Betriebswirtschaftliche Aspekte bei der Einführung von Cloud Computing - II Inhaltsverzeichnis
II Inhaltsverzeichnis
II Inhaltsverzeichnis ii
III Abbildungsverzeichnis iv
IV Formelverzeichnis v
V Tabellenverzeichnis vi
VI Abkürzungsverzeichnis vii
VII Glossar viii
1 Einleitung 1
2 Theoretische Grundlagen 2
2.1 IT-Infrastrukturen 2
2.1.1 Definition 2
2.1.2 Historische Entwicklung 3
2.1.3 IT-Infrastruktur-Mix 7
2.2 Cloud Computing 8
2.2.1 Definition 9
2.2.2 Technische Grundlagen und Prinzipien 10
2.2.3 Cloud-Architektur und Cloud-Dienstleistungen 14
2.2.4 Organisatorische Klassifizierungen 18
2.2.5 Cloud Sourcing 20
2.3 Kontinuierliche Verbesserung 24
3 Chancen, Risiken und Herausforderungen bei der Einführung von Cloud Computing25
3.1 Chancen- und Risiken 26
3.1.1 Private Cloud Computing 26
3.1.2 Outsourced Private und Public Cloud Computing 27
3.1.3 Infrastructure as a Service 33
3.1.4 Platform as a Service 34
3.1.5 Software as a Service 34
3.2 Herausforderungen 36
4 Modell zur Einführung von Cloud Computing 38
4.1 Vorbereitungsphase 39
4.1.1 Systemanalyse 39
4.1.2 Identifizierung der Lösungsansätze 41
4.1.3 Auswahl des geeignetesten Lösungsansatzes 43
4.1.3.1 Kostenvergleichsrechnung. 43
4.1.3.2 Analyse der Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken 45
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Betriebswirtschaftliche Aspekte bei der Einführung von Cloud Computing - II Inhaltsverzeichnis
4.1.3.3 Nutzwertanalyse 45
4.1.3.4 Analyse des Nutzen-, Risiko- und Aufwandspotentials 46
4.1.4 Vorbereitung der Umsetzung. 48
4.2 Umsetzungsphase 50
4.3 Betriebsphase 52
4.3.1 Kontinuierliche Verbesserung 52
4.3.2 Cloud Management 54
4.3.3 Support 55
4.3.4 Cloud Controlling 55
5 Fallstudie zur Vorbereitungsphase des Einführungsmodells 57
6 Schlussbetrachtungen 57
VIII Literaturverzeichnis xiv
B ücher xiv
Internet xv
Fachzeitschriften xvii
IX Anlagen xix
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Betriebswirtschaftliche Aspekte bei der Einführung von Cloud Computing - III Abbildungsverzeichnis
III Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die Entwicklung der technischen Infrastrukturen seit den 60er Jahren ... 6
Abbildung 2: IT-Infrastruktur-Mix ................................................................................ 8 Abbildung 3: Zwei Hypervisor-Server, die durch einen Virtual Machine Manager
verwaltet werden .................................................................................... 11 Abbildung 4: Von der Cloud-Architektur zur Cloud-Dienstleistung ........................... 17 Abbildung 5: Sourcing-Optionen für Cloud-Dienstleistungen .................................... 22 Abbildung 6: Überblick über die drei Phasen der Einführung von Cloud Computing 38 Abbildung 7: Make or Buy-Matrix als Entscheidungsgrundlage für Cloud Sourcing-
Optionen ................................................................................................. 43 Abbildung 8: Nutzen-Risiko-Matrix als Entscheidungsgrundlage für Cloud-
Lösungsansätze ...................................................................................... 47 Abbildung 9: Veränderte Nutzen-Risiko-Matrix für ein Risikoempfinden von 0,6 und ein Nutzenempfinden von 0,4 ................................................................ 48 Abbildung 10: Der Ablauf der Umsetzungsphase.......................................................... 50
Betriebswirtschaftliche Aspekte bei der Einführung von Cloud Computing - IV Formelverzeichnis
IV Formelverzeichnis
Formel 2: Formel 3: Formel 4: Formel 5:
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Betriebswirtschaftliche Aspekte bei der Einführung von Cloud Computing - V Tabellenverzeichnis
V Tabellenverzeichnis
Werte für die Teilnutzenbestimmung von SaaS-Lösungen 204 ............... 46 Tabelle 1:
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Betriebswirtschaftliche Aspekte bei der Einführung von Cloud Computing - VI Abkürzungsverzeichnis
VI Abkürzungsverzeichnis
ASP .................... Engl.: application service provider
CIP ..................... Eng.: continuous improvement process
CRM .................. Kundenbeziehungsmanagement
DSL .................... Engl.: digital subscriber line
ERP .................... Engl.: enterprise resource planning
GB ...................... Engl.: Gigabyte
HTTP ................. Engl.: hypertext transfer protocol
HTTPS ............... Engl.: hypertext transfer protocol secure
IaaS .................... Engl.: Infrastructure as a Service
IBM .................... International Business Machines Corporation
IT ....................... Informationstechnik (engl.: information technology)
KVP ................... Kontinuierlicher Verbesserungsprozess
KVM .................. Kontinuierliches Verbesserungsmanagement
LAN ................... Lokales Netzwerk (engl.: local area network)
NIST .................. National Institute of Standards and Technology (USA)
PaaS ................... Engl.: Platform as a Service
PDA ................... Engl.: personal digital assistant
PDCA ................ Engl.: Plan, Do, Check, Act
RFID .................. Engl.: radio-frequency identification
SaaS ................... Engl.: Software as a Service
SAN ................... Engl.: storage area network
SLA .................... Service Level Agreement
SOA ................... Serviceorientierte Architekturen (engl.: service-oriented architecture)
SSD .................... Engl.: solid state disk
StaaS .................. Engl.: Storage as a Service
TB ...................... Engl.:Terabyte
TCO ................... Engl.: Total Cost of Ownership
UML .................. Engl.: Unified Modeling Language
VM ..................... Virtuelle Maschine (engl.: virtual machine)
VMM ................. Engl.: virtual machine manager
VPN ................... Virtuelles privates Netz (engl.: virtual private network)
WSDL ................ Engl.: Web Service Description Language
WSLA ................ Engl.: Web Service Level Agreement
XML .................. Engl.: extensible markup language
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Betriebswirtschaftliche Aspekte bei der Einführung von Cloud Computing - VII Glossar
VII Glossar
Application Service Provider:
Benutzerservice:
Betriebssystemvirtualisierung:
Business Continuity:
Datenintegrität:
Entwicklungsumgebung:
Eine Anwendung zur Entwicklung von Software.
