Inhalt
1. Einleitung 3
2. Biografie. 4
3. Hauptwerke 6
4. Die Protestantische Ethik und der "Geist" des Kapitalismus 8
4.1 Weitere religionssoziologische Schriften. 16
5. Wirtschaft und Gesellschaft 17
6. Schlussbetrachtung. 24
7. Literaturverzeichnis. 26
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1. Einleitung
Max Weber kann sich wegen seines Beitrags zur Entwicklung der Soziologie des Titels eines Klassikers der Disziplin sicher sein. Er beschäftigte sich mit vielfältigen Themen, wobei er sein Interesse an der Entwicklung des Kapitalismus und an der Rationalisierung während seiner Karriere immer wieder zeigte. In der Arbeit über die protestantische Ethik untersucht Weber den Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Religion. Natürlich war er kein Soziologe im heutigen Sinn und auch nicht der erste der soziologischen Fragen nachging. In Wirtschaft und Gesellschaft Teil 1 unternimmt er den Versuch zusammenfassend und systematisch seinen Begriff von Soziologie in theoretischer und methodologischer Sicht zu erklären. Jedoch konnte er das Projekt vor dem Tod nicht mehr beenden. Auch seine "Verstehende Soziologie" wurde keine konsensfähige Methode moderner Soziologie, doch trotzdem gehört Weber, nicht nur zu geringem Teil, aufgrund dieser beiden Werke zum Kernbestand internationaler Soziologie.
Diese Hausarbeit befasst sich mit Webers Hauptwerken: "Die protestantische Ethik und der ‚Geist‘ des Kapitalismus", und mit "Wirtschaft und Gesellschaft". Zu Beginn wird ein Überblick über Webers Leben gegeben, der sich größtenteils auf die wissenschaftliche Laufbahn und auf seine wichtigsten Veröffentlichungen bezieht. Äußere Einflüsse auf seine Arbeit und seine Ansichten über den ersten Weltkrieg, über seine Amerika Reise, über seine Freundschaft mit Friedrich Naumann und über seine Ehe werden unerwähnt bleiben. Die Wichtigkeit dieser Themen ist nur kontextuell zu verdeutlichen und das ist nicht Zielsetzung dieser Arbeit. Im nächsten Schritt wird knapp die historische Entstehungsgeschichte der beiden Hauptwerke dargelegt, bevor sie genauer untersucht werden.
Wirtschaft und Gesellschaft (1921) ist derart umfangreich und vielfältig, dass die Nachzeichnung bis heute die Soziologie beschäftigt. Deswegen gibt diese Hausarbeit einen Überblick, über eines in der Diskussion als bekanntestes Teilstück eingeschätztes Fragment. Webers soziologische Grundbegriffe aus der Soziologischen Kategorienlehre. In der Schlussbetrachtung wird die Darstellung kurz
zusammengefasst. Zusätzlich wird auf den Zusammenhang der beiden untersuchten Hauptwerke eingegangen.
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2. Biografie
Maximilian Carl Emil Weber, (* 21. April 1864 in Erfurt; † 14. Juni 1920 in München) war ein deutscher Soziologe, Jurist und Nationalökonom. Der Sohn eines Reichstagsabgeordneten und einer wohlhabenden Erbin, stammte aus einer der mächtigsten Kaufmannseliten damaliger Zeit und wuchs in einem großbürgerlichen Umfeld auf. Weber pendelte sein Leben lang zwischen zwei Identitätspolen hin und her. Der Vater repräsentierte den Pol des Staatsmannes von Welt und die Mutter den Pol des asketischen Wissenschaftlers.
Weber absolvierte sein Jurastudium hauptsächlich in Heidelberg und später in Berlin. Seine Habilitation über "die römische Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht", zeigte bereits eines der Themen, welches ihn sein ganzes Leben beschäftigen sollte: die Entstehung und die Auswirkungen des modernen Kapitalismus.
1893 wurde er außerordentlicher Professor für Handelsrecht in Berlin und heiratete seine Cousine Marianne Schnitger.
