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Inhaltsverzeichnis
I. Leben und Wirken John Lockes im zeitgenössischen Geschehen 03
II. Politische Theorie 04
1. Mensch im Naturzustand 04
1.1 Naturzustand 04
1.2 Naturrecht 05
1.3 Eigentum im Naturzustand 06
2. Bildung einer politischen Gesellschaft 07
2.1 Gründe für die Entstehung einer politischen Gesellschaft 07
2.2 Entstehung einer politischen Gesellschaft 08
2.3 Form des Staates 09
III. Auseinandersetzung mit Lockes Theorie 11
1. Kritik 11
2. Diskussion um den politischen Locke 11
Literaturverzeichnis 13
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I. Leben und Wirken John Lockes im zeitgenössischen
Geschehen
John Locke kam am 29. August 1632 als Sohn eines Anwalts in Wrington, Grafschaft Somerset, zur Welt und entstammte einer puritanischen und wohlhabenden Bürgerfamilie. Zehn Jahre nach seiner Geburt brach der Englische Bürgerkrieg aus, der sieben Jahre später mit der Schaffung einer Republik in England endete. Mit der Aufnahme an der angesehenen Westminster School begann für den 14-jährigen Locke „die gediegenste Ausbildung […], die England damals bieten konnte“ (Euchner 1974; S.1). Ab 1652 studierte er am Christ-Church-College in Oxford Medizin, Naturwissenschaften, Logik sowie die klassischen Sprachen (vgl. Pfetsch F. R. 2003, S. 154) und wurde 1658 Mitglied des Lehrkörpers des Colleges. Mit dem Beginn der Restauration der Monarchie 1660 entstanden erste politische Schriften von Locke. 1663/64 vollendete Locke seinen „Essay on the Law of Nature“. In dieser Abhandlung legte er die „natürliche Regeln“ des menschlichen Verhaltens dar, die es dem Menschen ermöglichen, das Gute zu erkennen. 1666 wurde er Arzt und Sekretär von Anthony Ashley, dem späteren Graf von Shaftesbury. Diese Begegnung führte zu einer lebenslangen Freundschaft zwischen den zwei Männern und hatte starken Einfluss auf das Leben von John Locke. Vier Jahre nachdem Locke Mitglied der Royal Society wurde, wurde Shaftesbury 1672 für ein Jahr Lordkanzler. 1674 erwarb Locke den Baccalaureus der Medizin. Ein Jahr später brach er auf Grund einer Erkrankung der Atemwege zu einer vierjährigen Erholungsreise nach Frankreich auf. In dieser Zeit machte er viele Bekanntschaften mit bedeutsamen Gelehrten, sodass diese Reise mehr zu einer Studienreise wurde. Als Locke 1679 wieder nach England zurückkehrte, hatte sich Graf von Shaftesbury von seiner Gefangenschaft im Tower 1677 erholt und wurde Präsident des Staatsrates. Der Graf wurde jedoch 1682 zur Flucht nach Holland gezwungen, als seine Vorbereitungen für eine Rebellion gegen die vorherrschende Regierung aufgedeckt wurden. Auch Locke, der als Vertrauter des Grafen galt, wurde überwacht und so folgte er seinem Freund Shaftesbury ins Exil. In Holland war Locke sehr produktiv und schrieb zahlreiche seiner heute noch bekannten Werke. Ein Jahr nach der erfolgreichen Revolution in England 1688, die Wilhelm von Oranien zu König Wilhelm dem III. machte, kehrte Locke nach England zurück. Locke lehnte aus gesundheitlichen Gründen den Großteil der ihm angebotenen politischen Ämter ab. Im Jahr seiner Rückkehr veröffentlichte er anonym mit „Two Treatises on Government“ eine Staatstheorie, die grundlegenden Einfluss auf die Verfassungsstaaten des 18. und 19. Jahrhunderts hatte. Im selben Jahr erschienen „Epistola de Tolerantia“, ein Werk in dem
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Locke sich für eine Trennung von Staat und Kirche aussprach, und „Essay Concerning Human Understanding“. Im letztgenannten Werk, stellt Locke die Behauptung auf, dass nichts im Verstand wäre, was nicht vorher im Sinne gewesen sei. 1691 zog sich der „immer kränklicher werdende“ (Euchner 1974; S.4) Locke auf den Landsitz von Lady Masham in Oates zurück, um sich seinen Studien zu widmen. Die Idee eines Zinssatzes, der frei von gesetzlichen Regelungen ist und nur durch den freien Markt gebildet wird, legte Locke in seinem 1692 erschienenen Werk „Some Considerations of the Consequences of the Lowering of Interest and Raising the Value of Money“ nieder. 1693 erschien das in England über Jahrhunderte wichtigste Werk über Bildung „Some Thoughts Concerning Education“. In „The Reasonableness of Christianity“ beschrieb Locke 1695 was es bedeutet christlich zu leben. Am 28. Oktober 1704 starb John Locke auf dem Landsitz von Lady Masham. (vgl. Bode 2001 S.23-27 / Euchner I 2007, S.15 / Euchner II 1974 S.1-4 / Pfetsch 2003, S.152-156 / Specht 1989, S. 10- 30)
II. Politische Theorie
1. Mensch im Naturzustand
1.1 Naturzustand
Um die „politische Macht richtig zu verstehen und sie auf ihren Ursprung zurückzuführen“ (Locke 1986, S. 99) entwickelte John Locke den Naturzustand. Dieser Zustand ist das Ergebnis seiner langjährigen Überlegungen über Staatsformen, wobei der Philosoph nicht nur von der theoretischen, sondern auch von der historischen Bedeutung seiner normativen Reflexionen überzeugt ist. Er beschrieb den „state of nature“ als das Zusammenleben der Menschen ohne eine politisch übergeordnete Gewalt. Der Friede in dieser vorstaatlichen Gemeinschaft wurde nur durch die Vernunft jedes einzelnen und das „law of nature“ gesichert (vgl. Sprute 2006, S.202-204).
Kennzeichnend für diesen friedlichen Naturzustand war der Zustand der Gleichheit und Freiheit. Im Gegensatz zu Aristoteles betonte Locke die Gleichheit aller Menschen und die daraus resultierenden Bestimmungen. Von Natur aus gab es keine Rangordnung unter den Menschen und eine Überlegenheit des einen über den anderen war ebenfalls nicht möglich, da alle Menschen von Gott gleich geschaffen wurden. So besaßen alle Menschen annähernd gleiche Fähigkeiten und der Zustand der Gleichheit wurde darüber hinaus zu einem Zustand
Arbeit zitieren:
Julia Müller, 2009, Die Grundprinzipien der politischen Theorie von John Locke, München, GRIN Verlag GmbH
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