Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die geschichtliche Entwicklung der DDR-Kunstpolitik 4
2.1 VBKD, VBK-DDR 4
2.2 Bitterfelder Weg 4
2.3 Weite und Vielfalt 5
2.4 VBK-DDR, Arbeitsgruppe Fotografie 5
2.5 IX. Kunstausstellung der DDR 6
2.6 X. Kunstausstellung der DDR 7
3. Fotografie als Gegenkultur 9
3.1 Künstlergruppengeneration 9
3.2 Die andere Leipziger Schule S.11
3.2.1 Tina Bara S.11
3.2.2 Klaus Elle S.12
3.2.3 Erasmus Schröter S.12
4. Fazit S.13
5. Literaturverzeichnis S.14
2
1. Einleitung
Der Kunst war im Staatssozialismus der DDR die Aufgabe zugedacht, den Herrschaftsanspruch durch ästhetische Präsentation der beabsichtigten gesellschaftlichen und zu erwartenden Wirklichkeit zu vergegenwärtigen. Die Mittel dazu waren der Austausch von Handlungsformen zwischen Künstler- und Arbeiterschaft, soziale Kollektivbildungen und die vehemente diskursive Vermittlung der vorgestellten Gesellschaftsordnung. Zwischen 1979 und 1989 - es ist das letzte Jahrzehnt der DDR - ist zunehmend eine Künstlergeneration am Werke, die abseits der offiziellen Kulturpolitik tätig ist und sich subkulturelle Räume schafft. Als Kunstform ist dabei die Fotografie von großer Bedeutung. Diese Hausarbeit will aufzeigen, wie sich die Fotografie als künstlerisches Medium in der DDR entwickelt hat und welche fotografiebezogenen Subkulturen es gab, die möglicherweise zum Niedergang und Zusammenbruch der DDR beigetragen haben. Anhand der geschichtlichen Entwicklung des Verbandes Bildender Künstler der DDR und der zentralen Kunstausstellungen soll die zunehmende Bedeutung der Fotografie als eigenständige Kunstform im Staatssozialismus beschrieben werden.
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2. Die geschichtliche Entwicklung der DDR-Kunstpolitik
2.1 VBKD, VBK-DDR
Die Gründung des Verbandes Bildender Künstler Deutschlands (VBKD) als Berufsorganisation fand am 17. und 18. Juni 1950 innerhalb des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands in Berlin statt. Am 1. April 1952 wurde der VBKD aus dem Kulturbund ausgegliedert und selbstständig. Nachdem im August 1952 in der DDR die Länder aufgelöst wurden, erhielt der VBKD eine Struktur nach Bezirken. Es wurden folgende Arbeitsgruppen gebildet: Maler und Grafiker, Bildhauer, Gebrauchsgrafiker, Werkkünstler und Formgestalter, Architekten, Ausstellungsgestalter und Bühnenbildner, Kopisten und Restauratoren. In dieser Zeit hatte der VBKD ca. 2500 Mitglieder. 1959 wurde eine Sektion für Kunstwissenschaft gebildet, nachdem zuvor schon vereinzelt Kunsthistoriker dem VBKD angehört hatten. Die Mitgliedschaft im VBKD war die Bedingung für eine freiberufliche Tätigkeit als auch für eine offizielle Ausstellungsmöglichkeit. Nur die Künstler im VBKD konnten im staatlichen Auftragswesen der DDR berücksichtigt werden. Über die Aufnahme in den Berufsverband entschied eine örtliche oder auch zentrale Kommission. Der Verband Bildender Künstler Deutschlands (VBKD) wurde 1972 in Verband Bildender Künstler der DDR (VBK-DDR) umbenannt. Im Jahr 1989 gab es ca. 6000 Mitglieder.
2.2 Bitterfelder Weg
1958 wurde vom V. Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) auf das Programm gesetzt, „[…] die Kluft zwischen Kunst und Leben, zwischen Künstler und Volk […] zu überwinden.“ 1 Am 24. April 1959 fand im Kulturpalast des Elektrochemischen Kombinates Bitterfeld eine Autorenkonferenz des Mitteldeutschen Verlages Halle an der Saale statt. Auf dieser Konferenz wurde folgender Aufruf propagiert: „ Greif zur Feder, Dich!“ 2 Zentrales Anliegen des Kumpel, die sozialistische Nationalkultur braucht
Staatssozialismus der DDR war es, zu einem intensiven Austausch aller Gesellschaftsgruppen zu kommen. Die Arbeiterschaft und die Werktätigen sollten sich künstlerisch betätigen. Umgekehrt sollten die Künstler in den Werkhallen und Betrieben ihren Dienst tun. Dieser Austausch war nicht nur für die Literatur, sondern auf allen Feldern der Kunst beabsichtigt.
1 Blume, Eugen; März, Roland: Kunst in der DDR, Berlin 2003, S. 317
2 Ebenda, S. 317
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Auch bei Gründungen von Galerien war es eine grundlegende Voraussetzung, dem Bitterfelder Weg auf diese Weise zu folgen. Das Volkskunstschaffen sollte dadurch stark gefördert werden. Die 2. Bitterfelder Konferenz wurde von der ideologischen Kommission beim Politbüro des Zentralkomitees der SED und dem Ministerium für Kultur am 24. und 25. April 1964 ebenfalls im Kultursaal des Elektrochemischen Kombinates in Bitterfeld veranstaltet.
2.3 Weite und Vielfalt
Weite und Vielfalt sind kulturpolitische Orientierungen, die vom VIII. Parteitag der SED 1971 ausgegeben wurden, um der entwickelten sozialistischen Gesellschaft eine anscheinende Offenheit zu gewähren. Erich Honecker löste Walter Ulbricht als Staatschef der DDR ab. Honecker gebraucht moderatere Wendungen und betont sein Verständnis für die „ […] schöpferische Suche nach neuen Formen.“ 3 Streng genommen kommt diese Aussage Honeckers einer Revolution gleich, wenn man von der staatstragenden Doktrin gegen den Formalismus in der DDR ausgeht. Dessen Botschaft lautete: Abwendung vom Formalismus, d. h. von der Moderne, und Hinwendung zum sozialistischen Realismus. Der Formalismus wurde in der DDR als Antirealismus verstanden. Sechs Monate später, auf der 4. Tagung des Zentralkomitees (ZK) der SED gebraucht Erich Honecker in seinem Schlusswort eine kurze Formulierung, die deutlich einen Neuansatz in der DDR-Kulturpolitik zum Ausdruck bringen sollte:
„Wenn man von der festen Position des Sozialismus ausgeht, kann es meines Erachtens auf dem Gebiet von Kunst und Literatur keine Tabus geben. Das betrifft sowohl die Fragen der inhaltlichen Gestaltung als auch des Stils - kurz gesagt: die Fragen dessen, was man die künstlerische Meisterschaft nennt.“ 4
Zwar wurde der Kunstdiskurs in der DDR erweitert, aber spätestens mit der Ausbürgerung Wolf Biermanns im November 1976 in seine tatsächlichen totalitären Schranken verwiesen.
3 Feist, Günter: Kunstkombinat DDR, Berlin 1990, S.76
4 Ebenda, S. 77
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Arbeit zitieren:
Ralf Hemminger, 2010, Fotografie in der DDR als künstlerisches und subkulturelles Medium, München, GRIN Verlag GmbH
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