Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 2
II. Malerei im Film 3
Kunst und Film intermedial - Ein Überblick. 3
Die Darstellung des künstlerischen Schöpfungsprozesses 4
III. Pollock - Kunst- oder Heldengeschichte? 7
Der Film. 7
Der Künstler - Prototyp eines Filmhelden? 8
Die Darstellung der Malerei im Film 10
IV. Das Echo auf den Film 14
Pollock - ein Film für ein breites Publikum? 14
Die Malerei im Film - nur eine Nebenrolle? 15
V. Fazit 18
VI. Bibliographie 19
Abbildungen 21
I. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Film Pollock, einer Künstlerbiografie des gleichnamigen Malers. Im Jahre 2000 wurde der Film auf dem US-amerikanischen Kinomarkt veröffentlicht. Diese Arbeit soll versuchen, eine Antwort auf zwei Fragen zu geben: zum einen, inwieweit die Malerei in solch einem Film überhaupt eine Rolle spielt, oder ob vielmehr die Person im Vordergrund steht und zum anderen, wie der künstlerische Schaffensprozess dargestellt wird.
Der erste Teil der Arbeit Malerei im Film, der aufgrund des begrenzten Umfangs nur sehr kurz ausfallen kann, soll zunächst einen Überblick über die intermedialen Beziehungen der beiden Medien Film und Kunst liefern. Des Weiteren wird es in diesem Kapitel einen theoretischen Teil zur Darstellung des künstlerischen Schöpfungsprozesses geben um in das Thema einzuführen. Im zweiten Teil wird dann eine Analyse des Films Pollock stattfinden unter den Gesichtspunkten wie der Künstler dargestellt wird, zum einen, und zum anderen, welche Rolle der Malerei zugesprochen wird und wie der Schöpfungsprozess im Film umgesetzt wird. Zu diesem Punkt wurden die prägnantesten Szenen ausgewählt. Im dritten und letzten Teil soll dann der Versuch einer Annäherung an die Frage stattfinden, ob ein derartiger „Kunstfilm“ für ein breites Publikum zugänglich ist und welche Reaktionen es seitens der Zuschauer in Bezug auf die Darstellung der Malerei im Film gibt. Dazu werden einige Zuschauerrezensionen untersucht.
Diese Arbeit liefert in erster Linie einen Überblick und eine Annäherung an die erwähnten Fragen, da für tiefer gehende Einblicke empirische Erhebungen erforderlich gewesen wären, die in dem Umfang dieser Arbeit aber nicht stattfinden konnten.
II. Malerei im Film
Kunst und Film intermedial - ein Überblick
Bevor auf die eigentliche Fragestellung nach der Visualisierung künstlerischer Prozesse im Film und auf den Künstler als Idealtypus für die Rolle des Protagonisten eingegangen werden kann, sollen in diesem Teil zunächst einmal kurz einige allgemeine intermediale Bezüge zwischen Kunst und Film aufgezeigt werden, um einen Überblick darüber zu bekommen, wo und in welcher Weise sich die Medien der bewegten Bilder und die der gemalten Bilder kreuzen.
Jaques Aumont schreibt in einem Artikel zum Verhältnis von Malerei und Film zu Beginn:
„Die Suche nach den Wurzeln des Films verläuft, als ob dieser - als visuelle Kunst par exellence und allgemein als solche anerkanntkeinerlei Anleihen bei der Malerei einzugestehen hätte und als ob einen Film zu sehen, nichts mit den Erfahrungen zu tun hätte, die wir machen, wenn wir ein Bild betrachten.“ 1
Es sind aber unzählige Beispiele zu nennen, in denen ein intermediales Verhältnis zwischen Kunst (im übergreifenden Sinne) und Film besteht, denn „Der Film - damit meine ich [Jaques Aumont]: der Film als Kunsthat seit seinem Entstehen Beziehungen zu anderen Künsten unterhalten, mit bestimmten Künsten geflirtet und hat sich mit einigen von ihnen eingelassen.“ 2
Der Film wird oft als der „Nachfolger“ oder als der „Erbe“ 3 der Malerei bezeichnet, dem als Medium die gleichen Fragen und Probleme wie der Malerei zugrunde liegen. Des Weiteren gibt es den so genannten Kunstfilm, oder natürlich auch moderne Varianten wie z.B. die Videoinstallationen die die kinematographischen Darstellungsformen für den künstlerischen Ausdruck nutzen. Ein offensichtlicher
