Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Das Stadt-Land-Gefälle in Indien 2
3 Der Nutzen von IT und Vernetzung für die
Landbev ölkerung 4
4 Die technischen Herausforderungen und ihre Lö-
sung 7
5 Versuch einer Bewertung 9
Literatur 11
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1 Einleitung
Die Bevölkerung in Staaten der so genannten Dritten Welt sieht sich mit mannigfaltigen Problemen konfrontiert, die auch die grundlegendsten Lebensbereiche und nicht selten das bloÿe Überleben betreen. Aber so unterschiedlich die Staaten, die unter diesem Begri zusammengefasst werden, so unterschiedlich sind auch die Probleme der Bevölkerung. Während in Somalia die Menschen im Chaos eines failed state versuchen, einfach das eigene Leben schützen und die tägliche Ernährung zu sichern, sind die Probleme im immer noch zu den Entwicklungsländern gerechneten Indien schon anders geartet. Hier sind nicht mehr fehlende staatliche Ordnung oder Ernährung die Hauptsorgen, eher sind die Schwierigkeiten infrastruktureller Art: abseits der Städte sind Transport- und Kommunikationswege je nach Region halbwegs adäquat bis kaum vorhanden. Gerade der Unterschied zwischen Leben auf dem Land oder Leben in der Stadt macht den Unterschied: Er bedeutet nicht allein ein Arm-Reich-Gefälle, es tut sich vielmehr auch eine digital divide auf, eine Kluft zwischen an Informationstechnologien Teilhabenden auf der einen und davon Ausgeschlossenen auf der anderen Seite. Die Arbeit wird zur Einleitung einen kurzen Abriss der momentanen (IT)-Situation im ruralen Indien bieten und dabei dem Unterschied zwischen Leben in der Stadt und Leben auf dem Land besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage nach dem tatsächlichen Nutzen der Einführung von Vernetzung und Informationstechnologie für die Landbevölkerung. Schlieÿlich werden die verschiedenen technischen Lösungsansätze vorgestellt, verglichen und der Versuch einer Bewertung vorgenommen.
2 Das Stadt-Land-Gefälle in Indien
Indien ist mit 1,1 Milliarden Einwohnern die gröÿte Demokratie der Welt. Am höchsten ist die Bevölkerungsdichte in der Stromebene des Ganges mit den Bundesstaaten Westbengalen und Bihar, im Ballungsraum Delhi, im Bundesstaat Uttar Pradesh und schlieÿlich im Bundesstaat Kerala im Südwesten des Landes. Auÿerdem existieren einige Ballungsräume an der West- und Südostküste. In all diesen Gebieten leben mindestens 600 Menschen auf einem Quadratkilometer, in den Ballungsgebieten sind es über 8000. Die restlichen Bundesstaaten weisen weitaus geringere Bevölkerungsdichten auf, besonders dünn besiedelt sind die Himalayaregion, die Berggegenden des Nordostens, und die trockeneren Regionen des Bundesstaates Rajasthan. Indien besitzt besitzt 34 Städte mit mehr als einer Million Einwohnern, trotzdem leben nur 28% der Bevölkerung in Städten. [10]
Die indische Bevölkerung ist - in allen Landesteilen - überdurchschnittlich jung: Das Durchschnittsalter der Inder beträgt 26 Jahre, in Deutschland sind es 40. [9] Männer werden durchschnittlich 63 Jahre alt, Frauen 65. In Deutschland beträgt die Lebenserwartung dagegen für Männer 75 Jahre, für Frauen 81. [9] Frauen und Männer sind de
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jure gleichgestellt, trotzdem sind Frauen im gesellschaftlichen Leben benachteiligt, so sind z. B. Zwangsheiraten auf dem Land immer noch üblich. Auch am Grad der Alphabetisierung lässt sich diese Benachteiligung ablesen: Während 75% der Männer lesen und schreiben können, sind es bei den Frauen nur 53%. Besonders ausgeprägt ist diese Diskrepanz im ruralen Indien. Überhaupt verfügen dort viele Menschen nur über eine sehr rudimentäre Schulbildung, weiterführende Schulen und Hochschulen existieren nur in den Städten. [10]
Auch der Anteil der Armen ist in den ländlichen Gebieten besonders groÿ: laut Weltbank haben 44% der indischen Bevölkerung weniger als einen US-Dollar pro Tag zur Verfügung, ein Viertel kann sich keine ausreichende Ernährung leisten, lebt also unter der Armutsgrenze. Auf dem Land kommen noch weitere Probleme hinzu: So ist Kinderarbeit dort immer noch weit verbreitet, auch das Phänomen der Schuldknechtschaft ist typisch für das ländliche Indien: Verschuldete Bauern werden gezwungen, ihren Grundbesitz zu verkaufen und schlieÿlich sogar ihre Arbeitskraft an Grundherren zu verpfänden. Schlieÿlich existiert auf dem Land das Kastensystem oft noch fort, die Kaste der Unberührbaren und die indigene Stammbevölkerung werden dann systematisch diskriminiert. Die Folge dieser Lebensumstände ist eine massive Landucht, die für viele in den Slums der Groÿstädte endet. So lebt mittlerweile fast ein Drittel der Stadtbevölkerung in Slums. [10]
Auch bezogen auf das Gesundheitssystem existieren Unterschiede zwischen Stadt und Land, obwohl die Situation in den städtischen Slums der auf dem Land ähnelt: Oft haben die Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen, die hygienischen Bedingungen sind schlecht. Hinzu kommt, daÿ viele an Unterernährung leiden und die medizinische Versorgung keineswegs ausreichend ist. [10] Weiterhin tritt das Stadt-Land-Gefälle im Bereich der Wirtschaft besonders hervor: 60% der arbeitenden Bevölkerung sind in der Landwirtschaft beschäftigt, erwirtschaften dort aber nur 25% des Bruttoinlandsproduktes: Im landwirtschaftlichen Sektor gibt es immer noch viel Handarbeit, die Industrialisierung der Landwirtschaft steht immer noch aus. Im Gegensatz dazu arbeiten im industriellen Sektor nur 20% und erwirtschaften damit trotzdem 25% des Bruttoinlandsproduktes. Der Dienstleistungssektor schlieÿlich ist mit 20% der kleinste, trägt aber mit 50% am meisten zum BIP bei. Das Zugpferd ist hier die Informationstechnologie, mit den Hauptstandorten in den groÿen Ballungsgebieten und dort besonders Bangalore, Indiens Silicon Valley. Auch die anderen Hightech-Branchen wie Hardwarefertigung und Biotechnologie beschränken sich auf die groÿen Metropolen und ihre Ballungsräume. [10]
In Folge dieser Verteilung der Wirtschaftszweige ist auch die Infrastruktur in den städtischen Gebieten besser ausgebildet als auf dem Land. Die Straÿe ist mit einem Anteil von 70% der transportierten Güter und 85% der reisenden Personen der wichtigste Verkehrsweg, allerdings ist nur die Hälfte asphaltiert und gerade in den ärmeren Bundesstaaten die Qualität der Straÿen nicht besonders gut. Auch die Infrastruktur der Energieversorgung weist Unterschiede zwischen Stadt und Land auf: 87% der Stadtbewohner verfügen über einen Stromanschluss, auf dem Land sind es nur 43%. Schlieÿlich ist die Verbreitung
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Arbeit zitieren:
Christian Beier, 2006, Internet in der 3. Welt - Netzanbindung ländlicher Regionen Indiens, München, GRIN Verlag GmbH
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