Hausarbeit
Thema : Die Rolle des Toskanischen am Beispiel
Brunetto Latinis „Tesoretto“
I. Theoretische Abhandlung
1. Einleitung 3
2. Vita von Brunetto Latini 3-4
3. Werke von Brunetto Latini 4-5
4. der Tesoretto
4.1. Inhalt/ Themen 5
4.2. Einordnung/ Aufbau 5-6
4.3. Übersetzung eines Textausschnitts 6-10
II. sprachwissenschaftliche Analyse des Tesoretto
1. Phonetik/Graphemik 11-12
2. Morphosyntax 12-13
3. Semantik 13
4. Lexik 14
III. Bibliographie 15
2
I. Theoretische Abhandlung
1. Einleitung
Brunetto Latini, ein italienischer Staatsmann, Gelehrter und Schriftsteller, war für die Entwicklung der italienischen Sprache von großer Bedeutung. Sein Werk „il tesoretto“ soll in dieser Hausarbeit eine zentrale Rolle spielen. Anhand dieses Werkes werde ich die sprachlichen Besonderheiten in der Toskana des Duecento analysieren. Zuvor möchte ich jedoch das Leben und Wirken Brunetto Latinis etwas näher betrachten, um mich anschließend dem „Tesoretto“ zu widmen.
2. Vita von Brunetto Latini
Brunetto Latini wurde um 1220 in Florenz geboren, wobei noch nicht geklärt werden konnte, wann genau sein Geburtsdatum war. Überliefert wurde, dass er verheiratet war und drei Kinder hatte, eine Tochter und zwei Söhne. 1260 war er unterwegs als Gesandter der Partei der Guelfen 1 (der er angehörig war) zu König Alfonso von Kastilien (mit dem er auch Bücher austauschte 2 ). Nach dem Sieg jedoch der Gegenpartei, der Ghibellinen, wurde er im selben Jahr exiliert und ließ sich mit seiner Familie in Paris nieder. Dort nutzte er seine Zeit zu literarischen Arbeiten. Als es 1266 den Guelfen in der Schlacht von Benevento 3 gelang ihre Macht wiederherzustellen, kehrte Brunetto Latini nach Florenz zurück. In den verbleibenden Jahren seines Lebens übernahm er verschiedene politische Funktionen. Von 1272 - 1274 war er Kanzler von Florenz (was allerdings mit geringem politischen Gewicht ausgestattet war), 1284 Präsident der Partei von Florenz, Genua und Lucca gegen Pisa 4 , 1287 Sekretär der Stadtrepublik (genau wie Dante später) und 1289 „dittatore“ und „arringatore“ 5 . Während seiner politischen Laufbahn, nahm er sich wahrscheinlich des jungen Dante an, der ihm wohl die Grundlagen seiner enzyklopädischen und klassischen Bildung verdankt.
1 Guelfen: unterstützten die Politik des Papsttums. Ihre Gegner, die Ghibellinen, unterstützten die Partei des
Kaisers. Je nach aktueller Regierung in den Kommunen wurden Anhänger der einen oder der anderen Partei der
Stadt verwiesen und ins Exil geschickt. Die Namen beider Parteien entstanden um 1240.
2 http://www.florin.ms/tesorettintro.html
3 Schlacht von Benevento: am 26.02.1266 besiegte und tötete Karl von Anjou den König Manfred und führte so
die Guelfen wieder an die Macht in Florenz
4 Unter den toskanischen Städten führten Florenz, Lucca und San Gimignano meist eine papstfreundliche Politik
gegen den Kaiser. Arezzo, Pisa, Pistoia und Siena dagegen erhofften vom Kaiser Unterstützung gegen den
Expansionsdrang der Republik Florenz.