Extensible Markup Language:
1 Alisch, Katrin/Arentzen, Ute/Winter, Eggert (Hrsg.), Gabler Wirtschaftslexikon, Gabler Verlag, Wiesbaden, 16. Aufl. 2004, Band A-Be, S. 143.
2 Vgl. Stahlknecht, Peter/Hasenkamp, Ullrich, Einführung in die Wirtschaftsinformatik, Springer, Berlin und Heidelberg, 11. Aufl. 2005, S. 449.
3 Siehe Krcmar, Helmut, Informationsmanagement, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 5. Aufl. 2010, S. 318 und Shields, Greg, Der schnelle Weg zur Wahl der richtigen Virtualisierungslösung, http://www.parallels.com/r/pdfs/vz/ebook/SGSRVS-DE.pdf (2010-08-03, 17:20 MEZ), S. 5-6.
4 Gabler Verlag (Hrsg.), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Business Continuity, Version 5, http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/business-continuity.html (2011-02-22, 11:53 MEZ).
5 Alisch, Katrin/Arentzen, Ute/Winter, Eggert (Hrsg.), Gabler Wirtschaftslexikon, Gabler Verlag, Wiesbaden, 16. Aufl. 2004, Band Bf-E, S. 653.
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Funktionale Anforderungen:
Hypervisor:
IT-Verteilung:
Konsolidierung von IT-Infrastrukturen:
Nichtfunktionale Anforderungen:
Skalierbarkeit:
6 Sommerville, Ian, Software Engineering, Pearson Studium, München, 8. Aufl. 2007, S. 152.
7 Vgl. Stahlknecht, Peter/Hasenkamp, Ullrich, Einführung in die Wirtschaftsinformatik, Springer, Berlin und Heidelberg, 11. Aufl. 2005, S. 440.
8 Sommerville, Ian, Software Engineering, Pearson Studium, München, 8. Aufl. 2007, S. 152.
9 Vgl. Stanovska-Slabeva, Katarina/Wozniak, Thomas, Cloud Basics An Introduction to Cloud Computing, in: Stanovska-Slabeva, Katarina/Wozniak, Thomas/Ristol, Santi (Hrsg.), Grid and Cloud Computing:
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Betriebswirtschaftliche Aspekte bei der Einführung von Cloud Computing - VII Glossar
Storage Area Network:
Siehe Kapitel 2.2.2, Seite 10.
SOAP:
Software as a Service:
Siehe Kapitel 2.2.3, Seite 17.
Thin Client:
Unified Modeling Language:
Virtuelles privates Netz:
A Business Perspective on Technology and Applications, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Auflage 2010, S. 50.
10 Vgl. Knermann, Christian/Hiebel, Markus/Pflaum, Hartmut/Rettweiler, Manuela/Schröder, Andreas, Studie: Ökologischer Vergleich der Klimarelevanz von PC und Thin Client Arbeitsplatzgeräten 2008, April 2008, http://it.umsicht.fraunhofer.de/TCecology/docs/TCecology2008_de.pdf (2010-07-23 17:35 MEZ), S. 10-11.
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Betriebswirtschaftliche Aspekte bei der Einführung von Cloud Computing - 1 Einleitung
1 Einleitung
Kein anderes Thema der Informationstechnik weckt derzeit so große Erwartungen wie Cloud Computing. Dem aktuellen Hype Cycle for Emerging Technologies des Markt-forschungsunternehmens Gartner zufolge, befindet sich Cloud Computing derzeit auf dem Höhepunkt überzogener Erwartungen. 11 In den Augen von Gartner bedeutet dies, dass Cloud Computing von den Massenmedien stark thematisiert wird, dass nach den Pionieren viele neue Anbieter auf den Markt drängen und dass es bereits erste negative Berichte über das Thema gibt. 12 Bisheriger Höhepunkt dieser Entwicklung war die vor wenigen Tagen Work and Life with the Cloud 13
Für das vergangene Jahr prognostizierte Gartner weltweite Umsätze für Cloud-Dienstleistungen von 68,3 Milliarden US-Dollar. Bis 2014 sollen die Umsätze auf 148,8 Milliarden steigen. 14 Auch dies ist ein Indiz dafür, welche Erwartungen an den Bezug von Dienstleistungen aus der Datenwolke geknüpft werden. Kostensenkungen, keine fixen Kosten, Flexibilität und Konzentration auf die Kernkompetenz eines Unternehmens sind häufige Argumente, die als Vorteile der Cloud vorgetragen werden. Da überrascht es nicht, dass Anbieter die Entscheidung über die Frage des Fremdbezugs von Cloud-Diensten gerne auf einen einfachen Kostenvergleich reduzieren.
Aber dies ist eindeutig zu kurz gedacht, da bei der Entscheidung über Eigen- oder Fremdbetrieb von Cloud-Diensten vielfältigen Risiken und offene Herausforderungen berücksichtigt werden sollten. Falls diese Gefahren im Entscheidungsprozess nicht berücksichtigt werden, so besteht die Gefahr, dass das gewählte Informationssystem rechtliche Anforderungen oder Anforderungen der Anwender nicht erfüllt, was zu Folgekosten führen kann.
Die vorliegende Arbeit hat das Ziel ein Modell für die Einführung von Cloud Computing in Unternehmen und Organisationen zu beschreiben. Cloud-Dienste können dabei sowohl durch unternehmensinternen Eigenbetrieb, als auch durch unternehmensexternen Fremdbetrieb bezogen werden. Zu diesem Zweck werden, nach der Einleitung im ersten Kapitel, im zweiten Kapitel die theoretischen Grundlagen des Themas erläutert. Im dritten Kapitel werden die Chancen, Risiken und Herausforderungen, die bei der Einführung des Cloud Computing zu berücksichtigen sind, als Ergebnis einer Literaturanalyse aufgeführt. Die Inhalte dieses Kapitels bilden die Grundlage für ein Modell zur Einführung von Cloud Computing, das in Kapitel vier beschrieben wird. Ihren Ab- 11 Vgl. Fenn,Jackie, Hype Cycle - for Emerging Technologies, 2010, August 2010, http://www.gartnerinsight.com/download/HypeCycle_EmergingTechnologies2010.pdf (2011-01-31, 10:04 MEZ), S. 3-4.
12 Vgl. Fenn, Jackie/Gammage, Brian/Raskino, Mark, Gartner's Hype Cycle Special Report for 2010, August 2010,
http://www.gartner.com/resources/205800/205839/gartners_hype_cycle_special__205839.pdf (2010-11-04, 11:05 MEZ), S. 4.
13 Siehe Deutsche Messe AG (Hrsg.), Top-Thema der CeBIT 2011: "Work and Life with the Cloud", ohne Datum, http://www.cebit.de/de/ueber-die-messe/daten-und-fakten/die-cebit-2011/cloud-computing-topthema (2011-03-05, 15:19 MEZ).
