In dieser Exegese möchte ich das Kerygma der ersten Gemeinde untersuchen. Dabei möchte ich mich auf das Kerygma, das sich im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte befindet und ein Teil der Missionsreden ist, beschränken. Die Frage die ich mir hierbei stellen möchte ist, ob und inwiefern dieses Kerygma heute noch ein Bestandteil in unserer Verkündi- gung ist oder auch noch sein sollte.
Ἄνδρες Ἰσραηλεῖται, ἀκούσατε τοὺς λόγους τούτους· Ἰησοῦν τὸν Ναζωραῖον, ἄνδρα ἀποδεδειγμένον ἀπὸ τοῦ θεοῦ εἰς ὑμᾶς δυνάμεσι καὶ τέρασι καὶ σημείοις οἷς ἐποίησεν δι' αὐτοῦ ὁ θεὸς ἐν μέσῳ ὑμῶν, καθὼς αὐτοὶ οἴδατε, τοῦτον τῇ ὡρισμένῃ βουλῇ καὶ προγνώσει τοῦ θεοῦ ἔκδοτον διὰ χειρὸς ἀνόμων προσπήξαντες ἀνείλατε, ὃν ὁ θεὸς ἀνέστησεν λύσας τὰς ὠδῖνας τοῦ θανάτου, καθότι οὐκ ἦν δυνατὸν κρατεῖσθαι αὐτὸν ὑπ' αὐτοῦ· τοῦτον τὸν Ἰησοῦν ἀνέστησεν ὁ θεός, οὗ πάντες ἡμεῖς ἐσμεν μάρτυρες. ἀσφαλῶς οὖν γινωσκέτω πᾶς οἶκος Ἰσραὴλ ὅτι καὶ κύριον αὐτὸν καὶ Χριστὸν ἐποίησεν ὁ θεός, τοῦτον τὸν Ἰησοῦν ὃν ὑμεῖς ἐσταυρώσατε. Πέτρος δὲ πρὸς αὐτούς, μετανοήσατε, φησίν, καὶ βαπτισθήτω ἕκαστος ὑμῶν ἐπὶ τῷ ὀνόματι Ἰησοῦ Χριστοῦ εἰς ἄφεσιν τῶν ἁμαρτιῶν ὑμῶν, καὶ λήμψεσθε τὴν δωρεὰν τοῦ ἁγίου πνεύματος· 2.2 Textkritik/ Textanalyse
In den Anhängen 2-7 habe ich die unterschiedlichen Lesearten Satzbezogen aufgelistet. Da in dieser Exegese nicht der Text an sich besprochen werden soll, schien es mir angemessen mich nach meiner Prüfung an den Text nach Nestle- Aland 27 Edition zu halten. 2.3 Rohübersetzung
Ihr Männer des Volkes Israel hört diese Worte des Nazaräers, eines Mannes von dem Gott Euch erwiesen hat Taten und Wunder und Zeichen die Gott durch ihn in euer Mitte tat, wie ihr wisst, der den Gott auferstehen lies indem er die Bande des Todes löste, wie es nicht möglich war das er durch sie festgehalten wurde. Diesen Jesus hat Gott auferweckt darüber
1 Costas Stergiou, „The Word; free software”, Übersetzung Tischendorf, Römer 15,7-13, © 2003-2010.
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geben wir euch allen Zeugnis. Darum erkenne nun das ganze Haus Israel mit Gewissheit, dass unser Herr und Christus, den ihr gekreuzigt habt, durch Gott auferweckt und erhöht wurde. Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von Euch lasse sich taufen auf den Namen Jesus Christus, damit euch die Sünden vergeben werden und ihr die Gabe des Heiligen Geis- tes empfangt.
2 Das gesamte lexikalisch- grammatikalische Schaubild befindet sich in Anhang I.
3 In den Versen 24 und 36 spricht Petrus das Volk Israel direkt an. Beim ersten Mal fordert er sie auf zu hören und beim zweiten Mal nimmt er Bezug auf ihr Wissen.
4 Satzsubjekt (Petrus nimmt auf Jesus Bezug)
5 Erklärung (Gott hat sich durch seinen Sohn, seinem Volk gezeigt)
6 Beweis (Mit dieser Aussage unterstreicht Petrus, dass seine Aussage wahr ist, denn Gott selbst hat es durch mächtige Taten, Zeichen und Wunder bestätigt.)
7 Ort (Petrus zeigt den Ort an dem Gott die Taten, Zeichen und Wunder getan hat.) Dabei greift er auf ihr eigenes Wissen zurück indem er die Aussage bringt, wie ihr wisst.
