Gliederung Seite
1 Einleitung 1
2 Geschichte der Landwirtschaft in Vietnam 2
2.1 Entwicklungen in der Landwirtschaft 2
2.2 Kollektivierung und Landreform 2
2.2.1 Die Umstrukturierung des Agrarsektors in Nord- und Südvietnam 2
2.2.2 Reformen im landwirtschaftlichen Sektor 3
2.2.3 Das Bodengesetz 4
2.3 heutige Situation 4
3 Bodennutzungssysteme 6
3.1 Ackerbau 6
3.1.1 Wanderfeldbau 6
3.1.2 permanenter Trocken- und Regenfeldbau 8
3.1.3 Nassreissystem 8
3.1.4 Dauerkultursystem 9
3.1.5 Bewässerungswirtschaft 9
3.2 Viehhaltung 11
4 Bodennutzungssysteme zum Erosionsschutz 13
4.1 Fruchtwechsel 13
4.2 Mischanbau 14
4.3 Agroforstwirtschaft 14
4.4 Mulchen 15
5 Anbauprodukte 15
5.1 Reisanbau 16
5.2 Kaffeeanbau 17
5.3 Pfeffer 17
5.4 Cashew 17
5.5 Kautschuk 18
5.6 Maniok 18
5.7 Tee 19
5.8 Zuckerrohr 19
5.9 Obst- und Gemüse 20
5.10 Tierproduktion 20
6 Fazit 21
7 Literaturverzeichnis 22
I
1 Einleitung
Der gezielte Anbau von Pflanzen begann wahrscheinlich vor rund 12.000 Jahren. Entscheidende Faktoren dafür war die Veränderung des Klimas durch das Ende der letzten Eiszeit, das Bevölkerungswachstum und die anfängliche Sesshaftigkeit. Die Landwirtschaft eines Landes spielt über die Sicherung der Ernährung und die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen hinaus die eine bedeutende
Rolle für die Erhaltung und Entwicklung der Kulturlandschaft.
Wer schon einmal das Land Vietnam im südostasiatischen Raum bereist hat, der wird sich an eine ganz bestimmte Farbe erinnern. Es ist das leuchtende Grün, welches sich über das ganze Land zieht und die Menschen ernährt. Vietnam ist ein Land der Reisfelder. Das tropische Klima im Süden und das Monsunklima mit heißen, regnerischen und warmen, trockenen Perioden im Norden sind in Kombination mit den geomorphologischen und pedologischen Beschaffenheiten ein wichtiger Faktor für eine ausgeprägte Landwirtschaft (www.cia.gov). Von großer Bedeutung für die Landwirtschaft sind die Tiefländer im Norden und Süden des Landes. Das Mekong-Delta im Süden und das Delta des Roten Flusses im Norden bilden die Reiskammern des Landes. Abb. 1 Vietnam (www.cia.gov)
Im Rahmen der folgenden Arbeit wird die Landwirtschaft Vietnams beschrieben. Es wird sowohl auf die geschichtliche Entwicklung als auch auf die Bodennutzungssysteme Vietnams eingegangen. Ferner werden Erosionsmaßnahmen und die wirtschaftliche Stellung der einzelnen Anbauprodukte dargestellt.
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2 Geschichte der Landwirtschaft in Vietnam
2.1 Entwicklungen in der Landwirtschaft
In Vietnam war im Zeitraum der kommunistischen Machtübernahme der kleinbäuerliche Familienbesitz kennzeichnend für das Land. So waren ca. 98% der Bauern in der Region des Roten- Fluss- Deltas Eigentümer ihrer meist kleinen Grundstücke. Davon waren jedoch 60% der landwirtschaftlichen Nutzfläche Privateigentum, 40% galten als „öffentliche Felder“, welche von der Dorfgemeinschaft eingenommen wurden und von den einzelnen Familien gleichermaßen bewirtschaftet werden durfte. Demgegenüber besaßen im länger kapitalistisch ausgerichteten Mekong- Delta die Großgrundbesitzer große Länderein. Im südlichen Bergland waren es die kolonialen Plantagengesellschaften, welche eine enorme landwirtschaftliche Nutzfläche aufweisen konnten (VORLAUFER 2009, S. 127).