Aufgrund seiner Arbeit über "die Verhältnisse der Landarbeiter im ostelbischen Deutschland", für den Verein für Sozialpolitik, erhielt Weber noch im selben Jahr einen Lehrstuhl für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft in Freiburg. Er wechselte die Orientierung seiner wissenschaftlichen Arbeit, mit Fokus auf das Recht, zugunsten der Wirtschaft. Weber erstellte im Auftrag des Evangelisch- sozialen Kongresses eine weitere Landarbeiter Enquete, was seinen eigenen Intentionen entsprach, da er seine Unzufriedenheit mit der ersten Arbeit ausgleichen wollte. Ebenfalls 1893 trat Weber dem Alldeutschen Verband bei, der eine nationalistische Politik vertrat. Nur wenige Jahre später kam es zum Zerwürfnis, da niemand Webers Position in der „Polenfrage“ teilte, den Verzicht auf Anwerbung billiger polnischer Landarbeiter. Weber siedelte im Herbst 1894 nach Freiburg über, um seine Professur anzutreten. In seinem zweiten Lehrsemester hielt er eine schockierende Antrittsrede und bediente sich einer nationalistischen Sprache voller Sozialdarwinismen. Er kritisierte die Schulen der damaligen Nationalökonomie und warf ihnen die Vermischung von Tatsachen und Werturteilen vor. Dieser Werturteilsstreit sollte für kurze Episoden wieder in Max
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Webers Leben auftauchen. Nur zwei Jahre später folgte Weber dem Ruf der Heidelberger Universität auf den Lehrstuhl für Nationalökonomie und Finanzwissenschaften. Er war im tagespolitischen Geschäft und in verschiedenen politischen Vereinen engagiert, ohne diese Karriere aktiv voranzutreiben. Außerdem frischte er alte Kontakte auf und machte sein Haus zu einem Treffpunkt Heidelberger Intellektueller. Zu diesem Zirkel gehörten kommende politische Größen wie Theodor Heuss, führende Juristen wie Peter Jellinek und Geistesgrößen wie Karl Theodor Jaspers. 1898 musste Weber aufgrund eines Nervenleidens seine Lehrtätigkeit einschränken und fünf Jahre später bis 1919 aufgeben. Gründe waren unter anderem Schuldgefühle über den Tod des Vaters, da Weber nach einem Streit keine Möglichkeit mehr hatte sich bei ihm zu entschuldigen. Er war vollkommen überarbeitet und durchlitt Krisen, ausgelöst durch die beiden Identitätspole, zwischen denen Weber hin- und hergerissen war.
Die Reihe der soziologischen Arbeiten im engeren Sinn begann Weber im Jahr 1904 mit: "Die Protestantische Ethik und der 'Geist' des Kapitalismus". Zugleich nahm er an der Redaktion des "Archivs für Sozialwissenschaften" (AfS) wesentlichen Anteil und war Mitgründer der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS, 1909). Im AfS veröffentlichte Weber den Artikel "Die 'Objektivität' sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis", in der er erstmals sein Konzept der Wertfreiheit und des Idealtypus eingeführt hat. Im Jahr 1907 nahm ihn die historisch- soziologisch angelegte Arbeit "Agrarverhältnisse im Altertum" in Anspruch. Ebenso erhielt er den Auftrag an einer Fortführung des vierbändigen Schönberg'schen "Handbuchs der Politischen Ökonomie" mitzuarbeiten. Geplant war ein "Grundriss der Sozialökonomik". Er sollte den ersten Teil des Buches "Wirtschaft und Gesellschaft" übernehmen, der zweite Teil war für Eugen von Philippovich vorgesehen.
Bereits 1911 schied er aus dem Vorstand der DGS im Streit über Werturteile aus. Er konnte seine Position, die Ablehnung von Rechtfertigung persönlicher politischer Haltung mit "pseudo-"wissenschaftlichen Argumenten, nicht durchsetzen. Er widmete sich nun intensiv großangelegten religionssoziologischen Arbeiten über China, Japan, Indien, das Judentum und den Islam.
Das Jahr 1913 stellte für Weber den Höhepunkt seiner Arbeit da. Er beendete den Hauptteil seines Beitrags zum "Grundriss der Sozialökonomik", insbesondere die Teile
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der Wirtschafts- Rechts- und Musiksoziologie. Die Arbeiten zur systematischen Religionssoziologie konnte er abschließen. Er wechselte die Orientierung seines wissenschaftlichen Schaffens von vergleichend- historischen Ansätzen zu systematischem soziologischem Vorgehen.
