Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
1. Begriffsdefinition Kochstelle 2
2. Zur Geschichte der Entwicklung der Kochstelle 3
3. Einsatzorte von Kochstellen 5
3.1 Privathaushalte 5
3.2 Gastronomie 6
4. Aufbau und Funktion am Beispiel ausgewählter Gerätetypen 6
4.1 Elektroherd 6
4.2 Gasherd 8
4.3 Glaskeramik/ Cerankochfeldherd 10
4.4 Induktion 11
5. Installation und Sicherheit 12
6. Energieverbrauch 14
7. Entsorgung 15
8. Fazit 16
Literaturverzeichnis 19
1 S e i t e
Einleitung
Vor über 1000 Jahren hat der Mensch seine Speisen in Erdmulden, auf Steinböden oder an Herd und Ofen zubereitet. Der Gebrauch des Feuers war dem Menschen zu dem Zeitpunkt seit ca. 750000 Jahren bereits bekannt (FABER 1950, S. 3). Die Art der Zubereitung war jedoch sehr zeitaufwendig und hygienisch bedenklich. Die Entwicklung der Elektrizität und der Wunsch Speisen in sauberen Behältern zuzubereiten, nahm mit der technischen Entwicklung und dem steigenden Wohlstand der Gesellschaft zu. Der Herd ist dabei einer der vielen technischen Entwicklungen, hervorgegangen aus der industriellen technischen Revolution, welcher aus heutigen Haushalten nicht mehr wegzudenken ist. Die Zubereitung von Speisen erfolgt jedoch auf verschiedene Art und Weise. Aus diesem Grund werden die verschiedenen Herdarten in diesem Bericht näher untersucht und bewertet. Dabei wird vor allem der technische Fortschritt im Energiesektor, anhand von ausgewählten Herdbeispielen, näher untersucht, um zu verstehen, warum die technische Fortentwicklung des Herdes notwendig wurde?
1. Begriffsdefinition Kochstelle
Für die gesunde Nahrungsmittelzubereitung benötigt man eine Herdstelle, da „viele tierische und pflanzliche Lebensmittel […] im rohen Zustand für den Menschen ungenießbar“ sind (HEA ARBEITSKREIS 2000, S. 36). Die optimale Temperaturregelung ist unabdingbar, da jedes Lebensmittel anderes zubereitet werden muss. Vor allem konstante Temperaturen sind dabei wichtig, um ein optimales Ergebnis zu erreichen. Der Herd bietet durch seine Temperaturregelung all diese Vorzüge in einem Gerät. Dabei wird er nicht zur zum Braten und Kochen verwendet, der Herd kann auch zum Warmhalten benutzt werden aber auch zum Garen, Schmoren, Quellen und Dünsten. Ist ein Herd mit einer Backofenkombination ausgerüstet, so kommen Backen, Grillen und Dämpfen als Funktion hinzu (HEA ARBEITS-KREIS 2000, S. 36).
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2. Zur Geschichte der Entwicklung der Kochstelle
16. - 18. Jh.
Das Erhitzen von Speisen gehört seit Tausenden von Jahren zur menschlichen Kultur der Lebensmittelzubereitung. Die wichtigste Entwicklung ist dabei das Feuer. Das Feuer hilft nicht nur „kalte Winternächte zu ertragen“ (FABER 1950, S. 3), sondern wird zu einer häuslichen Feuerstätte für die Speisenerwärmung. Faber unterscheidet „vier Stufen“ (FABER 1950, S. 3) von Feuerstätten. Zunächst die offene Feuerstelle, die geschlossene (z. B. Kachelöfen), eine umbaute Feuerstelle (z. B. Kaminfeuer) sowie Platten- und Rundöfen (FABER 1950, S. 3). Die meisten Feuerstellen befinden sich zu dieser Zeit im Zentrum des Hauses und werden als Trocknungsstätte für Wäsche und als Heizung (Plattenofen 18. Jh.) benutzt. Im Zuge der Legung von Anschlüssen für Gas und Elektrizität der Häuser werden die Feuerstellen an die Wand verlegt (ca.19 Jh.).
Im Jahr 1735 entwickelt François de Cuvilliés (1695 - 1768) den ersten vollummantelten Herd (Castrol Herd - aus dem französischem Casseroles = Kochtöpfe). Dieser besteht aus einer Metallplatte mit Löchern, damit die Hitze besser durchdringen kann sowie einen Rauchfang (Erfinder André Dalesme). Weitere Entwicklungen sind z. B. Verschlusstüren zum Verschließen der Brennkammer, welche die Brandgefahr durch austretendes Feuer senkt. Beheizt wird der Herd entweder mit Holz oder Kohle. Die Entwicklung von verschlossenen Öfen mit Anschluss zum Schornstein ist zu diesem Zeitpunkt dringend notwendig geworden, da die Rauchplage im Haus als „europäisches Übel“ (FABER 1950, S. 19) bereits bezeichnet wurde. Besonders das „farb- und geruchlose Kohlenoxydgas, das bei unvollkommener Verbrennung entsteht und den Menschen hinterrücks überfällt“ (FABER 1950, S. 19) war Ursache von vielen Todesfällen.
