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Gliederung
1. Einführung 3
Teil 1 - Theorie
2. Critical Incident 4
3. Das U-Kurven-Modell 4
3.1 Honeymoon (Euphorie) 5
3.2 Crisis (Krise) 5
3.3 Recovery (Erholung) 5
3.4 Adjustment (Anpassung) 6
4. Das W-Kurven-Modell - Reverse Culture Shock 6
Teil 2 - Praxis
5. Das fremde Land - die Subkultur 7
5.1 Die Honeymoon-Phase 7
5.2 Die Krise 8
5.3 Die Erholung 9
5.4 Die Anpassung 9
6. Literaturverzeichnis 10
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1. Einleitung
Auf den folgenden Seiten werde ich den sogenannten Kulturschock im Rahmen einer Hausarbeit so ausführlich wie möglich darstellen. Einerseits in einem rein theoretischen Ansatz, wie er in der Literatur zu finden ist. Andererseits einem Teil aus praktischer Erklärung, die aus Vergangenheitsresumee eigener Erfahrungen stammen, die sich wiederum auf die Subkultur der Sehgeschädigten bezieht. Leider muss ich mich in Sachen Literatur weitgehend auf die Seminarunterlagen aus „Interkulturelle Kommunikation“ beziehen. Ich beziehe mich hier auf die Präsentation aus dem Sommersemester 2009.
Zur Bearbeitung des zweiten, also praktischen Teils oder Erfahrungsschatzes werde ich jede beschriebene theoretische Phase mit drei Fragen angehen. 1. Wie kam es dazu?
2. Welche Situation war u. a. ausschlaggebend? 3. Welche Emotionen löste dies aus?
Auf einen extra Gliederungspunkt für das persönliche Fazit wird im Hinblick auf „5.4 Die Anpassung“ verzichtet.
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Teil 1 - Theorie 2. Critical Incident
Die Handlungsweisen fremder Kulturen wirken als kritische Ereignisse, dabei können als Fremd auch Subkulturen der eigenen Gesellschaft, aber schon Merkmalsunterschiede von Dorf zu Stadt sein. Kritisch deshalb, weil die Interaktion und Kommunikation sich als nicht kongruent gegenüber stehen. Im ICD-10, International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, wird der Kulturschock in zwei Kategorien geführt. Einmal unter Traumatisierung als Anpassungsstörung in F43.2 und als Schwierigkeit der kulturellen Eingewöhung, mit Problemen im Bezug auf die soziale Umgebung, unter Z60.
3. Das U-Kurven-Modell
Die Hypothese dieses Modells umschreibt 4 Punkte auf einem Graphen, der in U-Form dargestellt wrid.
Diese vier Phasen zeigen den Einfluss fremder Kulturen auf die Stimmungslage des Menschen. Sie geht von einer Euphorie über in eine Krise. Nach der Erholungsphase oder dem erlernen von Kulturwissen findet eine Anpassung statt.
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3.1 Honeymoon (Euphorie)
Nach Eintreten in die Fremde werden zwar Unterschiede zur eigenen Kultur gewahr, aber auch als selbstverständlich hingenommen. Jedoch nach längerem Aufenthalt werden Nuancen der Unkompatibilität festgestellt, und als Schwierigkeit oder sogar als störend empfunden. 3.2 Crises (Krise)
Die Phase der Krise ist geprägt von psychischen, aber vor allem körperlichen Beschwerden. Diese können u. a. „Schlafstörungen, Appetitverlust und Bluthochdruck sein.
Mitunter wirken sie in verschiedenen Erlebniszuständen: • Verärgerung und Misstrauen • Befürchtungen, hintergangen zu werden • Wutausbrüche bei geringfügigen Anlässen • Gefühl der Isolation im Gastland/Heimweh • Selbstmitleid
• Erlebnis ständiger Anspannung und Überbeanspruchung Diese Punkte wirken sich als Leistungsdefizite aus und bewirken einen Kreativitätsabfall, sowie Abkapselung gegenüber Einheimischen und können erhöhten Alkoholismus zur Folge haben.“ (vgl. Herbolzheimer 2009, S. 29) Diese krisenhafte Episode kann sich darauf auswirken, dass eine Auslandsreise oder ein Aufenthalt in der Fremde abgebrochen wird. Interkulturelle Couchings können vor bzw. während eines Aufenthalts stark zum Verständnis des Unbekannten beitragen.
