Inhaltsverzeichnis
Einf ührung in das Thema 3
1. Was bedeutet teilnehmende Beobachtung? 4
2. Über das Dilemma der Erziehungswissenschaften -
Kindheit verstehen zu wollen 7
3. Ist die teilnehmende Beobachtung eine adäquate
Forschungsmethode zur Erforschung der
Kindesperspektive ? 11
4. Reflexion 14
Literaturverzeichnis 16
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Einführung in das Thema
In dieser Hausarbeit soll hauptsächlich die Fragestellung behandelt werden, ob die teilnehmende Beobachtung in der qualitativen Kindheitsforschung eine bedeutsame Rolle spielt und welche Daten mit dieser Methode der empirischen Feldforschung überhaupt gewonnen werden können.
Nachdem ich zunächst die Frage klären möchte, was teilnehmende Beobachtung überhaupt bedeutet und welche Vor- und Nachteile diese Methode mit sich bringt, werde ich in einem weiteren Abschnitt darauf eingehen, wie das Kind zum Spielball der Erziehungswissenschaft wurde. Weiterführend werde ich mit Hilfe des Buches von Peter Gstettner „Die Eroberung des Kindes durch die Wissenschaft - Aus der Geschichte der Disziplinierung“ und dem Werk von Dudek „Geschichte der Jugend“ die Intention der Erziehungswissenschaftler darstellen, Kindheit verstehen und begreifen zu wollen. Anhand der geschichtlichen und sozialen Veränderungen seit dem 17. Jahrhundert möchte ich in diesem Zusammenhang den Wandel der Kindheitsforschung genauer beschreiben.
Mit Hilfe der Texte von Gerold Scholz „Teilnehmende Beobachtung: eine Methodologie oder eine Methode“ und „Die Konstruktion des Kindes“, sowie einem Text über teilnehmende Beobachtung von Christian Lüders, werde ich mich kritisch mit der Fragestellung dieser Hausarbeit auseinandersetzen. Abschließen werde ich diese Hausarbeit mit einer Schlussreflexion.
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1. Was bedeutet teilnehmende Beobachtung?
In der empirischen Sozialforschung gibt es unterschiedliche
Herangehensweisen. „Die direkte Beobachtung menschlicher Handlungen, sprachlicher Äußerungen, nonverbaler Reaktionen (Mimik, Gestik, Körpersprache) und anderer sozialer Merkmale (Kleidung, Symbole, Gebräuche, Wohnformen, usw.) […]“ liegen dabei im Auge des Betrachters (Diekmann 2006, S. 456). Die Interaktion mit dem Klientel kennzeichnet dabei die Teilnahme des Forschers und lässt diesen durch das unmittelbare Mitwirken detaillierte Perspektiven des Denken und Handelns wahrnehmen. Dennoch besitzt die Distanz zwischen Beobachter und den zu Beobachtenden einen großen Stellenwert, um eine Verzerrung der Wahrnehmung zu unterbinden. Diese könnte durch das so genannte „going-native“ entstehen, wenn der Forscher eine Werteübernahme und damit verbundene Identifikation mit dem Forschungsfeld einnimmt. Gerade bei lang andauernden wissenschaftlichen Studien besteht das Problem, sich an die Forschungsobjekte zu gewöhnen. In diesem Falle ist zunächst alles ungewohnt und unvertraut. Es stellt sich zunächst die Frage, ob der Forscher in der Lage ist, das Gesehene und Gehörte so interpretieren, dass es die subjektiven Deutungen der Betroffenen wiedergibt. Dennoch besteht auch hier die Gefahr, dass man sich mit der untersuchten Gruppe in einer Art und Weise identifiziert, die den geboten Abstand in Frage stellt und dies zu einer Verzerrung der Wahrnehmung führen kann. Aus diesem Grund wird von den meisten Vertretern der qualitativen Sozialforschung verlangt, dass der Forscher darauf zu achten habe, eine kritische Distanz im Sinne der Objektivität nicht zu verlieren.
Eine weitere Gefahr der teilnehmenden Beobachtung ist die Verzerrung durch eigene Wertschätzung und Kenntnisse. Der Forscher vergleicht, in diesem Falle erworbene Ansichten seiner Forschungsklientel, mit seinen eigenen bisher bekannten Verhaltensweisen. „Besonders in fremden Kulturen oder in für den Beobachter fremden Sozialmilieus kann eine Handlung oder ein Symbol eine andere Bedeutung haben als im Kulturkreis des Beobachters. Ist z.B. ein Schlag auf die Schulter eine freundlich-kumpelhafte Begrüßung oder
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eine aggressive Geste? Der Beobachter muss die Bedeutungen von Handlungen, Gesten, Symbolen und anderen sozialen Merkmalen erst erlernen“ (Diekmann 2006, S. 458). Fehlinterpretationen des Forschers müssen vermieden werden. In diesem Falle muss sich der Forschende unentwegt seinen Leitfaden vor Augen halten und sich gleichzeitig die Frage stellen, was er überhaupt beobachten möchte und inwiefern man es überhaupt beobachten kann. Stringente Rahmenbedingungen sind hierbei von Vorteil, um ein eigenes Abschweifen vom eigentlichen Thesenbereich zu vermeiden. Eine teilnehmende Beobachtung kann gleichwohl als offen oder verdeckt erfolgen. Bei der offenen Beobachtung ist den zu Erforschenden die Anwesenheit des Forschers bekannt, bei der verdeckten Beobachtung hingegen soll das Forschungsklientel nichts von der Teilnahme des Beobachters wissen. Beide Verfahren haben ihre Vor- aber auch Nachteile, da zum Beispiel eine Situation durch den Beobachter einer offenen Beobachtung durch sein Mitwirken so beeinflusst werden kann, dass die Untersuchung hinfällig wird. Gerd E. Schäfer beschreibt in seinem Text „Einführung in pädagogisches Wahrnehmen und Denken“, dass „Die Frage, ob […] durch eine teilnehmende Haltung die Situation nicht zu sehr beeinflusst [wird], muss mit der Gegenfrage beantwortet werden, ob sich durch bewusste Distanzierung die Situation nicht ebenso und zudem in pädagogisch unerwünschter Weise verändern würde“ (Schäfer o.J., S.4) Das Problem der verdeckten Beobachtung ist die Geheimhaltung der Ergebnissicherung. Beobachtungssequenzen können demnach erst zu einem späteren Zeitpunkt aufgezeichnet und somit verfälscht werden können, sofern der Beobachter Situationen vertauscht oder wichtige Merkmale vergisst. Diekmann beschreibt, dass „Einige Sozialforscher […] die verdeckte Beobachtung generell als unethisch verurteilt“ haben (Diekmann 2006, S. 471). Wobei man ganz klar unterscheiden muss, ob Personen um der Sensationswillen Schaden zugeführt wird, oder ob es sich andererseits, um einen Einwegsspiegel einer Kinderkrippe handelt, um das Spielverhalten der Kinder zu beobachten.
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Arbeit zitieren:
Dominik Pohl, 2008, Ist die teilnehmende Beobachtung eine adäquate Forschungsmethode zur Erforschung der Kindesperspektive?, München, GRIN Verlag GmbH
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