14 Vgl. Gartner, Inc (Hrsg.), Gartner Says Worldwide Cloud Services Market to Surpass $68 Billion in 2010, Juni 2010, http://www.gartner.com/it/page.jsp?id=1389313 (2010-08-17, 15:31 MEZ).
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Betriebswirtschaftliche Aspekte bei der Einführung von Cloud Computing - 2 Theoretische Grundlagen
schluss findet die vorliegende Arbeit in Kapitel fünf, in dem die Vorbereitungsphase dieses Modells anhand einer Fallstudie getestet wird.
Auch soll die Arbeit die Hypothese überprüfen, ob in den nächsten Jahren traditionelle Informationssysteme weitgehend durch Public Cloud-Dienste ersetzt werden.
Zum Thema Cloud Computing gab es gerade im vergangenen Jahr vielfältige Publikationen. Meistens betrachten diese aber eher technische und weniger betriebswirtschaftliche Aspekte. Mit dem Thema der Einführung von Cloud Computing selbst beschäftigten sich dabei nur wenige Publikationen. 15 Es ist davon auszugehen, dass die Forschung den Bereich des Cloud Computing noch nicht umfassend wissenschaftlich erschlossen hat.
Die Grundlage für diese Arbeit bildet das Studium von aktueller, wissenschaftlicher Literatur (Bücher, Fachzeitschriften, Tagungsbände und Internetquellen). Sie werden durch eigene Erkenntnisse und Erfahrungen ergänzt.
2 Theoretische Grundlagen
Im folgenden Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der vorliegenden Arbeit erläutert. Dabei wird zuerst auf die Themenbereiche IT-Infrastrukturen und später auf Cloud Computing und den kontinuierlichen Verbesserungsprozess eingegangen.
2.1 IT-Infrastrukturen
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Einführung von Cloud Computing-Diensten in den IT-Infrastrukturen von Unternehmen und anderen Organisationen. Aus diesem Grund wird in den folgenden Kapiteln zuerst der Begriff der IT-Infrastruktur definiert. Später wird die historische Entwicklung von IT-Infrastrukturen dargestellt und schließlich die Darstellungs- und Dokumentationsform des IT-Infrastruktur-Mix vorgestellt.
2.1.1 Definition
In der Literatur besteht Einigkeit darüber, dass IT-Infrastrukturen aus Hard- und Software zur Verarbeitung, Speicherung und Kommunikation bestehen. 16 Krcmar und Rudolph bezeichnen Hard- und Software als die technische Infrastruktur. 17
15 Vor allem Henneberger, Matthias/Strebel, Jörg/Garzotto, Fabio, Ein Entscheidungsmodell für den Einsatz von Cloud Computing im Unternehmen, in: HMD - Praxis der Wirtschaftsinformatik, Oktober 2010, Heft 275, S. 76-84 und Stanovska-Slabeva, Katarina/Wozniak, Thomas/Hoyer, Volker, Practical Guidelines for Evolving IT Infrastructure towards Grids and Clouds, in: Stanovska-Slabeva, Katarina/Wozniak, Thomas/Ristol, Santi (Hrsg.), Grid and Cloud Computing: A Business Perspective on Technology and Applications, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Aufl. 2010, S. 225-243.
16 Vgl. Krcmar, Helmut, Informationsmanagement, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 5. Aufl. 2010, S. 272, Rudolph, Simone, Servicebasierte Planung und Steuerung der IT-Infrastruktur im Mittel-stand: Ein Modellansatz zur Struktur der IT-Leistungserbringung, Gabler, Wiesbaden, 1. Aufl. 2009, S. 13-14 und Laudon, Kenneth C./Laudon, Jane P./Schoder, Detlef, Wirtschaftsinformatik: Eine Einführung, Pearson Studium, München, 2. Aufl. 2010, S.211-212
17 Vgl. Krcmar, Helmut, Informationsmanagement, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 5. Aufl. 2010, S. 272 und Rudolph, Simone, Servicebasierte Planung und Steuerung der IT-Infrastruktur im Mit-telstand: Ein Modellansatz zur Struktur der IT-Leistungserbringung, Gabler, Wiesbaden, 1. Aufl. 2009, S. 13-14.
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Betriebswirtschaftliche Aspekte bei der Einführung von Cloud Computing - 2 Theoretische Grundlagen
Nach Rudolf wird diese engere Definition von einigen Autoren um Humanressourcen und Dienstleistungen, die zur Installation und Nutzung der technischen Infrastruktur benötigt werden, ergänzt. 18 Krcmar und Rudolf bezeichnen diese als die organisatorische Infrastruktur. Darüber hinausgehend unterteilen sie die organisatorische Infrastruktur aus der Beschaffungssicht in Humanressourcen (Eigenherstellung) und Dienstleistungen (Fremdbezug). 19 Laudon et al. hingegen unterscheiden zwischen komplementären Investitionen in die technische Infrastruktur (z.B. Beratung und Schulung) und budgetierten Dienstleistungen, die personelle und technische Ressourcen umfassen. 20 Allerdings ist in Bezug auf diese Sichtweise anzumerken, dass Cloud Computing-Dienstleistungen sowohl in Eigenherstellung als auch im Fremdbezug genutzt werden können. Auch erscheint eine Unterscheidung in komplementäre Investitionen und budgetierte Dienstleistungen im Zusammenhang mit Cloud Computing wenig sinnvoll. In der folgenden Arbeit wird der Begriff der organisatorischen Infrastruktur, ausgehend von den Definitionen nach Krcmar und Rudolf, verwandt. Allerdings wird die organisa-torische Infrastruktur neben dem Aspekt der IT-Dienstleistungen (der sowohl Eigenherstellung als auch Fremdbezug beinhaltet) um den Aspekt der Organisation ergänzt. Denn gerade im Zusammenhang mit Veränderungen der IT-Infrastruktur fällt dem Change Management und der Organisation der IT heute eine immer wichtigere Rolle zu. Die verwendete Definition lautet daher: IT-Infrastrukturen bestehen aus Hardware und Software (technische Infrastruktur) sowie aus IT-Dienstleistungen und der IT-Organisation (organisatorische Infrastruktur). Zu den IT-Dienstleistungen zählen z.B. Systementwicklung, Telekommunikation, Leasing, IT-Controlling, Qualitätsmanagement und Benutzerservice. Sie können sowohl organisationsintern hergestellt, als auch von anderen Unternehmen bezogen werden. Als IT-Organisation werden alle organisa-torischen Aspekte bezeichnet, die einen Bezug mit der IT haben (z.B. die Aufbauorganisation der Abteilungen mit IT-Bezug, Change Management, IT-Verteilung und Berechtigungen).
