mit entsteht das Gefühl, die Stadt gehöre den TouristInnen, denn in erster Linie wird der Stadtbenutzer beziehungsweise die Stadtbenutzerin als KonsumentIn eingeplant. Daraus folgt, dass der Stadtraum immer mehr zum kontrollierten Konsumraum und Urbanität zum Marketinginstrument wird. (Vgl. Schreyer, 2010 S. 13) Mit bisher insgesamt drei Millionen BesucherInnen hat das Kaufhaus Tyrol alle bisherigen Erwartungen übertroffen. (Österreich, 2010)
Jedoch muss man auch beachten, dass sich die Maria-Theresien-Staße seit der Umgestaltung mehr oder weniger zu einem Aufenthaltsort für Fußgänger und zum Spielplatz für Kinder entwickelt hat. Sobald man das Kaufhaus betritt, wird man mit Küchengestank begrüßt, denn offene Lokale blasen Kochgerüche in die Luft und in sämtliche Geschäfte. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass so Manchen bei diesem Gestank die Lust zum Einkaufen vergeht. Aber auch für die MitarbeiterInnen hat diese Luft negative Auswirkungen. Sie klagen über Kopfschmerzen und Müdigkeit. Aufgrund des Sauerstoffmangels wurden schon Anzeigen beim Arbeitsinspektorat und bei der Gewerbebehörde gemacht. Auch die Rolltreppe und die weit von ihr entfernten zwei Lifte stellen ein Problem dar. Denn weil nur zwei Lifte vorhanden sind, sind sie dem hohen Ansturm der Besucher nicht gewachsen. Die Verwendung der Rolltreppe stellt für Menschen mit Kinderwägen schon ein Problem dar, von einem/ einer RollstuhlfahrerIn brauchen wir gar nicht zu sprechen. Desweiteren befindet sich die Toilette im vierten Stock. Dies wahrscheinlich deshalb, weil man die Anwesenheit von Menschen, die nur ins Kaufhaus kommen, um das WC aufzusuchen, vermeiden möchte. Deshalb schickt man sie zuerst an möglichst vielen Geschäften vorbei, damit sie sich auf dem Weg zur Toilette die Waren anschauen und beim Rückweg vielleicht etwas kaufen. Auch die Gänge im Kaufhaus sind viel zu eng, sodass lediglich drei Menschen nebeneinander Platz haben. Was ich noch kritisieren muss, ist die Tatsache, dass man bereits im Eingangsbereich im Stau steht und diese hektische Atmosphäre auch später nicht aufhört. Neben den wenigen Sitzmöglichkeiten gibt es auch noch wellige Böden, die einem das Einkaufen vor allem im Untergeschoss, im DM zur Hölle machen. Minütlich rollen den Kunden und Kundinnen die Einkaufswägen davon und donnern gegen Regale. Daneben ist auch ein Schaufensterbummel unmöglich, weil man anstatt von Auslagen nur Reflexionen im Glas wahrnehmen kann. (Tiroler-Tageszeitung, 2010) Ein letzter Punkt den ich anmerken will ist, dass der Bau des Kaufhaus Tyrols ein wichtiges Vorurteil hervorgebracht hat. Nämlich, dass das Unternehmen positiven Einfluss auf die Wirtschaft ausübt , indem es neue Arbeitsplätze schafft. Laut Homepage des Unternehmens wird der regionale Arbeitsmarkt mit siebenhundert neuen Arbeitsplätzen belebt. Aberger Manuela
Arbeit zitieren:
Manuela Aberger, 2010, Das neue Kaufhaus Tyrol aus ökonomischer Sicht, München, GRIN Verlag GmbH
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