5 In contemporary documents Latino is called 'dittatore,' meaning 'letter writer' and 'arringatore,' meaning 'one
who speaks in public' (aus: http://www.florin.ms/tesorettintro.html)
3
Dennoch kann nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass Dante tatsächlich ein Schüler von Latini war. Was dafür spricht, ist die Tatsache dass Dante seinem Mentor im 15. Gesang (Hölle) der Göttlichen Komödie eine Art Denkmal gesetzt hat, indem er ihn dort als denjenigen bezeichnete, der ihn "gelehrt, wie Menschen ewigen Ruhm erstreben" 6 , warum er ihn jedoch dann bei den Sodomiten (Inferno XV) leiden lässt ist nicht ganz klar. Einige frühe Kommentatoren sind der Ansicht es sei wegen Latinis Homosexualität, andere wie André Pézard sehen den Grund eher in der Blasphemie Italien gegenüber, da Latini auch in französisch schrieb und wiederum andere wie Richard Kay sehen den Grund eher in der Problematik der Guelfen und Ghibellinen, für Latinis idolisieren von Florenz als Republik. Brunetto Latini starb 1294 in Florenz.
3. Werke von Brunetto Latini
Brunetto Latini verfasste während seiner Zeit im Exil, wie bereits erwähnt, seine literarischen Werke. Sein umfangreichstes Werk ist der „Trésor“ 7 , eine mittelalterliche Enzyklopädie, die er in französischer Sprache verfasste. Sie war die erste Enzyklopädie, die in einer modernen Volkssprache verfasste wurde 8 . Grund für die Wahl der französischen Sprache war, dass er ein möglichst großes Publikum erreichen wollte, denn das Französische hatte bereits erheblichen Einfluss als europäische Verkehrssprache gewonnen. Der „Trésor“ ist in drei Bücher unterteilt und war als eine Art Nachschlagewerk für ein breiteres, vornehmes, nicht lateinkundiges Publikum gedacht. ‚Im ersten Buch geht es um die Bereiche Theologie, Universalgeschichte, Physik, Geographie und Naturgeschichte. Das zweite dreht sich um die Sittenlehre und das dritte um die Redelehre, sowie die Lehre von der Staatskunst.’ 9 Bereits zuvor verfasste er die „Rettorica“, als Auftakt für den dritten Teil des „Trésor“ den „tesoretto“ (von dem im folgenden Kapitel ausführlicher die Rede sein wird) und den „favolello“. Er wurde im gleichen Versmaß wie der „tesoretto“ verfasst und war ein Lehrgedicht über die Freundschaft zwischen ihm und Rustico di Filippo 10 . ‚Weiterhin übersetzte Latini die ersten 17 Kapitel der ciceronianischen Schrift „De inventione“, welche gleichzeitig die erste Übersetzung in eine moderne Sprache darstellt und drei Reden Ciceros 11 .
6 http://de.wikipedia.org/wiki/Brunetto_Latini
7 kompletter Titel: « Li livres dou Trésor », vereinfacht hier nur als « Trésor“ bezeichnet
8 Vgl.: Elwert, W.: Die italienische Literatur des Mittelalters, S. 20.
9 Ebd.: S. 20
10 italienischer Lyriker des 13. Jahrhunderts, aus Florenz
11 „Pro Q. Ligarius“, „Pro M. Marcellus“ und „Pro rege Deiotaro“
4
Er versah seine Übersetzungen mit ausführlichen Kommentaren und wurde so zum wichtigsten italienischen Ciceroübersetzer seines Jahrhunderts’ 12 .