2.1.2 Historische Entwicklung
IT-Infrastrukturen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich weiterentwickelt. Ein Grund hierfür ist der technische Fortschritt, der durch die beständige Steigerung der Leistungsfähigkeit von Mikrochips bei gleichzeitig fallender Fertigungsgröße solcher Bauteile erzielt wird. 21 Als einen anderen Grund nennen Stanovska-Slabeva und Wozniak die Anforderungen der Flexibilität, der Globalisierung (z.B. Anbindung
18 Vgl. Rudolph, Simone, Servicebasierte Planung und Steuerung der IT-Infrastruktur im Mittelstand: Ein Modellansatz zur Struktur der IT-Leistungserbringung, Gabler, Wiesbaden, 1. Aufl. 2009, S. 13-14. Siehe auch Krcmar, Helmut, Informationsmanagement, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 5. Aufl. 2010, S. 272 und Laudon, Kenneth C./Laudon, Jane P./Schoder, Detlef, Wirtschaftsinformatik: Eine Einführung, Pearson Studium, München, 2. Aufl. 2010, S.211-212.
19 Vgl. Krcmar, Helmut, Informationsmanagement, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 5. Aufl. 2010, S. 272 und Rudolph, Simone, Servicebasierte Planung und Steuerung der IT-Infrastruktur im Mit-telstand: Ein Modellansatz zur Struktur der IT-Leistungserbringung, Gabler, Wiesbaden, 1. Aufl. 2009, S. 13-14.
20 Vgl. Laudon, Kenneth C./Laudon, Jane P./Schoder, Detlef, Wirtschaftsinformatik: Eine Einführung, Pearson Studium, München, 2. Aufl. 2010, S.211-212.
21 Siehe Moore, Gordon E., Cramming More Components onto Integrated Circuits, in: Electronics, Band 38, 19. April 1965, Heft 8, S. 114-117 und Krcmar, Helmut, Informationsmanagement, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 5. Aufl. 2010, S. 313-314.
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Betriebswirtschaftliche Aspekte bei der Einführung von Cloud Computing - 2 Theoretische Grundlagen
von entfernten Unternehmensteilen an die IT-Infrastruktur der Unternehmenszentrale) und der Mobilität (z.B. Anbindung von Außendienstmitarbeitern oder Einsatz von RFID-Tags und -Readern), welche die Unternehmensleitung an die IT-Infrastrukturen stellen. Diese führen zu einer zunehmenden Dezentralisierung und Mobilität der IT-Infrastrukturen. 22
In der historischen Entwicklung von IT-Infrastrukturen kann man in vier verschiedene Phasen unterteilen:
Mainframe-Zeitalter: In den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, bestanden die technischen Infrastrukturen aus Großrechnern (engl. Mainframes) und aus mit ihnen vernetzten Terminals. Computerarbeitsplätze waren damals noch selten.
PC-Zeitalter: In den 80er Jahren wurden die Terminals durch PCs ersetzt. Großrechner übernahmen zunehmend Aufgaben als Server. In vielen mittelständischen Unternehmen und Großunternehmen sind sie noch heute im Einsatz. 23 Internet-Zeitalter: Spätestens mit dem Beginn des Internet-Zeitalters in den frühen 90er Jahren hat die Anzahl der Computerarbeitsplätze sprunghaft zugenommen. Als Beleg hierfür kann angeführt werden, dass die Anzahl der direkt an das Internet an-gebundenen Rechner zwischen Oktober 1989 und Januar 2000 von ca. 159.000 auf 109.574.000 angestiegen ist. 24 In diesem Zeitraum wurden die technischen Infrastrukturen auch durch viele Server auf PC-Basis ergänzt, die z.B. als Web-, Mail-oder CRM-Server neue Aufgaben übernahmen. 25
Mobilitäts- und IT-Industrialisierungs-Zeitalter: Seit Mitte der 2000er Jahre kann man einen Trend zur Industrialisierung der IT-Infrastrukturen erkennen. Damit ist gemeint, dass sich IT-Produzenten und IT-Dienstleister zunehmend der Methoden der modernen Produktion bedienen. Gabriel et al. sehen als Gründe hierfür die Globalisierung und Marktsättigungen. 26 Diesen Herausforderungen begegnen die Unternehmen, in dem sie ihre Produkte und Dienstleistungen zunehmend schneller und günstiger produzieren. Neben der Industrialisierung von Hard- und Software erken-
22 Vgl. Stanovska-Slabeva,Katarina/Wozniak, Thomas, Introduction: Business and Technological Drivers of Grid Computing, in: Stanovska-Slabeva, Katarina/Wozniak, Thomas/Ristol, Santi (Hrsg.), Grid and Cloud Computing: A Business Perspective on Technology and Applications, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Aufl. 2010, S. 5-7.
23 Siehe Eddolls, Trevor, life begins at 45, in: Engineering & Technology, Band 4, 21.November -4.Dezember 2009, Heft 20, S.58-59.
24 Vgl. Internet Systems Consortium (Hrsg.), Internet host count history: Number of Internet Hosts, https://www.isc.org/solutions/survey/history (2010-07-27, 12:16 MEZ).
25 Siehe dazu auch Hughes, Jeffrey/Kaplan, James, Where IT infrastructure and business strategy meet, Mai 2009, The scale of corporate IT infrastructure,
http://www.mckinseyquarterly.com/Where_IT_infrastructure_and_business_strategy_meet_2352 (2010-08-16, 17:07 MEZ), Winter, Markus, Data Center Consolidation: A Step towards Infrastructure Clouds, in: Jaatun, Martin Gilje/Zhao, Gansen/Rong, Chunming (Hrsg.), Cloud Computing: First International Conference, CloudCom 2009 Beijing, China, December 2009 Proceedings, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Aufl. 2009, S. 190.
26 Gabriel, Roland/Gersch, Martin/Weber, Peter, Leistungstiefenentscheidung und IT-Sourcing - Veränderte Herausforderungen des Strategischen Informationsmanagements, in: Keuper, Frank/Wagner, Bernd/Wysuwa, Hans-Dieter (Hrsg.), Managed Services: IT-Sourcing der nächsten Generation, Gabler, Wiesbaden, 1. Aufl. 2009, S. 42.