3.3 Recovery (Erholung)
Aus der Krise heraus werden die störenden Elemente kritisch geprüft und ein Weg gesucht passabel damit um zu gehen. Aufgrund dieser Auseinandersetzung wird eine Erholung bewirkt und ein gewisses Verständnis dem Nicht-Verstehens gegenüber gebracht.
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3.4 Adjustment (Anpassung)
Der letzte Punkt des U-Kurven-Modells zeigt die Anpassung an die fremde Kultur. Das soll so viel heißen wie: Akzeptanz der Unterschiede, Toleranz der Ungleichheit!
4. Das W-Kurven-Modell
Die Hypothese des Eigenkultur-Schocks besteht ebenfalls aus 4 Phasen, genau genommen ist er die exakte Dopplung des U-Kurven-Modells. Die zweite Kurve umschreibt die Rückkehr in die eigene Kultur. Angefangen mit Euphorie oder in diesem Fall Vorfreude auf zu hause. Aber die Krise beginnt mit dem Erkennen, dass sich die eigene Kultur ebenfalls in der Abwesenheit verändert hat und nicht mehr so ist wie in der Erinnerung. Häufig ist der Reverse-Culture-Shock sehr stark bei langjähriger Emigration. Auch in diesem Fall benötigt es erst einer Erholungs- und Anpassungsphase.
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Teil 2 - Praxis 5. Das fremde Land - die Subkultur
Nicht nur ein weit entferntes Land kann zum Zustand des Kulturschocks führen. Auch eine Subkultur der eigenen Gesellschaft kann befremdend wirken, so z.B. der Berliner Bezirk Kreuzberg. Wenn Menschen eine für sich spezifische Umgangsform und Kultur entwickeln, sich aber der Landesnormen unterstellen, nennt man dies Subkultur.
Auch in meinem folgend beschriebenen persönlichen Abschnitt beziehe ich mich auf diesen Begriff. Denn der inhaltliche Akteursradius beschränkte sich auf etwa 2-qkm indem sich der Ort auf eine Internatsschule für Blinde und Sehbehinderte beschränkte. Obwohl sich die Schule mitten im Stadtkern befand blieben die Schüler und Schülerinnen weitgehens unter sich und hatte kaum Kontakte nach Außen.
5.1 Die Honeymoon-Phase
Anfänglich in der Heimatstadt, war ich als Außenseiter in der Hauptschule. Sowohl Schulform als auch Status beruhten auf meiner bestehenden Seheinschränkung, die z.B. bewirkte, dass ich in der verpöhnten ersten Reihe sitzen musste. Deshalb war es für mich sehr schwer, aber das ist es wohl für jeden Jugendlichen auf die eine oder andere Art. Die nächste gesellschaftliche Ausgrenzung bestand darin, dass mir der Besuch der weiterführenden Schule untersagt wurde. Als Begründung erhielt ich einen formlosen Brief indem darauf hingewiesen wurde, dass die Institution von einer Zulassung absehe, aufgrund der Sehbehinderung.
Da kam es fast einer Erlösung gleich, als ich die Zusage des Internats, einer privaten Schule für Blinde und Sehbehinderte, bekam. Ich hatte zwar bis dato nichts mit dieser Subkultur an Behinderung zu tun, obwohl ich selbst betroffen bin, aber ich wollte diesen Schritt wagen und in die 200 km entfernte Großstadt gehen, ganz ohne Eltern im pubertierenden Jugendalter.
Die Euphorie war groß als der Umzug bzw. Einzug anstand. Am nächsten morgen begann auch sofort die Schule. Alles neu und ich war sehr orientierungslos. Ich machte in meinen ersten Wochen viele Bekanntschaften und einige waren schnell wieder vergessen, aber der Schritt war getan und das Leben unter Gleichgesinnten
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war eine Herausforderung.
5.2 Die Krise
An den Wochenenden fuhr ich stets nach hause zu meinen Eltern und konnte immer viel berichten. Aber wie die Ereignisse manchmal spielen brachten die neuen Lebensumstände auch Probleme mit sich, die mir vorher unbekannt waren. Ich lebte in einem Haus mit 13 Schüler und Schülerinnen zusammen und eine ständige erzieherische Aufsicht war für mich ungewohnt und gar schon unangenehm. Die ständige Präsenz empfand ich als Einschränkung meiner Privatsphäre und meines Lebensraums. Mittagszeiten, Nachtzeiten, alles war immer fest strukturiert. In der Schule waren wir, statt früher 30 Schüler, nur noch sieben. Im ersten Augenblick ein sehr angenehmer Gedanke, aber das damit auch Aufgaben, Forderungen und Engagement zusammen hingen war mir erst zu Krisenzeiten bewusst geworden.