2.2 Kollektivierung und Landreform
Mit dem Sieg der Kommunisten in Nordvietnam 1954 und in Südvietnam 1975 erfolgte eine vollständige Beseitigung des landwirtschaftlichen Privatlandes. Betriebe der in den Städten lebenden und auch nicht selten chinesischen Großgrundbesitzer wurden zu Genossenschafts-oder Staatsbetrieben umgewandelt. Das betraf vor allem die großen Betriebe im Nassreisanbau im Mekong- und im Roten- Fluss- Delta. In Südvietnam wurden die Flächen vorwiegend ausländischer Eigner, die zumeist für Kautschukplantagen genutzt wurden, verstaatlicht. Ein Großteil der Agrarflächen wurde seit dem Reformkurs im Jahre 1986 wieder den Bauern in Erbpacht überlassen bzw. privatisiert (VORLAUFER 2009, S. 127).
2.2.1 Die Umstrukturierung des Agrarsektors in Nord- und Südvietnam
Nordvietnam vollzog nach seiner Entstehung im Jahre 1954 eine Wirtschaftsentwicklung im Rahmen der sowjetischen Planwirtschaft. Charakterisiert wird diese Entwicklung durch eine rasante Industrialisierung durch die Staatsbetriebe und durch die Kollektivierung der Landwirtschaft (DO 2004, S. 25). So kam es in Nordvietnam 1953/54 zu einer Bodenumverteilung. Dabei bekamen Landlose (Teil der Bevölkerung ohne landwirtschaftliche Nutzfläche) und Städter, wenn auch zum Teil ungewollt, Kleinstparzellen aus dem Besitztum der ehemaligen Großgrundbesitzer. Bei dieser Enteignung wurden etwa
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50000 bis 100000 Großgrundbesitzer hingerichtet. Ab 1958 setzte Nordvietnam die Zwangskollektivierung der Bauern vollständig durch. Dabei wurden die Bauern zu Produktionsgenossenschaften zusammengeschlossen. So waren 80% der landwirtschaftlichen Nutzfläche und 90% der bäuerlichen Haushalte in Nordvietnam genossenschaftlich erfasst (VORLAUFER 2009, S. 127). Zudem war die Zeit durch eine zentrale Planung und Führung der Wirtschaft gekennzeichnet. Jegliches landwirtschaftliches Produktionsvolumen musste sich nach geregelten Zielvorgaben richten. Dabei erfolgte auch die Zuweisung der Ressourcen zentral. Demnach wurden von den Haushalten nur fünf Prozent Agrarfläche zum Eigenbedarfsanbau benutzt. Die Produktion für den Markt wurde diesen Haushalten verboten (DO 2004, S. 25).
In Südvietnam konnte die Kollektivierung, so wie sie sich in Nordvietnam vollzog, durch die Doi- Moi- Politik von 1986, welche kurz nach der kommunistischen Machtübernahme einsetzte, nicht erreicht werden. Die Dörfer bildeten eine Art Produktionsgemeinschaft. Durch die Kollektivierung wurden große staatlich- genossenschaftliche Einkaufs- und Verkaufsorganisationen gebildet. Den Markt mit seinen Funktionen und auch Anreize zur Produktionserhöhung gab es nicht. Hauptaufgabe war es den Eigenbedarf der Genossenschaftsmitglieder zu decken, nicht aber den der Stadtbevölkerung (VORLAUFER 2009, S. 127).