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Betriebswirtschaftliche Aspekte bei der Einführung von Cloud Computing - 2 Theoretische Grundlagen
nen Walter et al. auch einen Trend hin zu standardisierten IT-Dienstleistungen, sowie zu automatisierten und teilweise standardisierten IT-Prozessen. 27 Als Faktoren für die Industrialisierung der IT beschreiben sie
o die Standardisierung von Produkten und Spezialisierung von Anbietern, welche die Massenproduktion von IT-Dienstleistungen ermöglichen,
o Preissenkungen infolge der Massenproduktion standardisierter Produkte und Leistungen,
o Prozessstandardisierungen bei der Herstellung von Produkten und Leistungen vereinfachen das Auslagern (Outsourcing) derselben,
o Verbesserung der Zusammenarbeit mit externen Partnern und der Qualitätssicherung von ausgelagerten Dienstleistungen und
o veränderte Anforderungen an Kenntnisse und Fähigkeiten des Personals,
Einen ähnlichen Ansatz verfolgen Schomann und Röder, die Standardisierung, kontinuierliche Verbesserung, Modularisierung und Konzentration auf die Kernkompetenzen als die Prinzipien der IT-Industrialisierung ansehen. 29 Neben der Industrialisierung setzte, nachdem die technischen Infrastrukturen in den 90er Jahre rasant angewachsen waren, in den vergangenen Jahren ein Trend zu ihrer Konsolidierung ein. Gleichzeitig wurden die Infrastrukturen durch mobile Geräte, wie PDAs, Smartphones und RFID-Reader, ergänzt.
Abbildung 1 zeigt diese Entwicklung der technischen Infrastrukturen, die prägenden Elemente der jeweiligen Zeitalter und die zunehmende Dezentralisierung und Mobilität der Infrastrukturen.
27 Vgl. Walter, Sven Markus/Böhmann, Tilo/Krcmar, Helmut, Industrialisierung der IT Grundlagen, Merkmale und Ausprägungen eines Trends, in: HMD - Praxis der Wirtschaftsinformatik, August 2007, Heft 256, S. 6-15. Siehe auch die Definition des Begriffes Industrialisierung der IT in von Jouanne-Diedrich, Holger/Zarnekow, Rüdiger/Brenner, Walter, Industrialisierung des IT-Sourcings, in: HMD -Praxis der Wirtschaftsinformatik, Oktober 2005, Heft 245, S. 18.
28 Vgl. Walter, Sven Markus/Böhmann, Tilo/Krcmar, Helmut, Industrialisierung der IT Grundlagen, Merkmale und Ausprägungen eines Trends, in: HMD - Praxis der Wirtschaftsinformatik, August 2007, Heft 256, S. 12-14.
29 Vgl. Schomann, Marc/Röder, Stefan, Chancen und Grenzen der Industrialisierung von IT-Services, in: Keuper, Frank/Wagner, Bernd/Wysuwa, Hans-Dieter (Hrsg.), Managed Services: IT-Sourcing der nächsten Generation, Gabler, Wiesbaden, 1. Aufl. 2009, S. 72-77.
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Betriebswirtschaftliche Aspekte bei der Einführung von Cloud Computing - 2 Theoretische Grundlagen
Abbildung 1: Die Entwicklung der technischen Infrastrukturen seit den 60er Jahren 30
Allerdings werden die für die einzelnen Epochen charakteristischen Techniken auch über ihre eigentliche Epoche hinaus verwendet. 31 So dienen Großrechner heute beispielsweise als Webserver für große Websites und als Server für Anwendungen mit großen Hardwareanforderungen. 32 Der erste Hypervisor wurde ungefähr im Jahr 1965 von IBM entwickelt, weil man die physikalischen Ressourcen eines Großrechners auf mehrere virtuelle Maschinen aufteilen wollte. 33 Moderne Hypervisoren dienen auch heute noch dem gleichen Zweck. Aber auch Thin Clients sind im Grunde eine modernisierte Form der Terminals des Mainframe-Zeitalters.
Zusammenfassend kann man daher feststellen, dass gängige Techniken in IT-Infrastrukturen nicht automatisch durch neue Techniken ersetzt werden. Stattdessen verdrängen die neuen Techniken ihre Vorgänger nur teilweise, so dass oft auch die alten Techniken weitergenutzt werden. Berg stellt hierzu fest, dass in der Vergangenheit jede neue Technik den Horizont der IT-Infrastrukturen erweitert hätte. Die Koexistenz verschiedener Systeme sei der Ausdruck von Stärken und Schwächen des jeweiligen Systems, da Unternehmen die Lösungen einsetzen, die zu ihren Anforderungen am besten
30 Eigene Darstellung.
31 Vgl. Laudon, Kenneth C./Laudon, Jane P./Schoder, Detlef, Wirtschaftsinformatik: Eine Einführung, Pearson Studium, München, 2. Aufl. 2010, S. 212-213.
32 Vgl. Laudon, Kenneth C./Laudon, Jane P./Schoder, Detlef, Wirtschaftsinformatik: Eine Einführung, Pearson Studium, München, 2. Aufl. 2010, S. 213 und Eddolls, Trevor, life begins at 45, in: Engineering & Technology, Band 4, 21.November - 4.Dezember 2009, Heft 20, S.59.
33 Vgl. Smith, James E./Nair, Ravi, Virtual Machines: Versatile platforms for systems and processes, Morgan Kaufmann Publishers, San Francisco, 1. Aufl. 2005, S. 381.
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Betriebswirtschaftliche Aspekte bei der Einführung von Cloud Computing - 2 Theoretische Grundlagen
passen. 34 Daher kann man davon ausgehen, dass auch Cloud Computing die bisherigen Techniken der IT-Infrastrukturen nicht vollständig verdrängen wird und dass die technischen Infrastrukturen der Zukunft aus einer Mischung von alten und neuen Techniken bestehen werden. 35
2.1.3 IT-Infrastruktur-Mix
Ausgehend von der Definition von IT-Infrastrukturen (siehe Kapitel 2.1.1, S. 3) wird im Folgenden ein Modell dargestellt, mit dem IT-Infrastrukturen beschrieben werden können. Dieses Modell eines IT-Infrastruktur-Mix soll es ermöglichen IT-Infrastrukturen systematisch zu dokumentieren und zu planen, aber sie auch weiterzuentwickeln.
Das Modell besteht aus den vier Dimensionen Hardware, Software, IT-Dienstleistungen und IT-Organisation. In den Dimensionen Hardware und Software dokumentiert man damit die einzelnen Komponenten der technischen Infrastruktur. In der Dimension der IT-Dienstleistungen beschreibt man alle Dienstleistungen, die mit der IT im Zusammenhang stehen, unabhängig davon, ob sie in Eigenherstellung oder Fremdbezug bezogen wurden. Die organisatorischen Elemente, die notwendig sind um IT-Infrastrukturen zu entwickeln, einzuführen und zu betreiben, stellt man in der Dimension IT-Organisation dar. Elemente, die Funktionen verschiedener Dimensionen haben (z.B. SaaS als Dienstleistungsangebot für Software), können auch mehreren Dimensionen zugeordnet werden.