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Verbindungspunkt der beiden Medien ist die Einbeziehung konkreter (meist bekannter) Kunst(werke) in den Film, wie sie z.B. die Tableaux vivants darstellen. Und schließlich gibt es auch noch den „Künstlerfilm“ von dem wiederum mehrere Varianten existieren: z.B. die Verfilmung der Biografie eines Künstlers, ein Film, bei der der Künstler zwar der Protagonist ist, aber die Kunst an sich nur marginal eine Rolle spielt und der historische Kontext und der Künstler als Person im Vordergrund steht oder aber die Verfilmung des künstlerischen Schaffens, wie es z.B. bei Le mystére Picasso von Henri-Georges Clouzot der Fall ist. Zu unterscheiden hierbei ist wiederum ob es eine Dokumentation ist, also der „echte“ Künstler bei seiner Arbeit gefilmt wird (und in wieweit diese Arbeit als authentisch gelten kann 4 ) oder aber, ob es ein Spielfilm ist, der bisweilen Jahrhunderte später nach Lebzeiten des eigentlichen Künstlers entstanden ist und in dem es viel mehr um die Narrativität und Dramazität geht, als um die reale Wiedergabe des Künstlerlebens. Alle hier angeführten Beispiele lassen sich natürlich um weitere ergänzen, sowie für sich genommen detaillierter betrachten, was an dieser Stelle aber aufgrund des begrenzten Raumes nicht der Fall sein kann. Vielmehr soll sich diese Arbeit nun dem „Künstlerfilm“ widmen und untersuchen, inwieweit kreative Schöpfungsprozesse visualisiert werden können und auf welche Art und Weise dies geschieht.
Die Darstellung des künstlerischen Schöpfungsprozesses
Wie kann ein Film eine geistige Handlung, in diesem Fall den kreativen Schöpfungsprozess eines Künstlers, darstellen und wie authentisch kann diese Darstellung sein?
Es gibt zwei Möglichkeiten einen Film über einen Künstler bei der Arbeit zu machen. Die erste ist, den echten Künstler bei seiner Tätigkeit zu filmen und so ein Dokument der Herstellung eines Original-Kunstwerks auf der Leinwand zu sehen. Es stellt sich hier aber die Frage, wie authentisch
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dieser Prozess ist. Kann ein Künstler auf Abruf einen kreativen Prozess in Gang setzen und ein Meisterwerk schaffen? Für Jaques Aumont gilt es „bei der Beobachtung eines malerischen Prozesses […] immer zwei Dinge wahrzunehmen, nämlich einmal die Entwicklung des Werkes und zum zweiten, wie der Künstler sich dabei verhält.“ 5 Aber kann sich ein Künstler im Beisein eines Kamerateams genauso verhalten wie er es unter seinen „natürlichen“ Bedingungen täte? Es ist vielmehr eine Show, der Künstler wird zum Schauspieler um für die Kamera etwas zu produzieren was seiner Arbeit vielleicht ähnlich ist, aber eben nicht dieselbe ist. „Daß der eigentliche Schöpfungsprozess nicht vom Film erfasst werden kann ist selbstverständlich, da er außerhalb des manuellen und des Schaubaren liegt.“ 6 Hier liegt das erste Problem. Das Zweite scheint noch weitaus schwieriger zu sein, denn bei der zweiten Möglichkeit die Entstehung eines Kunstwerks zu filmen ist der echte Künstler, der eigentliche Urheber des Kunstwerks nicht anwesend, vielleicht sogar schon tot. Wir sprechen über einen Spielfilm über einen Künstler, bei dem reale (oder auch weniger reale) Situationen aus dessen Leben von einem Schauspieler nachgestellt werden. In dem Film Pollock geht es um den amerikanischen Maler Jackson Pollock (gespielt von Ed Harris) der vor allem durch seine „Dripping-Technik“ berühmt wurde. In diesem Film spielt also ein Darsteller einen Maler und muss für die Zuschauer nicht nur die Person Pollock so authentisch wie möglich verkörpern sondern auch dessen geistige Prozesse für die Leinwand übersetzen. In einem Interview aus dem Jahr 2002 sagt die Interviewerin dass es „in Filmen über Künstler […] peinlich wirken [kann], wenn Schauspieler den kreativen Prozess nachspielen.“ 7 Und selbst wenn sie sich wie Ed Harris mehr als 10 Jahre lang mit der Malerei auseinandergesetzt haben 8 und technisch gut werden, so gehört doch mehr dazu ein Künstler zu sein und ein Kunstwerk zu produzieren. Der Schauspieler spielt diese Entstehung eben nur nach, das Bild das entsteht, ist eine Kopie. Der Schaffensprozess und vor allem das, was in
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Arbeit zitieren:
Daniela Hoffmann, 2008, Pollock - zur Bedeutung der Malerei im Film, München, GRIN Verlag GmbH
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