4. der Tesoretto
4.1. Inhalt/ Themen
Der „tesoretto“ berichtet von der Rückreise Brunetto Latinis aus Spanien und von der Nachricht überraschen Nachricht des Siegs der Ghibellinen über die Guelfen. Infolgedessen kommt er vom Weg ab und begegnet im Wald der ihm in menschlicher Gestalt erscheinenden Natur (Natura), die sich ihm erklärt und auch ihr Verhältnis zu Gott, außerdem zeigt sie ihm die 4 Flüsse, die dem Paradies entspringen. Der Dichter setzt seinen Weg fort und gelangt in ein Tal in dem die Tugend (Virtù) herrscht; sie macht ihn mit den 4 Kardinalstugenden bekannt (Prudenza, Temperanza, Fortezza, Guistizia) 13 ; bei der Letzteren wohnen noch drei weitere Frauen (Cortesia, Larghezza und Leanza). Dort lernt er nun die komplette Anstandslehre kennen. Später gelangt der Dichter zu einem Schloss, wo die Freude (Piacere) wohnt und erfährt hier alles über die Regeln der höfischen Minne. Anschließend begibt er sich nach Montpellier um seine Sünden zu beichten und christliche Sitten zu lernen. Zum Schluss trifft er am Olymp auf Ptolemäus der ihn über die 4 Elemente und ihr Verhältnis zueinander unterrichten will, doch in dem Moment endet das Gedicht. 14
Latini behandelt im „tesoretto“ also sowohl historische als auch philosophische Themen. Ersteres wird beschrieben durch seine Reise nach Spanien, den Krieg zwischen den Ghibellinen und den Guelfen und anderen Gegebenheiten seiner Zeit um Florenz; zweiteres durch das Kennenlernen der Natur, sowie der Tugenden. Er lernt demnach was es heißt ein guter Dichter und ein guter Mensch zu sein.
4.2. Einordnung/ Aufbau
„Mit dem „Tesoretto“ wird die allegorische Dichtung in der Art des Rosenromans in die italienische Literatur eingeführt“ 15 . „Unter einer Allegorie versteht man üblicherweise die Veranschaulichung eines Abstraktums, oft eine Personifikation, die auf eine andere Bedeutung verweist. Ein kennzeichnendes Beispiel ist die auf dem Rad sitzende Göttin, nämlich Fortuna, die
12 Ebd.: S. 20-21
13 jenes „Viergespann“, von dem es heißt, es könne den Menschen zur höchsten sittlichen Vollkommenheit
führen, wenn denn die göttliche Liebe auf dem Kutschbock sitze (nach Platon)
14 für diesen Abschnitt wurde: Elwert, W.: Die italienische Literatur des Mittelalters, S. 77-78. benutzt
15 Elwert, W.: Die italienische Literatur des Mittelalters, S. 78.
5
Arbeit zitieren:
Alida Ziehm, 2010, Die Rolle des Toskanischen am Beispiel Brunetto Latinis „Tesoretto“, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Romanistik - Italienische u. Sardische Sprache, Literatur, Landeskunde: Die Rolle des Toskanischen am Beispiel Brunetto Latinis „Tesoretto“ ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Romanistik - Italienische u. Sardische Sprache, Literatur, Landeskunde: neuer Titel erschienen: Die Rolle des Toskanischen am Beispiel Brunetto Latinis „Tesoretto“
Alida Ziehm hat einen neuen Text hochgeladen
Performance quantitativer Value-Strategien am deutschen Aktienmarkt am...
Sebastian Riegler-Rittner, Alexander Friesenegger
Performance quantitativer Value-Strategien am deutschen Aktienmarkt am...
Sebastian Riegler-Rittner, Alexander Friesenegger
Der Wiederaufbau der Stadt Frankfurt am Main am Beispiel der Architekt...
Evelyn Brockhoff, Almut Gehebe-Gernhardt
Gesamt- und regionalwirtschaftliche Beschäftigungswirkungen des öffent...
Theoretische Grundlagen und em...
Heiko Peters
Moderne Instrumente der finanzmarktorientierten Unternehmenssteuerung ...
RATING - SWOT - RISIKOANALYSE ...
Udo K. Müller
Geschichte der Kartographie am Beispiel von Hamburg und Schleswig-Hols...
Oswald Dreyer-Eimbcke
0 Kommentare