1800 - 1950
In der Zeit der Weimarer Republik wird die Forderung nach einer Technisierung des Haushaltes laut, welcher vor allem mit dem Rationalisierungsgedanken des Haushaltes zusammenhängt (vgl. ORLAND 1990, S. 12). Daraufhin beginnt der Ausbau der zentralen Infrastruktur, der Versorgung mit Gas und Strom (vgl. ORLAND 1990, S. 9). Vor allem Großstädte wie Berlin und Hannover beginnen 1825 mit der Gasversorgung. Vorläufer sind die Städte 3 | S e i t e
London und Paris, welche im Jahr 1814 die erste Gasbeleuchtung eingeführten (vgl. ORLAND 1990, S. 9). Im Jahr 1912 hat die Hansestadt Bremen bereits eine Gasversorgung von 83 % (vgl. ORLAND 1990, S. 9). Die Versorgung mit Elektrizität und Gas ist für die technische Entwicklung des Herdes dabei von entscheidender Bedeutung. Obwohl bereits viele technische Geräte für den Haushalt erfunden wurden, sind die technischen Voraussetzungen wie Elektro- oder Gasanschlüsse noch nicht überall verfügbar. Zu den bereits er-fundenen Küchengeräten gehören zu diesem Zeitpunkt elektrische Wasserkessel, Küchenmaschinen (1890 - 1910) und Standherde (ab 1910) (vgl. ORLAND 1990, S. 11). Ab 1927 werden die Rationalisierungsforderungen im Wohnungsbau durchgesetzt und erste Ideen zur Gestaltung der rationalisierten Küche vorgestellt. Einer der bis heute durchgesetzten Ideen ist die von der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky 1927 vorgestellte Frankfurter Küche, welche als „erste Vorläuferin der heutigen Einbauküchen“ (ORLAND 1990, S. 12) gilt. Diese technische Entwicklung verändert jedoch entscheidend den Tagesrhythmus zwischen Arbeit und Haushalt der Frau (Work-Life-Balance). Diese Abtrennung zwischen Erwerbsleben und Haushalt als Bestandteil eines modernen Haushaltes hält in dieser Zeit Einzug in deutschen Wohnungen. Der überwiegende Teil der Arbeiterbevölkerung wohnt zu dieser Zeit jedoch noch in einem Zimmer, wo die gesamte Familie schläft, kocht, wäscht und arbeitet (Heimarbeit). Die Hausarbeit wird dabei überwiegend von Frauen verrichtet. Bis ins 19. Jahrhundert entwickeln sich durch die fortschreitende Industrialisierung neuere und bessere Kochgeschirre und Herdarten, die z.Tl. sehr aufwendig in Handarbeit für Herrschaftshäuser hergestellt werden. Nur ein geringer Teil der Bevölkerung kann sich einen elektrischen Herd kaufen und heizt bis zur Nachkriegszeit (1945) noch mit Kohle und Holz (ORLAND 1990, S. 12). Letzteres ist nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges überlebenswichtig geworden, da nach der Zerstörung der Großstädte die Elektrizitäts - und Gasver-sorgung zusammenbricht (ORLAND 1990, S. 84).
1950 - 2010
Ab 1947 zählt man in der von den Alliierten besetzten Westzone (BRD) 4,3 Millionen Gasherde. Bis 1958 bleibt allerdings Gas bei der Nutzung von Heizung und Herd vorrangig (ORLAND 1990, S. 81).
Ab 1970 werden in den deutschen Küchen Standardküchen eingebaut nach dem Vorbild der Frankfurter Küche. Das Strom- und Gasnetz in deutschen Großstädten ist zu dieser Zeit fast komplett erschlossen. Gleichzeitig steigt zu dieser Zeit der Energiebedarf rasant an. Die „Energiekrise“ (ORLAND 1990, S. 81), hervorgerufen durch die Ölkrise (bereits ab 1973) ruft ein neues Energiebewusstsein hervor und die „zunehmende Sättigung mit Haus- haltsgerätenführen zu stetiger Verringerung der Zunahme des Stromverbrauchs, der jährlich nur noch um 1 % steigt“ (ORLAND 1990, S. 81).
Die entschiedenen Erfindungen erfolgten bis zum Jahr 1990. Dazu gehören die Entwicklung des Induktionsherdes (AEG), des Glaskeramikherdes sowie die Mikrowellengeräte. Aufgrund der Größe (Bauteile zu groß, Einbau nicht möglich) wurden die Ideen zunächst eingestellt, werden heute aber serienmäßig produziert. Die Induktionsherde sind zwar noch sehr teuer, halten jedoch immer mehr Einzug in die Küchen.
3. Einsatzorte von Kochstellen
3.1 Privathaushalte
Herde sind in Privathaushalten in normaler Größenordnung nach DIN Norm (DIN = Deutsche Industrie Norm) hergestellt (WEGNER 2008, S. 237). Die normierte Größenordnung erlaubt allen Küchenherstellern die Herstellung maßgerechter Küchen und deren Küchengeräte, die für den Einbau geplant sind. Ein normaler Küchenherd hat nach DIN EN 1116 eine Höhe von 85 cm, eine Breite von 56 - 60 cm und eine Tiefe von 60 cm. Geräte können einzeln stehen oder getrennt eingebaut werden. Als Beispiel ist der Backofen zu nennen, der heutzutage getrennt vom Herd auf Brusthöhe eingebaut wird. In diesem Falle liegt meistens eine Maßanfertigung vor. Zum Teil gibt es Designerküchen, die in Schränken komplett untergebracht sind und von außen als Küche nicht mehr erkennbar sind. In letzterem Fall handelt es sich um Spezialküchen in kleineren Räumen. Diese werden als Single- oder Pantryküche (Herd mit nur zwei Platten) bezeichnet. 5 | S e i t e
Arbeit zitieren:
Anke Brandt, 2009, Die Kochstelle, München, GRIN Verlag GmbH
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