2.2.2 Reformen im landwirtschaftlichen Sektor
Die erste Reform in der Landwirtschaft von 1979 war durch die Einführung von Produktionsverträgen bzw. die Einführung eines Kontraktsystems in einer Kooperative gekennzeichnet. Den Haushalten war es dadurch erlaubt die auf ihrer eigenen Agrarfläche produzierten Güter am Markt zu verkaufen. Allerdings geschah dies unter der Voraussetzung, dass die Abgabepflicht an die Kooperative erfüllt wurde. Demnach konnten nur Überschüsse verkauft werden. Zum gleichen Zeitpunkt wurden die Landwirtschaftssteuern über fünf Jahre herunter gesetzt. Daneben gab es einen drastischen Anstieg der staatlichen Aufkaufpreise um 400-600%. Die Monopolstellung der Kooperativen blieb dabei unverändert (DO 2004, S. 25). Durch das Einsetzen des Reformkurses von 1986 und Reformbeschlüssen im Jahre 1993 folgte eine enorme Umorientierung. Im Blickfeld der Politik standen nun nicht mehr die Veränderung der Eigentums- und Produktionsverhältnisse, sondern die Verbesserung von Produktivkräften und eine Produktionssteigerung der Landwirtschaft mithilfe technisch-
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organisierten Vorraussetzungen (VORLAUFER 2009, S. 127). Die zweite Reform im April 1988 war demnach durch die Dekollektivierung landwirtschaftlicher Nutzfläche gekennzeichnet, wobei mittels langfristiger Verfügungsrechte das Land an private Haushalte zurückgegeben wurde. Durch eine Preisliberalisierung und durch den Wegfall der Subventionierung landwirtschaftlicher Produktionsmittel war es den Haushalten möglich nach ökonomischen Richtlinien zu wirtschaften (DO 2004, S. 25).
2.2.3 Das Bodengesetz
Seit der Überarbeitung des Bodenreformgesetzes im Jahre 1993 ist es den Bauern möglich, Nutzungsrechte für verschiedene Landkategorien zu erwerben. Diese Nutzungsrechte dürfen übertragen, vererbt und verpachtet werden (VORLAUFER 2009, S. 128). Der private Landbesitz ist allerdings untersagt, wodurch Vietnams Fläche Staatseigentum ist. Die Nutzungsrechte werden von einem Volkskomitee vergeben. Bei landwirtschaftlichen Nutzflächen mit einjährigen Kulturen spricht man dabei von einer Dauer von 15-20 Jahre, bei Dauerkulturen und forstwirtschaftlich genutzten Flächen sind es 30- 50 Jahre. Je größer die Fähigkeiten und Möglichkeiten des Betriebsleiters die Agrarfläche zu bewirtschaften sind, desto größer wird die ihm zugeordnete landwirtschaftliche Nutzfläche sein (DO 2004, S. 26). Allerdings hat die vollständige Durchsetzung dieses Bodengesetzes bis zum heutigen Tage noch nicht statt gefunden.
2.3 heutige Situation
Momentan spricht man in der Theorie von einer vollständigen Privatisierung der Landwirtschaft (gemäß des Bodenreformgesetztes von 1993). Die ehemals dominierende Subsistenzwirtschaft gab der Kommerzialisierung den Weg frei. Dementsprechend entstand in wenigen Jahren aus dem Reisimportland das zweitgrößte Reisexportland der Welt. Auch im Anbau von (Robusta-) Kaffe wird es einzig und allein von Brasilien geschlagen. Durch die Kommerzialisierung der Produktion verstärkten sich der Prozess der Landkonzentration sowie die soziale Differenzierung der Landbevölkerung. Die Anzahl der Haushalte, welche keine landwirtschaftlich nutzbare Fläche besaß, nahm rapide zu. Diese stieg allein zwischen 1994 und 1998 von 12250 (0,7% der Bevölkerung) auf über eine Million (6% der Bevölkerung). Im Jahre 2007 waren im staatlichen Agrar- und Forstsektor weniger als 1% der dort Arbeitenden tätig. Das entspricht einer Beschäftigtenzahl von 197.700 Personen. Der Staat ist dabei
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Arbeit zitieren:
Sylvia Lorenz, 2010, Landwirtschaft in Vietnam, München, GRIN Verlag GmbH
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