1. EINLEITUNG 1
2. ALTE MENSCHEN 1
2.1 Soziale Kompetenz 1
2.2 Altersbedingte Veränderungen des Gedächtnisses 2
2.3. Umfangreiche Diagnostik 2
3. DEMENZ 3
3.1 Demenzstadien 3
3.2 Krankheitsverlauf 5
3.3 Multimorbidität bei Demenz 6
4. MERKMALE DER SOZIALEN DIAGNOSTIK 8
4.1 Soziale Diagnostik und Demenz 8
4.2 Sozial-diagnostische Verfahren 9
4.2.1 Visuelle Ersteinschätzung nach P. Pantuþek 10
4.2.2 Kurzdiagnose: Presented-Problem-Analyse (PPA) nach P. Pantuþek 10
4.2.3 Ziel- und Ressourcenorientiertes Verfahren nach Streich/Lüttringhaus 12
4.2.4 Notationssystem: Die Netzwerkkarte nach P. Pantuþek 13
4.2.5 Testverfahren zur Erfassung der kognitiven Leistung 14
4.3 Umgang mit Demenz 16
4.4 Selbstwert von Demenzerkrankten 17
4.5 Perspektiven in der Sozialen Arbeit 18
5. FAZIT 18
6. ABBILDUNGSVERZEICHNIS 19
7. QUELLENVERZEICHNIS 19
ANHANG
1. Einleitung
Gewählt habe ich das Thema der Sozialen Diagnostik im Zusammenhang mit Demenz, weil mich die Methoden der Sozialen Arbeit im Hinblick auf die Zielgruppe der alten Menschen sehr interessiert. In der Sozialen Arbeit gibt es wenige Diagnosen, die von ihr gestellt werden können, wie z.B. die Kindeswohlgefährdung. Jedoch denke ich, dass es der Sozialen Arbeit möglich ist, sich diagnostisch dem Syndrom Demenz zu nähern und dessen Auswirkungen für die Betroffenen und deren Angehörige umfangreich erfassen zu können. In dieser Hausarbeit werde ich einige sozialdiagnostische Verfahren nutzen, um ganzheitlich mit der Lebenslage von Demenzerkrankten zu arbeiten.
Ich beschränke mich auf die Betrachtungsweise der Demenz im Frühstadium, da hier die anfänglichen Veränderungen sichtbarer werden und es den KlientInnen in dieser Phase noch möglich sein könnte, sich selbstkritisch mit den Veränderungen auseinanderzusetzen. Zusätzlich würde eine Betrachtung einer fortgeschrittenen Demenz den Rahmen dieser Hausarbeit überschreiten.
2. Alte Menschen
Um sozialdiagnostisch handeln zu können, ist es wichtig, die Veränderungen im Altersprozess zu kennen. Darunter zählt auch die Veränderung im sozialen Bereich, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Sozialkontakte zurückgehen können, da Ereignisse wie der Auszug der Kinder, der Eintritt in das Rentenalter sowie der Verlust des langjährigen Ehepartners die Erhaltung von sozialen Aktivitäten erschweren. Hierbei ist es bedeutsam, den alten Menschen in seinem Lebenskonstrukt zu betrachten um herauszufinden, welche Bedeutung seine Bezugspersonen für ihn haben und wie er sich selbst sieht. Es ist auch wichtig zu wissen, in welcher Position sich der alte Mensch in der Gesellschaft und in der Familie sieht.
2.1 Soziale Kompetenz
Man sollte nicht davon ausgehen, dass die soziale Kompetenz im Alter zwangsläufig abbaut. Nach Betrachtung des Lebenslaufes vieler alter Menschen, wird klar, dass diese eine Vielzahl an schweren gesellschaftlichen und persönlichen Krisen bewältigt
haben (vgl. Haag 1996, S. 33). Das Überstehen von Kriegs- und Nachkriegszeit ist nur ein Beispiel dafür.
Jedoch tritt bei alten Menschen oft ein Verlust an sozialer Kompetenz ein. Es gilt, die Ursachen für diesen Kompetenzverlust zu suchen. Hierbei ist es wichtig, verschieden Faktoren in die Analyse mit einzubinden.