Während der Zeit des ersten Weltkriegs leistete Weber zuerst organisatorisch ausgelegten Militärdienst ab, und veröffentlichte Artikel für die Frankfurter Zeitung. Nach dem Krieg engagierte er sich aktiv für die Deutsche Demokratische Partei, erhielt jedoch im neuen politischen System keine Aufgabe, abgesehen von Positionen als Sachverständiger. 1919 folgte Weber dem Ruf der Universität München und nahm seine Lehrtätigkeit wieder auf. Die Angebote der Universitäten Wien, Berlin, Frankfurt und Bonn schlug er aus. Im Frühjahr wurde er Mitglied der deutschen Friedensdelegation, die in Versailles eine Antwort auf die Kriegsschulddenkschrift erarbeitete. Desweiteren hielt er seine berühmten Reden "Wissenschaft als Beruf" (1917) und "Politik als Beruf" (1919). Er versuchte sich auf dem politischen Feld in die Gestaltung der Reichsverfassung einzuschalten, schaffte es jedoch nicht. Auf die Radikalisierung der Rechten nach dem ersten Weltkrieg reagierte Weber mit Befremden, obwohl er während des Krieges keine ablehnende Haltung einnahm. Er kritisierte die Begnadigung des Mörders des bayrischen Ministerpräsidenten, was dazu führte, dass nationalistisch gesinnte Studenten gegen ihn in seiner Vorlesung protestierten.
Am 14.Juni 1920 starb Max Weber an einer Lungenentzündung, ausgelöst durch die Spanische Grippe umsorgt von seiner Frau Marianne und seiner engen Freundin Else Jaffé in München.
3. Hauptwerke
Die Rezeption Max Webers ist gekennzeichnet durch ihre Aufteilung in Phasen und thematische Schwerpunkte. Webers Werk geriet nach seinem Tod in Vergessenheit, bis es durch die amerikanische Soziologie und besonders durch Talcott Parsons wiederentdeckt wurde. Die Soziologie kürte Weber zum Mitbegründer ihres Fachs, war sich jedoch uneinig über die Bedeutung seiner Hauptwerke. Bendix erklärte in den
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Sechzigern „Wirtschaft und Gesellschaft“ zum Hauptwerk und in den Siebzigern sollte die Religionssoziologie zum wichtigsten Werk werden (Tenbruck). Schluchter zeigt, welche Bedeutung beide Werke hatten und wie sie aufeinander gewirkt haben (ab 1979).
Diese Hausarbeit konzentriert sich vorwiegend auf:
1."Die Protestantische Ethik und der 'Geist' des Kapitalismus", aus dem Bereich der Religionssoziologie.
Weber veröffentlichte eine Vielzahl wissenschaftlicher Arbeiten, Zeitungsartikel, Berichte und Schriften zu einem breiten Themenspektrum. Zu Beginn seiner Karriere untersuchte er die Folgen des Kapitalismus in der Antike, im Mittelalter und im wilhelminischen Deutschland. Nach dem vorübergehenden Ende seiner Lehrtätigkeit konzentrierte er sich auf sein wissenschaftliches Arbeiten. Er forschte nach den Ursprüngen des modernen Kapitalismus im Okzident und bot Antworten in seinem Aufsatz, "Die Protestantische Ethik und der 'Geist' des Kapitalismus“. „Der erste Teil wurde noch vor der amerikanischen Reise, im Frühsommer 1904 abgeschlossen, der zweite erschien ein Jahr später und zeigte den Niederschlag der neuen Eindrücke." 1 Es entstanden weitere religionssoziologische Aufsätze, welche entweder im Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik oder in der Frankfurter Zeitung erschienen. Im Jahr 1920 wurde das Buch "Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I, veröffentlicht, dass überarbeitete und aktualisierte Schriften Webers enthält. Da es den letztgültigen Stand repräsentiert werde ich mich an diese Fassung halten.
2. Ein folgend definierter Bereich aus "Wirtschaft und Gesellschaft". Im Rahmen eines Überblicks über Max Webers Hauptwerke mit der Zielsetzung einer nicht zu starken Raffung des umfangreichen Werks, wird sich diese Hausarbeit auf Webers soziologische Begriffssystematik anhand des ersten Teils "Soziologische Kategorienlehre", Kapitel 1 konzentrieren. Der erste Teil gehört zu den bekanntesten und wirkungsvollsten Texten Webers. Er stellt den Versuch da, die umfangreichen im
1 Weber, Marianne: Ein Lebensbild. 3. Aufl. Mohr, Tübingen 1984, S.340
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Arbeit zitieren:
Benjamin Brinkmann, 2011, Max Weber. Ein Überblick über sein Hauptwerk, München, GRIN Verlag GmbH
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