Abbildung 2 zeigt den IT-Infrastruktur-Mix als grafische Darstellung mit beispielhaften Elementen.
34 Vgl. Berg, Achim, Auf Wolke 7 Microsoft Windows Azure, in: Benlian, Alexander/Hess, Thomas/Buxmann, Peter (Hrsg.), Software-as-a-Service: Anbieterstrategien, Kundenbedürfnisse und Wertschöpfungsstrukturen, Gabler Verlag, Wiesbaden, 1. Aufl. 2010, S.127.
35 Siehe hierzu auch Begnum, Kyrre/Lartey, Nii Apleh/Xing, Lu, Cloud-Oriented Virtual Machine Management with MLM, in: Jaatun, Martin Gilje/Zhao, Gansen/Rong, Chunming (Hrsg.), Cloud Computing: First International Conference, CloudCom 2009 Beijing, China, December 2009 Proceedings, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Aufl. 2009, S. 267; zur Frage, ob das SaaS-Modell herkömmliche Software ersetzen wird, siehe Benlian, Alexander/Hess, Thomas, Chancen und Risiken des Einsatzes von SaaS Die Sicht der Anwender, in: Benlian, Alexander/Hess, Thomas/Buxmann, Peter (Hrsg.), Software-as-a-Service: Anbieterstrategien, Kundenbedürfnisse und Wertschöpfungsstrukturen, Gabler Verlag, Wiesbaden, 1. Aufl. 2010, S.186 und Weiner, Nico, Geschäftsmodelle im Internet der Dienste: Trends und Entwicklungen auf dem deutschen IT-Markt, 2010, http://s3.amazonaws.com/ppt-download/geschaeftsmodelleiminternetderdienste-trendsundentw-100721021447-phpapp01.pdf?Signature=Ys%2FH8lxNxPZq9Zb30CPYm6Gx3Ks%3D&Expires=1279794301&AWSA AWSAccessK=AKIAJLJT267DEGKZDHEQ (2010-07-20, 12:23 MEZ), Folie 13.
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Betriebswirtschaftliche Aspekte bei der Einführung von Cloud Computing - 2 Theoretische Grundlagen
Abbildung 2: IT-Infrastruktur-Mix 36
2.2 Cloud Computing
Cloud Computing ist ein relativ neues Dienstleistungskonzept der IT. Nach Chang et al. entstand der Begriff der Cloud allerdings bereits in den frühen Tagen des Internets. Damals wurde das Internet mit einer Wolke verglichen, die ihre komplexen internen Vorgänge vor dem Anwender verbarg. Für den Anwender war es demnach unerheblich auf welchen Wegen sich seine Daten durch das Netz bewegten und wie sie verarbeitet wurden. 37 Auch für die heutigen Anwender von Cloud Computing ist es nicht wichtig, an welcher Stelle ihre Daten verarbeitet werden, solange sie verarbeitet werden. Cloud Computing wird häufig auch mit den Anfängen des Stromnetzes verglichen: Damals
36 Eigene Darstellung.
37 Vgl. Chang, William Y./Abu-Amara, Hosame/Sanford, Jessica Feng, Transforming Enterprise Cloud Services, Springer-Verlag, Dordrecht, Heidelberg, London und New York, 1. Auflage 2010, S. 16.
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hörten Unternehmen, auf ihren eigenen Strom zu produzieren und ließen sich stattdessen an das Stromnetz anschließen. 38
Erstmalig gebraucht wurde der Begriff Cloud Computing nach Qian et al. durch
2006. 39
In den folgenden Kapiteln soll zuerst der Begriff des Cloud Computing definiert werden. Danach werden die technischen Grundlagen, Prinzipien und Klassifizierungen erläutert, bevor die verschiedenen Beschaffungs-Optionen von Cloud-Dienstleistungen aufgezeigt werden.
2.2.1 Definition
Der Begriff des Cloud Computing wird von verschiedenen Autoren unterschiedlich interpretiert. Die Tabelle in Anlage 1 gibt einen Überblick über 15 ausgewählte Definitionen deutschsprachiger und internationaler Autoren. In der Tabelle von Anlage 2 werden diese Definitionen nach der Häufigkeit der Nennungen ihrer wichtigsten Merkmale ausgewertet.
Die Analyse bestätigt die Hypothese, dass der Begriff des Cloud Computing in der Literatur sehr unterschiedlich definiert wird. Uneinigkeit besteht vor allem über die Frage, ob Private Cloud Computing (siehe Kapitel 2.2.4, S. 18) eine Art des Cloud Computing ist, beziehungsweise ob Cloud Computing-Dienste ausschließlich über das Internet bezogen werden können (siehe Anlage 2 Bezug ausschließlich über Internet / OutsourcingnehmerService Level Agreement (SLA) für definitionswürdig (siehe Anlage 2Service Level Agreement (SLA)ünde hierfür könnten die technische Orientierung der Definitionen und die Tatsache sein, dass SLAs für Internetdienstleistungen als eine rechtliche Selbstverständlichkeit angesehen werden.
Um in dieser Arbeit eine allgemein anerkannte Definition für Cloud Computing zu verwenden, wurden alle Merkmale von Anlage 2 die mindestens neun Mal genannt wurden ausgewählt. Neun Nennungen entsprechen in dieser Analyse einer Häufigkeit von 60%.
Der Vollständigkeit halber wurden diese Merkmale noch um das Merkmal der Entwick-lungsplattform ergänzt. Möglicherweise zählen einigen Autoren der ausgewählten Definitionen die Entwicklungsplattform zum Begriff Software hinzu und erwähnen ihn deshalb nicht noch einmal ausdrücklich. Da es sich bei Platform as a Service aber um eins der drei Dienstleistungsmodelle (siehe Kapitel 2.2.3, S. 14) des Cloud Computings handelt, sollte dieses Merkmal auch Teil der Definition sein, obwohl es nur sechs Mal ge- 38 Vgl. Chang,William Y./Abu-Amara, Hosame/Sanford, Jessica Feng, Transforming Enterprise Cloud Services, Springer-Verlag, Dordrecht, Heidelberg, London und New York, 1. Auflage 2010, S. 16.
39 Vgl. Qian, Ling/Luo, Zhiguo/Du, Yujian/Guo, Leitao, Cloud Computing: An Overview, in: Jaatun, Martin Gilje/Zhao, Gansen/Rong, Chunming (Hrsg.), Cloud Computing: First International Conference, CloudCom 2009 Beijing, China, December 2009 Proceedings, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Aufl. 2009, S. 627; siehe auch Bogatin, Donna, Google CEO's new paradigm: 'cloud computing and advertising go hand-in-hand', August 2006, http://www.zdnet.com/blog/micro-markets/google-ceos-new-paradigm-cloud-computing-and-advertising-go-hand-in-hand/369 (2011-02-09, 11:43 MEZ).