8 Der Bezug auf Jesus Christus wird hergestellt.
9 Gottes Allwissenheit wird aufgezeigt.
10 ἀκούσατε, οἴδατε und ἔκδοτον stehen in einer interessanten Beziehung. Erst sollen sie Hören, dann sollen sie sich an ihr Wissen zurückbesinnen und dann wird die Handlung vor Augen geführt.
11 Feststellung, Anklage und Aussage wer Jesus Christus getötet hat.
Πέτρος δὲ πρὸς αὐτούς, 23
12 Bezugsherstellung zu Jesus Christus.
13 Der Handelnde wird vorgestellt. (Gott Vater.)
14 Der Handelnde agiert. (Jesus wird durch den Gott den Vater auferweckt, indem er ihn von den Schmerzen, Bande, Wehe des Todes losgelöst hat.)
15 Begründung. (Es war vorherbestimmt das Jesus Christus losgelöst werden wird und dies kommt hier deutlich zum Ausdruck. Gottes gesprochenes Wort wird immer erfüllt werden.)
16 Satzsubjekt (Jesus Christus)
17 Der Handelnde (Gott Vater, der den Sohn von den Toden erweckt hat.)
18 Zeugen (Dies ist die direkte Ausführung des Missionsbefehls. Zeugnis zu sein und Jünger zu machen.)
19 Petrus spricht wieder das gesamte Haus Israel an.
20 Auswirkung auf den Sohn Jesus (Gott hat ihn zum Herrn und Christus gemacht.)
21 Der Handelnde (Gott Vater)
22 Erneute Feststellung, Anklage und Aussage wer Jesus Christus getötet hat.
23 Petrus spricht und fordert auf.
24 Aufforderung zur Buße, denn jeder hat gesündigt.
25 Taufen auf den Namen Jesus und Empfangen den Heiligen Geist. !Taufen und Empfangen! !Aktiv und Passiv!
Für die Apostelgeschichte gab es bei verschiedenen Personen zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Namen. Ab dem zweiten Jahrhundert trug es den Namen Πράξεις τῶν ἀποστόλων (die Taten der Apostel) bzw. acta oder actus apostolorum. Zeitweise trug es auch Namen wie lucae de apostilis testificatio oder commentarius Lucae. Heute Trägt es im Deutschen den Namen Apostelgeschichte, im Englischen acts und im Griechischen Πράξεις ’Αποστόλων. 26 2.5.2 Verfasser
In der heutigen neutestamentlichen Wissenschaft gilt Lukas unumstritten als der Verfasser der Apostelgeschichte. 27 Seine Abstammung führt uns nach Antiochien und gestorben soll er in Griechenland sein. 28 Lukas wird als Begleiter des Paulus vorgestellt 29 , obgleich gegen eine ständige Begleitung Zweifel erhoben werden können. Seine Tätigkeit als Arzt begründet sich auf eine Textstelle in Kolosser, Kapitel 4,14, in welcher Lukas im Zusammenhang mit der Berufsbezeichnung Arzt aufgeführt ist. Auch hier erheben sich Einwände, da im lukanischen Doppelwerk keine außerordentliche ärztliche Kenntnisse auf eine solche Tätigkeit schließen lassen. 30 Es ist jedoch ein Interesse an medizinischen Sachverhalten zu bemerken 31 ,
26 Rudolf Pesch, Evangelischer- Katholischer Kommentar, Bd. 5/1, Die Apostelgeschichte 1-12 (Düssel-dorf: Benzinger Verlag, 1995), 22-23.
27 Die frühe Kiche des 2. bis 4. Jhrd. bezeugen Lukas ebenfalls als den Verfasser der Apostelgeschichte. Irenäus um 130-200 n.Chr., Clemens von Alexandrien 153-217 n.Chr., der muratorische Kanon 170 n.Chr. und Eusebius um 325 nChr.. F. E. Schlachter, Genfer Studienbibel, (Holzgerlingen: Hänssler Verlag, 1999), 1758.
28 Gerhard Maier, Edition C Bibelkommentar, Bd. 3. Lukas Evangelium (Holzgerlingen: Hänssler Verlag, 2007), 8.
29 Maier, Lukas Evangelium, 8.
30 Gottfried Schille, Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament, Bd. 5. Die Apostelgeschichte des Lukas (Berlin: Evangelische Verlagsanstalt, 1989), 28.
31 Schlachter, Genfer Studienbibel, 1758.
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts in Theology Gregor Dilger, 2010, Das Kerygma - Glaubensbekenntnis der ersten Gemeinde, München, GRIN Verlag GmbH
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