Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Definitionsbeispiele von Gesundheit. 2
2.1 Monodisziplinäre Definitionen 2
2.2 Interdisziplinäre Definitionen 3
3 Gesundheitsmodelle 3
3.1 Biomedizinisches Gesundheitsmodell 3
3.2 Biopsychosoziales Gesundheitsmodell (Engel) 4
3.3 Salutogenetisches Gesundheitsmodell (Antonovsky) 5
4 Gesundheitsbegriff am Beispiel von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und
Jugendlichen 6
4.1 Definition Übergewicht 7
4.2 Definition Adipositas 7
4.3 Forschungsstand 8
4.4 Ursachen 9
4.4.1 Energiestoffwechsel 10
4.4.2 Ernährungs- und Bewegungsverhalten 10
4.4.3 Genetische Bedingungen 11
4.4.4 Familiäres Umfeld 11
4.4.5 Gesellschaftliches Umfeld 11
4.5 Folgen und Auswirkungen 12
4.5.1 Physisch. 13
4.5.2 Psychisch 14
4.5.3 Sozial 15
5 Schlussbetrachtung und Ausblick 15
6 Literaturverzeichnis 18
Abbildungsverzeichnis
Abb. 3.1: Gesundheits-Krankheits-Kontinuum 5
Abb. 4.1: 90 - und 97 Perzentile des BMI nach Alter und Geschlecht 8
I
1 Einleitung
Gesundheit ist ein sehr allgemeiner Begriff mit einer großen Brandbreite von Bedeutungen. Jeder, der sich aktiv mit dem Thema Gesundheit auseinander setzt, entwickelt eine ganz persönliche Sichtweise.
Unterschiedliche Gesellschaften haben unterschiedliche Sichtweisen und Verständnisse von Gesundheit. Diese Unterschiedlichkeit ist auf das kulturelle Erbe, welches von Generation zu Generation weitergegeben wurde, zurück zuführen. Die meisten Menschen interpretieren Gesundheit entweder negativ oder positiv. Die negative Verständnisweise stellt Gesundheit als die Abwesenheit von Krankheit dar. Diese Interpretation spiegelt auch das medizinisch-wissenschaftliche Modell wider und ist vor allem in der westlichen Gesellschaft weit verbreitet. Gesundheit im positiven Sinn ist ein komplexes Konstrukt aus mehreren unterschiedlichen Ansätzen. Ein Beispiel hierfür ist die Definition der Weltgesundheitsorganisati- onaus dem Jahre 1946. Die WHO definiert Gesundheit als einen „Zustand des völli- genkörperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur als die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen“.
Derzeit ist keine einheitliche Definition von Gesundheit vorhanden. Hauptgrund hierfür ist offenbar, dass es keine richtige oder falsche Sichtweise von Gesundheit gibt. Unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Ansichten zum Thema Gesundheit. Alter, Geschlecht, Schichtzugehörigkeit, ethnischer Ursprung, Beruf und vieles mehr beeinflussen das individuelle Gesundheitsverständnis (vgl. Naidoo & Wills, 2003, S. 5-7).
Aus den oben aufgeführten Gründen ist es wichtig, sein individuelles Gesundheitsverständnis zu erläutern, um Missverständnisse vorzubeugen.
Im Folgenden soll nun zu erst ein Blick auf verschiedene Definitionsbeispiele von Gesundheit geworfen werden, ebenso auf unterschiedliche Gesundheitsmodelle. Im Anschluss werden die Gesundheit und der Gesundheitszustand am Beispiel von übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen dargestellt.
Dabei wird in der vorliegenden Arbeit Gesundheit nach der Definition der WHO in seiner Ganzheit (körperlich, geistig und sozial) betrachtet.
1
Das Thema Übergewicht und Adipositas wurde gewählt, da es zum einen aktuell ist und viel diskutiert wird bzw. sehr medienpräsent ist, weil es ein weltweit zunehmendes Problem darstellt. Zum anderen und viel gewichtigeren Grund lässt sich anhand dieses Beispiels die Ganzheitlichkeit des Gesundheitsbegriffs, mit seinen Folgen auf die zuvor genannten unterschiedlichen Ebenen, sehr gut darstellen. Hierzu werden zunächst die Begriffe Übergewicht und Adipositas genauer definiert, bevor auf den Stand der aktuellen Forschung eingegangen wird. Im nächsten Schritt werden dann die Ursachen näher betrachtet, wie es zu Übergewicht und Adipositas kommen kann. Anschließend widmet sich das nächste Kapitel den Folgen und Auswirkungen. Abgeschlossen wird die Arbeit dann mit einer Schlussbetrachtung und Zusammenfassung, sowie einem Ausblick auf künftige Forschungsfelder.
2 Definitionsbeispiele von Gesundheit
Gesundheit wird meist als „Abwesenheit von Krankheit“ verstanden. Eine genaue Abgrenzung ist sehr schwierig und größtenteils abhängig von der persönlichen Einstellung.
Aus diesem Grund sind derzeit zahlreiche Definitionsversuche vorhanden. Diese unterschiedlichen Definitionen lassen sich vor allem danach unterscheiden, ob sie aus einer einzelnen wissenschaftlichen Disziplin stammen (monodisziplinär) oder ob sie Aspekte verschiedener Disziplinen berücksichtigen (interdisziplinär).