Das schlimmste, was ich heute noch als großen Fehler der Einrichtung empfinde, war, dass niemand über Blindheit oder Sehbehinderung sprach. In einem erst kürzlichen Gespräch umschrieb ich den Zustand salopp mit: Jeder hatte eine Behinderung, aber niemand sprach darüber.
Dieses Problem, nicht zu erfahren was Behinderung bedeutet, wie man sich als Sehbehinderter fühlen darf, kann oder muss empfand ich als sehr schwierig, denn ich war in meiner heimatlichen Utopie sehr behinderungsfrei erzogen worden. Trotz der ständigen gesellschaftlichen Konfrontation war die Seheinschränkung nie als Grund des Unverständnisses heran gezogen wurden, sondern äußerte sich in Selbstzweifel und Geringschätzung des eigenen Werteempfindens. In frühster Kindheit isolierte ich mich und blieb für mich. Im neuen Erlebnisraum des Internats lernte ich viele neue Erlebenszustände kennen und wies schnell die typischen Phasen der Krise auf, wie Appetitlosigkeit, verbunden mit starkem Gewichtsverlust, und ebenso alle verhaltenstypischen Symptome außer, das des Leistungsdefizits. Allerdings kam mir hierbei das erlernte Lernverhalten der Hauptschule zu Gute.
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5.3 Die Erholung
Meine Internatszeit dauerte drei Jahre. Die Erholung stellte sich in dieser Zeit nicht ein. Vielleicht lag es daran, weil die Pubertät ihr übriges tat und ich hin und her gerissen war von der Welt des Neuen und der zu hause. 2 ½ der 3 Jahre fuhr ich jedes Wochenende zu meinen Eltern. Auch hier fühlte ich mich nicht wohl, denn natürlich haben sie auch weiter gelebt und ihre ganz eigenen, mir verschlossenen Probleme. Zugegeben, ich kann es nicht differenzieren in wie weit Kulturschock bzw. Pubertät auf mich und die Situation wirkte.
Ein erstes Umdenken stellte sich ein als ich die Möglichkeit einer weiteren Fortführung der Schulkarriere in Betracht zog und mir daraufhin eine Einrichtung in eiiner anderen Stadt ansah. Ich nenne dies mal pre-recovery. Das Ziel war gesetzt. Ich wollte mit dem schwerlich erworbenen „Kultur“-Wissen über Internat, Behinderung und Schule einen Neuanfang wagen. Überaus froh den benötigten Notendurchschnitt erreicht zu haben und schon ein baldiger Umzug bewirkten, dass ich gelassener vorgehen konnte und es endlich an der Zeit für Erholung war.
5.4 Die Anpassung
Diese Phase möchte ich gerne anhand der beiden oben genannten Schlagsätze mit einem simplen Beispiel im Vorfeld erläutern. Akzeptanz der Unterschiede - Eine Tasse ist kein Glas. Toleranz der Ungleichheit - Dieses Glas ist auch anders als das daneben. Ich für meinen Teil habe nach meinen Erfahrungen im Internat erkannt, dass Blindheit, Sehbehinderung und Nicht-sehend Unterschiede sind und meine eigene Sehbehinderung akzeptieren gelernt. Außerdem habe ich erkannt, die Nuancen von Ungleichheit unter den Menschen, jeden Tag aufs Neue bis heute, morgen und übermorgen, zu tolerieren sind.
Als abschließende Bemerkung muss ich feststellen, dass wäre mir die Möglichkeit im Internat nicht gegeben gewesen, wäre ich nie so weit, im persönlichen, wie auch im Bildungsbereich gekommen.
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6. Literaturverzeichnis
Herbolzheimer, Anna M.: Lehrveranstaltung: Interkulturelle Kommunikation (Sommersemester) Universität Kassel, 2009
Woesler, Martin: A new model of cross-cultural communication European Unity Press, Berlin 2009
Arbeit zitieren:
Diplom Sozialarbeiter/Sozialpädagoge Mano Anandason, 2010, Kulturschock - die Subkultur, ein fremdes Land, München, GRIN Verlag GmbH
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