Inhaltsverzeichnis
I.) Einleitung 3
II.) Einbettung in den historischen Rahmen 4
II. 1. ) Die Voraussetzungen, die Situation vor dem
Beginn der Ostsiedlung. 4
II. 2. ) Segeberg 6
II. 3. ) Die Spezifika der den Bevölkerungsgruppen
zugeordneten Regionen 7
II. 4. ) Die Organisation der Besiedlung 8
III.) Zusammenfassung S.10
IV.) Literaturverzeichnis S.11
2
I. ) Einleitung
Die Quelle stellt einen Auszug aus der Slawenchronik dar und liegt gedruckt vor.
Sie befaßt sich mit der Ansiedlung von Deutschen und Slawen in Holstein. Und zwar erhalten die Holsten, die zuerst und das beste Gebiet bekommen, das Terrain westlich von Segeberg, an der Trave, außerdem Schwentinefeld und den Bereich von der Schwale bis Grimmelsberg und bis zum Plöner See. Den Westfalen wird das Darguner Land zugesprochen, den Holländern das Eutiner Gebiet. Die Friesen werden in Süsel angesiedelt und die Slawen im Raum Oldenburg und Lütjenburg. Graf Adolf II. von Holstein veranlaßt die Besiedlung 1143. Neben der Originalfassung in lateinischer Sprache, gibt es eine deutsche Übersetzung. Bei der sind allerdings leichte Abweichungen von der Bedeutung der lateinischen Begriffe entstanden. So zum Beispiel bei „terra deserta“ (in Zeile 30) 1 , was eigentlich „[...] Erde verwüstet“ heißt, aber in der Übersetzung als „Land verlassen“ bezeichnet wird. Oder auch in Zeile 6: „in mortibus fratrum et parentum“, was im engen Sinne „mit dem Tod eurer Brüder und Eltern“ heißt, aber vom Herausgeber wie folgt übersetzt wurde: „mit dem Blute eurer Brüder und Väter“, da dieses eine markante Redewendung ist. „Terram desiderabilem“ (Z.8), das „wünschenswerte Land“, wurde abgeschwächt zum „lieblichen Land“.
Helmold von Bosau, der die Slawenchronik verfaßt hat, war ein Geistlicher, der 1134 im Zuge der Missionierung in das Augustiner-Chorherrenstift Segeberg gekommen war. Er lebte von ca. 1120 bis 1177 und verstarb in Bosau, seiner Pfarrstelle, die einen Missionsstützpunkt darstellte. Sein Werk „Chronica Slavorum“ setzt mit der Zeit Karls des Großen ein und entstand wahrscheinlich im Zeitraum um 1167/68 . 2 Besonders die Ansichten seines Lehrers und Freundes, 3 Bischof Gerold
1 Siehe Quelle . In: Franz, Günther: Quellen zur Geschichte des deutschen Bauernstandes im Mittelalter. Darmstadt 1974. Nr. 75, S.192-195.
2 Ehbrecht, Wilfried: Helmold von Bosau. In: Angermann, Norbert (Hg.): Lexikon des Mittelalters. Bd. 4. Erzkanzler bis Hiddensee. München 1989. S.2124 - 2125.
3 Stoob, Heinz (Hg.): Helmoldus Bosoviensis. Bd. XIX. Reihe: Buchner, Rudolf (Hg.): Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Darmstadt 1990. S.1.
3
von Oldenburg-Lübeck, der ihn zu dieser Chronik animierte, wurden in dem Werk zu einer Art „Leitfaden der Bekehrungsgeschichte“ 4 . Im Mittelpunkt dieser Regionalchronik steht Ostholstein; aber auch Mecklenburg, Brandenburg , Pommern und Skandinavien werden
berücksichtigt. Helmolds Parteilichkeit richtet sich nur wenig gegen die zu bekehrenden Slawen, sondern vielmehr gegen den Metropoliten von Hamburg-Bremen, welcher über seinen Bischof gesetzt ist. Kritik gegen den Erzbischof findet sich v.a. im Zusammenhang mit der Beeinträchtigung der Slawenmission. Die Dänen und Sachsengaue Nordelbiens beurteilt Helmold weitestgehend einseitig und geringschätzig 5 .
II. ) Einbettung in den historischen Rahmen
II. 1.) Die Voraussetzungen, die Situation vor dem Beginn der Ostsiedlung
Zunächst möchte ich kurz wichtige v.a. geographische Namen erklären. Das Gebiet südlich der Eider bis zur Elbe wurde von den Holsten „Holstein“ genannt. 6 Der östliche Teil Holsteins, Wagrien, auch im Folgenden Ostholstein genannt, wurde nach dem slawischen Stamm der Wagrier bezeichnet, die dieses Gebiet um 700 n.Chr. besiedelten. Südlich davon, im Lauenburgischen lebten die slawischen Polabier. Der Limes Saxoniae trennte die Germanen und Slawen in Form eines breiten Streifens Niemandsland mit Seen, sumpfigen Flußniederungen und schwer zugänglichen Urwäldern.
Es handelt sich bei dem in der Chronik gemeinten Gebiet um ein Grenzgebiet zwischen Dänen, Obodriten und Sachsen. -Ein Spannungsfeld vom 8. Jahrhundert bis 1138. Schwentine und Schwentinefeld bilden die südliche Grenzzone.
4 Lexikon des Mittelalters, S. 2124f.
5 Vgl. Stoob, S.2.
6 Eine genaue Zeitangabe, wann das Gebiet diesen Namen erhielt, konnte ich nicht ausfindig machen. Auf jeden Fall geschah es nach 1000 n.Chr., da zu diesem Zeitpunkt
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Arbeit zitieren:
Anna Kiesbauer, 2001, Quelleninterpretation: 1143 Graf Adolf II. von Holstein siedelt Deutsche und Slawen in Holstein an, München, GRIN Verlag GmbH
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