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nannt wurde. Ausgehend von den oben genannten Erkenntnissen wird in der vorliegenden Arbeit die folgende Definition benutzt:
Cloud Computing ist ein Konzept der Informationstechnik bei dem Hardware-Infrastrukturen, Plattformen und Software als bedarfsgerechte Dienstleistungen über ein Netzwerk bezogen werden. Die Abrechnung dieser Cloud-Dienstleistungen erfolgt verbrauchsabhängig.
2.2.2 Technische Grundlagen und Prinzipien
Im Folgenden werden die technischen Grundlagen dargestellt, die für Cloud Computing benötigt werden:
40 Dabei können auf einer
realen Ressource mehrere virtuelle Ressourcen betrieben werden. 41 Reale Ressourcen sind in der Praxis meistens nicht ausgelastet. Unternehmensberatungen schätzen beispielsweise, dass Server üblicherweise nur zu 15 bis 20 Prozent ausgelastet sind. Durch die Virtualisierung von Servern kann die Anzahl der Server eines Unternehmens um 30 bis 50 Prozent oder mehr gesenkt werden. Dies führt zu geringeren Investitionen sowie Personal- und Betriebskosten. 42
Aber auch durch die Verwendung der im Folgenden dargestellten Techniken wird die Wartung vereinfacht, was zu niedrigeren Betriebskosten führt. Für den Einsatz von Cloud Computing können die folgenden Virtualisierungs-Techniken eingesetzt werden:
o Blade-Server: Ein Blade (engl. Klinge, Propellerblatt oder Ruderblatt) ist die
o
Storage Area Networks: Storage Area Networks (SANs) werden seit den späten 90er Jahren verbreitet als Datenspeicher eingesetzt.
44
Dabei werden
o
Virtualisierung von Servern: Man kann zwischen zwei Arten von Virtualisie-
40 Vgl. Krcmar,Helmut, Informationsmanagement, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 5. Aufl. 2010, S. 317 (im Original teilweise kursiv).
41 Siehe auch Laudon, Kenneth C./Laudon, Jane P./Schoder, Detlef, Wirtschaftsinformatik: Eine Einführung, Pearson Studium, München, 2. Aufl. 2010, S. 240.
42 Vgl. Vogels, Werner, Beyond Server Consolidation, in: Queue, Band 6, Januar/Februar 2008, Heft 1, S. 21-22.
43 Vgl. Hewlett-Packard Development Company L.P., What is a Blade - BladeSystem?, Just what is a Blade?, http://h18004.www1.hp.com/products/blades/info/what-is-a-blade.html (2010-07-29, 11:22 MEZ).
44 Vgl. Goldworm, Barb/Skamarock, Anne, Blade Servers and Virtualization: Transforming Enterprise Computing while Cutting Costs, Wiley Publishing, Indianapolis, 1. Aufl. 2007, S. 87.
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Abbildung 3: Zwei Hypervisor-Server, die durch einen Virtual Machine Manager verwaltet werden 47
Mandantenfähigkeit: Mandantenfähigkeit (engl.: multitenancy) wird als das Prinzip einer Softwarearchitektur definiert, bei der ein System gleichzeitig von mehreren Anwendern und Kunden genutzt werden kann. Diese können das System dabei so nach ihren Bedarf konfigurieren, so dass es den Anschein eines individuellen Systems erweckt. Dabei muss der Dienstanbieter sicherstellen, dass alle kundenspezifi-
45 Siehe MicrosoftCorporation, Microsoft System Center Virtual Machine Manger 2008 R2, 2009, http://download.microsoft.com/download/A/8/1/A8170460-29E4-4DFC-AF4D-065B7E5150C6/Datenblatt_VMM_2008_R2_de.pdf (2010-08-03, 12:55 MEZ), S.1, Red Hat, Inc., Virtual Machine Manager, Manage virtual machines, http://virt-manager.org/ (2010-08-03, 13:09 MEZ) und Sotomayor, Borja/Montero, Rubén S./Llorente, Ignacio M./Foster, Ian, Virtual Infrastructure Management in Private and Hybrid Clouds, in: IEEE Internet Computing, Band 3, September und Oktober 2009, Heft 5, S. 14-18.
46 Siehe Van Cleeff, André/Pieters, Wolter/Wieringa, Roel, Security Implications of Virtualization: A Literature Study, in: 2009 International Conference on Computational Science and Engineering, 3. Band, Oktober 2009, S. 353.
47 Eigene Darstellung.
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schen Daten und Konfigurationen nicht an andere Kunden weitergegeben werden oder von diesen einsehbar sind. Deshalb ist es notwendig die Daten jedes Kunden separat zu speichern. 48 Weil durch Mandantenfähigkeit eine bessere Auslastung der Hardware und eine vereinfachte, zentrale Wartung ermöglicht werden 49 , wird sie vor allem bei PaaS und SaaS eingesetzt. Nach Bandulet ist Mandantenfähigkeit allerdings kein notwendiges Merkmal von SaaS 50 , wobei selbiges dann auch für PaaS gilt. Allerdings ermöglicht Mandantenfähigkeit das Hard- und Software von verschiedenen Anwendern gleichzeitig genutzt werden kann, wodurch die Anbieter Skalenerträge erzielen können. 51
verwendbare Softwarekomponente, die skalierbare Funktionen kapselt, welche verteilt sein können und per Programm erreichbar sind. Ein Webdienst ist ein Dienst, der sich über übliche Internet- und XML- 52 Die
W3C definiert sie als eine Softwareanwendung, die mit anderen Maschinen über ein Netzwerk kommuniziert. Webdienste haben Schnittstellen, die in einem Format beschrieben sind, das von Maschinen verarbeitet werden kann. Andere Dienste kommunizieren mit ihnen durch SOAP-Nachrichten, welche über das HTTP übermittelt werden. 53 Webdienste bilden die Grundlage für Serviceorientierte Architekturen. Serviceorientierte Architekturen (SOA): In der Literatur werden SOA als mehrere voneinander unabhängige Dienste (Webdienste) beschrieben, die plattform- und programmiersprachenunabhängig miteinander Daten austauschen (z.B. über WSDL
48 Siehe Bezemer, Cor-Paul/Zaidman, Andy, Multi-Tenant SaaS Applications: Maintenance Dream or Nightmare?, in: Association for Computing Machinery (Hrsg.), Proceedings of the Joint ERCIM Workshop on Software Evolution (EVOL) and International Workshop on Principles of Software Evolution (IWPSE): IWPSE EVOL 2010, Association for Computing Machinery, New York, 1. Aufl. 2010, S. 88-90 und Krcmar, Helmut, Informationsmanagement, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 5. Aufl. 2010, S. 701.
