und sind heute als internationale Unternehmensgruppen der optischen und optoelektronischen Industrie auf dem Weltmarkt vertreten.
Nach der Wende erlebte Thüringen sein höchstes Wirtschaftswachstum und weist seitdem kontinuierlich die niedrigste Arbeitslosenquote der neuen Bundesländer auf. Außerdem
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besitzt Thüringen eine überdurchschnittlich hohe Zahl an Industriebeschäftigten und Unternehmen gemessen an der Bevölkerungsanzahl.
Die Kernbranchen des Landes liegen in der Optik-, Mess- und Medizintechnik rund um Jena, in der Solartechnik und dem Maschinenbau nahe Erfurt, dem Fahrzeugbau in den kreisfreien Städten Eisenach und Gotha, im Maschinen- und Werkzeugbau in Südthüringen, im Ernährungsgewerbe entlang der Städtekette Thüringens (A4) und in der Kunststoffverarbeitung und Werkstofftechnik im Raum Ostthüringen. In der zuletzt genannten Wirtschaftsbranche verzeichnete der zu untersuchende Landkreis Saalfeld-Rudolstadt mit dem größten Jahresumsatz 2009 innerhalb Thüringens. Der Wachstumsmotor des Landes ist das Verarbeitende Gewerbe, das seine Bruttowerterschöpfung in den letzten zehn Jahren annähernd verdoppeln konnte (gegenüber dem Jahr 1991 sogar vervierfacht). Der 24-prozentige Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der Thüringer Wirtschaftsleistung entspricht annähernd dem westdeutschen Durchschnittsniveau. Gedämpft werden die Aufschwünge allerdings durch die rückläufige bauwirtschaftliche Produktion und den zunehmenden Personalabbau in der öffentlichen Verwaltung.
Aktuell wird die Thüringer Industrie vollkommen von der Wirtschaftskrise 2008/ 2009 erfasst. Die starken Abwärtstendenzen prägen die Umsatzentwicklung und die Auftragseingänge enorm. In allen Wirtschaftsbranchen sind Umsatzeinbußen zu
verzeichnen. Der Nachfrageeinbruch im Verarbeitenden Gewerbe wächst seit Anfang 2008 stetig und bescherte Thüringens Wirtschaft im ersten Quartal dieses Jahres Nachfragerückgänge um über 30%. Der Inlandsnachfragerückgang bezifferte sich zwischen Januar und März 2009 auf -23,1% und die Auslandsnachfrage war sogar um -46,4% rückläufig.
Der Gesamtumsatz der 873 Betriebe mit über 50 Beschäftigten im ersten Jahresquartal 2009 berief sich auf 5,212 Mrd. € und war somit 21,6% niedriger als im Vorjahreszeitraum. Die Wirtschaftszweige mit den größten Umsätzen waren die Hersteller von Kraftfahrzeugen und - teilen mit 677,5 Mio. €, die Nahrungs- und Futtermittelindustrie mit 672 Mio. € und die Produktion von DV- Geräten und elektronischen und optischen Erzeugnissen mit 571 Mio. €.
Bis auf die Nahrungs- und Futtermittelindustrie, welche ein Plus von 0,3% in Bezug auf das Vorjahresquartal einfuhr, wurden Umsatzverluste im zweistelligen Bereich verzeichnet. Besonders hohe Einbußen (über 40%!) wurden in der Herstellung von Kraftfahrzeugen und -teilen datiert.
Der Landkreis Saalfeld- Rudolstadt gehörte nach Gotha, dem Ilm-Kreis, dem Wartburgkreis und Eisenach im ersten Quartal 2009 zu den fünf umsatzstärksten Gebietskörperschaften in Thüringen mit 352,7 Mio.€. Dies entspricht jedoch trotzdem
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einem Rückgang zum Vorquartal 2008 um -17,2% und zum Vorjahresquartal um sogar -25,7%.
Außerdem fuhr Saalfeld- Rudolstadt die höchste Exportquote in diesem Zeitraum ein. Diese beläuft sich auf 44,4% und liegt somit deutlich über dem Thüringer Durschnitt (31,1%). Die aktuellsten Übernachtungszahlen liegen aus dem Jahr 2008 vor und datieren 502.899 Übernachtungen mit durchschnittlich 3 Aufenthaltstagen im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Insgesamt wurden in Thüringen über 8,6 Mio. Übernachtungen gezählt, jedoch lag die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 2,8 Tagen.
2.1 Der Primäre Sektor
2.1.1 Bodenfläche nach Art der Nutzung
Die gesamte Bodenfläche Nordvorpommerns (Abb.1) beziffert sich auf 2.172 km². Davon wurden im Jahr 2008 67,8% landwirtschaftlich genutzt. Circa 20% der Bodenfläche waren bewaldet, 7,7% stellten Siedlungs- und Verkehrsflächen dar und etwa 3,9% des Landes nahmen die Gewässer ein.
Abb. 1 Bodenflächen nach Art der Nutzung ( bauernverband-nvp.de)
Die Bodenfläche in Saalfeld- Rudolstadt ist weniger als halb so groß (1.034 km²). Die Flächennutzung gestaltet sich in Saalfeld- Rudolstadt auch sehr different im Vergleich zur
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Nutzung in Nordvorpommern. Über 50% des Landkreises sind bewaldet und die landwirtschaftliche Nutzfläche nimmt nur etwa ein Drittel der Fläche ein. Die Siedlungs-und Verkehrsfläche beträgt 3,6% und es gibt etwa halb so viele Gewässer (1,8%) als in Nordvorpommern.
2.1.2 Agrarstrukturen nach Betriebsgrößenklassen
In Nordvorpommern bewirtschaften 39 Betriebe über 40% der bewirtschaftbaren Fläche. Das entspricht 59.739 ha. Dagegen bearbeiten 226 Kleinbetriebe nur rund 3.000 ha. In Mecklenburg- Vorpommern besteht ein mittlerer Betrieb aus 250ha. In Nordvorpommern sogar aus 290ha. Das heisst, dass Nordvorpommernsche Betriebe im Durchschitt etwa 6 mal so groß sind wie die mittleren Betriebsgrößen in Deutschland. Bezieht man diesen Wert auf die Europäische Union, so wird die Bedeutung der Landwirtschaft als prägender Wirtschaftszweig neben dem Tourismus in Nordvorpommern sehr deutlich. (vgl. Abb.2)
Abb. 2 Agrarstruktur in Nordvorpommern nach Betriebsgrößenklassen (bauernverband-nvp.de)
In Saalfeld- Rudolstadt gab es 2007 insgesamt 267 landwirtschaftliche Betriebe, die 33.551 LF* in ha bewirtschafteten. Das entspricht einem Anteil von einem Drittel der Betriebe in
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Sylvia Lorenz, Nora Durstewitz, 2009, Vergleich der Landkreise Saalfeld-Rudolstadt und Nordvorpommern bezüglich Wirtschaft, Tourismus und Internetpräsenz, München, GRIN Verlag GmbH
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