2.1 Monodisziplinäre Definitionen
Gesundheit ist das geordnete Zusammenspiel normaler Funktionsabläufe und des normalen Stoffwechsels (Büchner).
Gesundheit ist die Fähigkeit, lieben und arbeiten zu können (Freud). Gesundheit kann definiert werden als der Zustand optimaler Leistungsfähigkeit eines Individuums für die Erfüllung der Rollen und Aufgaben, für die es sozialisiert worden ist (Parsons).
2
2.2 Interdisziplinäre Definitionen
Gesundheit heißt, man muss sich wohl fühlen, sich frei bewegen können, gu-
ten Appetit haben, normal in seinen Funktionen sein und daher keinen Arzt aufsuchen müssen (Gandhi).
Gesundheit ist eine Zustand des völligen körperlichen, geistigen und sozialen
Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen (WHO).
Die Definition der WHO stammt aus der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation von 1946. Betrachtet man nur das Entstehungsdatum dieser Definition, könnte man annehmen sie sei veraltet. Inhaltlich ist sie jedoch sehr modern, insbesondere die umfassende und ganzheitliche Sichtweise.
Diese Ganzheitlichkeit führte zu einem Paradigmenwechsel. Gesundheit wird nicht mehr nur mit dem Ausbleiben von Krankheit definiert. Jedoch ist die WHO Definition nicht frei von Kritik. Vor allem der utopische Charakter des „vollkommenen Wohlbefindens“ und die Festlegung, dass Gesundheit ein statischer Zustand ist, sind die beiden Schwachpunkte der Definition (vgl. Waller, 2006, S. 9).
3 Gesundheitsmodelle
Aufgrund der zahlreiche Gesundheitsdefinitionen sind in der Gesundheitswissenschaft auch unterschiedliche Gesundheitsmodelle vorhanden. Die meisten Modelle stellen Gesundheit in ihrer Beziehung zur Krankheit dar.
3.1 Biomedizinisches Gesundheitsmodell
Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich unter dem Einfluss der Naturwissenschaft ein Gesundheitsverständnis, das als biomedizinisches Gesundheitsmodell bezeichnet wird.
In diesem Modell wird der menschliche Körper mit einer Maschine verglichen. Funktionen und Funktionsstörungen des Menschen können durch eine genaue Analyse verstanden und somit wieder behoben werden (vgl. Bengel, Strittmatter & Willmann, 1998, S. 16-17).
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Vor allem in der westlichen Gesellschaft dominiert das biomedizinische Modell. Die auffälligste Eigenschaft dieses Modells, ist seine sehr enge Sichtweise. Hauptaugenmerk liegt auf dem Nichtvorhandensein von Krankheit. Somit wird Ge-sundheit in diesem Modell zu einem negativen Begriff. Es wird nicht festgelegt was unter Gesundheit zu verstehen ist, sondern viel mehr, was Gesundheit nicht ist. Auf den gesunden Menschen wirken chemische, biologische oder physikalische Schädigungen ein, die zur Krankheit führen können. Viele Erkrankungen weisen jedoch keine eindeutigen Ursachen auf, sondern vielfältige Risiken. Aufgabe der Medizin ist die Wiederherstellung der Gesundheit.
Das biomedizinische Modell ist pathogenetisch orientiert, d.h. es beschäftigt sich primär mit der Krankheit (Pathos) und versucht die Entstehungsfaktoren der Krankheit zu erklären. Sind die Entstehungsfaktoren festgestellt, gilt es sie in der Prävention zu vermeiden. Psychische und soziale Ursachen werden in diesem Modell kaum betrachtet (vgl. Naidoo & Wills, 2003, S. 9-11).
3.2 Biopsychosoziales Gesundheitsmodell (Engel)
Das biomedizinische Modell bildet die Basis des Gesundheits- und Krankheitsverständnisses.
Der amerikanische Sozialmediziner Engel kritisierte und erweiterte 1979 das biomedizinische Modell. Er fügte zu den bereits vorhandenen somatischen (körperlichen) noch die psychosozialen Faktoren, aber auch kulturelle, ökologische und wirtschaftlichen Ursachen hinzu, um die Entstehung von Krankheit und Gebrechen zu erklären (vgl. Amann & Wipplinger 1998, S. 20).
Durch die Erweiterung des biomedizinischen Modells um die oben genannten Faktoren ist jedoch keine grundsätzliche Neuorientierung der Gesundheit entstanden. Das biopsychosoziale Modell ist ebenfalls ein Defizitmodell. Dies wird spätestens bei der Forderung nach präventiven Konzepten und Maßnahmen deutlich. Obwohl die Auswirkungen von psychosozialen Faktoren für das Entstehen von Krankheit nachgewiesen sind, bestimmt nach wie vor das biomedizinische Modell die Schulmedizin (vgl. Bengel et al., 1998, S. 18).
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Arbeit zitieren:
B.A. Sportwissenschaft Profil Gesundheitsförderung Willy Belizer, 2009, Gesundheit und Gesundheitszustand von übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag GmbH
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