49 Vgl. Bezemer, Cor-Paul/Zaidman, Andy, Multi-Tenant SaaS Applications: Maintenance Dream or Nightmare?, in: Association for Computing Machinery (Hrsg.), Proceedings of the Joint ERCIM Workshop on Software Evolution (EVOL) and International Workshop on Principles of Software Evolution (IWPSE): IWPSE EVOL 2010, Association for Computing Machinery, New York, 1. Aufl. 2010, S. 89-90.
50 Vgl. Bandulet, Friedrich/Faisst, Wolfgang/Eggs, Holger/Otyepka, Sarah/Wenzel, Stefan, Software-asa-Service as Disruptive Innovation in the Enterprise Application Market, in: Benlian, Alexander/Hess, Thomas/Buxmann, Peter (Hrsg.), Software-as-a-Service: Anbieterstrategien, Kundenbedürfnisse und Wertschöpfungsstrukturen, Gabler Verlag, Wiesbaden, 1. Aufl. 2010, S. 17.
51 Vgl. Bandulet, Friedrich/Faisst, Wolfgang/Eggs, Holger/Otyepka, Sarah/Wenzel, Stefan, Software-asa-Service as Disruptive Innovation in the Enterprise Application Market, in: Benlian, Alexander/Hess, Thomas/Buxmann, Peter (Hrsg.), Software-as-a-Service: Anbieterstrategien, Kundenbedürfnisse und Wertschöpfungsstrukturen, Gabler Verlag, Wiesbaden, 1. Aufl. 2010, S. 17, Harms, Rolf/Yamartino, Michael, The Economics of the Cloud, November 2010, http://download.microsoft.com/download/1/6/9/16912B00-9E9C-4CF9-8DFE-B368BD2B39E0/Enterprise_Cloud_Economics.pdf (2010-11-17, 16:39 MEZ), S. 9 und Bezemer, Cor-Paul/Zaidman, Andy, Multi-Tenant SaaS Applications: Maintenance Dream or Nightmare?, in: Association for Computing Machinery (Hrsg.), Proceedings of the Joint ERCIM Workshop on Software Evolution (EVOL) and International Workshop on Principles of Software Evolution (IWPSE): IWPSE EVOL 2010, Association for Computing Machinery, New York, 1. Aufl. 2010, S. 89.
52 Vgl. Sommerville, Ian, Software Engineering, Pearson Studium, München, 8. Aufl. 2007, S. 797.
53 Vgl. Haas, Hugo/Brown, Allen, Web Services Glossary, Februar 2004, http://www.w3.org/TR/2004/NOTE-ws-gloss-20040211/ (2011-02-10, 11:33 MEZ).
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oder SOAP) und zu Softwareanwendungen kombiniert werden können. Die Dienste sind lose miteinander gekoppelt und nur während der Bearbeitung einer Abfrage miteinander verbunden. Dadurch ermöglicht eine SOA, dass an einem Dienst Veränderungen (z.B. Updates) vorgenommen werden, die aber keine systemweiten Auswirkungen haben. Dadurch wird bei SOA eine höhere Verfügbarkeit als bei traditioneller Software ermöglicht. Außerdem ist es möglich, dass die Dienste von unterschiedlichen Anbietern zur Verfügung gestellt werden. 54 Nach Sommerville und Laudon et al. ermöglichen SOA auch einen neuen Ansatz für die Entwicklung von Unternehmenssoftware, da einzelne Dienste in verschiedenen Anwendungen genutzt werden können und dazu nicht neu programmiert werden müssen. 55 In der Vergangenheit wurde in verschiedenen Anwendungen häufig ein unterschiedlicher Programmcode verwendet, um ähnliche Ziele zu erreichen. 56 Wegen ihrer Flexibilität und ihrer Orientierung an einzelnen Unternehmensfunktionen sind SOA für die schnelle (Weiter-) Entwicklung von mandantenfähigen SaaS-Dienstleistungen besonders gut geeignet. 57
Standardisierung: Im Bereich der Standardisierung des Cloud Computing kann man zwischen zwei Aspekten unterscheiden:
o Standardisierte Cloud-Dienstleistungen: Die Anbieter von Cloud-
o StandardisierteTechniken: Damit können z.B. Schnittstellen oder Program-
Beide Aspekte der Standardisierung vereinfachen den Wechsel zu einem anderen Anbieter, da bei nicht-standardisierten Dienstleistungen die Gefahr einer zu engen Bindung der Kunden an einen bestimmten Anbieter besteht, was als Vendor-Lock-In bezeichnet wird. Beim Vendor-Lock-In sind die Kosten, die bei einem Wechsel
54 Siehe Baun, Christian/Kunze, Marcel/Nimis, Jens/Tai, Stefan, Cloud Computing: Web-basierte dynamische IT-Services, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Aufl. 2010, S.16-20, Sommerville, Ian, Software Engineering, Pearson Studium, München, 8. Aufl. 2007, S. 794-802 und Krcmar, Helmut, In-formationsmanagement, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 5. Aufl. 2010, S. 373.
55 Vgl. Sommerville, Ian, Software Engineering, Pearson Studium, München, 8. Aufl. 2007, S. 794 und Laudon, Kenneth C./Laudon, Jane P./Schoder, Detlef, Wirtschaftsinformatik: Eine Einführung, Pearson Studium, München, 2. Aufl. 2010, S. 247.
56 Vgl Laudon, Kenneth C./Laudon, Jane P./Schoder, Detlef, Wirtschaftsinformatik: Eine Einführung, Pearson Studium, München, 2. Aufl. 2010, S. 247.
57 Siehe auch Hanschke, Inge, Services aus Geschäftsanforderungen ableiten, in: Wirtschaftsinformatik & Management, Band 2, November 2010, Heft 6, S. 50 und Sommerville, Ian, Software Engineering, Pearson Studium, München, 8. Aufl. 2007, S. 802-804.
58 Siehe auch Böhm, Markus/Herzog, Andreas/Riedl, Christoph/Leimeister, Stefanie/Krcmar, Helmut, Cloud Computing als Treiber der IT-Industrialisierung? Ein Vergleich mit der Automobilbranche, in: Information Management & Consulting, Band 25, 2010, Heft, S. 50.
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Frederik Geier, 2011, Betriebswirtschaftliche Aspekte bei der Einführung von Cloud Computing, München, GRIN Verlag GmbH
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