Inhaltsverzeichnis
Kapitel I: (Drogen-)Substitution
I.I Was ist (Drogen-)Substitution Seite 3
I.II Der Zugang zu Substitutionsprogrammen Seite 3
I.III Wichtige Aspekte innerhalb der Substitutionsprogramme Seite 4
I.IV Während der Substitutionsprogramme Seite 4
I.V Die verwendeten Ersatzstoffe Seite 5
I.V.I Die Vor- und Nachteile von Methadon Seite 6
I.VI Die Rechtsgrundlage für die legale Substitution in Deutschland Seite 7
Kapitel II: Die Heroin-Substitution
II.I Modellprojekt zur heroingestützten Substitution Seite 7
II.II Der Weg zur Regelversorgung Heroinabhängiger Seite 9
Kapitel III: Vorstellung von JES und INDRO
III.I Jes - Junkies Ehemalige Substituierte Seite 11
III.II Indro e.V. Seite 12
III.III Zahlen Seite 13
Kapitel IV: Problembereiche der Substitution
IV.I Jes - Probleme seitens der Patienten Seite 13
IV.II Probleme Seitens der Ärzte Seite 15
IV.III Rechtliche Probleme Seite 16
Literaturverzeichnis Seite 17
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Kapitel I: (Drogen-)Substitution
I.I Was ist (Drogen-)Substitution
Das Wort „Substitution“ hat nicht nur eine Bedeutung. Je nach Kontext steht dieser Begriff für durchaus unterschiedliche Dinge. In der Chemie beispielsweise versteht man unter Substitution das Ersetzen von Atomen, Atomgruppen oder Molekülen. Im mathematischen Bereich findet die Substitution demgegenüber im Zuge der Integralrechnung Anwendung. Unabhängig davon, welchen Kontext man nun genauer betrachtet, Substitution meint in den meisten Fällen das Ersetzen von etwas durch etwas anderes. So auch innerhalb der Drogensubstitution, bei der man versucht die von Opiatabhängigen konsumierten illegalen Drogen im Rahmen so genannter Substitutionsprogramme oder Substitutionstherapien durch legale Ersatzstoffe („Ersatzdrogen“) zu ersetzen. Den Süchtigen soll durch diesen „Austauschprozess“ geholfen werden ihre Abhängigkeit besser kontrollieren zu können und letztendlich den Substanzkonsum gänzlich einzustellen. In diesem Zusammenhang kann durchaus auf die Sphäre der Ethik verwiesen werden, innerhalb derer Substitution die „Hilfe zur Selbsthilfe“ meint.
I.II Der Zugang zu Substitutionsprogrammen
Die Substitutionsprogramme sind lediglich für Opiatabhängige gedacht. Im konkreten Fall werden innerhalb der Substitutionstherapien daher nur Personen mit legalen Ersatzstoffen behandelt, die eine starke Abhängigkeit von Heroin entwickelt haben. Keine Hilfe bietet die Drogenersatztherapie demnach für Alkoholiker oder für Abhängige anderer Substanzen (z.B. Kokain, Amphetamin usw.). Zudem gibt es verschiedene Voraussetzungen bzw. Kriterien, die dringend erfüllt sein müssen, um einer heroinabhängigen Person die Teilnahme an einem Substitutionsprogramm gewähren zu können. So erhalten beispielsweise nur die Opiatabhängigen Zugang zu einer Substitutionstherapie, die nicht „drogenfrei“, also nicht ohne die Verabreichung von Ersatzstoffen, behandelt werden können. Ein Grund, der eine nicht „drogenfreie“ Behandlung nahe legt, ist zum Beispiel die Schwangerschaft einer heroinsüchtigen Konsumentin. Aber auch mehrere fehlgeschlagene „drogenfreie“ Entwöhnungsbehandlungen oder schwere
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Begleiterkrankungen (z.B. HIV, Hepatitis B/C usw.) können als Rechtfertigung zur Teilnahme an einer Drogenersatztherapie herangezogen werden. Bei minderjährigen Heroinkonsumenten und Personen, deren Opiatabhängigkeit weniger als zwei Jahre bestand hat, entscheidet eine Kommission über die Teilnahme an einem Substitutionsprogramm. Spricht sich die Kommission dann für eine Teilnahme aus, wird die Substitutionstherapie schon vorab zeitlich begrenzt und auf das Ziel der vollständigen Abstinenz verpflichtet.
Auch wenn die Aufnahme in Substitutionsprogramme in den letzten Jahren erleichtert worden ist, so sprechen die immer noch strengen Zugangsvorrausetzungen doch eindeutig dafür, dass Substitution erst als ein „letzter Ausweg“ angesehen werden soll. Drogenersatztherapien sollen die Ausnahme bleiben, so die weitläufige Meinung.