2.2 Altersbedingte Veränderungen des Gedächtnisses
Da häufig angenommen wird, dass alte Menschen über ein nachlassendes Gedächtnis klagen und sich meist vergesslicher zeigen als jüngere Menschen, ist es wichtig, empirische Ergebnisse gerontopsychologischer Gedächtnisforschung zu betrachten. Diese zeigen, dass bestimmte Arten von Gedächtnisaufgaben alterskorrelierte Leistungsminderungen aufzeigen, andere jedoch nicht. Dahingehend müssen die Gedächtnisbereiche in den Blick genommen werden, die Altersveränderungen unterliegen. Zu diesen Bereichen gehören das Kurzzeitgedächtnis und das episodische Langzeitgedächtnis. Beim erstgenannten handelt es sich um einen Kurzzeitspeicher, der beispielsweise zum Merken einer soeben nachgeschlagenen Telefonnummer dient. Das episodische Langzeitgedächtnis wird bei einer Alltagsaufgabe wie dem Einprägen benötigter Lebensmittel zu Hause und ihrem Erinnern im Supermarkt genutzt. In diesen Bereichen zeigen alte Menschen klare Defizite zu jüngeren Erwachsenen. Diese Tatsache alleine hat jedoch keine negative Auswirkung im Alltag zur Folge. Dagegen spielen auch die Einstellungen und Erwartungen sowie eine subjektive Ursachenzuschreibung von Erfolgen und Misserfolgen eine bedeutsame Rolle. (vgl. Haag 1996, S. 46f.) Deswegen ist es wichtig, die soziale Kompetenz des alten Menschen in die Verhaltensbeobachtung mit einzubeziehen.
2.3. Umfangreiche Diagnostik
Die Veränderungen, die bei alten Menschen häufig im sozialen sowie im gesundheitlichen Bereich liegen, erfordern eine ganzheitliche Diagnostik. So eine umfassende Diagnostik setzt sich aus der Beobachtung verschiedenster Teilbereiche des Lebens zusammen. Hierzu gehören die Funktionsfähigkeit im kognitiven Bereich und die Aktivitäten des täglichen Lebens. Ebenso muss der Status der körperlichen Gesundheit und das Vorhandensein von materiellen Ressourcen geprüft werden.
Weiterhin sind Aussagen von Angehörigen, des Pflegepersonals und auch von anderweitigen Bezugspersonen mit einzubeziehen. (vgl. Haag 1996, S. 18f.)
3. Demenz
Demenz ist ein Syndrom, das sich unter anderem durch die Hauptmerkmale der erworbenen Beeinträchtigungen des Gedächtnisses auszeichnet. Weiterhin sind höhere Hirnfunktionen von
den Beeinträchtigungen betroffen. Diese sind so schwerwiegend, dass die Fähigkeit zur Bewältigung alltäglicher Anforderungen eingeschränkt wird. Das kann zum Autonomieverlust in fortgeschrittenen Krankheitsstadien und schließlich zur völligen Hilflosigkeit führen. (vgl. Weyerer 2007, S. 58)
Zur Diagnose einer Demenz müssen bestimmte diagnostische Kriterien erfüllt sein. Diese sind nach ICD-10 unter anderem die Störung des Denkvermögens. Hierbei ist auch das Urteilsvermögen beeinträchtigt. (vgl. Gutzmann 2005, S. 25) Dazu gehört der Nachweis einer Abnahme des Gedächtnisses. Dieser ist in einem solchen Ausmaß vorhanden, dass die Funktionsfähigkeit im täglichen Leben beeinträchtigt ist. Weiterhin entsteht durch die obigen Kriterien eine Verminderung der Affektkontrolle oder des Sozialverhaltens. Für eine sichere klinische Diagnose sollten diese Symptome und Beeinträchtigungen mindestens über einen Zeitraum von sechs Monaten feststellbar sein. (vgl. Wetterling 2001, S. 53)
Im Weiteren wird nicht auf die Unterformen von Demenz eingegangen. Die Ursachen sowie die Risikofaktoren für eine Demenzerkrankung werden in dieser Arbeit ebenfalls nicht berücksichtigt.
3.1 Demenzstadien
Die höheren Demenzstadien werden als kurzer Einblick vorgestellt, jedoch im Verlauf dieser Arbeit nicht für weitere Veranschaulichungen genutzt. Im Stadium einer leichten Demenz (Abb. 1a) sind die kognitiven Störungen so stark ausgeprägt, dass z.B. Hilfe bei der Haushaltsführung benötigt wird. Dies bedeutet aber noch keine ständige Abhängigkeit von Dritten. (vgl. Weyerer 2007, S. 59)
Abb. 1a
Im mittelgradigen Stadium (Abb. 1b) sind deutliche Beeinträchtigungen im Alltag vorhanden, die eine dauerhafte Beaufsichtigung und Betreuung durch Angehörige oder andere Pflegepersonen nötig machen. (vgl. Weyerer 2007, S. 59)
Abb. 1b
Schließlich kommt es im Stadium der schweren Demenz (Abb. 1c) zum Verlust der letzten noch verbliebenen Alltagskompetenzen. In diesem Stadium sind die Patienten meist nicht mehr in der Lage, die Toilette aufzusuchen oder selbstständig das Essen einzunehmen. Sie sind meist bettlägerig und häufig harn- und stuhlinkontinent. Hier besteht meist eine schwere Abhängigkeit von Pflegepersonen. (vgl. Weyerer 2007, S. 59)
Arbeit zitieren:
Stephanie Jasper, 2011, Nutzung sozial-diagnostischer Verfahren zur Förderung der Selbstwahrnehmung von Demenzerkrankten, München, GRIN Verlag GmbH
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