I.III Wichtige Aspekte innerhalb der Substitutionsprogramme
Äußerst interessant ist, dass es bei den Substitutionsprogrammen primär um die gesundheitliche und soziale Stabilisierung des Opiatabhängigen geht. Erst in einem zweiten, sekundären Schritt wird die eigentliche Entwöhnung/Abstinenz des Klienten in den Fokus der „Substitutionsarbeit“ gerückt. Anders ist dies lediglich bei minderjährigen Konsumenten und solchen, deren Sucht erst weniger als zwei Jahre andauert (vgl. Kapitel I.II). Dadurch, dass die Substitutionstherapien die Beendigung der Heroinabhängigkeit anfangs eher als ihre periphere Aufgabe ansehen, lässt sich an dieser Stelle ein Zusammenhang zwischen (Drogen-)Substitution und akzeptanzorientierter Drogenarbeit nicht von der Hand weisen, denn auch bei der akzeptierenden Drogenarbeit steht erst einmal nicht die Entwöhnung der Süchtigen im Vordergrund, sondern stattdessen die Verbesserung ihrer Lebenssituation.
I.IV Während der Substitutionsprogramme
Im Verlauf der Substitutionstherapien ist eine enge Zusammenarbeit zwischen dem behandelnden Arzt des „Substituierten“ und einer psychosozialen Beratungsstelle angedacht. Gesetzlich festgelegt ist eine solche Zusammenarbeit jedoch nicht. Lediglich eine Überprüfung, die zeigen soll, ob der Opiatabhängige während seiner
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Drogenersatztherapie auf psychische und soziale Hilfeleistungen angewiesen ist, erscheint von rechtlicher Seite als obligatorisch.
Des Weiteren ist während der Substitutionsprogramme eine zeitliche und vor allem finanzielle Entlastung der heroinabhängigen Konsumenten vorgesehen. Diese so genannte „Entlastung“ findet ihren Niederschlag unter anderem darin, dass die Substituierten nicht für die Kosten ihrer Behandlung aufkommen müssen. Dies ist Aufgabe der gesetzlichen Krankenkassen. Dennoch werden bisher nicht alle finanziellen Belastungen der Therapie übernommen. So müssen die Süchtigen beispielsweise sowohl für die Praxis- als auch für die Rezeptgebühren selbst aufkommen. Dazu im weiteren Verlauf der Ausarbeitung mehr. Durch die finanziellen Entlastungen und die Tatsache, dass die Abhängigen während der Substitutionsprogramme (eigentlich) kein Geld für die illegale Drogenbeschaffung aufbringen müssen, erhofft man sich eine Abkehr der Substituierten von eventuell vorhandener Beschaffungskriminalität und Prostitution. Gleichzeitig sollen die psychosozialen Beratungsstellen die Wiederaufnahme einer Arbeit und sozialer Kontakte außerhalb des Drogenmilieus forcieren.
I.V Die verwendeten Ersatzstoffe
Das nun folgende Teilkapitel soll die im Rahmen einer Drogenersatztherapie zur Anwendung kommenden Ersatzstoffe, die so genannten „Ersatzdrogen“, etwas näher beleuchten. Wichtig ist dabei, dass die legale Verabreichung von Heroin im Kontext von Substitutionsprogrammen hier noch keine Erwähnung finden soll. Mit dieser teils kontrovers diskutierten Thematik wird sich im zweiten Kapitel eingehender zu beschäftigen sein. Die meist verwendeten Ersatzstoffe/“Ersatzdrogen“ innerhalb einer
Substitutionstherapie sind bisher Methadon (Medikament: Racemat, Methaddict), Levomethadon und Buprenorphin (Medikament: Subutex, Suboxone). Diese Ersatzstoffe werden den Opiatabhängigen lediglich oral, entweder durch Tabletten oder Tropfen, verabreicht. Durch eine solche Vorgehensweise soll bei den Substituierten zum einen eine gedankliche Abkehr von der Spritze manifestiert werden, zum anderen können so „übliche“ gesundheitliche Nebenwirkungen des intravenösen Drogenkonsums (Hepatitis B/C, HIV-Infektionen, Blutvergiftungen) vermieden werden. Ein weiterer Vorteil der legalen Ersatzstoffe, auch aus
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Arbeit zitieren:
Dominik Pohl, 2009, Drogensubstitutionsprogramme in der Medizin, München, GRIN Verlag GmbH
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